Fokusthemen

Makroausblick

Wichtige gesamtwirtschaftliche Themen und ihre Auswirkungen auf die Asset Allocation.

Regionale Perspektive

Ansichten des Teams zu den verschiedenen Anlageklassen in den USA, Europa und Asien.

Core Asset Allocation

Einschätzungen bezüglich der Strukturierung nach Aktienmarktsektoren, Anleihengattungen und Währungen.

Thematische Anlageideen

Aktuelle thematische Positionen und besondere Anlageideen des Teams, die gegebenenfalls in den Portfolios neben der Core Asset Allocation umgesetzt werden.

Im Brennpunkt

Einblicke zu weiteren Anlagesegmenten und Research-Aspekten. Diesen Monat betrachten wir die möglichen Auswirkungen der jüngsten regulatorischen Maßnahmen in China, die das Thema Ungleichheit angehen sollen.

Einführung

Der Konjunkturzyklus dürfte insgesamt intakt bleiben. Innerhalb des Zyklus sehen wir jedoch die Möglichkeit kürzerer, abrupter verlaufender Schwankungen, die sich gravierend auswirken könnten. Wir gehen davon aus, dass das allgemeine Wirtschaftswachstum solide bleibt, sich dessen Dynamik aber abschwächt. Unterdessen legen die Zurückhaltung der Verbraucher, eine schrittweise Straffung des politischen Rahmens und die Ungewissheit über die Inflation auf kurze Sicht eine eher vorsichtige Haltung nahe.

Unsere Modelle sprechen nach wie vor dafür, Risiken einzugehen. Allerdings steigen die Kursschwankungen an den Märkten, auch die Höhe der Bewertungen und die Positionierung der Marktteilnehmer stellen Hemmnisse dar. Unter Abwägung aller Faktoren behalten wir daher eine neutrale Aktienposition bei. Während wir vorsichtig sind, was kurzfristige Risiken angeht, sind wir auf mittlere Sicht optimistischer, da der Konjunkturzyklus noch lange nicht vorbei ist. Wir halten daher Ausschau nach Anzeichen für eine erneute Belebung der Wirtschaft oder für eine überverkaufte Situation an den Finanzmärkten, um wieder eine risikofreudigere Haltung einnehmen zu können.

Regional betrachtet bevorzugen wir nach wie vor Aktien aus entwickelten Ländern. Dafür sprechen der anhaltende Wachstumsrückstand der Schwellenländer sowie erhöhte politische Risiken in China. Die US-Notenbank ist weiterhin auf gutem Weg, ihre der Ausweitung der Geldmenge dienenden Anleihenkäufe in den nächsten Monaten zu reduzieren, weshalb wir gegenüber dem Durationsrisiko untergewichtet bleiben, vor allem am Markt in den Vereinigten Staaten.

Wir bevorzugen nach wie vor Anleihen mit höheren Renditen, während wir auf der Währungsebene an der Long-Position im US-Dollar festhalten. Diese sollte von einer strafferen Geldpolitik in den USA profitieren und das Portfolio für den Fall absichern, dass sinkende Liquidität zu einem Problem wird.

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Makroausblick: Stagflationäre Tendenzen in Sicht

Wichtige Entwicklungen

Unruhe in Europa und China

Der Überschwang der ersten Jahreshälfte 2021 ist einem differenzierteren Ausblick gewichen. Trotz deutlicher Impffortschritte in den entwickelten Ländern liegt der Wachstumshöhepunkt endgültig hinter uns. Das Coronavirus dürfte wahrscheinlich bleiben, und die Inflation hat sich eher als andauernd denn als vorübergehend erwiesen. Die Bewertungen erscheinen immer stärker überzogen und die Gesamtverschuldung ist hoch. Die Frage ist nun, ob die Weltwirtschaft von der Mitte des Zyklus in die Spätphase übergeht oder eine Pause einlegt, bevor eine erneute Wachstumsphase beginnt. Insgesamt sehen wir in den kommenden Monaten eine Reihe von gesamtwirtschaftlichen Hemmnissen, die durch die Unruhe in Europa und China und eine sich wandelnde Geldpolitik in den entwickelten Ländern noch verstärkt werden.

Gas- und Strompreisanstieg erhöht Rezessionsrisiko für die europäische Industrie

Der sprunghafte Anstieg der CO2-Preise im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems im laufenden Jahr und die starke Verteuerung von Erdgas haben zu einer Vervielfachung der Strompreise in Europa und in Großbritannien geführt (Grafik 1). Während die offensichtlichste Auswirkung eine beschleunigte Inflation ist, unterschätzen die Finanzmärkte unseres Erachtens die möglichen Auswirkungen auf das Wachstum in Europa, insbesondere wenn der Winter kälter als sonst ausfällt und die Gasknappheit fortbesteht. Die europäische Industrie, die bereits durch die Konjunkturabschwächung in China gefährdet ist, könnte dann zusätzlich unter Preisdruck leiden. Auch der Konsum könnte in Mitleidenschaft gezogen werden, da höhere Stromrechnungen die Kaufkraft der Verbraucher schmälern, obwohl einige Regierungen Unterstützungszahlungen an besonders gefährdete Haushalte beschlossen haben.

