Fokusthemen

Makroausblick

Wichtige gesamtwirtschaftliche Themen und ihre Auswirkungen auf die Asset Allocation.

Regionale Perspektive

Ansichten des Teams zu den verschiedenen Anlageklassen in den USA, Europa und Asien.

Core Asset Allocation

Einschätzungen bezüglich der Strukturierung nach Aktienmarktsektoren, Anleihengattungen und Währungen.

Thematische Anlageideen

Aktuelle thematische Positionen und besondere Anlageideen des Teams, die gegebenenfalls in den Portfolios neben der Core Asset Allocation umgesetzt werden.

Im Brennpunkt

Einblicke zu weiteren Anlagesegmenten und Research-Aspekten. Diesen Monat betrachten wir passive Anlagen und die möglichen Konzentrationsrisiken in diesem Bereich, welche die Einschätzung relativieren, passive Strategien seien generell unproblematische Quellen von Diversifikation.

Einführung

Während der Konjunkturzyklus voranschreitet, treten die Anzeichen für ein Erreichen des Wachstumshochs immer deutlicher zutage. Der Aufschwung setzt sich zwar noch fort, doch ein fragiles Verbrauchervertrauen, kaum noch weiter steigerbare politische Stützungsmaßnahmen und Unsicherheit in punkto Inflation erfordern in den nächsten Monaten ein sehr selektives Vorgehen bei der Anlagestrukturierung.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist weiterhin durch moderates Wachstum gekennzeichnet. Die Volkswirtschaften gehen nach der „Wiederöffnung" zu einer „neuen Normalität" über, und die Erwartungen für das Wachstum im verbleibenden Jahr und im Jahr 2022 sinken angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Daneben steht nach wie vor die Inflation im Mittelpunkt des Interesses. Zwar legen sich die Lieferengpässe allmählich, doch ist es noch zu früh, um zu sagen, ob andere preistreibende Faktoren wie Lohninflation und die Kosten der Klimapolitik dauerhaftere Wirkung entfalten werden.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir in allen Anlageklassen sehr wählerisch. Gegenüber Aktien sind wir von einer positiven zu einer neutralen Haltung übergegangen. Um bei einer Korrektur an den Märkten oder wieder zunehmender Klarheit erneut aufzustocken, haben wir die Liquiditätsposition erhöht.

Im Aktiensegment bevorzugen wir weiterhin ausgewählte entwickelten Länder, während wir in Regionen, die von stärker der Rohstoffpreisentwicklung oder der Konjunktur in China abhängig sind bzw. geringere Impffortschritte aufweisen, vorsichtig bleiben. Staatsanleihen sind nach wie vor unattraktiv, jedoch halten wir höherverzinste Unternehmenspapiere nach wie vor für attraktiv, was das Verhältnis von Renditeaufschlag zu Duration und Ausfallrisiko angeht. Zwar ist der Konjunkturzyklus noch lange nicht am Ende, jedoch dürften der Wachstumspfad und die Reaktion der Märkte in den kommenden Monaten weniger vorhersehbar sein.

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Makroausblick

Wichtigste Entwicklungen

Delta-Variante erreicht die USA, Chinas Regierung nimmt Unternehmen stärker an die Leine

Die Weltwirtschaft hat sich im August weiter erholt, wenn auch mit geringerem Tempo. Die Abschwächung des Wachstums ging mit einem leichten Rückgang der Inflation einher, da sich Versorgungsengpässe in einigen Teilen der Wirtschaft auflösten. Dennoch blieb an den Arbeitsmärkten in den entwickelten Ländern ein Nachfrageüberhang bestehen, was Aufwärtsdruck auf die Löhne ausübte. Gleichzeitig sind wichtige Handelshäfen nach wie vor überlastet oder geschlossen, was zu anhaltend hoher Teuerung beitrug.

Unterdessen haben sich die Aussichten für die Nachfrage durch die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus eingetrübt. Die diesbezüglichen Sorgen wirken sich auf das Verbraucherverhalten, die Aktivität der Unternehmen und die Regierungspolitik aus. Das wirft die Frage auf, ob der Aufschwung bis Ende des Jahres sein robustes Tempo beibehalten kann.

