Kontakt MyFidelity Logout
Skip Header

ESG-Ratings: Ein Plädoyer für Vielfalt

Fidelity

Fidelity - Fidelity International

-

Je nach Ratingagentur erhalten Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeit durch ESG-Scores bewerten lassen, widersprüchliche Ergebnisse. Kritiker sehen darin ein Problem. Doch die Vielfalt der Bewertungsansätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten hat auch Vorteile.

Sinn und Zweck von ESG-Ratings stehen fest: Sie sollen die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von Unternehmen sowie die Qualität der Unternehmungsführung bewerten und vergleichbar machen. Nach Auffassung einiger Kritiker stiften unterschiedliche Ansätze der diversen Anbieter eher Verwirrung als für Klarheit zu sorgen. Denn die Ergebnisse unterscheiden sich nicht nur je nach Anbieter und angewandter Bewertungsmethode. Sie widersprechen sich manchmal sogar. Stellt sich die Frage: Welchen Nutzen haben widersprüchliche Ratings?

Warum ESG-Ratings voneinander abweichen

Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigte kürzlich, dass die Korrelationen zwischen den ESG-Ratings zwischen 0,38 und 0,71 liegen. Anders gesagt: Es gibt jede Menge Spielraum für Divergenzen. Betrachten wir den aktuellen Stand des ESG-Investings, lassen sich allerdings gute Gründe für diese Abweichungen finden.

  • Je nach Bewertungsmethode stehen unterschiedliche Faktoren von ESG im Fokus des Ratings und erhalten andere Gewichtungen.
  • Die verschiedenen Ratinganbieter arbeiten mit proprietären Datensätzen, die sie oft selbst erheben, nutzen zudem eigene KI-Tools für die Einschätzung.
  • Einige Ratings werden auf relativer Basis in einem spezifischen Sektor vorgenommen. Ander gelten auf absoluter Basis für das gesamte Universum.

Vorzüge von Divergenzen

Viele globale Regulierungsbehörden und Organisationen haben sich mit der Divergenz bei ESG-Ratings beschäftigt. Obwohl sie Herausforderungen erkennen, heben sie auch die Vorzüge der aktuellen Lage hervor. So stimmen Papiere der International Organization of Securities Commissions (IOSCO), des Financial Markets Standards Boards (FMSB) und der International Regulatory Strategy Group (IRSG) weitgehend überein darin, dass Märkte und Anleger von der Vielfalt an Ansichten, den unabhängigen Methoden, subjektiven Beurteilungen und dem Wettbewerb profitieren. Gleichzeitig warnen sie vor mechanistischen Ansätzen, die sich auf allzu simple ESG-Ratings verlassen.

Quantifizierbare Ratings schwer umsetzbar

Das Wirtschaftsmagazin Economist forderte jüngst in einer Titelstory, ESG-Ratings nur noch auf Basis klar quantifizierbarer Messgrößen wie etwa den Emissionen durchzuführen. Ein solcher datengestützter Ansatz ist jedoch aktuell kaum möglich. Das Carbon Disclosure Project (CDP), eine Non-Profit-Organisation, die den ökologischen Fußabdruck misst, hat zwar die Daten von mehr als 13.000 Unternehmen erhoben. Dennoch ist die Datenlage recht dünn. Nach Angaben des Index-Anbieters MSCI lag die Offenlegungsquote für Scope 1, also die direkten Emissionen und Scope 2 für indirekte Emissionen bei den im MSCI-ACWI-Index gelisteten Weltkonzernen unter 40 Prozent. Die Offenlegungsquote für Scope 3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette lag sogar unter 25 Prozent.

Versuche, das Problem unvollständiger Daten zu lösen, führen oft zu mehr und nicht zu weniger Unterschieden bei Ratings. Denn die Anbieter von Emissionsdaten versuchen, Lücken durch verschiedene Techniken zu schließen. Dazu gehören unter anderem Schätzungen und Rückgriffe auf externe Datenquellen, eigene Instrumente und von den Unternehmen angekündigte Ziele.

GHG DATA

-

Quelle: MSCI ESG Research LLC

Enger Fokus birgt Risiken

Liegt der Fokus nur auf Emissionen, kommen andere Faktoren von ESG zu kurz. Das birgt Gefahren. Denn die Unternehmensführung und das Verhalten eines Unternehmens in der Gesellschaft entscheiden maßgeblich darüber, ob angestrebte Ziele auch im Bereich der Nachhaltigkeit erreicht werden.

