Zinswende: Was gute Dividendstrategien jetzt auszeichnet

Anlyse Dividendenstrategien
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Eine Zinswende in den USA wird immer wahrscheinlicher. Viele Anleger fürchten, dass Dividendenaktien als Bondersatz an Attraktivität verlieren könnten. Doch das muss nicht so sein. Jetzt kommt es vor allem auf eine gute Titelauswahl an. Unternehmen, die ein solides und nachhaltiges Dividendenwachstum bieten, haben sich in vergleichbaren Situationen als sehr robust erwiesen.

Die Nullzinspolitik war in den vergangenen vier bis fünf Jahren der stärkste Treiber für Anlagerenditen. Das zeigt ein Blick auf die drei Kernbestandteile der Marktrendite: Dividenden, Bewertungsänderungen und die Gewinnentwicklung. Das Gewinnwachstum hat sich spürbar abgeschwächt, dagegen sind die Bewertungen deutlich angestiegen, weil immer mehr Anleger aus mager verzinsten Papieren wie Tagesgeld und erstklassigen Staatsanleihen in Aktien umschichten. Dadurch werden Dividenden als Renditequelle wichtiger denn je.

Zinswende könnte stärker ausfallen als erwartet

Daran wird im Grundsatz auch eine Zinswende in den USA nicht viel ändern. Dass die Zinswende kommt, scheint unausweichlich, lediglich ihr Ausmaß ist noch offen. Wenn der neue US-Präsident Donald Trump seine umfangreichen Investitionspläne umsetzt, könnte das die Wirtschaft stimulieren und die US-Notenbank sogar zu einer stärkeren Zinserhöhung bewegen als zuletzt erwartet.

Jetzt werden Eintagsfliegen aussortiert

So oder so: Wenn Zinsen steigen, büßen Dividendenpapiere in den Augen vieler Anleger an Attraktivität ein. Doch das gilt nicht für alle Dividendentitel gleichermaßen. Die Vergangenheit lehrt: In einem solchen Szenario sinkt vor allem die Nachfrage nach Papieren mit – absolut gesehen – hohen Dividendenrenditen. Und das ist auch vernünftig, denn auffällig hohe Dividendenrenditen sind häufig ohnehin nicht von Dauer.

Dividendentitel? Ja, aber die richtigen!

Aktien mit einem soliden, langfristigen Dividendenwachstum hingegen reagieren deutlich weniger empfindlich auf steigende Zinsen. Die Titelselektion ist also einmal mehr entscheidend. Das gilt auch im Hinblick auf die Bewertungen von Qualitätsaktien, die zuletzt immer weiter angestiegen sind, und unter denen sich viele dividendenstarke Titel befinden. Nach wie vor sind genug Unternehmen am Markt, deren Gewinne und Dividenden dynamisch wachsen und die bislang nur moderat bewertet sind

Dividende schlägt Inflation

Dividende schlägt Inflation
Quelle: Datastream, 20.04.2015. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.

Dividende statt Geldentwertung: In den vergangenen Jahren lag die Entwicklung des Index MSCI European Dividend Yield zum Teil deutlich über der europäischen Inflationsrate. Dividendenstrategien können innerhalb eines Portfolios so einen wichtigen Beitrag zum Kapitalerhalt und -wachstum leisten.

Historische Wende: Dividendenerträge schlagen Anleihezinsen

Historische Wende
Quelle: Datastream, 17.04.2015. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.

Der Vergleich über die vergangenen 30 Jahre hinweg zeigt das Dilemma festverzinslicher Papiere: Während Dividendenrenditen vergleichsweise konstant geblieben sind, befinden sich die Renditen von Staatsanleihen längst im Dauertief und eignen sich deshalb kaum als Inflationspuffer.

Historische Wende: Dividendenerträge schlagen Anleihezinsen

Dividendenrendite höher als Anleihezins
Quelle: Historische Daten von multpl.com; Standard & Poor’s für S&P 500 Dividend Yield. Robert Shiller; „Irrational Exuberance for historic S&P 500 Dividend Yields“. 21.05.2015 Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.

So ungewöhnlich die niedrigen Zinsen und mageren Erträge von Anleihen vielen Anlegern derzeit erscheinen: In der Geschichte ist es schon häufiger vorgekommen, dass Dividenden höhere Erträge generierten als Zinsen. Bis Ende der 1950er Jahre war diese Relation sogar über viele Dekaden hinweg die Regel – und könnte es in Zukunft auch wieder werden.

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