Grafik 1: Tägliche Covid-19 Neuerkrankungen pro 1 Mio. Menschen

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Gleitender 7-Tages-Durchschnitt; Quelle: Our World In Data; Stand; 26. August 2021

Vor diesem Hintergrund gingen in den USA sowohl die 5-Jahres-Renditen als auch die auf Sicht von 5-Jahren erwartete Inflation zurück, während die reale 10-Jahres-Rendite von US-Staatsanleihen auf -1,00 % „stieg". An den Aktienmärkten kam es zu einer Rotation von Value-Aktien zu Growth-Titeln, was den S&P 500 Index und den NASDAQ auf neue Rekordhöhen trieb.

Unterdessen blieben die chinesischen Börsen angesichts der von der Regierung vorgenommenen Kurskorrekturen an der Wirtschafts- und Unternehmenspolitik schwankungsanfällig. Regulierungsmaßnahmen, die bislang auf einzelne Unternehmen abzielten, wurden auf ganze Sektoren ausgeweitet. Darüber hinaus hat Präsident Xi dem Ziel des „gemeinsamen Wohlstands" der Kommunistischen Partei neue Priorität gegeben. Wir gehen davon aus, dass China dieses Ziel über fünf Instrumente verfolgen will: Umverteilung, soziale Wohlfahrt, Steuern, Wohltätigkeit und Bildung.

Regulatorische Eingriffe sind in China nicht neu und das Politbüro hat bekräftigt, dass die marktwirtschaftlichen Strukturen beibehalten werden. Dennoch könnte das Streben nach universellem Wohlstand erhebliche Auswirkungen auf die Rentabilität der Unternehmen, Lohnentwicklung, Steuer- und Abgabenpolitik (insbesondere bei Erbschaften und Immobilien) sowie die Marktbewertungen von Aktien und Anleihen haben. Dies erfordert eine noch häufigere und sorgfältigere Analyse der Pläne und politischen Instrumente der Regierung.

Globales Wachstum und Inflation

Zunehmende Anzeichen für eine Abschwächung; Engpässe beginnen sich aufzulösen

Die vorläufigen Werte für die Einkaufsmanagerindizes im August bestätigten, dass die großen Volkswirtschaften ihren Wachstumshöhepunkt überschritten haben, auch wenn sie noch deutlich über der Schwelle von 50 liegen, die ein Wachstum anzeigt. Die USA und Großbritannien meldeten einen drastischen Rückgang sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Verarbeitenden Gewerbe sowie vermehrte Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus, die etliche Ausgabenbereiche beeinträchtigten. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone gab ebenfalls nach, allerdings mit einer Verzögerung gegenüber den USA und Großbritannien, was den Rückstand bei den Impfungen in der Europäischen Union widerspiegelte.

Die US-Inflationsdaten deuten darauf hin, dass sich der Preisanstieg verlangsamt, wenn auch von einem hohen Niveau aus. Der überproportionale Einfluss der stark gestiegenen Gebrauchtwagenpreise auf den Verbraucherpreisindex ließ im Juli nach. Infolgedessen ging die Kerninflation deutlich zurück, wenngleich sie im historischen Vergleich immer noch hoch ist. Der Anstieg der US-Löhne hielt an, da die Zahl der offenen Stellen das Angebot an Arbeitskräften überstieg. Erneut verzeichneten die Löhne für gering qualifizierte Tätigkeiten die stärksten Zuwächse. Dabei erreichte der Lohnanstieg im Juli mit 3,7 % den im Januar 2020 verzeichneten letzten Rekordstand in der Zeit nach der globalen Finanzkrise (2018/2019).

Grafik 2: Lohnwachstum in den USA

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Quellen: Bureau of Labor Statistics und Federal Reserve Bank of Atlanta; Stand: Juli 2021 .

In China entwickelten sich die Wirtschaftsdaten im Juli überraschend schwach. Dies spiegelte den strafferen geld- und fiskalpolitischen Kurs der Regierung seit Ende 2020 sowie Beeinträchtigungen der Wirtschaftsaktivität durch das Coronavirus und Überflutungen in Teilen des Landes wider. Industrieproduktion und Anlageinvestitionen, sowie die Umsätze im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich gingen zurück, gleichzeitig sank das Volumen der Immobilienkäufe im 1-Jahresvergleich. Der Schwenk Chinas hin zu einer wieder lockereren Finanz- und Geldpolitik dürfte für eine gewisse Abfederung sorgen, doch könnte sich dies erst in einigen Monaten bemerkbar machen. Darüber hinaus könnten die strengen Abriegelungen der chinesischen Regierung im Fall von Coronavirus-Infektionen die Konjunktur zusätzlich belasten.

