Stellen Sie sich vor, Sie hätten 100 Euro in der Tasche. Würden Sie am Jahresende 5 Euro davon nehmen und in den Mülleimer werfen? Vermutlich nicht. Zumindest nicht absichtlich. Doch genau das geschieht gerade auf Ihrem Sparbuch oder Festgeldkonto – die Inflation nagt am Wert. Und bei einer Inflationsrate von beispielsweise 5 % sind am Jahresende 5 Ihrer 100 Euro weg. 

Ein mögliches Mittel gegen diesen schleichenden Wertverlust können Aktien sein, also Anteile an börsennotierten Unternehmen. Finanztest hält Aktienfonds daher für eines der besten Mittel gegen die krisenbedingt hohe Inflation.1 ETFs können für viele Anleger eine günstige Anlageform sein: Denn die „passiven“ Fonds bilden einfach bestimmte Märkte bzw. Aktienindizes nach. 

Aktien? Und was ist bei Krisen?

Tatsächlich sind Krisen die größte Angst vieler Anleger. Sie befürchten Kursverluste und meiden deshalb den Aktienmarkt. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Aktienkurse nach Krisen auch wieder kräftig steigen können.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. 

Also langfristig in Aktien-ETFs anlegen und Krisen aushalten? Vieles spricht dafür. Doch wenig spricht dagegen zu versuchen, ETFs noch ein wenig zu verfeinern. Genau an diesem Punkt kommen aktive ETFs ins Spiel. Wie ihre „rein passiven“ Kollegen orientieren sie sich eng an einem Vergleichsindex. Sie verfeinern die Zusammenstellung ihrer Anlagen jedoch. 

Bleibt die Frage, ob das in Krisenzeiten helfen kann. Und ob sich Risiken damit besser steuern und vielleicht verringern lassen. Schauen wir genauer hin.

1. „Schwarze Schafe“ bei der Nachhaltigkeit vermeiden

Missachtete Umweltstandards, unsoziales Verhalten, Führungs- und Kontrollschwächen: Das kann für Unternehmen in Krisenzeiten besonders gefährlich sein. Und für Anleger. Denn aufgedeckte Missstände können zu massiven Kursverlusten führen. Häufen sich solche Fälle, leidet auch ein breit streuender ETF darunter.

Unsere aktiven Nachhaltigkeits-ETFs zielen darauf, solche möglichen „schwarzen Schafe“ vorab auszusortieren. Dazu bauen wir auf den Erkenntnissen unserer Analysten auf. Auch unsere eigenen Ratings ziehen wir heran. Das klare Ziel: Im Durchschnitt 1 % besser abschneiden als der Vergleichsindex. Auch in Krisenzeiten! 

2. Unternehmen mit attraktiven Dividenden bevorzugen

Viele Firmen schütten auch in Krisenzeiten gute Dividenden aus. Für Anleger ist das eine schöne Ertragsquelle – gerade in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs. Zudem kann Dividendenstärke stabilisierend auf den Aktienkurs wirken: Denn eine starke Dividendenrendite spricht auch für die fundamentale Stärke eines Unternehmens.

Für unsere aktiven ertragsorientierten ETFs zählt vor allem Qualität, Qualität, Qualität. Darum nehmen wir hier nur dividendenstarke Qualitätsunternehmen in die Auswahl auf. Daraus entwickeln wir unsere eigenen Dividendenindizes. Diese wiederum folgen in fast allem dem breiten Markt (global, regional oder auf ein einzelnes Land bezogen): zum Beispiel beim Anteil verschiedener Branchen oder Firmengrößen. 

In diesen Punkten unterscheiden sich unsere aktiven ETFs also nicht vom Index. Der Unterschied liegt bei den einzelnen Titeln: Dabei lassen wir das Wissen unserer Analysten einfließen. So zielen wir darauf, mittel- bis längerfristig besser abzuschneiden als der Gesamtmarkt. Auch in Krisenzeiten!

3. Das Licht am Ende des Tunnels im Blick haben

Krise, Erholung, Krise, Erholung: Dieses Muster hat sich in vielen, vielen Jahrzehnten immer wieder gezeigt. In frühen Erholungsphasen hellt sich meistens die Nachrichtenlage auf; die Wirtschaft gewinnt an Schwung; die Kurse klettern nach oben. 

Anleger können das nutzen. Voraussetzung: Sie haben zum Ende der Krise in den Aktienmarkt investiert. Denn geht der Markt nach oben, gewinnen auch die breit anlegenden ETFs an Wert. Und die aktiven ETFs zielen darauf, diesen Weg zu glätten. Stichwort: „schwarze Schafe“ aussortieren und stabile Dividenden zu kassieren.

Fazit: Können aktive ETFs in Krisenzeiten helfen?

Um es klar zu sagen: Auch unsere aktiven ETFs folgen der Richtung des Gesamtmarkts. Sie investieren allerdings in Aktien, was gerade bei hoher Inflation wertvoll sein kann. Und sie streben eine bessere Entwicklung als der Gesamtmarkt an. In diesem Sinne könnten sie Anlegern also durchaus helfen, durch die bewegten Zeiten zu steuern.

Aktive ETFs verstehen: die 6 wichtigsten Fakten für Anleger
 

  • Aktive ETFs sind Fonds. ETFs sind im Grund ein „Korb“ von Unternehmen, so wie andere Fonds auch. ETF-Anleger kaufen also keine einzelne Aktie. Sie beteiligen sich stattdessen an einem gemeinsamen Anlagetopf.
  • Aktive ETFs orientieren sich oft an einem Marktindex. Also zum Beispiel einem weltweiten Index wie dem MSCI World. In einem typischen ETF sind dann dieselben Unternehmen enthalten wie im Index, mit dem gleichen Anteilsverhältnis. Darum nennt man diese Strategien auch „passiv“. Auch wenn sich die aktiven ETFs von Fidelity an Marktindizes ausrichten, verfeinern sie diese auf Basis unserer aktiven DNA.
  • Aktive ETFs können breit gestreut anlegen. So gehen etwa unsere ertragsorientierten und unsere Nachhaltigkeits-ETFs vor. Das gilt auch, wenn wir bestimmte Firmen aussortieren. Zum Beispiel, weil uns ihre Qualität oder ihr Nachhaltigkeitsprofil nicht überzeugen.
  • Unsere aktiven ETFs sind vielseitig. Weltweit, in Europa oder Asien; mit Fokus auf Nachhaltigkeit; oder bevorzugt in Unternehmen mit hohen Dividenden: Auch unsere aktiven ETFs bieten viel Auswahl.
  • Aktive ETFs sind ziemlich günstig. Die jährlichen Gebühren liegen nur bei wenigen Zehntel Prozentpunkten.
  • Aktive ETFs sind auf dem Vormarsch. So wie ETFs generell, bei denen deutsche Privatanleger kräftig zugreifen: Ende 2021 hatten sie fast 80 Mrd. Euro in ETFs angelegt. Das ist annähernd 30 x mehr als zehn Jahre zuvor.

    Quelle: https://www.brokervergleich.de/wissen/statistiken/etfs-zahlen-und-fakten/#in-deutschland-in-etfs-angelegtes-vermoegen

 

Quelle: Finanztest, 29.06.2022, https://www.test.de/Inflation-So-schuetzen-Sie-Ihr-Geld-5798291-0/

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