China: Neuausrichtung der Regierungsziele

Angesichts der Zahlungsprobleme von Evergrande, Chinas größtem Wohnungsbauer, verlagert die chinesische Regierung ihr Engagement auf einen „gemeinsamen Wohlstand", indem sie Probleme in den Bereiche Wohnen, Bildung und Gesundheitswesen in Angriff nimmt. Da die wirtschaftliche Ungleichheit ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht hat, will die Politik diese drei Sektoren reformieren, auf die der größte Teil der Verbraucherausgaben entfällt. Mit einem Anteil von 25 % am BIP ist der Immobiliensektor der bedeutendste Bereich. Einschränkungen und Finanzierungsvorgaben, die dem Sektor von der Regierung zur Eindämmung der Spekulation auferlegt wurden, haben Evergrande unter seiner hohen Schuldenlast fast zusammenbrechen lassen. Wir behalten die möglichen Auswirkungen auf den Immobiliensektor, die Versorgungsketten und den Bankensektor im Blick, da eine Ansteckung der Weltwirtschaft möglich ist. Auch wenn ein wirtschaftlicher Abschwung nicht so stark wie die von China verursachte Rezession im Jahr 2020 ausfallen dürfte, könnte er einen beträchtlichen Schock auf den Rest der Welt ausüben.

Grafik 1: Steigender Gaspreis könnte Wirtschaftswachstum in Europa belasten

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Quellen: Fidelity International, Bloomberg; Stand: September 2021

USA: Fiskalpolitische Entwicklungen

Der US-Kongress arbeitet derzeit an mehreren wichtigen Gesetzen, darunter einem Entwurf zur Sicherstellung der laufenden Ausgaben der Bundesregierung. Nach einer Abstimmung im Senat, bei der eine Verlängerung des Moratoriums für die Schuldenobergrenze abgelehnt wurde, wollen die Demokraten im Kongress nun die Frage der Schuldenobergrenze und die Frage der laufenden Refinanzierung der Regierung getrennt behandeln. Ihnen bleiben noch einige Wochen bis zum 18. Oktober, an dem das Finanzministerium in einen technischen Zahlungsausfall geraten könnte. Wir gehen davon aus, dass die von den Demokraten geführte Regierung dank ihrer Kontrolle über den Kongress eine Lösung finden wird, aber es könnte zu Störungen bei kurzlaufenden Anleihen und am Geldmarkt kommen, wenn das Datum näherrückt. Was die laufende Finanzierung betrifft, so scheint der Kongress derzeit auf eine Einigung hinsichtlich der Finanzierung der Regierung bis zum 3. Dezember zuzusteuern, was eine Atempause für Verhandlungen über die Schuldenobergrenze bedeuten würde.

Ebenfalls auf dem Tisch liegt der Entwurf für ein Infrastrukturgesetz (BIF) im Volumen von 1,2 Billionen US-Dollar und für das Ausgabenprogramm „Build Back Better“ (BBB) in Höhe von 3,5 Billionen Dollar. Wir gehen davon aus, dass beide verabschiedet werden, auch wenn das BBB-Paket unter dem vorgeschlagenen Betrag liegen könnte, je nach dem Ergebnis der internen Verhandlungen in der Demokratischen Partei.

Globale Sicht: Wachstum und Inflation

Ungesunde Mischung

Der Abwärtstrend des Fidelity Leading Indicator Cycle Tracker (siehe unten) wurde durch die vorläufigen Einkaufsmanager-Indizes im September bestätigt, die einen starken Rückgang in Europa widerspiegeln. Dieser beruht auf Unterbrechungen in der Lieferkette und einer Eintrübung des Geschäftsklimas. Hinzu kamen anhaltend hohe Inflationsdaten auf breiter Front, die vor allem auf Engpässen in der Lieferkette und am Arbeitsmarkt sowie steigenden Rohstoffpreisen basieren. In diesem Winter könnten steigende Gas- und Strompreise sowie Kraftstoffknappheit die industrielle Erholung in Europa in eine Rezession umkehren.

Die Vereinigten Staaten verzeichneten im September einen leichten Rückgang der Wirtschaftstätigkeit. Die Inputkosten stiegen weiter an, wofür erneut Lieferketten- und Materialengpässe verantwortlich waren. Dennoch blieb die Stimmung in der Wirtschaft gut, da die Unternehmen in der Lage waren, die höheren Kosten an ihre Kunden weiterzugeben und immer noch Mitarbeiter einzustellen, wenn auch zu höheren Löhnen. Wir erwarten, dass der sich erholende Arbeitsmarkt und der Konsum das Wachstum für den Rest des Jahres stützen werden. Allerdings droht den USA nach den außerordentlich hohen Staatsausgaben in diesem Jahr ein deutlich kleinerer Haushalt im Jahr 2022. Es bleibt abzuwarten, ob dies mit Infrastrukturausgaben abgefedert werden kann.

Die politisch bedingte Wachstumsverlangsamung in China zeigt sich am deutlichsten im Immobiliensektor. Die Angst vor einer Ansteckung durch den Beinahekollaps von Evergrande hat die Aktivität in dem Sektor weiter gedämpft. Wir gehen davon aus, dass die Interventionen der Regierung China letztendlich auf einen Weg zu nachhaltigem, langfristigem Wachstum bringen werden. Kurzfristig dürften jedoch die zunehmende Regulierung und Quasi-Verstaatlichung Störungen verursachen. Auch Energieverknappungen zur Erreichung von Emissionszielen können das Wachstum beeinträchtigen. Damit dürfte die Unsicherheit bezüglich Anlagen in China vorerst hoch bleiben.