Trotz der nachlassenden Dynamik halten wir eine erneute globale Rezession für unwahrscheinlich. Während die Konsenserwartungen für das Wachstum in einer Reihe von Volkswirtschaften gestiegen sind, sehen wir aus den obengenannten Gründen mehr Abwärtsrisiken, was das allgemein erwartete globale BIP-Wachstum angeht.

Geldpolitische Entwicklungen

Coronavirus-Mutationen sorgen für ungewisse Perspektiven

Dass auch die Notenbankpolitik von den Entwicklungen in Bezug auf das Coronavirus abhängig ist, wurde im August deutlich, als die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) von einer geplanten Zinserhöhung Abstand nahm, nachdem vermehrte Infektionen mit der Delta-Variante die Regierung zu erneuten nationalen Beschränkungen veranlasst hatten. Dass die RBNZ ihre Leitzinsen angesichts der erhöhten Unsicherheit im Land unverändert ließ, überraschte die Finanzmärkte. Dies veranschaulicht, wie schwierig die Steuerung der Geldpolitik in der Coronavirus-Pandemie für die Notenbanken ist und wie ungewiss der Wachstums- und Inflationspfad ist, wenn Virusmutationen und ihre Ausbreitung eine wichtige Determinante dafür sind.

Auch die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell auf dem Jackson Hole-Symposium am 27. August spiegelte die Notwendigkeit wider, sich Optionen für eine Straffung der Geldpolitik offenzuhalten. Wir entnahmen seinen Ausführungen drei Hauptbotschaften: Erstens haben sich Inflation und Wachstum ausreichend beschleunigt, um den Einstieg in die Straffung der Geldpolitik noch 2021 zu rechtfertigen; zweitens hält die US-Notenbank den derzeitigen Inflationsschub für eher vorübergehend; drittens wird die Anhebung der Zinssätze vom Zeitplan für die Straffung der Geldpolitik abgekoppelt. Powell präzisierte in seiner Rede Details dieses Zeitplan, machte aber Optionen den genauen Verlauf von der Entwicklung der Wirtschaft abhängig.

Unterdessen wurden in den USA, in Europa und China Fortschritte bei der langfristigen Finanzpolitik erzielt. Die Programme dürften dazu beitragen, die Gesundung des Arbeitsmarktes und das Lohnwachstum zu unterstützen und die aus der Rezession resultierenden Produktionslücken zu schließen. Voraussichtlich wird der US-Kongress ein Konjunkturprogramm in Höhe von bis zu 4 Billionen USD (über einen Zeitraum von 10 Jahren) verabschieden, das ganz oder teilweise durch höhere Unternehmens- und Einkommensteuern finanziert wird. Im September könnten die Verhandlungen über die Schuldenobergrenze und die Finanzierung der Regierungsausgaben die Aufmerksamkeit des Weißen Hauses von den finanzpolitischen Plänen ablenken, aber die Grundlagen dafür sind nun geschaffen.

In der Europäischen Union hat die Auszahlung von Mitteln aus dem Recovery & Resilience Fund begonnen. Gleichzeitig beschloss das chinesische Politbüro, in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 dem Wachstum Vorrang vor dem Schuldenabbau zu geben.

Wichtigste Makroeinschätzungen im Überblick

Wir gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Dynamik nun verlangsamen wird, dass sich aber das Wachstum in den entwickelten Ländern über dem Trend einpendeln wird. Der Rückstand der Schwellenländer dürfte fortbestehen. Die lockere Geldpolitik hat voraussichtlich ihren Höhepunkt erreicht hat, während die Delta-Variante eine gewisse Belastung für das Wachstum darstellt. Das Durchgreifen der chinesischen Regulierung in einzelnen Sektoren dürfte sich auf die langfristigen Investitionen auswirken, wobei sich die Effekte auf andere Bereiche bisher in Grenzen halten.

