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Expertenmeinung

Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

ANDREW WELLS, ANNA STUPNYTSKA, DOMINIC ROSSI - 30.11.2015

Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer Aktien bei Fidelity International:

  • Aktienausblick 2016 besser als zu Beginn des Jahres 2015
  • Innovationen werden weltweite Aktienmärkte transformieren

Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

"2016 verspricht ein besseres Jahr für Aktien zu werden als 2015. Im kommenden Jahr dürfte der Konsum in den Industrieländern und gerade in den USA kräftig anziehen. Gründe sind nicht nur die positive Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, sondern auch sinkende Preise für viele Waren und Dienstleistungen. Damit ist der Ausblick für das Wirtschaftswachstum 2016 vor allem in den Industrieländern deutlich rosiger als zu Beginn dieses Jahres. Für Aktien – insbesondere aus den USA – verheißt das Gutes.

Für Europa bessern sich die Aussichten allmählich. Wenn auch weiterhin zaghaft, scheint die Erholung der europäischen Binnennachfrage doch Fuß gefasst zu haben. Und entgegen der landläufigen Meinung dürfte Europa zum Erstaunen vieler von der Flüchtlingswelle profitieren. Unverändert schwierig präsentiert sich der Ausblick für die Schwellenländer. Allerdings muss zwischen der Entwicklung der Aktienmärkte und der Wirtschaft unterschieden werden, deren Wege sich trennen könnten. Die massive Kurskorrektur an den Aktienmärkten der Schwellenländer könnte nun zu Ende gehen. Viele Anleger scheinen inzwischen die Hoffnung für die Schwellenländer aufgegeben zu haben. Das ist der Zeitpunkt, an dem es sich für umsichtige Anleger lohnen könnte, wieder die Fühler nach attraktiven Chancen auszustrecken. Wir favorisieren weiterhin die reformbereiten Schwellenländer. Länder, die sich Reformen verschließen, werden dagegen das Nachsehen haben. Innovation ist eines der zentralen Themen für Anleger im kommenden Jahr. Bahnbrechende Neuerungen werden die Märkte in vielen Branchen grundlegend verändern. Im Technologiesektor beobachten wir dies bei sozialen Medien, in der Pharmabranche in Form des Durchbruchs bei neuen Behandlungsmethoden, etwa in der Onkologie.

Innovationen werden die weltweiten Aktienmärkte transformieren und ein Umfeld schaffen, in dem US-Aktien ihre Führungsposition ausbauen. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die Technologiebörse NASDAQ, die bestens positioniert ist, um von den disruptiven Kräften zu profitieren. Es wird meines Erachtens nicht mehr lange dauern, bis Anleger wieder von Aktien der "alten" und der "neuen" Wirtschaft sprechen, ähnlich wie Ende der 1990er Jahre."

Andrew Wells, Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity International:

  • US-Zinswende und die damit verbundene divergierende Geldpolitik wird Anleihemärkte beeinflussen
  • Comeback von Unternehmensanleihen erwartet

Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

"Der Ausblick für Staatsanleihen im kommenden Jahr wird nicht nur durch die Fed, sondern auch die Politik der anderen Notenbanken bestimmt. Etwas anderes als ein langsames Herantasten an eine Normalisierung ist kaum vorstellbar. Behalten die Märkte Recht, wäre dies der bis dato langsamste Straffungszyklus. Denn rund um den Globus müssen die politischen Entscheidungsträger mit geringerem Wachstum und Preisauftrieb zurechtkommen als in früheren Konjunkturzyklen. Alles in allem wird die Geldpolitik daher auch 2016 locker bleiben und sich die Ausweitung der Zentralbankbilanzen fortsetzen. Für die Anleihemärkte wären das äußerst günstige Rahmenbedingungen.

