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Asien: China diktiert den Kurs

Martin Dropkin

Martin Dropkin - Head of Asian Fixed Income

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Asiens Wachstumstreiber bleiben auch im Jahr 2022 intakt. Gleichwohl dürften sich die Kapitalmärkte von Land zu Land sehr unterschiedlich entwickeln, während sich die globale Erholung von der Pandemie fortsetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die drohende Pleite des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande ist kein „Lehman-Moment“ für die Region. Stattdessen dürfte sich die Lage 2022 merklich entspannen.
  • Im Jahr 2020 gab China den Takt vor, 2021 wurde der Staffelstab an Indien und andere Regionen im Asien-Pazifik-Raum weitergereicht. Auch 2022 bleibt die Region attraktiv.
  • An den Anleihemärkten sind asiatische Hochzinsanleihen besonders aussichtsreich. Angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren sollten Anleger auf eine breite Streuung achten.

2022 werden die politischen Entscheidungsträger rund um den Globus alles daransetzen, den Aufschwung auf Kurs und die Inflation unter Kontrolle zu halten. Dadurch müssen sich Asiens Nationen auf ein schwieriges externes Umfeld einstellen. Das Streben vieler Länder nach der sogenannten Netto-Null, also einer ausgeglichenen Klimabilanz, übt derweil Druck auf das Preisniveau und die Energieversorgung aus. Daraus folgt ein Balanceakt, dem Anleger besondere Aufmerksamkeit schenken sollten. Nur so können sie einschätzen, wie die einzelnen Märkte in Asien-Pazifik für 2022 aufgestellt sind. 

China

China war 2020 die erste Volkswirtschaft, die von der globalen Pandemie-Welle erfasst wurde – sowie die erste, die es aus eigener Kraft wieder herausschaffte. Damit gab die Volksrepublik sowohl im asiatisch-pazifischen Raum als auch weltweit den Takt an. Im Jahr 2021 änderte sich die Lage grundlegend. Regulatorische Eingriffe und Herausforderungen wie die Unterbrechung der globalen Lieferketten oder Energiepreisschocks beeinträchtigten die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik massiv. Im Jahr 2021 haben Chinas politische Entscheidungsträger außerdem der Ungleichheit den Kampf angesagt und versucht, strukturelle Ungleichgewichte wie die übermäßige Verschuldung oder den potenziellen Missbrauch von Monopolstellungen anzugehen. Das hat kurzfristig für Unsicherheit gesorgt, dürfte das Wachstum des Landes aber mittel- bis langfristig nachhaltig stärken.

In den nächsten Monaten könnte sich die Stimmung gegenüber China erneut wandeln. 2021 war geprägt von starken Schwankungen an den chinesischen Kapitalmärkten, als Resultat der konservativen Fiskal- und Geldpolitik sowie der strengen Regulierungsmaßnahmen unter anderem in den Bereichen Technologie, Immobilien und Bildung. Dieser Druck scheint zumindest kurzfristig abgeklungen zu sein. Auch die vom strauchelnden Immobilienentwickler Evergrande ausgelösten Marktverwerfungen sind unseres Erachtens kein „Lehman-Moment“ für das Land. 

Stattdessen sehen wir Spielraum für eine Entspannung in den kommenden Quartalen. Angesichts des Ausverkaufs im Jahr 2021 werden chinesische Wertpapiere aktuell auf einem recht attraktiven Niveau gehandelt, insbesondere im Vergleich zu historischen Bewertungen. Wir sind optimistisch, dass Anleger 2022 ein anderes Bild von China zu sehen bekommen.

Indien, Südostasien

Angesichts der hohen Bewertungsprämien, mit denen Anlagen aus Indien zuletzt gehandelt wurden, würde es uns nicht überraschen, wenn es zu einer gewissen Konsolidierung käme oder das Land in eine Phase mit niedrigeren Renditen eintreten würde. Gleichwohl sehen wir in der Region sowie in den Ländern Südostasiens nach wie vor gute Chancen für Anleger. Die fundamentale Basis für Wachstum bleibt im Großen und Ganzen erhalten, einschließlich günstiger demografischer Entwicklungen und Trends sowie der zunehmenden Digitalisierung. 

Vorbereiten auf die Inflation

Der Inflationsdruck steigt rund um den Globus stark an und beeinflusst damit auch die Geldpolitik zunehmend. Welche Auswirkungen hat das auf Asiens Kapitalmärkte? Nun: Entgegen vielen Meinungen glauben wir nicht, dass dies zu einem starken Gegenwind führen wird. Anders als beim Start des letzten Zinserhöhungszyklus 2015-2016 befinden sich Asiens Volkswirtschaften heute in einer wesentlich stärkeren Position. Viele verfügen über solide Währungsreserven, weil steigende Exporte und andere Kapitalzuflüsse zu hohen Leistungsbilanzüberschüssen geführt haben. Hinzu kommt, dass die Inflation in Asien zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten niedriger ausfallen könnte als in anderen Teilen der Welt. 

Wo sollten Anleger in diesem Umfeld nach attraktiven Renditequellen Ausschau halten? An den Anleihemärkten lohnt sich der Blick auf asiatische Hochzinsanleihen. Sie bieten trotz der jüngsten Unsicherheit um eine mögliche Evergrande-Pleite immer noch Chancen. Angesichts der voraussichtlich anziehenden Inflation sollten Investoren aber auch über eine breitere Streuung nachdenken. In Zeiten mit steigendem Preisniveau haben sich in der Vergangenheit vor allem die Aktienmärkte in Japan und Australien als widerstandsfähig erwiesen. Sie erwirtschafteten nicht nur attraktive Gesamtrenditen für Aktionäre, sondern schützten auch vor Kursverlusten.

Zum Schluss noch eine grundsätzliche Einschätzung zu den Ertragsaussichten. Auch wenn die Erholung von Land zu Land unterschiedlich ausfiel, erwiesen sich die asiatischen Schwellenländer insgesamt zuletzt als erstaunlich robust. Viele Unternehmen gingen jüngst neu an die Börse. Damit hat sich auch die Zusammensetzung der regionalen Märkte verschoben. Wachstumsstarke Unternehmen aus Sektoren wie Gesundheit, E-Commerce und Software spielen eine wichtigere Rolle, da sie auf sich selbst verstärkende Trends wie Digitalisierung setzen. Letztlich könnte das dazu führen, dass die Bewertungen in der Region im Durchschnitt ansteigen.
 

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