Studie: Vorsorgelücke größer als gedacht

Wenn es um das Thema Altersvorsorge geht, wird ein Begriff immer wieder genannt: die Vorsorgelücke. Gemeint ist die Differenz zwischen dem benötigten monatlichen Einkommen in der Rentenphase und den Einkünften aus der gesetzlichen Rente. Doch wie drückt sich diese Lücke in Zahlen aus? Wie viel Geld fehlt uns im Alter tatsächlich? Bisher gab es keine fundierten Antworten, nur Schätzungen und Theorien.

Wir wollen, dass Sie umfassend informiert sind. Dazu gehören wissenschaftlich ermittelte Fakten. Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum zeigt, dass die Vorsorgelücke viel größer ist, als Experten bisher angenommen haben. Es ist daher wichtig, sich nicht nur auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sondern aktiv für den eigenen Ruhestand vorzusorgen.

Rentner benötigen 87% ihres bisherigen Nettoeinkommens!

Bisher gingen Fachleute davon aus, dass rund 70% des letzten Nettoeinkommens zur Sicherung des Lebensstandards ausreichend sind. Davon können aktuell 55% durch die gesetzliche Rente abgedeckt werden, Tendenz sinkend.

Die Studie zeigt aber: Die tatsächliche Quote liegt bei 87%. Für den sogenannten Standardrentner mit 34.000 Euro p. a. brutto und einer lückenlosen Erwerbsbiografie bedeutet das eine Vorsorgelücke von rund 650 Euro monatlich. Das sind 350 Euro mehr als bisher angenommen!

Es besteht demnach ein deutlich höherer Kapitalbedarf im Ruhestand als bisher vermutet. Die konsequente private oder betriebliche Altersvorsorge ist somit unverzichtbar für eine konstante Lebensqualität in der Rentenphase.

Forschungs-Methode:
Was untersucht die Studie?

  • Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag von Fidelity
  • Ausgewertet wurden die Daten des Sozio-ökonomischen Panels des DIW Berlin, eine Befragung von 20.000 Rentnern
  • Rentenbeginn war jeweils zwischen 1992 bis 2011
  • Ermittelt wurde die Zufriedenheit mit dem eigenen Einkommen zwischen Rentenbeginn und dem 75. Lebensjahr
  • Daraus wurde die erforderliche Rentenersatzquote zur Erreichung einer gleichbleibenden Zufriedenheit mit den Einnahmen abgeleitet
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