Fokusthemen

Makroausblick

Wichtige gesamtwirtschaftliche Themen und ihre Auswirkungen auf die Asset Allocation. 

Regionale Perspektive

Ansichten des Teams zu den verschiedenen Anlageklassen in den USA, Europa und Asien.

Core Asset Allocation

Einschätzungen des Teams bezüglich der Core Allocation nach Aktienmarktsegmenten, Anleihengattungen und Währungen. 

Thematische Anlageideen

Aktuelle thematische Positionen und besondere Anlageideen des Teams, die gegebenenfalls in den Portfolios neben der Core Asset Allocation umgesetzt werden.

Im Brennpunkt

Einblicke zu weiteren Anlagesegmenten und Research-Aspekten. Diesen Monat betrachten wir die weiterhin starken Schwankungen des Ölpreises. 
 

Einführung

Zu Beginn des zweiten Quartals 2021 ist die Erholung der Weltwirtschaft in vollem Gange, während die Länder ihre Corona-Impfprogramme abarbeiten und die Beschränkungen in den wichtigsten Ländern gelockert werden. So beispiellos wie die letzten zwölf Monate waren, ist auch der Verlauf dieser Erholung ohne Beispiel. Die Verbraucher sind weltweit nach wie vor in sehr robuster Verfassung, und die fiskalpolitischen Anreizpakete (insbesondere in den USA) sind in Ausmaß und Anspruch einzigartig. Auf der anderen Seite strafft China seine Politik in mehreren Bereichen, und die Bewertungen erscheinen in vielen Marktsegmenten zunehmend überzogen.

Aus makroökonomischer Sicht liegt der Fokus in diesem Monat auf der sich festigenden globalen Erholung. Diese dürfte sich unserer Meinung nach fortsetzen, wenngleich sie in den kommenden Monaten nicht gefeit vor externen Schocks ist - von Lieferkettenproblemen bis hin zu Rückschlägen bei der Coronavirus-Pandemie (die sich erneut negativ auf Europa auszuwirken beginnen). In diesem Zusammenhang bereitet vor allem die Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik Sorgen, speziell im Fall eines Anstiegs der Realzinsen angesichts der hohen Schuldenlast. Darüber hinaus brodelt es erneut zwischen den USA und China, da Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen unter der neuen US-Regierung schwinden.

Dieses Umfeld spricht weiterhin für einen risikofreudigen, aber selektiven Ansatz bei der Kapitalallokation. Wir bleiben in Bezug auf Risikoanlagen vorerst zuversichtlich, beobachten jedoch die Realrenditen und politische Schritte genau. Während die allgemeine Stimmung und die quantitativen Signale eine risikofreudige Sicht unterstützen, ist wählerisches Vorgehen insbesondere in den Bereichen angezeigt, auf die sich die Marktnachfrage konzentriert. Unsere Positionierung entspricht im Großen und Ganzen der des Vormonats: Angesichts guter Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Aussichten auf ein verstärktes globales Wachstum bevorzugen wir Aktien und gewichten Staatsanleihen und Liquidität unter.

-

Makroausblick

Die Konjunktur erholt sich zunehmend...

Die Erholung der entwickelten Volkswirtschaften hat sich beschleunigt, und die Inflationserwartungen sind gestiegen. Zu den treibenden Kräften gehören die erfolgreiche Einführung von Impfstoffen in Großbritannien und den USA. Starke Nachfrage nach langlebigen Gütern hat den globalen Handel und das Verarbeitende Gewerbe gestützt, während die Beschränkungen im Dienstleistungssektor weiterhin dämpfend wirken. Teilweise kompensiert wird dies durch die jüngste Abschwächung der Stimmung in der chinesischen Industrie, die eventuell durch Reisebeschränkungen, verschärfte Kreditbedingungen sowie Lockdowns in den entwickelten Ländern angesichts erneuter Coronavirus-Infektionen verursacht wurde. 

Eine wichtige Stütze der Konjunktur sind fiskalpolitische Hilfen für Haushalte und Unternehmen, darunter der American Rescue Plan im Volumen von 1,9 Billionen Dollar. In Großbritannien wurden Steuererleichterungen für Unternehmen und Immobilientransaktionen gewährt sowie gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung beschlossen. 

Insbesondere in den USA und in der Eurozone ist die Geldpolitik weiterhin sehr locker, und die Entscheidungsträger erscheinen bereit, die verfügbaren Instrumente einzusetzen, um die Erholung weiter zu unterstützen.