Geldpolitische Entwicklungen

Auf der letzten Sitzung der US-Notenbank (Federal Reserve) ließ diese ihre Geldpolitik unverändert. Allerdings gehen die Notenbanker nun von einer schnelleren Reihe von Zinserhöhungen aus als noch im Juni. Die Inflationserwartungen für das laufende Jahr wurden erneut deutlich nach oben korrigiert. Das deutet darauf hin, dass die Notenbank das Fortbestehen der derzeitigen Inflationsdynamik anerkennt. Der Federal Reserve-Vorsitzender Powell bestätigt außerdem den November als wahrscheinlichen Termin für den Beginn des Auslaufenlassens der expansiven Geldpolitik („Tapering“), was bis Mitte 2022 abgeschlossen sein soll. Das würde ein relativ schnelles Tempo der Straffung um 15 Mrd. USD pro Monat und eine kürzere Zeitspanne bis zum Abschluss der Wertpapierkäufe bedeuten als im Jahr nach der Finanzkrise.

Grafik 2: Wachstumserwartungen für 2022 spiegeln aktuelle Abschwächung nicht wider

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Prognose für die entwickelten Volkswirtschaften. Quellen: Fidelity International, Bloomberg; Stand: September 2021.

Der EZB-Rat kündigte auf seiner Septembersitzung eine teilweise Rückführung des Programms zum Kauf von Unternehmensanleihen an. Dennoch bekräftigte Präsidentin Lagarde den lockeren geldpolitischen Kurs, der angesichts möglicher inflationärer Auswirkungen der rekordhohen Gas- und Strompreise unter Druck geraten könnte. Unterdessen dürfte die chinesische Zentralbank den geldpolitischen Rahmen etwas lockern, um die fiskalpolitische Straffung in der ersten Jahreshälfte 2021 sowie die regulatorischen Eingriffe in einer Reihe von Sektoren auszugleichen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass sich die führenden Notenbanken über die hohe Inflation Sorgen machen, war das Votum der Bank of England auf ihrer September-Sitzung, die quantitative Lockerung frühzeitig zu beenden und mit einer moderaten Straffung zu beginnen. Nicht weniger als sieben Mitglieder des geldpolitischen Rats zeigten sich offen für eine Zinserhöhung noch vor dem Ende des Programms zur Ausweitung der Geldmenge im November. Dennoch halten wir eine Zinserhöhung durch die britische Notenbank im laufenden Jahr angesichts der Konjunkturabschwächung für nicht realistisch, auch wenn die Inflation über dem Zielwert liegt.

Gleichzeitig zieht die steigende Inflation bei Lebensmitteln, Energie und anderen Gütern des täglichen Bedarfs eine Straffung der Geldpolitik in den Schwellenländern nach sich. Seit Anfang September haben Russland und Brasilien ihre Leitzinsen um 25 bzw. 100 Basispunkte angehoben und weitere Zinserhöhungen vor Jahresende für wahrscheinlich erklärt. Auch die Notenbanken in Mexiko, Kolumbien und der Tschechischen Republik erwägen - unter ähnlichem Druck stehend - eine Erhöhung der Zinsen.

Makroeinschätzungen im Überblick

Zu Beginn des letzten Quartals des Jahres spricht die Kombination aus steigenden Risiken für das Wachstum und Anzeichen für eine anhaltende Inflation für einen vorsichtigeren Ausblick. Anhaltende Unterbrechungen der Lieferketten, zunehmender Lohndruck und die preissteigernde Wirkung von Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen dürften die Haupttreiber einer anhaltenden Teuerung sein. Die derzeitige Energiekrise in Europa wird voraussichtlich nicht nur den Inflationsdruck verstärken, sondern in diesem Winter wahrscheinlich auch zu einem Abschwung im europäischen Industriesektor führen. Gleichzeitig stellen die makroökonomischen und politischen Perspektiven Chinas und die möglichen Auswirkungen auf andere Länder ein erhebliches Restrisiko für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte dar. Vor diesem Hintergrund könnten wir uns auf eine Phase der konjunkturellen Flaute bei anhaltenden Preissteigerungen (Stagflation) zubewegen.

Makroresearch als Basis der Asset Allocation

Das Global Macro & SAA Team von Fidelity trägt zu den taktischen Anlageentscheidungen von Fidelity Solutions & Multi Asset bei. Es liefert wichtige Inputs und kooperiert mit dem Investmentteam, um die maßgeblichen gesamtwirtschaftlichen Faktoren zu verstehen und darauf zu reagieren.

Fidelity-Indikatoren

Fidelity Leading Indicator (FLI)

Der FLI soll die kurzfristige Richtung und Dynamik des globalen Wachstums prognostizieren. Er soll auch die für den Konjunkturtrend maßgeblichen Faktoren identifizieren. Konkret soll der FLI die globale Industrieproduktion und andere zyklische Variablen auf Sicht von rund drei Monaten vorhersagen. Fidelity Solutions & Multi Asset nutzt den FLI als Bezugsgröße im Rahmen der taktischen Asset Allocation.