Fidelity-Indikatoren

Fidelity Leading Indicator (FLI)

Der FLI soll die kurzfristige Richtung und Dynamik des globalen Wachstums prognostizieren. Er soll auch die für den Konjunkturtrend maßgeblichen Faktoren identifizieren. Konkret soll der FLI die globale Industrieproduktion und andere zyklische Variablen auf Sicht von rund drei Monaten vorhersagen. Fidelity Solutions & Multi Asset nutzt den FLI als Bezugsgröße im Rahmen der taktischen Asset Allocation.

Der FLI Cycle Tracker ist in den Quadranten unten rechts gerutscht und signalisiert ein positives, aber rückläufiges Wachstum. Die Wachstumsrate auf 3-Monatssischt ist auf einstellige Werte gesunken und lässt weiter nach. Diese Veränderung spiegelt eine deutliche Verlangsamung der Erholung in den letzten Monaten wider. Der FLI spricht nun für eine geringere Risikobereitschaft und eine Long-Position in Duration, während das globale Wachstum seinen Höchststand hinter sich lässt.

FLI Cycle Tracker

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Quellen: Fidelity International; Stand: August 2021.

FLI: Änderung über 3-Monate vs. Industrieproduktion (OECD-Länder)

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Quellen: Fidelity International; Stand: August 2021.

Das Bild in den einzelnen Sektoren ist derzeit uneinheitlich. Der Konsum und der Arbeitsmarkt weisen weiterhin eine positive Dynamik auf getrieben von einer sehr guten Stimmung der Verbraucher trotz zunehmender Sorgen hinsichtlich der Delta-Variante und der Wirksamkeit der Impfstoffe.

Dagegen zeichnet sich in den übrigen Bereichen eine Verlangsamung ab. Die Stimmung der Unternehmen deutet noch auf positives, aber nachlassendes Wachstum hin. Dabei sind die Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor zuversichtlicher als im Verarbeitenden Gewerbe, wo sich die Stimmung eintrübt. Die Sektoren Welthandel und Rohstoffe signalisieren erstmals seit Beginn der Coronavirus-Krise ein negatives, nachlassendes Wachstum.

Regionale Perspektive

USA

In den USA herrschen weiterhin günstige finanzielle Bedingungen, auch wenn der fiskalpolitische Impuls derzeit seinen Höhepunkt erreicht. Die Gewinnberichterstattung der Unternehmen für das zweite Quartal fiel erneut sehr vorteilhaft aus, was den Aktienmarkt weiterhin unterstützt. Die auf breiter Basis positiven Gewinnrevisionen scheinen aber ein Plateau zu erreichen, auf dem die Analysten ihre Prognosen nun mit mehr Bedacht als früher anheben. Unternehmen, die die Erwartungen verfehlt haben, kamen in dieser Saison jedoch stark unter Abwärtsdruck. Bei der Auswahl von US-Aktien werden in den kommenden Monaten die voraussichtlichen Investitionsausgaben der Unternehmen ein wichtiger Aspekt sein, den es zu beobachten gilt. So heben derzeit viele Firmen ihre Investitionsprognosen an, insbesondere in den Sektoren Rohstoffe und Zyklischer Konsum. Unsere Prognosen für den US-Markt liegen für die Jahre 2021 und 2022 insgesamt unter dem Konsens.

Am Anleihenmarkt gingen die Renditen weiter zurück, wobei die Realrenditen historische Tiefststände erreichten. Dies lässt sich zum Teil durch eine veränderte Angebots-/Nachfragerelation erklären: Aufgrund der US-Schuldenobergrenze wird das Nettoangebot an Staatsanleihen auf dem Markt verringert, während die amerikanische Notenbank ihre Staatsanleihenkäufe fortsetzt. Vor diesem Hintergrund erscheinen tendenziell kurze Durationspositionen bzw. Gewinnmitnahmen bei Positionen mit langer Duration angebracht.

Asien

Chinas regulatorisches Durchgreifen warf für uns die Frage auf, ob diese Maßnahmen einen Kurswechsel widerspiegeln, der zulasten des privaten Sektors gehen könnte, oder lediglich Symptom bereits bestehender längerfristiger Trends ist. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass Chancen bei chinesischen Aktien bestehen, die stärker unter einer eingetrübten Stimmung gelitten haben, als die Fundamentaldaten dies rechtfertigen.