Unternehmensanleihen steht 2016 aus meiner Sicht ein starkes Jahr bevor. So dürften ihre Risikoaufschläge schrumpfen, während die Weltwirtschaft in die Schlussphase des aktuellen Zyklus eintritt. In diesem Jahr haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmensanleihen gerade in den USA verschlechtert. Die damit einhergehenden weiteren Spreads und günstigen Bewertungen eröffnen Anlegern Chancen. Tatsächlich tendieren die Spreads in allen Anlageklassen gegenwärtig unweit ihres 3-Jahreshochs. Der daraus resultierende positive Ausblick gilt für das gesamte Kreditspektrum: Investment-Grade-, Hochzins- und Schwellenländeranleihen. Der Zinsanstieg in den USA könnte Anleger vorsichtig werden lassen, allerdings sind die Risikoaufschläge heute höher als zu Beginn früherer Straffungszyklen. Den Märkten verschafft das ein Polster, um die Folgen der langsam steigenden US-Zinsen abzufedern.

Was die absoluten Renditen angeht, favorisieren wir im Segment der Unternehmensanleihen Hochzins- vor Investment-Grade-Anleihen. Im Bereich der Schwellenländeranleihen sehen wir Aufwärtspotenzial für Lokalwährungspapiere. Auch Hybridanleihen, d.h. Schuldverschreibungen mit aktienähnlichen Merkmalen, gehören 2016 zu unseren Favoriten. Gründe sind ihr Carry und Potenzial für engere Spreads, denn das Interesse der Anleger an dieser neuen Anlageklasse nimmt zu. Was die verschiedenen Anlageregionen anbelangt, haben sich vor allem die Fundamentaldaten für US-Unternehmensanleihen verschlechtert. Im Unterschied dazu sind ihre Pendants in Europa günstiger positioniert."

Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International:

  • Konsum in Industrieländern wird das Wachstum 2016 ankurbeln, Schwellenländer haben weiter keinen leichten Stand
  • Die weltweit divergierende Geldpolitik stellt keine Gefahr dar

Fidelity CIO- und Makro-Ausblick 2016: Innovationen werden Aktienmärkte transformieren

"Auch im nächsten Jahr wird die Weltwirtschaft wohl nur langsam wachsen. Die Gefahr einer Rezession halte ich jedoch für gering, da die Industrieländer auf Wachstumskurs bleiben. Vermutlich wird das weltweit schwache Wachstum auch 2016 den Handel und das verarbeitende Gewerbe belasten. Als wichtiger Wachstumsmotor dürfte sich aber einmal mehr der Konsum in den Industrieländern erweisen, denn die bessere Beschäftigungslage und die niedrige Inflation stärken die Kaufkraft. Für die USA wird im kommenden Jahr mit einem ähnlich hohen Wachstum wie in diesem Jahr gerechnet. In Europa und Japan könnte sich der Aufwärtstrend sogar etwas beschleunigen.

Mit Blick auf den gegenwärtigen geldpolitischen Zyklus ist entscheidend, dass die Zinsen 2016 aller Voraussicht nach nur in sehr kleinen Schritten und nur langsam angehoben werden. So sollte sichergestellt sein, dass man der Erholung nicht das Wasser abgräbt und gleichzeitig die Inflation in Schach hält, die nach meiner Einschätzung auch im nächsten Jahr kaum anziehen wird.

An den schwierigen Bedingungen für die Schwellenländer wird sich 2016 wenig ändern. Die geringere Nachfrage aus China lastet insbesondere auf solchen Schwellenländern, die sich auf den Export von Gütern oder Dienstleistungen für die Industriezweige der „alten Wirtschaft“ im Reich der Mitte spezialisiert haben. In den rohstoffexportierenden Ländern haben die niedrigeren Rohstoffpreise tiefe Spuren in den Außenbilanzen und Staatshaushalten hinterlassen, oft verschlimmert durch die Abwertung der Landeswährung. Zu guter Letzt wirken sich die weltweit angespannteren Finanzierungsbedingungen nachteilig auf jene Schwellenländer aus, deren Zugang zu den internationalen Finanzmärkten sich 2015 verschlechtert hat. Diese Rahmenbedingungen machen es wichtiger denn je, zwischen den Ländern, die am stärksten unter den Negativfaktoren leiden, und solchen mit besseren wirtschaftlichen und finanziellen Fundamentaldaten zu unterscheiden."

Die Autoren:

Dominic Rossi ist Global Chief Investment Officer für Aktien bei Fidelity International.

Andrew Wells ist Global Chief Investment Officer für Anleihen bei Fidelity International.

Anna Stupnytska ist Volkswirtin bei Fidelity International.

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