Der FLI Cycle Tracker hat sich in den Quadranten „unten links" (negatives und nachlassendes Wachstum) bewegt. Dabei wurde die 3-Monats-Wachstumsrate erstmals seit Juni 2020 negativ. Die Wachstumsaussichten scheinen sich relativ schnell zu verschlechtern. Dies legt für sich genommen eine risikoarme Positionierung nahe.

FLI Cycle Tracker

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Quelle: Fidelity International; Stand: September 2021

FLI: Änderung über 3-Monate vs. Industrieproduktion (OECD)

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Quelle: Fidelity International; Stand: September 2021

Die meisten Sektoren zeigen eine Verlangsamung der Aktivität an. Nur die Bereich Konsum und Arbeit sowie Industrieaufträge verzeichnen weiterhin ein positives Wachstum. Der Sektor Konsum und Arbeit erscheint zwar relativ widerstandsfähig, seine Dynamik hat sich aber abgeschwächt. In Europa und in den USA ist die Stimmung der Verbraucher trotz verlangsamten Wachstums weiterhin gut. Die Arbeitsmarktlage hat sich weiter verbessert, vor allem in den USA. Das Auslaufen der Pandemie-Nothilfe könnte die Rückkehr der Amerikaner auf den Arbeitsmarkt beschleunigen und die Arbeitslosenquote drücken. Die Dynamik der Auftragseingänge in der Industrie hat sich verlangsamt, liegt aber noch knapp im positiven Bereich.

Regionale Perspektiven

USA

Die fiskalpolitische Unterstützung der Konjunktur in den USA lässt nach, da einige Maßnahmen auslaufen. Das Verbrauchervertrauen hat sich abgeschwächt; die Kreditkartenumsätze sind rückläufig, insbesondere im Bereich Freizeitdienstleistungen. Die Arbeitskosten steigen, und in einigen Branchen herrscht Arbeitskräftemangel, obwohl das Ende der Pandemienothilfen manchen zur Rückkehr auf den Arbeitsmarkt bewegen könnte.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist gestiegen, die Dynamik könnte sich aber abflachen. Viele Unternehmen haben angekündigt, von ihren Arbeitnehmern eine Impfung zu verlangen und Präsident Biden hat eine Impfpflicht für Staatsangestellte angekündigt, was zu höheren Impfraten führen könnte. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen Bundesstaaten mit einer hohen bzw. niedrigen Impfraten, sowohl was die Sterbeziffern als auch die Konjunktur betrifft.

Die US-Regierung nähert sich einer weiteren Frist für die Festlegung der Schuldenobergrenze - ein Zeitraum, in dem die Staatsanleihenrenditen in der Vergangenheit stets gesunken sind. Die Finanzierungsbedingungen sind nach wie vor günstig, die Ausfallquoten sind niedrig und das Kreditwachstum hat sich erholt. Die Federal Reserve scheint die Finanzmärkte auf ein Auslaufen ihrer quantitativen Lockerung („Tapering“) gut vorbereitet zu haben.

Asien

Unsere Analysten prognostizieren für Asien ohne Japan weiterhin Gewinne unterhalb des Konsenses. Dabei sind sie in allen Sektoren mit Ausnahme des IT-Bereichs vorsichtig. Die Gewinne in Japan dürften dagegen deutlich über dem Konsens liegen.

Asien ist bei der Bereitstellung von Impfstoffen hinter den entwickelten Ländern zurückgeblieben, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass das Impftempo zunimmt. In Hongkong sind die Impfraten zwar hoch, aber meist in Gruppen mit geringem Risiko, weshalb wir skeptisch sind, dass die Beschränkungen bald aufgehoben werden. Zu unterscheiden ist zwischen Beschränkungen für den internationalen Reiseverkehr, wo Hongkong und China hinterherhinken, und der inländischen Mobilität, bei der Hongkong und China weit günstiger dastehen.

Trotz einiger Fortschritte bei den Impfquoten und relativ niedriger Bewertungen in Asien reichen diese beiden Faktoren noch nicht aus, um uns von unserer negativen Einschätzung asiatischer Aktien abzubringen.

Europa

Die vom Coronavirus ausgehenden Risiken sind in Europa rückläufig. Hohe Impfraten haben die Zahl der Todesfälle niedrig gehalten; in der kälteren Jahreszeit könnte es jedoch zu einem Wiederanstieg kommen. Das Wirtschaftswachstum in Europa scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Während das von der EZB bevorzugte Teuerungsmaß, die Kerninflation, unter Kontrolle ist, ist der breite Index der Verbraucherpreise so hoch wie nie zuvor. Je länger dies so bleibt, desto wahrscheinlicher wird der Inflationsdruck als dauerhaft angesehen werden. Die gestiegenen Gaspreise spiegeln ein denkbar ungünstiges Zusammentreffen von Angebotsverknappung und Nachfrageschub wider und könnten die Konsumausgaben beeinträchtigen.

Mit Blick auf die Gewinnberichterstattung der Unternehmen für das dritte Quartal erwarten wir, dass sich darin Lieferengpässe und steigende Inputpreisen niederschlagen werden. Energieproduzenten und Versorger dürften am ehesten imstande sein, positive Ergebnisse zu berichten.