Unsere Analysten prognostizieren für Asien (ohne Japan) weiterhin Gewinne unterhalb der Konsensschätzungen. Von der vorsichtigen Haltung ist nur der IT-Sektor ausgenommen. In den asiatischen Schwellenländern scheinen weniger die Impffortschritte als die Infektionszahlen kursrelevant zu sein. So waren auf den Philippinen die Kurssteigerungen am stärksten, obwohl dort die Impfquote am niedrigsten ist.

Europa

Bei den Impfkampagnen hat Europa nun die USA eingeholt, so dass die Wiederaufnahme einer normalen Wirtschaftstätigkeit in den Vordergrund rückt. Allerdings behindert die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus nach wie vor die Normalisierung des Freizeit- und Arbeitsverhaltens. Vor diesem Hintergrund dürfte das Wachstum im dritten Quartal seinen Höhepunkt erreichen.

Die europäischen Aktienmärkte reagierten auf die jüngste Gewinnsaison ähnlich wie im ersten Quartal. Gewinnsteigerungen wurden weitgehend ignoriert, während Unternehmen bei Verfehlung der Gewinnerwartungen abgestraft wurden. Obwohl im Value-Segment des Markts die positiven Gewinnüberraschungen am ausgeprägtesten waren, schnitt es allgemein unterdurchschnittlich ab, weshalb zyklische Werte wieder attraktiver werden könnten.

Globale Sicht

Unsere globalen Einschätzungen bleiben im Großen und Ganzen gegenüber dem Vormonat unverändert. So bevorzugen wir weiterhin Aktien aus entwickelten Ländern angesichts des gedämpften Wachstums in den Schwellenländern und den Unsicherheiten, die sich aus den aktuellen politischen Entwicklungen in China für den asiatisch-pazifischen Raum ergeben.

Entwicklung regionaler Einschätzungen

Gründliche Analysen regionaler Trends unter Einbeziehung von Input der gesamten globalen Research-Plattform von Fidelity.

Asset Allocation

Anlagesegmente Einschätzung Änderung Begründung

Aktien

 

 

 

USA

- Wir bleiben für US-Aktien aufgrund ihrer defensiven Eigenschaften im Vergleich zu anderen Märkten zuversichtlich.

UK

- Nach wie vor positive Sicht britischer Aktien, unter anderem aufgrund günstigerer Bewertungen im Vergleich zu anderen Regionen.
Europe exkl. UK

 

- Weiterhin neutrale Einschätzung. Wir sehen kaum Faktoren, die für eine Outperformance gegenüber anderen entwickelten Märkten sprechen.
Japan

- Die japanische Börse sollten von ihrer prozyklischen Struktur profitieren. Die Unternehmenserträge sind gestiegen und die Bewertungen sind attraktiv.
Pazifikraum exkl. Japan
- Beibehaltung einer vorsichtigen Einschätzung, da die regulatorischen Maßnahmen der chinesischen Regierung eventuell noch nicht ganz von den Aktienmärkten in der Region verarbeitet wurden.
Schwellenländer

- Insgesamt neutrale Beurteilung der Aussichten für die Schwellenländer. Infolgedessen der jüngsten Underperformance hat sich jedoch die relative Attraktivität der Anlagekategorie verbessert.
Credits      
Unternehmensanleihen (Investment Grade)  - Beibehaltung einer sehr vorsichtigen Haltung mit dem Ziel, das Zinsänderungsrisiko zu verringern.
High Yield-Anleihen (global) - Anhaltend positive Aussichten. Bei globalen Hochzinsanleihen besteht noch Spielraum für eine Spread-Einengung und damit weitere Wertzuwächse.
Emerging Market Bonds (Hartwährungen) - Neutraler Ausblick. Zinsvolatilität und Verschuldung geben nach wie vor Anlass zur Sorge. Die Spreads sind zwar eng, aber im Vergleich zu anderen Anleihengattungen immer noch attraktiv.
Staatsanleihen      
USA Übergang zu einer vorsichtigeren Positionierung. Wir schätzen die Aussichten für die US-Renditen angesichts der staatlichen Wachstumsimpulse und der Gefahr steigender Zinsen negativ ein.
Euroraum (Bundesanleihen) - Beibehaltung der negativen Einschätzung. Die Aufhebung von Restriktionen und die Wiederöffnung der Volkswirtschaften in der Region könnten für Rückschläge sorgen.
Großbritannien - Nach wie vor positive Sicht. Britische Staatsanleihen erscheinen attraktiver als solche aus anderen entwickelten Ländern, die rückschlagsgefährdeter sind.
Japan
- Weiterhin positiv Bewertung. Japanische Staatsanleihen könnten sich in den kommenden Monaten weiterhin als defensive Anlagegattung bewähren.
Inflationsindexierte Papiere (USA)
- Gegenüber inflationsgebundenen Anleihen bleiben wir angesichts des Niveaus der realen Renditen vorsichtig.

