Unter Anlegern kommt es immer wieder zum Kräftemessen zwischen aktiv gemanagten Investmentfonds und passiven Produkten, sogenannten ETFs. Fans der zweiten Kategorie argumentieren vor allem mit niedrigeren Kosten. Doch die Vergleiche hinken. Und: Billig ist nicht immer preiswert.

Wer heutzutage Geld anlegen möchte, hat die Qual der Wahl: Immer mehr Finanzprodukte stehen zur Verfügung – und auch wenn das eine richtig gute Nachricht ist, macht es die Entscheidungsfindung nicht gerade leichter. Ein gutes Beispiel dafür bietet die Welt der Investmentfonds. Grob gesagt gibt es dafür zwei Wege: Anleger können zu aktiv gemanagten Investmentfonds greifen, für die ein Team von Managern Tag für Tag nach den besten Anlageideen sucht, um darin zu investieren. Alternativ haben sich in den vergangenen Jahren auch sogenannte passive Fonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) etabliert. Sie bilden die Kursentwicklung eines bestimmten Marktes Eins zu Eins ab. Beliebt sind beispielsweise ETFs, die sich am MSCI World Index orientieren, der wiederum die Entwicklung von weltweit rund 1.600 Unternehmen erfasst.

Die Wahl ist auch eine Preisfrage. ETFs erscheinen auf den ersten Blick nämlich häufig günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Der Grund dafür ist simpel: Bei aktiven Fonds müssen Anleger zusätzlich zu den Gebühren für den Handel an der Börse immer auch Verwaltungsgebühren für die Menschen zahlen, die die Titel für den Fonds auswählen. ETFs, die automatisch per Computer verwaltet werden, sind hier also im Vorteil.

Der zweite Blick entscheidet

Nur: Der Vergleich hinkt. Denn den höheren Kosten steht auch eine Leistung gegenüber, die passive Produkte nicht bieten können: Professionelle Fondsmanager kümmern sich um das Vermögen im Fonds. Sie wählen Titel aus und stellen sie zusammen. Dazu betreiben sie Recherchen, werten Daten aus, sprechen regelmäßig mit einzelnen Unternehmen. Ihr Ziel: sie wollen das Vermögen ihrer Kunden vermehren - und besser sein als irgendein Index.

Breite Palette entdecken

Egal ob passiv oder aktiv – mit dem Fidelity Fondsfinder entdeckt jeder Anleger das passende Produkt. Entdecken und filtern Sie über 8.000 Fonds sowie mehr als 700 ETFs und finden Sie die Anlage, die mehr aus Ihrem Geld macht.

Profis widerstehen dem Herdentrieb

Nicht alle aktiv gemanagten Fonds schaffen das, bieten also höhere Renditen als der breite Markt. Doch hat zuletzt die Covid-19-Pandemie gezeigt, dass das nicht alles ist. Aktives Management kann nämlich gerade in schwierigen Zeiten zudem Verluste begrenzen. Wenn also der gesamte Markt wie im vergangenen März einbricht, können Fondsmanager gegensteuern und Titel schnell verkaufen. Als Profis wissen sie dabei, wie man dem Herdentrieb an Börsen widersteht. Passive Indexfonds laufen dagegen immer mit der Herde – zeigen also in schwachen Marktphasen ebenfalls Schwächen.

Aktives Management kann aber auch in Boom-Zeiten geldwerte Vorteile bieten. Profis, die sich intensiv mit einem Thema, einer Branche oder einer Region beschäftigen, sind beispielsweise immer wieder in der Lage, früh neue aufstrebende Unternehmen zu erkennen oder „Hidden Champions“ zu finden, also Marktführer, die kaum jemand auf dem Zettel hat. Eine solche Selektion kann bei ETFs nicht stattfinden.

Und wie geht’s weiter?

Sie sind sich nicht sicher, für welches Produkt Sie sich entscheiden sollen? Dann sprechen Sie mit einem unserer Experten!

Fazit: Kein entweder, oder

Anleger sollten nicht die Kosten, sondern auch die Konstruktion passiver Investments im Blick behalten, wenn sie diese mit aktiven Fonds vergleichen. Und noch etwas ist wichtig: Anleger müssen sich gar nicht zwischen aktiven und passiven Produkten entscheiden. Es ist genauso gut möglich, beide Produkte dort einzusetzen, wo sie sich besonders gut machen.

So können Anleger die Vorteile günstiger ETF nutzen und gleichzeitig mit aktiv gemanagten Fonds Erträge optimieren. Welche Fonds sich dafür am besten eignen, ist von ganz unterschiedlichen Faktoren abhängig: Sparziele, Sparraten, Risikobereitschaft und Anlagehorizont gehören dazu. Wer dabei Hilfe sucht, sollte einen Experten zu Rate zu ziehen.

 

MK12306

Das könnte Sie auch interessieren

September 2021 - Delta-Variante bremst Wirtschaftsaufschwung

Die hochansteckende Delta-Variante verbreitet sich immer stärker.


Tappe & Telschow

Tappe & Telschow

Marktbericht

Ist die Welt noch zu retten?

Um die Klimakatastrophe zu verhindern, müssen wir alle unseren Beitrag leiste…


Carsten Roemheld

Carsten Roemheld

Kapitalmarktstratege Fidelity International

Bundestagswahl: Warum das Großereignis für die Märkte keine Rolle s…

Der Wahlkampf geht in den Endspurt und wird aktuell zum medialen Top-Thema. D…


Carsten Roemheld

Carsten Roemheld

Kapitalmarktstratege Fidelity International