05. Juli 2018

Wo die Schwellenländer Spitze sind

Boomende Märkte und die Wirtschaft im Aufschwung – in zahlreichen Schwellenländern herrscht Aufbruchstimmung. Bildquelle: iStock / silkwayrain

Investieren und wachsen: Die Stimmung in Osteuropa, im Nahen Osten, in Afrika, in Lateinamerika und im Asien-Pazifik-Raum ist gut, berichten Fidelity Analysten weltweit. Doch ein genauer Blick auf die einzelnen Schwellenländer zeigt auch länderspezifische Risiken. Längst nicht überall sind die Bilanzen solide und ist die Korruption besiegt. Erfahren Sie, wo für Anleger die Chancen und Herausforderungen in den Schwellenländern liegen.

Von Osteuropa bis an den Pazifik: In zahlreichen Schwellenländern blicken Unternehmer zuversichtlich in die Zukunft, wie die jährliche Fidelity-Umfrage unter den 143 Analysten weltweit zeigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Stimmungsindikator in Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) sowie Lateinamerika gestiegen. Er liegt nun überall deutlich über dem Mittelwert von 5. Das bedeutet, dass die Analysten die Lage in den Regionen überwiegend positiv einschätzen und sich die Fundamentaldaten der Unternehmen weiter verbessern. Zugleich befinden sich Osteuropa, der Nahe Osten, Afrika und Lateinamerika nach Einschätzung der Experten noch in einem frühen Stadium des Konjunkturzyklus. Während also in den entwickelten Ländern der Aufschwung seine späte Phase erreicht hat, stehen die Zeichen in den aufstrebenden Volkswirtschaften noch länger auf Wachstum.

Osteuropa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika befinden sich in früheren Zyklusphasen

Quelle: Fidelity Analystenumfrage 2018.


Das gilt durchweg für fast alle Schwellenlandregionen, auch für den Asien-Pazifik-Raum. Ein Blick auf einzelne Länder und Branchen offenbart allerdings: Die Bewertungen schwanken durchaus von Land zu Land.

Asien/Pazifik: Neuer Schwung in China und darüber hinaus

In China ist das Stimmungsbarometer zuletzt gestiegen. Das zerstreut Ängste, die Wirtschaftsleistung des Landes könnte massiv ins Stocken geraten. Nach längerer Zeit gehen die Analysten nun wieder davon aus, dass in China mehr investiert wird, und zwar mit Fokus auf Wachstumsinvestitionen. Dadurch rechnet ein Drittel der Fidelity-Analysten mit einer steigenden Unternehmensverschuldung in China – dem stehen auch höhere Finanzierungskosten gegenüber, wie über 60 Prozent der China-Analysten erwarten.

Auch im weiteren Asien-Pazifik-Raum investieren die Unternehmen kräftig: Bereits im Jahr 2017 haben sie im Vergleich zum Vorjahr ihre Investitionen erhöht. Für 2018 rechnen die Analysten nun mit einem weiteren starken Anstieg. Auch dort fokussieren die Unternehmen Wachstumsstrategien. Ein Stimmungsdämpfer: Die Unternehmen in der Region erwarten wie in China steigende Einstandskosten. Hinzu kommt, dass nur 34 Prozent der Analysten mit steigenden Dividendenzahlungen der Unternehmen rechnen.

Insgesamt ist der Stimmungsindikator für den Asien-Pazifik-Raum ohne Berücksichtigung von China und Japan mit 6,2 Punkten zwar etwas niedriger als in anderen Weltregionen. Aber hier hat sich der Wert innerhalb eines Jahres von ehemals 5,7 Punkten besonders deutlich nach oben entwickelt.

Analysten sind zuversichtlich – auch für die Schwellenländer

Quelle: Fidelity Analystenumfrage, Februar 2018


Dabei legen Werte über 5 generell eine überwiegend optimistische Bewertung nahe. Die Analysten wurden für das Stimmungsbarometer danach gefragt, wie sie das Vertrauen der Unternehmen in die Zukunft einschätzen. Auf einer Skala von 1 bis 10 steht dabei die 1 für die negativste und die 10 für die positivste Bewertung. Außerdem verzeichnen die Analysten „große Fortschritte“ bei Umwelt, Sozialem und guter Unternehmensführung (ESG*)

Ein weiteres Indiz für einen intakten wirtschaftlichen Aufschwung: In der Region „Asien-Pazifik ohne Japan und China“ lässt sich nach Einschätzung der Analysten kaum ein Unternehmen beunruhigen durch Indikatoren, die auf ein Ende des Konjunktur- oder Marktzyklus hindeuten könnten.

Asien-Pazifik ohne Japan und China: Noch nicht das Ende

Reagieren Ihre Unternehmen auf Indikatoren, die auf ein Ende des Konjunktur- oder Marktzyklus hindeuten?

Quelle: Fidelity Analystenumfrage 2018


Unterm Strich gilt: Je nachdem, welchen Sektor man betrachtet, variiert die Bewertung der Region. Vor allem für Unternehmen wie Rohstoffproduzenten können die anstehenden Regulierungsänderungen bedeutsam sein, da sie im vergangenen Jahr noch von Anti-Dumping-Regeln, Importzöllen und Angebotskürzungen profitiert haben.

Osteuropa, Nahost, Afrika und Lateinamerika: Viele Lichtblicke

Nicht nur der Anstieg des Stimmungsindikators von 6,4 auf 6,5 ist ein Grund zur Freude in den osteuropäischen Schwellenländern, der EMEA-Region sowie in Lateinamerika. Auch gestiegene Rohstoffpreise sowie das Abflauen manch eines Skandals erfreuen die Unternehmen in der EMEA-Region und in Lateinamerika. Zwei Drittel der Analysten in diesen Regionen berichten von optimistischen Firmenchefs und verorten die Unternehmen in der Expansions- oder mittleren Wachstumsphase. Dank steigender Inflation sollten die Unternehmer ihre Margen vielfach steigern können. Das bringt auch Lohnsteigerungen mit sich.

Allerdings sind die Bilanzen in den genannten Regionen bei Weitem nicht so solide wie in anderen Ländern: Fast ein Drittel der Analysten schätzen sie als „eher angespannt“ ein. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte der Analysten davon ausgeht, dass sich die US-Politik unter dem Präsidenten Donald Trump in den kommenden zwei Jahren moderat negativ auf die Regionen auswirken könnte. Anders als in Europa oder Japan hinken Unternehmen in der EMEA-Region und Lateinamerika beim Thema ESG hinterher, genauso wie in China. Damit vergeuden sie Wirtschaftspotenziale. Außerdem sind Bestechlichkeit und Korruption gerade in der EMEA-Region und in Lateinamerika längst nicht ausgemerzt.

*Die Abkürzung „ESG“ steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance) auf Unternehmensebene.

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Herausgeber: FIL Finance Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand soweit nicht anders angegeben: Juni 2018. DK1290