...ist aber nicht vor Schocks gefeit

Störungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stellen weiterhin ein makroökonomisches Risiko dar. Obwohl sie vorübergehender Natur sind, dürften die Einschränkungen in den globalen Lieferketten und der Stillstand der Ölförderung in Texas aufgrund schwerer Winterstürme zu höherer Inflation beitragen. In Kombination mit Präsident Bidens 3 Billionen Dollar schwerem Infrastruktur- und Sozialausgabenplan „Build America Back" könnten diese Faktoren die Glaubwürdigkeit der Notenbanken auf die Probe stellen, was zu anhaltendem Aufwärtsdruck bei den Inflationserwartungen führt.

In der EU haben Probleme bei der Impfstoffversorgung und steigende Infektionszahlen dazu geführt, dass in Deutschland einige Lockdown-Maßnahmen wieder eingeführt wurden. Die Impfrate in der EU liegt bei nur 16 %, verglichen mit 50 % in Großbritannien und 43 % in den USA. Eventuell werden bald schwächere Wirtschaftsdaten in der EU veröffentlicht.

Ein weiteres Hemmnis für die globale Erholung könnte von Virusmutationen in Schwellenländern ausgehen, insbesondere wenn in der südlichen Hemisphäre der Winter beginnt und die Bevölkerung sich in die Häuser zurückzieht. Wir verfolgen die Ausbreitung der neuen Virus-Variante in Indien sowie der brasilianischen und südafrikanischen Varianten. Zu den Risiken gehören eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe, verlängerte Reiseverbote mit entsprechenden Auswirkungen auf vom Tourismus abhängige Schwellenländer und ein vermehrtes Horten von Impfstoffvorräten.

Politik bleibt im Fokus der Märkte

Wir gehen davon aus, dass der Markt die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Notenbank im Blick behält, insbesondere angesichts beispielloser staatlicher Mehrausgaben, die über mehrere Jahre voraussichtlich rund 8,5 Billionen Dollar betragen werden. Der enorme Schuldenüberhang und die damit verbundene Last des Schuldendienstes haben eine Unterordnung der Geldpolitik unter fiskalpolitische Aspekte erforderlich gemacht. Unserer Ansicht nach wird die US-Notenbank irgendwann gezwungen sein, auf absehbare Zeit negative Realzinsen anzustreben.  

Einschätzung der Arbeitskosten in verschiedenen Branchen

-

Einschätzung auf Grundlage der jährlichen Analystenumfrage von Fidelity: Sie spiegelt die Erwartung der analysierten Unternehmen wider. Quelle: Fidelity International; Stand: Februar 2021. 
 

Während sich die US-Notenbank mit ihrem flexiblen durchschnittlichen Inflationsziel (Flexible Average Inflation Target, FAIT) etwas Zeit verschafft hat, bleibt offen, ab welchen Schwellenwerten diese Geldpolitik wieder aufgehoben wird. Der Konflikt zwischen höheren Inflationserwartungen und der fiskalpolitischen Notwendigkeit, negative Realzinsen beizubehalten, dürfte an den Staatsanleihemärkten zu verstärkten Kursschwankungen führen. Diese könnten sich auf Staatsanleihen weltweit übertragen. 

In den Fokus rückte im letzten Monat die Geopolitik mit der Tagung des Nationalen Volkskongresses 2021 in China, dem Gipfeltreffen zwischen den USA und China (dem ersten seit 2017) und Joseph Bidens Antrittspressekonferenz als Präsident. Das Verhältnis zwischen den USA und China wird wahrscheinlich von einem gemäßigteren Ton bestimmt, aber die Anspannung wird bleiben - oder sogar zunehmen. Dieses mittelfristige Thema und könnte sich zu einer unerwarteten Quelle verstärkter Unruhe an den Finanzmärkten entwickeln. 

Makroresearch als Basis der Asset Allocation

Das Global Macro & SAA Team von Fidelity trägt zu den taktischen Anlageentscheidungen von Fidelity Solutions & Multi Asset bei. Es liefert wichtige Inputs und kooperiert mit dem Investmentteam, um die maßgeblichen gesamtwirtschaftlichen Faktoren zu verstehen und darauf zu reagieren.

Fidelity-Indikatoren

Fidelity Leading Indicator (FLI)

Der Fidelity Leading Indicator (FLI), zu Deutsch Konjunktur-Frühindikator, soll die kurzfristige Richtung und Dynamik des globalen Wachstums prognostizieren. Er soll auch die für den Konjunkturtrend maßgeblichen Faktoren identifizieren. Konkret soll der FLI die globale Industrieproduktion und andere zyklische Variablen auf Sicht von rund drei Monaten vorhersagen. 

