Die plötzliche Eskalation des Russland-Ukraine-Konflikts ist besorgniserregend und hat schwerwiegende Folgen für Wirtschaft und Finanzmärkte.

Bei unserer Vermögensallokation sind wir schon seit dem vierten Quartal 2021 zu einer vorsichtigeren Positionierung übergegangen. Daran werden wir angesichts eines drohenden Kriegs in Europa wohl auch festhalten.

Zu den größten Risiken gehört, dass der Konflikt auf die baltischen Staaten übergreifen könnte und damit die NATO zum Eingreifen zwingt. Aber auch eine weitreichende Unterbrechung der Energieversorgung in Europa, das 40 Prozent seines Gasbedarfs durch russische Lieferungen deckt, stellt eine ernste Bedrohung dar.

Wie wir in einem kürzlich erschienenen Artikel betont haben, sind die Volkswirtschaften weltweit über die Energiemärkte am stärksten miteinerander verbunden, und mit jeder weiteren Eskalation wächst das Risiko einer Stagflation. Die Währungshüter und allen voran die Europäische Zentralbank stehen somit vor einer noch größeren Herkulesaufgabe, denn ein weiterer Angebotsschock erschüttert das System.

Die Märkte müssen sich nun damit auseinandersetzen, wie wahrscheinlich ein Krieg in ganz Europa durch die jüngsten Entwicklungen geworden ist und was diese mittelfristig für die Wirtschaft bedeuten. Wie der Westen reagiert, wird entscheidend sein, denn die bisher verkündeten Sanktionen sind bestenfalls ein stumpfes Schwert.

Bei seinen taktischen Allokationen tendiert unser Team zu Asien mit Übergewichtung von China und den ASEAN-Regionen. Nach den letzten Korrekturen verfügen diese Regionen über einen Bewertungspuffer. Zudem profitieren sie von politischer wie wirtschaftlicher Unterstützung und werden kaum von den aktuellen geopolitischen Spannungen tangiert.

Der Ausblick für die nächsten zwölf Monate könnte sich durchaus aufhellen, denn wir befinden uns noch mitten im laufenden Konjunkturzyklus. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich die Inflation abschwächt, was es den Zentralbanken erlauben würde, eine weniger restriktive Haltung einzunehmen. Kurzfristig aber haben die Risiken erheblich zugenommen, und viel wird davon abhängen, wie es zwischen Russland und der Ukraine weitergeht.

Ein umsichtiges Risikomanagement wird in den nächsten Monaten von entscheidender Bedeutung sein. Unser Fokus wird dabei auf dem Schutz vor Verlusten liegen. Zudem gilt es, diese dynamische und komplexe Situation genau im Auge zu behalten.

Vorerst werden wir Risikoanlagen weiter untergewichten. Damit tragen wir der wachsenden Stagflationsgefahr und den geopolitischen Risiken Rechnung. Zudem werden wir die weitere Entwicklung genau beobachten und ein Wiederaufstocken unserer Risikopositionen in Betracht ziehen, wenn sich der richtige Zeitpunkt und die passende Gelegenheit dafür bieten.

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