Expertenmeinung

Aufnahme chinesischer A-Aktien in MSCI-Indizes wahrscheinlich

CATHERINE YEUNG - 02.06.2017

Catherine Yeung, Investment Director bei Fidelity International mit Sitz in Hongkong:

  • Herabstufung der Kreditwürdigkeit Chinas durch Moody‘s dürfte die MSCI-Entscheidung nicht beeinflussen
  • Öffnung des chinesischen Aktien- und Anleihemarktes für ausländische Anleger ist nicht in Gefahr

Aufnahme chinesischer A-Aktien in MSCI-Indizes wahrscheinlich

„Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Chinas durch die Ratingagentur Moody‘s dürfte sich weder auf die Wirtschaft des Landes noch auf die Ende Juni anstehende MSCI-Entscheidung zur Aufnahme von A-Aktien in dessen Index auswirken. Auch die weitere Entwicklung der Stock-Connect- und Bond-Connect-Programme dürfte sie nicht beeinflussen.

Mit der Herabstufung um eine Stufe von Aa3 auf A1 ist kein Wechsel von „Investment Grade“ zu „Non Investment Grade“ verbunden. Daher wird sich die verschlechterte Kreditwürdigkeit nur geringfügig auf die allgemeinen Finanzierungskosten Chinas oder die Anleiherenditen auswirken. Kreditgeber vom Festland orientieren sich tendenziell nicht an den Ratings von Moody‘s. Darüber hinaus stellen inländische Gläubiger den Großteil der Finanzierungen bereit, sodass China nicht auf ausländische Quellen angewiesen ist.

Dessen ungeachtet könnte die Ratingmaßnahme kurzzeitig die wirtschaftliche Stimmung belasten. Darüber hinaus spiegeln sich in der Entscheidung von Moody’s die Sorgen über den hohen Schuldenstand Chinas wider.

Anlegern dürfte das Schuldenproblem hinlänglich bekannt sein. Andererseits sollten sie bei ihren Überlegungen die hohen Einlagen chinesischer Sparer berücksichtigen.

Positiv ist aus unserer Sicht zudem, dass chinesische Unternehmen ihre Verschuldung in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert haben.“

Der Autor:

Catherine Yeung ist Investment Director bei Fidelity International mit Sitz in Hongkong.

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