Währungen

     

USD

 

- Weiterhin positive Einschätzung des USD aufgrund seiner defensiven Eigenschaften bei Marktschwankungen sowie angesichts staatlicher Ausgabenprogramme und der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik.

EUR

- Im Vergleich zum fiskalpolitisch unterstützten Aufschwung in den USA steht der Euroraum schwächer da, daher bleibt die Einschätzung des Euro negativ.

JPY

 

- Nach wie vor neutrale Einschätzung. Der Yen ist zwar attraktiv bewertet, wir sehen aber kaum Faktoren, die für eine Outperformance sorgen könnten.
GBP Übergang zu einer neutralen Sicht. Das Pfund Sterling ist trotz strukturellen Gegenwinds gegenüber anderen Währungen attraktiver geworden.
Emerging Markets

 

Herabstufung auf neutral angesichts der Nachrichtenlage in China und anhaltenden Probleme bei der Eindämmung des Coronavirus.

Quelle: Fidelity International; Stand: August 2021. Die Veränderung spiegelt den Richtungsunterschied der Einschätzung gegenüber dem Vormonat wider. Die Einschätzungen beziehen sich auf einen typischen Zeithorizont von 12-18 Monaten und bieten eine breite Basis für Entscheidungen zur Asset-Allocation. Sie spiegeln jedoch nicht zwangsläufig die aktuellen Positionen der Anlagestrategien wider, die nach spezifischen Zielen und Vorgaben umgesetzt werden.

Aktuelle Anlagethemen

Das Investmentteam trifft sich regelmäßig, um Perspektiven zur Asset-Allokation zu sammeln, Meinungen zur Positionierung gegenüber den Hauptanlageklassen zu entwickeln und die jeweils besten Ideen für taktische Engagements auszutauschen. Dazu gehören makroökonomische Ausblicke, Inputs der Bottom-up-Research-Teams von Fidelity sowie die Ideen des globalen Investmentteams von Fidelity Solutions & Multi Asset.

„Long Volatility“-Strategien

Neben den Kernpositionen sind viele unserer Portfolios in Strategien engagiert, die in Zeiten erhöhter Volatilität eine Outperformance erzielen sollen. Viele dieser Strategien haben sich aufgrund ihrer negativen Reaktion auf steigende Märkte im laufenden Jahr zwar unterdurchschnittlich entwickelt, doch wenn die Märkte unter Druck kommen, sollten sie über den gesamten Zyklus hinweg betrachtet einen positiven Beitrag zu, Anlageerfolg leisten.

Long-Position im neuseeländischen Dollar und Short-Position im australischen Dollar

Diese taktische Position hat über die Ausnutzung der Geldpolitik und der Handelsdynamik Mehrwert geschaffen. Während die neuseeländische Zentralbank baldige Zinserhöhungen signalisierte, kämpfte Australien mit vermehrten Coronavirus-Infektionen, weshalb die dortige Zentralbank zurückhaltend blieb. Dies und das Exposure Australiens gegenüber auf Dauer nicht haltbaren Rohstoffpreisen sprach für eine Long-Position im neuseeländischen Dollar, der eine Short-Position im australischen Dollar gegenüberstand.

Strategische Sicht: Multithemen-Investmentansätze

Bei Fidelity Solutions & Multi Asset verfügen wir über umfangreiche Ressourcen für die Erforschung von Anlageklassen und -strategien. Im Folgenden geben wir einen kurzen Einblick in den Ansatz des Teams für Multithemen-Anlagen, aber für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Fidelity-Ansprechpartner. 