Globale Sicht

Unsere globalen Einschätzungen sind im Großen und Ganzen unverändert gegenüber dem Vormonat geblieben. Demnach bevorzugen wir nach wie vor Aktien aus entwickelten Volkswirtschaften der Industrieländer angesichts schwächeren Wachstums in den Schwellenländern. Zudem stimmen uns die anhaltenden politischen Risiken in China zurückhaltend. Wir sehen kaum Anzeichen dafür, dass der derzeitige Vorteil der Aktienerträge in entwickelten Ländern gegenüber den Emerging Markets und dem asiatisch-pazifischen Raum bald schwinden wird.

Entwicklung regionaler Einschätzungen

Gründliche Analysen regionaler Trends unter Einbeziehung von Input der gesamten globalen Research-Plattform von Fidelity.

Asset Allocation

Anlagesegmente Einschätzung Änderung Begründung

Aktien

 

 

 

USA

- Wir sehen US-Aktien aufgrund ihrer defensiven Eigenschaften im Vergleich zu anderen Märkten nach wie vor positiv. US-Firmen verzeichnen die positivsten Gewinnrevisionen, das Ausmaß des Ertragsanstieg überrascht.

UK

- Britische Aktien werden durch die Wiederbelebung der Wirtschaft gestützt. Auch ihre Bewertungen erscheinen im Vergleich zu anderen Regionen attraktiv, insbesondere im Large Cap-Segment.
Europe exkl. UK

 

- Weiterhin neutrale Einschätzung. Die wirtschaftliche Dynamik hat nachgelassen. Die Wahlen in Deutschland, Frankreich und Norwegen sorgen für Unsicherheit hinsichtlich der Stabilität in Europa (exkl. UK).
Japan

- Die Gewinnrevisionen japanischer Unternehmen sind zunehmend positiv ausgefallen und die Wirtschaftsdaten haben sich verbessert.
Pazifikraum exkl. Japan
- In Bezug auf Asien bleiben wir vorsichtig, da noch Unklarheiten hinsichtlich regulatorischer Risiken in China und der Folgen für die Region bestehen.
Schwellenländer

- Angesichts schwachen Wachstums bleiben wir gegenüber Schwellenländern neutral positioniert. In Lateinamerika und im EMEA-Raum hat sich das Konjunkturbild eingetrübt und die geldpolitische Unterstützung ist gesunken.
Credits      
Unternehmensanleihen (Investment Grade)  - Spreads und Gesamtrendite von IG-Anleihen sind unattraktiv. Die Fundamentaldaten erscheinen noch schwach, sie erholen sich aber.
High Yield-Anleihen (global) - Die Verschuldung von Hochzinsemittenten verbessert sich infolge steigender Gewinne. Gleichzeitig hält die Jagd nach Rendite angesichts geringer Zahlungsausfälle und reichlicher Liquidität voraussichtlich an.
Emerging Market Bonds (Hartwährungen) - Die Coronavirus-Pandemie hat zu einer Erhöhung der Schuldenstände in den Schwellenländern geführt. Andererseits dürften Anlagen in den Emerging Markets vom anhaltenden Renditehunger profitieren.
Staatsanleihen      
USA
- Höhere Inflationsdaten und die Ankündigung einer Zinsanhebung könnten weiteren Aufwärtsdruck auf die Treasury-Renditen ausüben.
Euroraum (Bundesanleihen) - Mangels höherer Wachstums- und Inflationserwartungen dürften sich die Renditen von Bundesanleihen in einer engen Bandbreite bewegen.
Großbritannien - Trotz der Erwartung eines stärkeren Wachstums und einer höher als erwarteten Inflation halten wir vorerst an unserer Übergewichtung fest.
Japan
- Der reale Renditeaufschlag von US-Staatsanleihen gegenüber JGB-Papieren ist wenig attraktiv, weshalb wir die Übergewichtung beibehalten.
Inflationsindexierte Papiere (USA)
- Die Federal Reserve will die US-Realzinsen negativ halten. Ein Anstieg der realen Renditen wäre eine Gelegenheit, die Untergewichtung zu schließen.

Währungen

     

USD

 

- Weiterhin positive Einschätzung des USD aufgrund seiner defensiven Eigenschaften, der steigenden Haushaltsausgaben und Aussicht auf ein Auslaufen der quantitativen Lockerung der Geldpolitik.

EUR

- Der Euro erscheint im Vergleich zum Dollar weiterhin relativ schwach, zumal der Spielraum für Zinserhöhungen im Euroraum begrenzt ist.

JPY

 

- Beibehaltung der neutralen Sicht. Der JPY erscheint zwar weiterhin attraktiv bewertet, es mangelt aber an Auslösern für eine Aufwertung.
GBP - Mit Blick auf die Zahlungsbilanz bleiben wir skeptisch, allerdings mangelt es an anderen risikoreichen Währungen, die eine Long-Positionierung lohnen.
Emerging Markets

 

- Angesichts der Nachrichten aus China bleiben wir vorerst neutral positioniert. Längerfristig sehen wir die Schwellenländer aber positiv.

Quelle: Fidelity International; Stand: September 2021. Die Veränderung spiegelt den Richtungsunterschied der Einschätzung gegenüber dem Vormonat wider. Die Einschätzungen beziehen sich auf einen typischen Zeithorizont von 12-18 Monaten und bieten eine breite Basis für Entscheidungen zur Asset-Allocation. Sie spiegeln jedoch nicht zwangsläufig die aktuellen Positionen der Anlagestrategien wider, die nach spezifischen Zielen und Vorgaben umgesetzt werden.