Fidelity Solutions & Multi Asset nutzt den FLI als Bezugsgröße im Rahmen der taktischen Asset Allocation. 

Unser Konjunktur-Frühindikator (FLI) bleibt im oberen rechten Quadranten, was auf ein sich verbesserndes Wirtschaftswachstum über dem Trend hindeutet; allerdings lässt die Dynamik stark nach. Die 3-Monats-Wachstumsrate erreichte im Oktober ihren Höhepunkt; danach verloren alle Sektoren an Schwung und die Konjunkturumfragen ließen sogar eine Verlangsamung erkennen. Darin macht sich bemerkbar, dass die Erholung nach dem Schock im 1. Quartal 2020 bereits weit fortgeschritten ist und der Konjunkturaufschwung angesichts zögerlicher Einführung von Impfstoffen und fiskalpolitischer Anreize begrenzt bleibt. Erstmals seit Juni 2020 deutet der FLI auf einen uneinheitlichen Ausblick hin.

Konjunktur-Frühindikator (FLI)

-

Quelle: Fidelity International; Stand: März 2021.

FLI: Veränderung des FLI und Industrieproduktion über 3 Monate

Der FLI deutet auf eine allgemein schwächere Dynamik hin, obwohl Sektoren mit Bezug zu Industrie und Rohstoffen weiterhin größere Widerstandsfähigkeit zeigen. 

-

Quelle: Fidelity International; Stand: März 2021 

Die Daten zeigen eine Verschlechterung sowohl bei den Auftragseingängen als auch im Dienstleistungssektor. Das Verarbeitende Gewerbe zeigt sich im Großen und Ganzen widerstandsfähig. Gegenüber dem Verarbeitenden Gewerbe ist der Dienstleistungssektor außerhalb der USA nach wie vor deutlich unter Druck. Ebenfalls einen Dämpfer erlitten hat das Vertrauen der Verbraucher, obwohl der Arbeitsmarkt recht robust ist und sich verbessert. 

Regionale Perspektive

USA

Das Coronavirus ist mittlerweile weniger ein Thema, da die USA bei Impf- und Mobilitätsraten führend sind, speziell der Auto- und Transitverkehr nimmt wieder zu. Unterdessen kurbelt das fiskalpolitische Anreizpaket die US-Wirtschaft an. Im zweiten Quartal dieses Jahres wird ein zusätzlicher Stimulus in Höhe von 1 Billion US-Dollar und in den nächsten Quartalen in Höhe von 400 Mrd. erwartet. Daher rechnen wir mit kräftigem Wirtschaftswachstum, und mit dem Konjunkturprogramm könnte die Produktionslücke geschlossen werden.

Die jüngsten Schwankungen an den Finanzmärkten waren vor allem auf den Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen zurückzuführen. Am Aktienmarkt profitieren Finanzwerte am meisten von steigenden Renditen, während unrentable Tech-Unternehmen unterdurchschnittlich abschneiden. Unsere Aktienanalysten stimmen mit dem Marktkonsens für die USA überein, sind aber für die Sektoren Energie und Industrie zuversichtlicher. Die Gewinnrevisionen liegen in den USA aufgrund weiterhin über denen anderer Regionen.

Asien

In Asien lag unser Fokus zuletzt auf dem chinesischen Makroumfeld und japanischen Assets. Die Wachstumsdynamik in China hat sich in letzter Zeit verlangsamt, dürfte aber anhalten, da sich die Geldpolitik wahrscheinlich nicht rasch wandeln wird. Die Fiskalpolitik fiel expansiver aus als erwartet und konzentrierte sich auf die Emission lokaler Staatsanleihen zur Unterstützung neuer Infrastrukturprojekte. 

In Japan ist das Bild uneinheitlich. Japanische Staatsanleihen sind nach wie vor untergewichtet, da Notenbank und Regierung ihre Inflationsziele erreichen wollen. Unsere Übergewichtung in japanischen Aktien bleibt bestehen. Diese profitieren stark von der globalen Erholung, weil bei ihnen Umsatzsteigerungen den Unternehmensgewinnen überproportional zugutekommen. Zudem bietet der Yen immer noch eine gute Absicherung für Aktien und erscheint gegenüber dem USD günstig.

Europa

In Europa hat sich das Bild bei den Impfstoffen verbessert, insbesondere in Italien und Deutschland. Das längerfristige Bild in Europa stimmt optimistisch, da der Recovery Fund der EU die Grundlage für strukturelle Veränderungen darstellt. 

