Expertenmeinung

Trotz DAX-Höchststand: Einstieg in Aktien lohnt sich – Kontinuität zählt

ANDREAS TELSCHOW - 31.05.2017

Andreas Telschow, Anlageexperte bei Fidelity International:

  • Nur zehn Börsentage haben seit Euro-Einführung über den Anlageerfolg bei deutschen Aktien entschieden
  • ,Richtige‘ Ein- und Ausstiegszeitpunkte lassen sich nicht vorhersagen
  • Langfristig investiert zu sein, zahlt sich aus

Trotz DAX-Höchststand: Einstieg in Aktien lohnt sich – Kontinuität zählt

Der DAX hat die 12.000-Punkte-Marke überschritten. Lohnt es sich jetzt noch, in den deutschen Aktienmarkt zu investieren? Und sind die Schwankungen an den Märkten mit Blick auf anstehende Wahlen und die Zinspolitik der Zentralbanken nicht ohnehin unberechenbar? Viele Anleger sind verunsichert und neigen dazu, in volatilen Börsenphasen Aktien und Fonds schnell zu verkaufen. „Mit Blick auf die Rendite der Anlage ist das eine denkbar schlechte Entscheidung, denn die größten Kurssteigerungen an der Börse finden an nur wenigen Tagen statt. Durchhalten zahlt sich aus – Kontinuität ist bei der Aktienanlage wichtiger als der vermeintlich richtige Zeitpunkt. Ganz nach der Börsenweisheit: Hin und Her macht Taschen leer.“

Eine langfristige Betrachtung des deutschen Aktienmarktes zeigt: Ein Anleger, der mit der Einführung des Euros am 31.12.1998 1.000 Euro in deutsche Standardwerte – gemessen am MSCI Germany – investiert hat, erzielte damit bis Ende April 2017 2.557 Euro. Hätte der Anleger dagegen die 10 besten Tage dieses Zeitraums verpasst, wären daraus nur 1.159 Euro geworden. Hätte er die Kurssteigerungen der 40 besten Tage nicht mitgenommen, wären sogar nur noch 260 Euro übrig gewesen.

„Schwankungen an den Aktienmärkten sind ganz natürlich. Mit dem höheren Risiko von Aktien- und Aktienfonds sind aber auch langfristig höhere Renditechancen verbunden. Anleger sollten in volatilen Börsenphasen keinesfalls in Panik geraten und überstürzt Aktien oder Fonds verkaufen. Wie die Berechnungen zeigen, kann man den ‚richtigen‘ Ein- oder Ausstiegszeitpunkt nicht vorhersehen. Es kommt darauf an, langfristig investiert zu sein“, so Telschow.

Der Autor:

Andreas Telschow ist Anlageexperte bei Fidelity International

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