Wir argumentieren seit langem, dass Unternehmen, die ihre Stakeholder ignorieren, hier zwangsläufig ins Straucheln geraten werden. Ein bekanntes Beispiel ist der US-amerikanische Pharmariese Purdue Pharma. Produkte des Unternehmens gelten als ein maßgeblicher Treiber der Opioid-Krise in den Vereinigten Staaten. Der inzwischen insolvente Konzern steht nun vor der Auflösung. Einen Rückschlag erlebte auch Nikola Motor, ein börsennotierter Hersteller von Elektro-Lkws. Die rasante Aufstiegsstory erlebte einen harten Dämpfer, als der Firmengründer Investoren mit falschen Produktangaben getäuscht hatte.

Anleger müssen mitdenken

Die Bemühungen von Ratingagenturen und Aufsichtsbehörden, das Spektrum von ESG-Daten zu standardisieren und die Offenlegung zu verbessern, tragen irgendwann Früchte. Das heißt: Ratings werden sich auf Dauer besser vergleichen lassen und immer ähnlicher ausfallen. Bis dahin müssen Marktteilnehmer ihre Hausaufgaben selbst machen. Sie sollten verstehen lernen, welcher Prozess einem bestimmten ESG-Rating zugrunde liegt, oder sogar eine eigene Methode für ESG-Ratings entwickeln, wie es Fidelity mit seinem hauseigenen Nachhaltigkeitsrating getan hat. Gleichzeitig sollten Anleger anerkennen, dass unterschiedliche ESG-Ratings eine Vielfalt von Ansichten hervorbringen – und das ist nie etwas Schlechtes.

Alles Wichtige zur ESG-Regulierung

Die ESG-Regulierung kann große Chancen bieten. Denn nachhaltiges Investieren ist die Zukunft.

Biologische Vielfalt schützen – neue Anlagechancen entdecken

Anleger können entscheidend zum Erhalt lebenswichtiger Ökosysteme beitragen. Dabei eröffnen sich vielfältige Anlagechancen.

Wichtige Informationen

Dies ist eine Marketing-Information. Die Informationen dürfen ohne vorherige Erlaubnis weder reproduziert noch verbreitet werden. Die Informationen richten sich nur an professionelle Kunden und stellen keine geeignete Grundlage für die Öffentlichkeit oder Privatanleger dar.

Fidelity veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und gibt keine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlungen, außer wenn dies von einer entsprechend ermächtigten Firma in einer formellen Mitteilung mit dem Kunden verlangt wird.

Alle angegebenen Produkte und Dienstleistungen sowie alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die von Fidelity International. Fidelity, Fidelity International, das Logo Fidelity International und das Symbol F sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited.

Die Informationen können Informationen von Dritten enthalten, die nicht mit einem Unternehmen von Fidelity verbunden sind (Third-Party-Material). Fidelity war nicht an der Vorbereitung, Einbeziehung oder Anpassung solcher Third Party-Materialien beteiligt und bestätigt oder belegt diese Inhalte weder ausdrücklich noch implizit. Die hierin ggfs. enthaltenen Verweise auf bestimmte Wertpapiere sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dieser Wertpapiere zu verstehen, sondern dienen lediglich der Veranschaulichung. Anleger sollten auch beachten, dass die geäußerten Ansichten möglicherweise nicht mehr aktuell sind und dass Fidelity möglicherweise bereits auf sie reagiert hat. Das Research und die Analysen, die in dieser Dokumentation verwendet werden, wurden von Fidelity für den Gebrauch als Investmentmanager zusammengestellt und können bereits für eigene Zwecke verwendet worden sein. Dieses Material wurde von Fidelity International erstellt.

Herausgeber für professionelle Anleger und Vertriebspartner: FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus.

Herausgeber für institutionelle Anleger: FIL (Luxembourg) S.A., 2a, rue Albert Borschette BP 2174 L-1021 Luxembourg. Zweigniederlassung Deutschland: FIL (Luxembourg) S.A. - Germany Branch, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus; für den Bereich Betriebliche Vorsorge: FIL Finance Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus; für Privatkunden: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus.

Stand, sofern nicht anders angegeben: Oktober 2022.

MK14662