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Das Wirtschaftsklima kühlt sich ab

Salman Ahmed

Salman Ahmed - Global Head of Macro and Strategic Asset Allocation

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Das Jahr 2022 wird von großen Entscheidungen geprägt sein: Die Regierungen weltweit müssen die Kosten der Energiewende abfedern. Die Inflation beschäftigt die Notenbanken. Und China steht vor der Frage, ob, wann und wie es die Immobilienbranche unterstützen will. Politische Entscheidungsträger handeln 2022 ständig in der Abwägung zwischen Gegenwart und Zukunft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Inflation wird länger anhalten als prognostiziert. Das wird die Zentralbanken und die Politik unter Druck setzen.
  • Die Klimawende wird zu Ungleichgewichten und steigenden Preisen führen. Die Politik muss sich entscheiden, ob sie die politischen Kosten für hohe Preise heute oder für zu langsames Handeln in der Zukunft in Kauf nehmen will. 
  • China hat mit seinen Reformen das eigene Wirtschaftswachstum abgeschwächt. Wie das Land jetzt damit umgeht, wird auch die Weltwirtschaft beeinflussen.

2022 schlägt die Coronakrise ihre hoffentlich letzten Wellen durch die Weltwirtschaft – sofern uns nicht eine noch gefährlichere Variante einen Strich durch die Rechnung macht. Die Krankheit könnte langfristig endemisch werden und damit zu einem anhaltenden, aber kontrollierbaren Risiko. Sobald sich die Lage beruhigt hat, wird auch das Ungleichgewicht auf den Märkten abklingen – darauf spekulieren zumindest die Zentralbanken. Sie gehen davon aus, dass dann der Inflationsdruck nachlassen wird.

Die Inflation hält an

Das sehen wir anders: Wir sind überzeugt, dass die Inflation länger anhalten wird. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass sie auch nicht auf das Vorkrisen-Niveau zurückkehren wird, wenn die Lage sich beruhigt. So steigen aktuell in den USA die Löhne von Geringverdienern genauso wie die Wohnkosten – hier kommt womöglich eine Lohn-Preis-Spirale in Gang. Die Klimapolitik treibt die Inflation ebenfalls weiter an. 

Steigende Preise bringen die Zentralbanken in eine Zwickmühle: Sollen sie die Zinsen niedrig halten und damit das Wachstum stützen, auch, wenn das die Inflationsrate weiter steigen lässt? Oder heben sie die Zinsen an und bremsen neben der übermäßigen Inflation auch die Wirtschaft aus? Hinzu kommt Druck von außen: Einerseits sollen US-Notenbank und Europäische Zentralbank die Inflation eindämmen, andererseits die Fiskalpolitik unterstützen und die Schuldenlast der Staaten durch niedrige Zinsen erträglich halten. Die Situation verschärft sich in den USA genauso wie in Europa: Subventionen im Zuge der Pandemie laufen aus, während die großen Haushaltsdefizite bleiben. Der Spielraum für politische Fehler ist gering, was sie umso wahrscheinlicher macht. 

Die Kosten des Klimawandels aufteilen

Die Energiewende wird zwangsläufig ebenfalls Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. In Zeiten, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden sich auch die CO2-Abgaben erhöhen. Die aktuelle Energiekrise zeigt, welche Auswirkungen Teuerungen auf die alte wie die neue Wirtschaft haben können – gerade, wenn Vorräte knapp werden. Regierungen weltweit stehen vor einem Balanceakt: Sie müssen entscheiden, welche Kosten der Energiewende sie heute ihrem Land aufbürden können – und welche sie verschieben, wohl wissend, dass ein Zögern die Klimawende-Kosten in Zukunft noch steigern dürfte. 
Das Gleichgewicht zu finden, wird eine der großen Aufgaben der kommenden Jahre sein und das Tempo der weiteren Entwicklung bestimmen. Positiv zu bewerten ist, dass privates Kapital verstärkt in Technologien zur Dekarbonisierung fließt, sodass nachhaltige Investitionen für die Volkswirtschaft und die Politik immer relevanter werden.

China setzt auf drei zentrale Reformen 

Währenddessen hat China mit seiner eigenen Reformagenda zu kämpfen. Hier nimmt gerade ein neuen Wachstumsmodell Gestalt an: So hat die Staatsführung Reformen in drei Sektoren angestoßen. Sie will das Gesundheitswesen, den Bildungssektor und die Immobilienbranche verändern, um die wachsende Ungleichheit in der Bevölkerung zu reduzieren. Die Reformen verlangsamen das Wachstum, das durch die Pandemie sowieso schon geringer ausfällt. Wir sind überzeugt, dass die negativen Auswirkungen der Regulierungen noch einige Quartale anhalten werden. Im Jahr 2022 wird die Regierung entscheiden müssen, ob sie ihren Reformkurs weiterverfolgt oder dereguliert. 

Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die chinesische Staatsführung ihren Reformeifer etwas bremsen könnte. Ob und wie schnell daraus konkrete Handlungen werden, die beispielweise den zuletzt instabilen Immobilienmarkt und das Wachstum stützen, das wird nicht nur Einfluss auf das Wirtschaftswachstum Chinas nehmen, sondern die Wirtschaft weltweit betreffen.
 

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