Aktuelle Anlagethemen

Das Investmentteam trifft sich regelmäßig, um Perspektiven zur Asset-Allokation zu sammeln, Meinungen zur Positionierung gegenüber den Hauptanlageklassen zu entwickeln und die jeweils besten Ideen für taktische Engagements auszutauschen. Dazu gehören makroökonomische Ausblicke, Inputs der Bottom-up-Research-Teams von Fidelity sowie die Ideen des globalen Investmentteams von Fidelity Solutions & Multi Asset.

Short-Position in europäischen Grundstoffherstellern

Die Daten aus China, dem weltweit größten Rohstoffverbraucher, zeigen, dass sich das Wirtschaftswachstum des Landes verlangsamt. Wenn die Nachfrage dort sinkt, werden Rohstoffunternehmen wahrscheinlich allgemein unter Druck geraten.

Long-Position im australischen Dollar ggü. dem britischen Pfund

Nach unseren Analysen ist der australische Dollar auf kurze Sicht überverkauft. Australien hatte in letzter Zeit mit einem Ausbruch von Rinderpest zu kämpfen, aber wir erwarten in den kommenden Wochen diesbezüglich positive Nachrichten, sodass die Währung zu einer fundamental gerechtfertigten Bewertung zurückkehren sollte.

Alternative Anlagen: Erneuerbare Energien

Fidelity verfügt über beträchtliche Ressourcen für die Analyse alternativer Investments. Wir nutzen diese zur Erfüllung besonderer Anlagebedürfnisse und greifen dabei auf Instrumente von Infrastruktur über Private Debt bis hin zu Erneuerbaren Energien zurück. Der folgende Abschnitt beschreibt wichtige alternative Anlageklassen und unsere Einschätzung. Für weitere Informationen zu unserem Investmentansatz in diesem Bereich wenden Sie sich bitte an Ihren Ansprechpartner bei Fidelity. 

Fonds für erneuerbare Energien können attraktive Renditen bieten, aber nicht alle

Investmentfonds sind eine Möglichkeit für Multi-Asset-Portfolios, Zugang zum Sektor Erneuerbare Energien zu erhalten. Diese börsennotierten Portfolios umfassen Wind- und Solarparks in Europa und Nordamerika. Sie profitieren in der Regel von einem hohen Anteil fester Erträge, z. B. infolge staatlicher Subventionen oder langfristig vereinbarter Abnahmeverträge mit Versorgern. Damit können sie eine zuverlässige Quelle laufender Erträge darstellen. Solche Investments können Portfolios diversifizieren, da kaum eine Abhängigkeit von den traditionellen Treibern der Aktien- und Anleiherenditen besteht. Zudem erlauben es Investitionen über börsennotierte Fonds gegenüber Direktanlagen in verschiedener Projekte und Regionen zu investieren, was die anlagen- und länderspezifischen Risiken diversifiziert.

Trotz solcher Vorteile gibt es aber auch Gründe zur Vorsicht. Die Nachfrage hat die Bewertungen einzelner bestehender Anlagen in die Höhe getrieben und die Renditen bei Neuinvestitionen gedrückt. Somit laufen Anleger Gefahr, einen hohen Aufschlag für den Zugang zu diesem Sektor zu zahlen, was zu Problemen führen kann, wenn sich die Stimmung abkühlt und die Anlagenwerte wieder sinken. Zudem haben einige Fonds in dem Segment ihre Risikobereitschaft erhöht, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Bedeuten kann dies z. B. niedrigere vertraglich vereinbarte Einnahmen, ein höheres Baurisiko, eine höhere Schuldenlast und optimistische Annahmen hinsichtlich der realistisch erzielbaren Rendite neuer Projekte.

Für Multi-Asset-Investoren unterstreicht dies die Notwendigkeit, die Risikobereitschaft der jeweiligen Managementteams zu hinterfragen und Bereiche relativer Stärke in deren Investmentprozessen zu identifizieren. Das bedeutet auch, die Bewertungen von Investmentgesellschaften im Vergleich zur Historie, ihren Mitbewerbern, ihrer Rendite, ihrem Risiko und der Qualität der Cashflows zu überprüfen. Man kann außerdem Marktbewegungen und Neuemissionen dazu nutzen, die Größe entsprechender Bestände im Portfolio opportunistisch anzupassen. So können bei selektivem und vorsichtigem Vorgehen Investmentfonds für erneuerbare Energien eine willkommene Ergänzung für ein Multi-Asset-Portfolio sein.

Quelle: Fidelity International; Stand: September 2021. Darstellung nur zu illustrativen Zwecken.

Im Brennpunkt: Chinas Kampf gegen steigende Ungleichheit

Dieser Abschnitt beleuchtet ein bestimmtes Thema, einen Trend oder einen speziellen Fokusbereich. Von passiven Anlagen wie in der vorliegenden Ausgabe bis hin zu anderen Themen mit Bezug zu Assetklassen und Investmentstrategien analysieren wir unterschiedliche Anlageideen, um in den Portfolios langfristige Ziele zu erreichen.

