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Anlagestrategie im Ausnahmezustand: Das Update zum Krieg und den Folgen

Carsten Roemheld

Carsten Roemheld - Kapitalmarktstratege Fidelity International

An den Kapitalmärkten steigt mit jedem Kriegstag die Nervosität. Investmentexperten von Fidelity International erklären hier regelmäßig, wie die komplexe Lage die Anlagestrategie verändert.

Die Lage im Kriegsgebiet in der Ukraine ist äußerst dynamisch, die Nervosität an den Kapitalmärkten steigt. Um die aktuelle Situation und ihre Folgen für die Anlagestrategie einzuordnen, ordnen die Investment-Experten von Fidelity International in London und weltweit regelmäßig die Situation ein. In Podcasts und Webinaren (in englischer Sprache) spricht Anlagestratege Carsten Roemheld Woche für Woche über das internationale Marktgeschehen. Die wichtigsten Erkenntnisse fassen wir hier aktuell zusammen. 

Die Kernaussagen vom 31. März: Warten auf die Notenbanken von Salman Ahmed, Global Head of Macro and Strategic Asset Allocation Fidelity International
 

  • Der Krieg und die Sanktionen entfalten vor allem drei wesentliche Risiken: Da sind zunächst einmal die direkten Schockwirkungen auf die Rohstoffpreise, verbunden mit großer Unsicherheit und vielen Zweit- und Drittrundeneffekten . Zweitens ist der Finanzsektor von Sanktionen betroffen, die möglicherweise noch weiter gegen könnten. Drittens kommen die weithin offenen mittel- und langfristigen politischen Folgen für die Weltordnung hinzu. 
  • Während bereits seit der Krim-Annektion nicht mehr so stark eingebunden ist ins globale Finanzsystem, so dass die Risken hier begrenzt sind, zeigt sich der Staat In Bezug auf Rohstoffe weiterhin als Supermacht. Russland versorgt große Teile der Welt mit Energierohstoffen, Edelmetallen und gemeinsam mit der Ukraine auch mit Verbrauchsgütern vor allem im Agrarsektor. Damit bleiben die Inflationsrisiken eines fortgesetzten und gegebenenfalls eskalierenden Kriegs für den Westen hoch. Das bereits in den Wochen zuvor skizzierte Szenario einer Stagflation vor allem in Europa wird immer wahrscheinlicher.
  • Wie lang eine solche Stagflation dauern kann, ist noch offen. Verglichen mit dem Öl-Schock der 1970er Jahre, der für ein Jahrzehnt des Stillstands an den Kapitalmärkten sorgte, sind die Voraussetzungen diesmal anders. Erstens ist die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht mehr so absolut wie damals, der Schock war also noch größer. Zweitens war auch die Therapie damals eine andere, denn die Notenbanken kurbelten damals mit massiven Zinssenkungen die Nachfrage an, um eine Rezession zu verhindern.
  • Aktuell sind die Notenbanken nicht zu einer solchen Schocktherapie bereit. Im Gegenteil: Die US-Notenbank hatte zuletzt eine Straffung der Zinsen beschlossen, die nun zwar womöglich nicht mehr ganz so schnell vonstattengeht. Eine erneute Kursumkehr ist aber nicht vorgesehen. Auch Europa steht eher vor Zinserhöhungen als vor weiteren Zinssenkungen. Der weitere Konjunkturverlauf wird stark vom Handeln der Notenbanken abhängen. 
  • Die hohe Inflation hilft Staaten zudem, ihre hohen Schulden abzubauen. Breits das deutet darauf hin, dass eine Rückkehr zu einem 2-Prozent-Inflationsziel nicht so schnell wieder Realität werden wird. In den kommenden Monaten wird es wirtschaftspolitisch entscheidend sein, den Balanceakt zwischen Inflation und Wachstum zu schaffen. Dabei ist es für Notenbanken und Fiskalpolitik immer schwieriger, ein Soft Landing hinzubekommen, solange die Inflation so hoch und vor allem angebotsgetrieben bleibt.  Zu erwarten ist eine moderate Rezession in Europa, während in USA das Wachstum leicht positiv bleiben kann, wenn die US-Notenbank Fed nicht zu stark die Zinsen anhebt. 
  • An den Anleihemärkten spiegelt sich die große Unsicherheit aktuell in den Spread-Verläufen wider. Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung an den Aktienmärkten mit einer gewissen Verzögerung folgen wird. 

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Stand, soweit nicht anders angegeben: April 2022. MK13953