Allerdings halten wir europäische Aktien absolut gesehen für nicht so attraktiv, speziell zyklische Werte erscheinen teuer. Unsere Anleihenmanager sind im Hinblick auf die Leitzinsen zurückhaltend, da sie weitere Interventionen der EZB erwarten. Auch die Credit-Spreads sind weiterhin eng. Diese Faktoren in Verbindung mit einem stärkeren Dollar sprechen für einen eher neutralen Ausblick bei europäischen Vermögenswerten.

Globale Sicht

Die Weltwirtschaft befindet sich nach wie vor in einem soliden Aufschwung, und es ist zu erwarten, dass sich die Viruswelle im Winter und damit einhergehende Beschränkungen nur gedämpft bemerkbar machen. Wahrscheinlich bleiben die regionalen Ungleichgewichte bestehen, ebenso das Risiko exogener Schocks. In den kommenden Monaten sollte die Kaufkraft der Verbraucher wieder steigen, wenn das nächste Hilfspaket in Kraft tritt. Die anstehenden fiskalpolitischen Vorhaben in den USA sind in Ausmaß und Anspruch beispiellos und dürften eine Straffung der chinesischen Politik ausgleichen. An den Märkten herrschte in den letzten Wochen zwar Unruhe, doch sind die Bewertungen weiterhin hoch. 

Wir halten an einer leichten Übergewichtung von Aktien fest, da die Wachstumserwartungen positiv bleiben. Wir sind uns jedoch bewusst, dass die Märkte das Risiko einer Eintrübung des Finanzierungsumfelds durch steigende Anleiherenditen im Blick haben. Unterdessen bewegen sich die Notenbanken auf einem schmalen Grat zwischen stärkerem Wachstum und höherer Inflation einerseits und den Markterwartungen eines baldigen Ausstiegs aus der sehr lockeren Geldpolitik andererseits. 

In Anbetracht dieser Risiken haben wir das Engagement in Anleihen aus Schwellenländern selektiv reduziert und den Dollar leicht übergewichtet. Dies dient dem Schutz unserer Risikopositionen und als Absicherung für den Fall eines neuerlichen US-Exzeptionalismus.

Entwicklung regionaler Einschätzungen

Gründliche Analysen regionaler Trends unter Einbeziehung von Input der gesamten globalen Research-Plattform von Fidelity

Asset Allocation

Anlagesegmente Einschätzung Änderung Begründung

Aktien

 

 

 

USA

- Im Vergleich zu anderen Ländern gute Impffortschritte; starke fiskalpolitische Unterstützung absehbar, aber Steuererhöhungen möglich.

UK

- Weiterhin positive Einschätzung, da der Brexit erfolgt ist, das Impfprogramm gut vorankommt, die Wirtschaftsdaten überraschend gut sind und der britische Aktienmarkt stark zyklischen Charakter hat.
Europe exkl. UK

 

- Für die Untergewichtung spricht unter anderem die nur langsame Bereitstellung von Impfstoffen, wenngleich diesbezüglich Spielraum für positive Überraschungen besteht.
Japan

- Japanische Aktien sind auf die globale Konjunktur ausgerichtet, und die Bewertungen sind attraktiv. Die Wirtschaftsdaten und Gewinnrevisionen haben sich verbessert.
Pazifikraum exkl. Japan

- Gegen die Region sprechen derzeit der schwache Verlauf der Gewinnrevisionen und eine unattraktive Sektorstruktur mit hohem Anteil des Immobilienbereichs.
Schwellenländer

- Intaktes mittelfristiges Momentum, attraktive Bewertungen und ein globaler zyklischer Aufschwung sprechen für die Beibehaltung unserer Übergewichtung.
Credits      
Unternehmensanleihen (Investment Grade)  Reduzierung der Untergewichtung, nachdem die Renditen ihre Tiefstände hinter sich gelassen haben. Allerdings sind die Spreads gemessen an der Qualität noch niedrig.
High Yield-Anleihen (global) - Angesichts anhaltender globaler politischer Anreize, sinkender Ausfallprognosen und reichlicher Liquidität bleiben die Aussichten für Hochzinsanleihen aus unserer Sicht positiv. Asiatische Hochzinsanleihen erscheinen besonders attraktiv.
Emerging Market Bonds (Hartwährungen) Weiterhin positive Fundamentaldaten; Wachstum Chinas und globale Erholung sollten Rohstoffexporteuren zugutekommen, die einen großen Teil des Marktsegments ausmachen. Die Spreads sind nach wie vor recht weit und könnten sich einengen.
Staatsanleihen      
USA - Neutrale Position; weitere Anreizpakete reduzieren das Risiko, dass die Dynamik der US-Konjunktur abnimmt. Eine steilere Renditekurve wäre willkommen, doch dürfte die Notenbank bei starkem Anstieg der Renditeschwankungen gegensteuern.
Euroraum (Bundesanleihen) - Weiterhin negative Sicht. Die EZB könnte ihre Geldpolitik weiter lockern, zumal die Inflation noch unter dem Zielwert liegt. Angesichts erneuter Lockdowns und nur langsamer Umsetzung von Anreizmaßnahmen bleibt die EZB-Politik entscheidend.
Großbritannien Angesichts der Notenbank-Rhetorik und sich verbessernder Fundamentaldaten sind wir zu einer Übergewichtung übergegangen, die noch ausbaufähig ist.
Japan - Nach wie vor negative Sicht. Angesichts des niedrigen Beta des Markts bevorzugen wir dort eine strukturelle Short-Position, die wir als Finanzierungsquelle für überzeugendere Segmente nutzen.
Inflationsindexierte Papiere (USA) Sehr positive Sicht wurde reduziert, da das Risiko eines Renditesprungs bei Untätigkeit der Notenbank zunimmt. Wir bleiben aber zuversichtlich für TIPS angesichts erhöhter Inflationserwartungen und des Fokus der Notenbanken auf niedrige Realrenditen.