Kombination mehrerer langfristiger Themen in einem Portfolio

Durch Investments in verschiedene Anlagethemen mit geringer Korrelation zueinander können themenübergreifende Strategien unseres Erachtens auf einer stetigeren Basis attraktive Renditen erwirtschaften als breit angelegte Aktienstrategien. Wir meinen, dass die Multithemen-Strategien im Zeitverlauf am besten abschneiden dürften, die auf Basis von Bewertungen oder technischen Signalen flexibel zwischen Themen wechseln können. Damit sollten sich Risiken steuern und kurzfristige Chancen nutzen lassen.

Zu den aussichtsreichen Megatrends gehören wirtschaftliche Veränderungen (z.B. ein strukturell höheres Wachstum in den Schwellenländern), demografischer und sozialer Wandel (u.a. Alterung und Urbanisierung), Klimawandel und Ressourcenknappheit (angesichts zunehmender Umweltgefahren) sowie disruptive Technologien (u.a. „Big Data"). Doch auch bei thematischen Investments ist die Auswahl der Einzelaktien sehr wichtig. Zwar mag klar sein, in welchem Sektor ein Unternehmen angesiedelt ist, aber es ist weniger klar, welche Technologie das Management im nächsten Jahrzehnt zu entwickeln oder einzuführen plant. Das Ausmaß des Exposures eines Unternehmens gegenüber einem Thema ist ebenfalls eine wichtige Frage. Dazu sind oft spezialisiertes Research und Erfahrung notwendig, um die individuellen Antriebsfaktoren jedes Unternehmens im Kontext mit externen Schocks und stetigem Wandel zu verstehen. Dieses unternehmensbezogene Fachwissen ist die optimale Voraussetzung, um die Nachhaltigkeit eines Unternehmens und damit eines Portfolios insgesamt zu verstehen.

Quelle: Fidelity International; Stand: August 2021. Nur zu illustrativen Zwecken.

Konzentrationsrisiken bei passiven Anlageinstrumenten

Dieser Abschnitt beleuchtet ein bestimmtes Thema, einen Trend oder einen speziellen Fokusbereich. Vom Vorgehen bei der Auswahl von Anleihenmanagern wie in der vorliegenden Ausgabe bis hin zu anderen Themen mit Bezug zu Assetklassen und Investmentstrategien analysieren wir unterschiedliche Anlageideen, um in den Portfolios langfristige Ziele zu erreichen.

Passives Investieren ist in den letzten Jahren sehr populär geworden, was sich an hohen Mittelzuflüssen und der ständigen Zunahme neuer Instrumente auf dem Markt zeigt. Unseres Erachtens können passive Strategien für Anleger eine wichtige Rolle in ihren Portfolios spielen, da sie ein kostengünstiges Engagement ermöglichen, insbesondere an relativ effizienten Märkten, wo Alpha auf Dauer schwerer zu erzielen ist. Jüngste Marktentwicklungen stellen die Annahme infrage, dass indexnachbildende Strategien immer eine gute Diversifizierung bieten.

Gefahr einer unzureichenden Breite

Einige der wichtigsten Aktienindizes werden immer konzentrierter, sodass die Entwicklung passiver Strategien, die sie abbilden, immer stärker von wenigen Unternehmen aus wenigen Sektoren abhängt. Bekanntlich wurde speziell der US-Aktienmarkt in den letzten Jahren von einer immer kleineren Zahl an Titeln nach oben gezogen. Dieser Trend zu einer abnehmenden Breite erstreckt sich auch auf andere Indizes.

Wie Grafik 3 zeigt, ist der Gesamtanteil der zehn größten Unternehmen im MSCI All Country World Index (MSCI ACWI) seit 2016 stetig gestiegen und liegt nun bei rund 15 %. Zwar war die Konzentration in den frühen 2000er Jahren schon einmal so hoch, doch kamen die größten Titel damals aus einem breiteren Spektrum von Sektoren, von denen keiner mehr als 5 % des Index ausmachte. Heute hat allein Apple einen Indexanteil von fast 4 %, während die zehn größten Unternehmen im MSCI ACWI aus nur vier Sektoren stammen: Informationstechnologie, Zyklischer Konsum, Kommunikationsdienste und Finanzen.