Die chinesische Regierung hat die Verringerung der Ungleichheit zu einer Priorität erklärt und zu diesem Zweck eine Reihe von regulatorischen Änderungen vorgenommen. Der Richtungswechsel in der Politik hat die Anleger unvorbereitet getroffen und einige sind der Ansicht, dass die Chinas Renditeprämie zum Ausgleich des Risikos unerwarteter politischer Maßnahmen stark gestiegen ist. Wir glauben, dass die neuen Vorgaben zwar kurzfristig einige ernsthafte Störungen verursachen werden, aber Chinas langfristige Wachstumsaussichten stärken können.

Die Einkommensungleichheit in China hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Der als Maß für die Ungleichheit verwendete Gini-Koeffizient ist in China von 30 % im Jahr 1987 (was dem Wert Schwedens entsprach), auf 39 % im Jahr 2016 gestiegen und ist damit fast so hoch wie in den USA.

Die Ursachen für die Einkommensungleichheit hat die chinesische Regierung „drei Berge" identifiziert - Wohnen, Bildung und Gesundheit -, die sie für den Schlüssel zur Umkehr des Trends hält. Um diese Bereiche in Angriff zu nehmen, hat die Regierung das Konzept des „gemeinsamen Wohlstands" aufgegriffen und will mit neuen Instrumenten die Ungleichheit verringern, auch wenn dies für die Gesamtwirtschaft und den Finanzsektor schmerzhaft ist.

Die Rede von Präsident Xi vom 18. August über „gemeinsamen Wohlstand“, der Umverteilung, Sozialfürsorge, Steuern, Wohltätigkeit und integrative Bildung umfasst, griff ein altes Thema auf, jedoch verbunden mit neuem Inhalt und mit zweifellos ernster Absicht. Das Zieldatum für die Erreichung dieses gemeinsamen Wohlstands ist 2050. Wir gehen davon aus, dass die chinesische Regierung schrittweise und pragmatisch vorgehen wird, so wie sie es in den letzten vier Jahrzehnten der Reformen getan hat, auch wenn der Einstieg in den geplanten tiefgreifenden Wandel mit einigen Beeinträchtigungen verbunden war.

Grafik 3: Reichstes Quintil in China verdient zehnmal soviel wie das ärmste

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Quelle: Chinesische Statistikbehörde

Die Anleger mögen derzeit mit kurzfristigen Belastungen konfrontiert sein, doch dürften die Reformen langfristig vorteilhaft sein. Neue Vorschriften für die Bereiche Bildung, Gesundheit und Immobilien dürften das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhen, was höhere Ausgaben für Konsum und Dienstleistungen nach sich ziehen dürfte und die Wirtschaft stärker in diese Richtung lenken wird. Es wird könnte jedoch für Anleger schwieriger werden, in die drei Bereiche zu investieren, da sie die Eckpfeiler des Paradigmas vom gemeinsamen Wohlstand bilden werden.

Warum diese “drei Berge”?

Auf die drei genannten Bereiche entfällt der größte Teil der Ausgaben aus dem verfügbaren Einkommen der Chinesen. Rund 70 % der Ausgaben entfallen auf das Wohnen (OECD-Durchschnitt: 21 %). Zusammen mit Bildungs- und Gesundheitsausgaben können die drei Bereiche bis zu 90 % des verfügbaren Einkommens in China ausmachen. Das hemmt den Konsum in anderen Bereichen, auch wenn China versucht, seine Wirtschaft stärker auf Konsum und Dienstleistungen auszurichten.

Berg Nr. 1 - Bildung: Das jüngste regulatorische Eingreifen, das gewinnorientierten Unterricht in den Kernfächern verbietet und vorschreibt, dass der Unterricht nur an Schultagen stattfinden darf, schadet den privaten Bildungsunternehmen. Die kurzfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen bleiben aber begrenzt, da der Bildungssektor nur 4 % des BIP Chinas ausmacht. Langfristig erhofft sich die Regierung von den neuen Vorschriften mehr Zeit für Schüler und Eltern am Wochenende und in den Schulferien sowie geringere Ausgaben für die außerschulische Bildung und damit eine Steigerung des verfügbaren Einkommens. Es ist jedoch noch unklar, wie wirksam das sein wird, da die Schüler ihre Wochentage verlängern müssen, um Unterricht am Abend zu ermöglichen, und am Wochenende mehr außerschulischen Aktivitäten nachgehen dürften, was nicht unbedingt die gewünschten Auswirkungen haben wird.

Berg Nr. 2 - Gesundheit: Die chinesische Führung will die Kosten für die medizinische Versorgung senken. China hat Fortschritte bei der medizinischen Grundversorgung gemacht. Allerdings sind die Kosten für Medikamente aufgrund von Patenten und Einfuhrsteuern noch hoch. Für die Regierung hat die Senkung der Medikamentenkosten Priorität, aber es ist noch ein weiter Weg, um die Kosten der Gesundheitsversorgung insgesamt zu senken.

Berg Nr. 3 - Wohnen: Von den drei Bereichen, die die Regierung als Hindernis für den allgemeinen Wohlstand ausgemacht hat, ist der Immobiliensektor der größte. Sie will Mechanismen entwickeln, um die Immobilienpreise unter Kontrolle zu bringen, damit in der Bevölkerung ein Bewusstseinswandel stattfindet und die Spekulation mit Immobilien gebremst wird. So soll Chinas Wirtschaft weniger abhängig vom Immobiliensektor werden.