Währungen

     

USD

 

Übergang zu positiver Einschätzung des Dollar. Höheres Wirtschaftswachstum und höhere Zinsen in den USA könnten für eine taktische Erholung sorgen.

EUR

- Negative Einschätzung wird angesichts der langsamen Einführung von Impfstoffen und des begrenzten Spielraums für höhere Renditen beibehalten.

JPY

 

- Weiterhin neutrale Sicht. Der Yen sieht von den Fundamentaldaten und Bewertungen her immer noch gut aus, aber es gibt keine kurzfristig positiven Faktoren.
GBP Übergang zu einer vorsichtigen Haltung. Das Pfund hat sich stark erholt, während infolge des Brexit die Zahlungsbilanz kurz- und langfristig ungünstiger erscheint.
Emerging Markets

 

- Wir bleiben optimistisch für Schwellenländerwährungen. Günstige Bewertungen, höhere Rohstoffpreise und der globale Konjunkturaufschwung wirken unterstützend.

Quelle: Fidelity International; Stand: März 2021. Die Veränderung spiegelt den Richtungsunterschied der Einschätzung gegenüber dem Vormonat wider. Die Einschätzungen beziehen sich auf einen typischen Zeithorizont von 12-18 Monaten und bieten eine breite Basis für Entscheidungen zur Asset-Allocation. Sie spiegeln jedoch nicht die aktuellen Positionen für Anlagestrategien wider, die nach spezifischen Zielen und Parametern umgesetzt werden. 

Aktuelle Anlagethemen

Das Investmentteam trifft sich regelmäßig, um Perspektiven zur Asset-Allocation zu sammeln, Meinungen zur Positionierung gegenüber den Hauptanlageklassen zu entwickeln und die jeweils besten Ideen für taktische Transaktionen auszutauschen. Dazu gehören makroökonomische Ausblicke, Erkenntnisse der globalen Research-Teams von Fidelity sowie die Palette an Ideen des globalen Fidelity Solutions & Multi Asset-Teams.

Aufstrebendes Asien - Fokus auf die Hauptnutznießer des Wirtschaftsaufschwungs

Long-Position in indonesischen Aktien

Die Bewertungen an der indonesischen Börse erscheinen günstig. Positive Faktoren sind die Bereitstellung von Impfstoffen und weitere geldpolitische Lockerungen. Die Makroindikatoren erholen sich, nachdem sie sich im Jahr 2020 unterdurchschnittlich entwickelt haben. Einen großen Teil des Index machen Banken aus; sie sollten vom zyklischen Aufschwung und von strukturellem Wachstum profitieren.

Niedrige Zinsen - Erholung deutet auf weiterhin unterstützende Politik hin 

Long-Position in Silber 

Da die niedrigen Zinsen und die erhöhte Inflation anhalten dürften, könnten sichere Anlagen verstärkt gefragt sein. Im Gegensatz zu Gold ist Silber auch ein Industriemetall, das sich in einem reflationären Umfeld gut entwickeln dürfte. 

Impfstoff-Gewinner - Die Verbraucher waren noch nie so gut in Form nach einer Rezession

Long-Position in europäischen Autoaktien

Noch nie waren die Verbraucher nach einer Rezession in besserer finanzieller Verfassung und könnten von günstigen Autoangeboten bzw. Finanzierungen profitieren. Die Bewertungen im Automobilsektor erscheinen günstig, die Unternehmen haben ihre Bilanzen verbessert und das politische Umfeld ist unterstützend.

