14. Februar 2018

Marktkorrekturen bleiben gute Kaufgelegenheiten

Ganz offiziell befinden wir uns nun in einer „Korrektur“. In den USA sind die Aktienkurse von ihrem Höchststand Ende Januar um über zehn Prozent gefallen. Eine Phase mit ungewöhnlich starken Erträgen geht damit zu Ende. Den Märkten verschafft das eine Atempause und uns die Gelegenheit zu analysieren, was das für die nächsten Monate bedeutet. Um es deutlich zu sagen: Wir haben es mit einer Rückkehr zur Normalität zu tun, nicht mit einer Abkehr.

Ich bin deshalb auch weiterhin davon überzeugt, dass sich Anlegern nach den jüngsten Kurseinbrüchen gute Kaufgelegenheiten bieten. Bärenmärkte können ohne Vorwarnung über uns hereinbrechen. Aber die anhaltend starken Wirtschaftsdaten und soliden Fundamentaldaten der Unternehmen lassen vermuten, dass die Rückschläge der letzten Tage den Anfang der Spätphase des aktuellen Zyklus, nicht jedoch sein Ende markieren. Aus Erfahrung wissen wir, dass solche Spätphasen mehrere Monate, aber auch ein paar Jahre dauern können. Mit weiteren Schwankungen sollten wir also rechnen. Aber zum Kapitulieren besteht kein Anlass – eine umsichtige Risikobereitschaft erscheint mir die richtige Strategie.

Was Anleger im Blick behalten sollten

Zwei Bereiche haben sich herauskristallisiert, die man im Blick behalten sollte. Zum einen die nach wie vor „bekannten unbekannten“ Auswirkungen einer Neuausrichtung quantitativer Strategien auf ein Umfeld mit strukturell höherer Volatilität. Das meiste steht uns allerdings noch bevor, denn bei vielen dieser Strategien erfolgt das „ausbalancieren“ in monatlichen Intervallen. Und das könnte durchaus eine weitere Talfahrt bei Risikoanlagen in Gang setzen.

Zum anderen beschränkt sich die Korrektur zum aktuellen Zeitpunkt auf die Aktienmärkte und hat die Kreditmärkte noch weitgehend verschont. So sind etwa die Bewegungen bei den Spreads von Hochzinsanleihen deutlich geringer als die Kursausschläge an den Aktienmärkten. Zwar gibt es keine feste Regel: Aber sollte es an den Aktien- und den Anleihemärkten gleichzeitig zu Stress kommen, wäre das für uns ein Grund zu größerer Besorgnis.

Wichtiger könnte in den nächsten Monaten sein, sich daran zu erinnern, dass eine gewisse Risikobereitschaft nicht zwangsläufig eine binäre Wette sein muss. Einfach den Index kaufen, der unweigerlich eine starke Tendenz zu jenen Aktien aufweist, die den Bullenmarkt bislang angeführt haben, könnte eine zu einfache Strategie sein. Ich favorisiere eine Rotation in traditionellere „Value“-Bereiche, die in diesem Zyklus dem Markt bisher deutlich hinterherhinken. Damit fahre ich zweigleisig: Nehmen die Märkte ihren Aufwärtstrend wieder auf, ist ein Wechsel an der Spitze wahrscheinlich. Fallen die Märkte, kommt Value-Aktien zugute, dass ihre Bewertungen nicht so übertrieben sind wie in anderen Marktsegmenten. Zudem erscheint es mir sinnvoll, die Untergewichtung bei Anleihen allmählich zu reduzieren und das Portfolio über die Duration gegen Verluste abzusichern. Denn die Schwankungen nehmen zu und immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir uns in der Spätphase des Zyklus befinden.

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Unser Autor:

James Bateman

James Bateman kam 2012 zu Fidelity und ist Chief Investment Officer - Multi Asset. Er leitet Fidelitys globales Multi-Asset-Team, das aus Portfoliomanagern und zahlreichen Analysten besteht.

Wichtige Hinweise

Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage des Kundeninformationsdokumentes „Wesentliche Anlegerinformationen" und des veröffentlichten Verkaufsprospektes, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Sie erhalten diese Unterlagen kostenlos über FIL Finance Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main, oder www.fidelity.de. FIL Finance Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlung. Das Research und die Analysen, die auf dieser Website enthalten sind, wurden von Fidelity International für die eigenen Investmentaktivitäten erstellt. Die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen beziehen sich auf den Tag der Veröffentlichung und können sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Aus externen Quellen bezogene Informationen werden für zuverlässig gehalten, doch ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit kann nicht garantiert werden. Die Nennung von Einzeltiteln dient ausschließlich der Illustration und ist nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Bitte beachten Sie, dass diese Ansichten nicht länger aktuell sein können und Fidelity daraufhin bereits reagiert haben kann. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine zuverlässigen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das F-Symbol sind Markenzeichen von FIL Limited.

Herausgeber: FIL Finance Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand: Februar 2018.

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