In diesem Zusammenhang ist der Fall von Evergrande von Bedeutung. Eigentumsbeschränkungen und Finanzierungszwänge haben den größten und am höchsten verschuldeten Bauträger an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Die politischen Maßnahmen zeigen, dass die Behörden angesichts der bestehenden Ansteckungsgefahr gesamtwirtschaftliche und finanzielle Belastungen in Kauf zu nehmen bereit sind.

Was die Steuerpolitik betrifft, so sehen die Behörden in der Grundsteuer das beste Mittel, um den Wandel voranzutreiben. Gegenwärtig werden Immobilien in China nur dann besteuert, wenn sie den Besitzer wechseln. Langfristig soll dies jedoch durch eine jährliche Steuer auf den Wert des Eigentums ersetzt werden. Die langfristigen Vorteile dürften folgende sein:

  • Nachhaltigere Finanzierung der Lokalregierungen: Steuern auf Grundstücksverkäufe sind eine wichtige Finanzierungsquelle für die lokale Verwaltungen in China. Eine Besteuerung des Immobilienbesitzes würde demgegenüber zu stabileren Steuereinnahmen führen und der Anreiz für die Kommunalverwaltungen entfiele, die Immobilienpreise hoch zu halten, entfiele. Trotz der Bemühungen der Regulierungsbehörden, die Staatsverschuldung zu kontrollieren, ist das Ausfallrisiko der lokalen Verwaltungen in den letzten Jahren gestiegen. Langfristig dürfte die Reform der Grundsteuer zu nachhaltigeren Einnahmen der Kommunen und einem geringeren Kreditrisiko führen.

Grafik 4: Einnahmen lokaler Körperschaften sind zunehmend von Grunderwerbsteuer abhängig

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Quelle: Wind

  • Bessere Wachstumschancen für die Industrie: Immobilien waren in den letzten 20 Jahren der Bereich mit der besten Entwicklung in China und machen daher einen großen Teil der Investitionen aus. Wenn es gelingt, den Motor des Wachstums von der Immobilienspekulation auf produktivere und umweltfreundlichere Investitionen umzustellen, sinkt die Rendite im Immobiliensektor und Investoren sollten langfristig eher bereit sein, ihr Kapital in das Verarbeitende Gewerbe zu investieren, was wiederum zu Produktivitätssteigerungen führen dürfte.

Chinas Finanzmärkte sind noch attraktiv

Die wichtigste Frage, die sich die Anleger weltweit derzeit stellen, ist die, ob Chinas Kapitalmärkte noch attraktiv sind. Wenn es der chinesischen Regierung gelingt, das verfügbare Einkommen der Bürger zu steigern, indem sie die Ausgaben der Verbraucher für die drei Sektoren Immobilien, Bildung und Gesundheit senkt, dann wären eine geringere Ungleichheit und mehr Innovationen ein plausibles Ergebnis. Da das Durchgreifen der Regulierungsbehörden nicht zu großen Kapitalabflüssen oder starken Schwankungen des RMB-Wechselkurses geführt hat, glauben wir, dass Chinas Kapitalmärkte langfristig attraktiv bleiben. Darüber hinaus gehen wir weiterhin davon aus, dass chinesische Staatsanleihen und der Renminbi langfristig besser abschneiden werden, auch wenn wir den Immobiliensektor genau auf Anzeichen eines Ansteckungsrisikos beobachten.

Unserer Ansicht nach wird der Erfolg des „Neuen China-Modells" weitgehend davon abhängen, wie gut die Politik umgesetzt wird. Dabei dürften eine bessere Berücksichtigung von Abfolge, Umsetzung und Kommunikation der Maßnahmen der Faktor sein, der über den Erfolg dieses historischen Versuchs der Umgestaltung der chinesischen Wirtschaft entscheidet. Auch wenn dieser Übergang Jahre in Anspruch nehmen wird, bleibt die chinesische Wirtschaft unseres Erachtens in den kommenden Jahren eine Quelle von Wachstum und soliden Anlageerträgen, sofern die Politik jetzt und in Zukunft gut konzipiert wird. Im Moment besteht jedoch noch große Unsicherheit, da das neue chinesische Modell gerade erst Gestalt annimmt.

Fidelity Solutions & Multi Asset

Fidelity Solutions & Multi Asset ist ein globales Team, das Portfolios mit einer breiten Palette von Anlageklassen managt -  darunter Aktien, Anleihen, Immobilien, Infrastruktur und andere alternative Investments. Das Team ist darauf spezialisiert, für Kunden ergebnisorientierte Strategien zu entwickeln und zu managen. Dabei kombiniert es mehrere Anlageklassen, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.

Zum 31. August 2021 verwaltete Fidelity Solutions & Multi Asset für institutionelle und private Kunden aus aller Welt ein Anlagevolumen von über 58 Mrd US-Dollar. Das Team deckt folgende Bereiche ab: Anlagemanagement, Asset Allocation, Research, Entwicklung von Kundenlösungen und Umsetzung. Es stützt sich dabei auf die operative Infrastruktur von Fidelity, arbeitet in den Hauptanlageklassen mit den Bottom-up-Investmentteams von Fidelity zusammen und nutzt deren umfangreiches globales Research.

Weitere Informationen zu Strategien und Services von Fidelity Solutions & Multi Asset erhalten Sie bei Ihrem lokalen Ansprechpartner bei Fidelity.

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