Alternative Anlagen: Strategien mit Volatilitätsbezug

Fidelity Solutions & Multi Asset verfügt über beträchtliche Ressourcen für die Analyse alternativer Investments. Dabei identifizieren spezialisierte Analysten geeignete Strategien aus diesem vielfältigen Bereich. Wir nutzen alternative Anlagen zur Erfüllung besonderer Anlagebedürfnisse und greifen dabei auf Instrumente von Infrastruktur über Private Debt bis hin zu Erneuerbaren Energien zurück. Der folgende Abschnitt beschreibt wichtige alternative Anlageklassen und die diesbezügliche Einschätzung unseres Teams. Für weitere Informationen zu unserem Investmentansatz im Bereich alternativer Anlagen wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner bei Fidelity. 

Volatilitätsbezogene Strategien: Schutz vor Abwärtsrisiken und erhöhter Marktvolatilität

Für viele Anleger gehören zu einem langfristig ausgerichteten, diversifizierten Portfolio auch Positionen, die der Abmilderung von Phasen erhöhter Volatilität dienen. Es gibt viele Instrumente, die eine „Versicherung" gegen solche Situationen bieten, sie können aber kostspielig sein und in weniger volatilen Marktphasen das Kapital aufzehren. Sogenannte „Long-Volatility"-Strategien können bei sorgfältiger Auswahl nützlich sein, doch die Suche nach Instrumenten, die von erhöhten Schwankungen profitieren, ohne die Wertentwicklung in ruhigerem Umfeld übermäßig zu beeinträchtigen, erfordert eine gründliche Recherche. 
Ein Beispiel für Strategien, die wir zum Schutz vor Abwärtsrisiken und verstärkter Volatilität einsetzen, ist der Assenagon Alpha Volatility Fund. Er soll eine solche Absicherung in einem Portfolio ermöglichen, welche sich in Zeiten hoher Volatilität positiv entwickelt, über den Marktzyklus hinweg aber nur wenig oder sogar negative Kosten verursacht. Diese Strategie ist ein wichtiger Baustein, den wir neben einer Reihe anderer defensiver und wenig korrelierter Positionen einsetzen.

Quelle: Fidelity International; Stand: März 2021. Nur für illustrative Zwecke. 
 

Ölpreis: Wie geht es weiter im Jahr 2021 und darüber hinaus?

Dieser Abschnitt beleuchtet ein bestimmtes Thema, einen Trend oder einen speziellen Fokusbereich. Vom Ölpreis wie in der vorliegenden Ausgabe bis hin zu anderen Themen mit Bezug zu Anlageklassen und Investmentstrategien analysieren wir diversifizierte Anlageideen, um damit in Portfolios langfristige Ziele zu erreichen. 

Im letzten Jahr gab es reichlich Nachrichten rund um Rohstoffe, wobei der Ölpreis für besondere Schlagzeilen sorgte. Dieser Abschnitt beleuchtet die wichtigsten Faktoren, die die Volatilität 2020 beeinflusst haben, sowie die Dynamik, welche den Ölpreis in den kommenden Monaten prägen dürfte. Speziell betrachten wir die Rolle der OPEC bei der politischen Beeinflussung des Ölpreises sowie andere Faktoren, die unserer Meinung nach eine Rolle spielen. Es liegt auf der Hand, dass der Ölpreis für Anleger in allen Anlageklassen und Regionen von Bedeutung ist, und so werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen auf die breiten Märkte im laufenden Jahr. 

2020 versus 2021: Die Treiber des Ölpreises

Im Jahr 2020 kam es zu extremen Schwankungen an allen Anlagemärkten, insbesondere beim Ölpreis. Die Coronavirus-Pandemie und die Verhängung von Lockdowns und Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Virus führten dazu, dass das erste Quartal 2020 das schlechteste in der Geschichte des Rohstoffmarktes war. Die negativen Auswirkungen der Pandemiemaßnahmen verstärkten sich, als Russland im März 2020 ein Ende der OPEC-Vereinbarung über Förderbeschränkungen ankündigte und Saudi-Arabien folgte. Vor diesem Hintergrund beschloss die OPEC, die Produktion auszuweiten, was zu einem Ölüberschuss auf dem Markt führte. In Kombination mit fehlenden Lagerkapazitäten führte dies dazu, dass der Kontrakt für Öl der Qualität WTI (West Texas Intermediate) im April 2020 ins Minus ging.

