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China braucht weiterhin eine gesunde Wirtschaft

Andrew McCaffery

Andrew McCaffery - Global CIO, Asset Management

Nach dem Ende des Parteitags der Kommunistischen Partei sind die Kurse chinesischer Aktien stark gefallen. Dabei hinterlassen die Ereignisse der Woche für Fidelity CIO Andrew McCaffery ein differenzierteres Bild. Seine Analyse der Lage und Aussichten.

 

Der 20. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas hat am vergangenen Wochenende ohne große Überraschung geendet. Präsident Xi Jinping wurde als Generalsekretär der Partei für eine dritte Amtszeit bestätigt und ein neuer siebenköpfiger Ständiger Ausschuss gewählt. Einige Kommentatoren sehen Xis Wiederwahl und die Neubesetzung des Ausschusses als Zeichen dafür, dass sich die Politik in Zukunft ganz auf soziale Fragen konzentrieren wird. Im Kern geht es um das Versprechen des „gemeinsamen Wohlstands“, das Xi ausgegeben hat und dem er zuletzt auch die Wachstums- und Innovationspolitik unterordnete. Unserer Meinung nach sind solche Bedenken aus mehreren Gründen unangebracht.

 

Grund 1: Wirtschaftswachstum bleibt der Schlüssel zu Chinas Wohlstandsziel

Präsident Xi hat auf dem Parteitag die Bedeutung des Wachstums in vielen Sektoren deutlich bekräftigt, von aufstrebenden und strategischen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, IT und Biopharmazie bis zu Infrastruktur und Hochtechnologie. Sein Verweis zum Aufbau eines „gesünderen Chinas“ dürfte sich zudem positiv auf den Gesundheitssektor auswirken und auf den Konsum im Bereich Sport und Kultur. Ein zentrales Thema bleibt darüber hinaus die Sicherung einer nachhaltigen Zukunft. Wir gehen daher davon aus, dass China seine Führungsrolle im Bereich der umweltfreundlichen und kohlenstoffarmen Technologien weiter ausbauen wird. 

 

Grund 2: China wird sich wieder öffnen

Zwar gab es keine Änderung der Zero-Covid-Politik, doch Präsident Xi hat zugleich auf die globale Öffnung Chinas hingewiesen, die sich im nächsten Jahr nach unserer Einschätzung fortsetzen wird. Auch wenn der Kongress keine generelle Änderung der Null-Covid-Strategie brachte, wird die Politik doch optimiert: Die Pläne für eine künftige „dynamische Null-Covid-Politik“ reichen von einer Abkehr der vollständigen Abriegelung einzelner Städte bis zur Möglichkeit, die Politik neu zu bewerten, wenn die Weltgesundheitsorganisation ihre übergreifende Meinung zum Virus ändert. Sollte die jüngste Änderung des Ansatzes in Hongkong erfolgreich sein, dann könnte dies im ersten Quartal 2023 auch in Festlandchina erprobt werden. Das würde zu einer nachhaltigen Änderung der wirtschaftlichen Erwartungen und Bedingungen führen. 

 

Grund 3: Während ausländische Anleger ihr Engagement reduzieren, kaufen die Chinesen zu

Chinas Aktienmärkte erlebten in den vergangenen Tagen einen Ausverkauf. Am 24. Oktober summierten sich die Verkäufe ausländischer Anleger über den sogenannten Northbound-Handelskanal der Börse Stock Connect auf insgesamt 9,25 Mrd. Chinesische Yuan (CNY) oder umgerechnet rund 1,3 Mrd. Euro, eine Größenordnung nah dem diesjährigen Tagesrekord von 16 Mrd. CNY. Maklerberichten zufolge stammen rund 80 Prozent der Verkäufe von Anlegern aus der EU und den USA. Im Gegensatz dazu erwiesen sich die einheimischen Anleger als Nettokäufer. Gemessen an den Zahlen des für inländische Anleger maßgeblichen „Southbound-Trading“-Kanals der Stock Connect waren hier die Kauforders in der Überzahl. 

Jüngere Wirtschaftsdaten haben positive Anzeichen geliefert, die Fundamentaldaten vieler Unternehmen sind weiterhin intakt. Die Verkäufe aus dem Ausland betrafen auch eine Reihe von Unternehmen, die laufend Cashflow generieren, Dividenden zahlen und keine Schulden haben. Wir halten die ausländischen Verkäufe dementsprechend für etwas übertrieben. 

 

Fazit: Geduld ist gefragt

Wir befinden uns in China weiterhin in einem Bärenmarkt. Die wirtschaftliche Erholung wird erst schrittweise erfolgen. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, die Bedenken auszuräumen, möglicherweise braucht es dazu auch mehr Klarheit darüber, wie die neue Führung die Wirtschaft wieder in Schwung bringen will. Auf den Kongress folgen dazu in den kommenden Monaten wichtige Wirtschaftstreffen, beginnend mit der jährlichen Zentralen Wirtschaftskonferenz der chinesischen Zentralregierung im Dezember. Auch die chinesische Zentralbank verfügt nach wie vor über Instrumente, um das Wachstum bei Bedarf zu stützen. China befindet sich hier in einer anderen Position als die westlichen Länder. 

Möglicherweise wird auch die chinesische Führung in nächster Zeit weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft ergreifen. Der Immobiliensektor wurde auf dem Kongress nicht ausdrücklich erwähnt. Im Vorfeld der Konferenz gab es aber mehrere politische Maßnahmen zur Unterstützung des Marktes. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Umstrukturierung des Sektors weitergeht, um stabilere und nachhaltigere Preise zu erreichen. 

Auf geopolitischer Ebene könnte schließlich ein Treffen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden am Rande des G20-Gipfels in Bali Mitte November einen Schritt in Richtung einer Stabilisierung der Beziehungen bedeuten.

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Stand, soweit nicht anders angegeben: Oktober 2022. 


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