Grafik 3: Aktien mit dem größten %-Anteil am MSCI ACWI über fünf Jahre

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Quellen: FactSet; Stand: 31. Juli 2021  

Neben der stärkeren Konzentration auf einzelne Aktien und Sektoren hat auch die regionale Diversifizierung abgenommen, da die größten Unternehmen alle aus den USA stammen. Somit sind Anleger im MSCI ACWI heute viel stärker der Entwicklung weniger Aktien in einer kleinen Anzahl von Sektoren aus einem Land ausgesetzt.

Trend zu verstärkter Konzentration besteht schon länger

Die Coronavirus-Krise hat diesen Trend zweifellos beschleunigt, da die Anleger sich bei starken Kursschwankungen die hohe Liquidität der größten Aktientitel bevorzugten. Der Trend zu einer höheren Konzentration begann jedoch bereits 2016 und hat sich bis in das laufende Jahr hinein verstärkt.

Natürlich kann eine höhere Konzentration sowohl mit Vorteilen als auch mit Risiken verbunden sein. Wenn die größten Titel im MSCI ACWI auf Dauer schneller steigen als der breite Markt, werden den Index abbildende passive Strategien sehr gut abschneiden, wie in den letzten Jahren zu beobachten war. Der Nachteil ist jedoch, dass die Anleger gegenüber immer weniger Unternehmen aus einer kleinen Gruppe von Branchen exponiert sind, deren Geschäftsmodelle oft eng miteinander verknüpft sind. Trifft ein negativer Schock eines dieser Unternehmen, wirkt sich das daher wahrscheinlich auf alle übrigen aus. Würde der Manager eines aktiven Fonds so verfahren, dass er an den Gewinnern festhält, ohne Gewinne mitzunehmen, und würde der darin sogar noch mehr investieren, würde man sein Risikomanagement zurecht in Frage stellen.

Konzentration bei einer Anlage ist für sich genommen weder gut noch schlecht. Sie kann aber gefährlich sein, wenn Investoren ihr unwissentlich ausgesetzt sind, während sie glauben, gut diversifiziert zu sein. Die zunehmende Konzentration bedeutet, dass viele passive Indizes weniger stark diversifiziert sind, als die Anleger es denken, sodass sie Risiken wie z.B. strengeren Vorschriften für US-Technologieunternehmen ausgesetzt sind. Passive Strategien können solche Schocks naturgemäß nicht vorwegnehmen und müssen an der Kursentwicklung aller Titel partizipieren. Deshalb meinen wir, dass eine Anlage in passive Instrumente eine genaue Prüfung des Index sowie der Merkmale jedes einzelnen Wertpapiers darin erfordert.

Fidelity Solutions & Multi Asset

Fidelity Solutions & Multi Asset ist ein globales Team, das Portfolios mit einer breiten Palette von Anlageklassen managt -  darunter Aktien, Anleihen, Immobilien, Infrastruktur und andere alternative Investments. Das Team ist darauf spezialisiert, für Kunden ergebnisorientierte Strategien zu entwickeln und zu managen. Dabei kombiniert es mehrere Anlageklassen, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.

Zum 31. Juli 2021 verwaltete Fidelity Solutions & Multi Asset für institutionelle und private Kunden aus aller Welt ein Anlagevolumen von über 57 Mrd US-Dollar. Das Team deckt folgende Bereiche ab: Anlagemanagement, Asset Allocation, Research, Entwicklung von Kundenlösungen und Umsetzung. Es stützt sich dabei auf die operative Infrastruktur von Fidelity, arbeitet in den Hauptanlageklassen mit den Bottom-up-Investmentteams von Fidelity zusammen und nutzt deren umfangreiches globales Research.

Weitere Informationen zu Strategien und Services von Fidelity Solutions & Multi Asset erhalten Sie bei Ihrem lokalen Ansprechpartner bei Fidelity.

Wichtige Information

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Fachinformation und ist daher nur für professionelle Anleger und nicht zur Weitergabe an Privatanleger geeignet.

Vervielfältigung und Verbreitung dieses Dokuments sind nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt. Die geäußerten Meinungen beziehen sich auf den Tag der Veröffentlichung und können sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Der Wert einer Anlage und die daraus erzielten Erträge können steigen, aber auch fallen, sodass Anleger den ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht in voller Höhe zurückerhalten. Weitere wichtige Informationen finden sich am Ende dieses Dokuments. Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind.

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ISG3358 / MK12936

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