Ein Jahr später befindet sich die Weltwirtschaft in einem frühen Stadium des Erholungszyklus. Geld- und Fiskalpolitik sind nach wie vor sehr unterstützend, und die Bereitstellung von Impfstoffen beschleunigt sich. In den entwickelten Ländern werden Verbote allmählich aufgehoben und es ist von „Impfpässen" die Rede, die Reisen zwischen den Ländern ermöglichen. Dies dürfte einen Anstieg der Ölnachfrage nach sich ziehen. Dennoch beschlossen die OPEC-Länder bei ihrem Treffen Anfang März, die Produktionsmengen nicht zu erhöhen. Infolgedessen schnellte der Ölpreis in die Höhe, da der Markt zuvor mit einem erhöhten Angebot gerechnet hatte.

In der Woche vor dem 19. März fiel der Preis für Öl der Qualität Brent um 9 %. Dies unterstreicht die Schwankungsanfälligkeit des Ölpreises und den Unterschied zwischen kurzfristiger Preisvolatilität und langfristiger struktureller Dynamik. Ursache der Entwicklung waren negative Schlagzeilen und eine Verschlechterung technischer Faktoren. So stieg der Preis für langfristige Futures auf Öl der Qualität WTI über den Spot-Preis (sog. „Contango“) und die Rollrendite für Investoren wurde negativ. Daher kam es zu Verkaufsdruck, obwohl das fundamentale Bild angesichts der zunehmenden Dynamik der Weltwirtschaft weiterhin positiv ist.

Der schwierige Balanceakt der OPEC 

Es gibt verschiedene Gründe, warum die OPEC-Länder bei ihrem Treffen im März entschieden, die Produktion nicht zu erhöhen. So ist die OPEC der Ansicht, dass der Ölmarkt kein Angebotsdefizit aufweist und dass sie ihr Ziel bei den Lagerbeständen noch nicht erreicht hat. Zweitens sind OPEC-Staaten wie Saudi-Arabien bei ihrem Wachstum von den Öleinnahmen abhängig, sodass ein höherer Ölpreis positiv für sie ist und dazu beiträgt, den wirtschaftlichen Schaden zu beheben, der während der Pandemie entstanden ist. Steigt der Ölpreis jedoch zu stark an, werden teurere Formen der Ölförderung wie das US-Schieferöl rentabler, was den Ölpreis insgesamt nach oben begrenzen könnte. Während hohe Ölpreise für die OPEC und die ölproduzierenden Länder von Vorteil sind, wirken sie sich auf die ölimportierenden Länder nachteilig aus, da sie dort die Inflation in die Höhe treiben. Diese empfindliche Balance ist während der Pandemie unter Druck geraten. In der Tat hat die OPEC in letzter Zeit versucht, das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, indem sie wie eine Notenbank monatliche Treffen abhält und Orientierung über mögliche Maßnahmen und Produktionsniveaus gibt. So bewirkte die jüngste Entscheidung, das Produktionsniveau beizubehalten, dass der Ölpreis wieder stieg und US-Energieaktien besser abschnitten als der Gesamtmarkt. 

Kann die OPEC den Ölpreis kontrollieren?

Die OPEC-Länder (darunter Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate) produzieren etwa 40 % des weltweiten Rohöls und kontrollieren über ihre Exporte etwa 60 % des jährlich gehandelten Erdöls. Dadurch hat die OPEC erheblichen Einfluss auf den Ölpreis und konnte in der Vergangenheit als Kartell agieren, indem sie das Angebot reduzierte, wenn der Preis zu weit fiel. Es gibt jedoch noch andere Einflussfaktoren, die sich auf den Ölpreis auswirken. 

Kanada ist ebenfalls ein großer Ölproduzent mit der Fähigkeit, die Produktion schnell hochzufahren, und die USA verfügen über riesige Reserven an Schieferöl. Ein weiterer möglicher Faktor könnte der Iran sein, der möglicherweise wieder ins Boot geholt wird, wenn US-Präsident Biden neue Wege zur Verhinderung der Entwicklung von Atomwaffen erkundet. Dies sind nur einige Beispiele für die anderen Einflüsse, die die Aussichten für den Ölpreis prägen können, und wir halten es für wichtig, diese umfassendere Dynamik zu verstehen.

Gleichzeitig betrachten globale Investoren angesichts verstärkter Fokussierung auf ESG-Aspekte und nachhaltige Anlagen die Ölunternehmen immer genauer und drängen die Branche zu einer Umstellung auf umweltfreundlichere Maßnahmen wie CO2-Abscheidung und Wasserstoffproduktion. Eine solche Umstellung könnte zu einer Verringerung der Produktionskapazitäten führen, obwohl die globale Ölnachfrage ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Bei einem Abbau der Förderkapazität und weiter steigender Nachfrage, die vor allem von Schwellenländern wie China und Indien getrieben wird, könnte es zu einem höheren und stärker schwankenden Ölpreis kommen. Dies hätte längerfristige Auswirkungen auf die Inflation und würde ölimportierende Länder überproportional stark treffen. 

Während die OPEC zweifellos Einfluss auf den Ölpreis hat, glauben wir, dass dieser kurzfristig weiterhin von der Nachfragedynamik bestimmt wird, selbst wenn er auf ein Niveau steigt, bei dem US-Schieferöl rentabel wird. Gewinnt der Aufschwung an Fahrt, könnte es unserer Meinung nach im zweiten und dritten Quartal 2021 zu einer Knappheit kommen, die den Ölpreis steigen lässt. Von daher sind wir weitgehend zuversichtlich für den Ölpreis. Dieser positive Ausblick spricht klar für ölexportierende Länder sowie ölbezogene Währungen wie den russischen Rubel. Auch Aktien aus dem Energiesektor sollten bei einer Erholung der Weltwirtschaft zu den Gewinnern gehören. Wir sind uns zwar bewusst, dass sich ein steigender Ölpreis in einer beschleunigten Inflation niederschlagen wird, halten aber einen höheren Ölpreis angesichts des verfügbaren Angebots für eher vorübergehend.

Fazit

Die OPEC hat zwar weiterhin Einfluss auf den Ölpreis, der Verlauf der globalen Erholung und die Nachfragedynamik wird den Ölpreis jedoch kurzfristig erheblich beeinflussen. Wir glauben angesichts des Wachstumsumfelds, der Impffortschritte und der großzügigen Geld- und Fiskalpolitik, dass der Verzicht der OPEC auf eine Ausweitung der Produktion den Ölpreis wahrscheinlich in die Höhe treiben wird, wenn die Nachfrage im Zuge der Aufhebung von Lockdowns und Reisebeschränkungen steigt. Wenn der Ölpreis steigt, wird US-Schieferöl zu einer Alternative, und die Schieferölproduktion wird dann zu beobachten sein, um deren Auswirkungen auf den Ölpreis abzuschätzen. Diese Dynamik wird unser Team in den kommenden Monaten genau im Blick behalten. Unsere Portfolios werden weiterhin so positioniert, dass sie taktische Chancen, wie sie sich im US-Energiesektor bieten, nutzen können. Gleichzeitig wird ein hohes Maß an Diversifizierung über andere Branchen und Sektoren beibehalten, um die Portfolioziele auf lange Sicht zu erreichen.

Fidelity Solutions & Multi Asset

Fidelity Solutions & Multi Asset ist ein globales Team, das Portfolios mit einer breiten Palette von Anlageklassen managt - darunter Aktien, Anleihen, Immobilien, Infrastruktur und andere alternative Investments. Das Team ist darauf spezialisiert, für Kunden ergebnisorientierte Strategien zu entwickeln und zu managen. Dabei kombiniert es mehrere Anlageklassen, um die jeweiligen Ziele zu erreichen. 

Zum 28. Februar 2021 verwaltete Fidelity Solutions & Multi Asset für institutionelle und private Kunden aus aller Welt Anlagen im Volumen von 54 Mrd US-Dollar. Das Team deckt folgende Bereiche ab: Anlagemanagement, Asset Allocation, Research, Entwicklung von Kundenlösungen und Umsetzung. Dabei stützt es sich auf die operative Infrastruktur von Fidelity, um Kunden bestmögliche Anlageservices zu bieten. Fidelity Solutions & Multi Asset arbeitet in den wichtigsten Anlageklassen mit den Bottom-up-Investmentteams von Fidelity zusammen und nutzt deren umfangreiches globales Research.

Weitere Informationen zu den Strategien und Services von Fidelity Solutions & Multi Asset erhalten Sie bei Ihrem lokalen Ansprechpartner bei Fidelity.

-

Den Bericht zum Download

Hier können Sie den Asset-Allocation-Bericht als PDF herunterladen.

Asset Allocation

Asset Allocation November 2021

Die Multi-Asset-Experten von Fidelity beleuchten die aktuelle Datenlage und e…


Fidelity

Fidelity

Research team

Asset Allocation September 2021

Die Multi-Asset-Experten von Fidelity beleuchten die aktuelle Datenlage und e…


Fidelity

Fidelity

Research team

Asset Allocation August 2021

Die Multi-Asset-Experten von Fidelity beleuchten die aktuelle Datenlage und e…


Fidelity

Fidelity

Research team