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September 2021 - Delta-Variante bremst Wirtschaftsaufschwung

Tappe & Telschow

Tappe & Telschow - Marktbericht

Die hochansteckende Delta-Variante verbreitet sich immer stärker. Das dämpft die Konsumlaune der Menschen und schürt Sorgen vor neuen Beschränkungen im Herbst. Was die jüngsten Entwicklungen bei Wachstum und Inflation für Anleger bedeuten.

  • Die immer stärkere Verbreitung der Delta-Variante von Sars-CoV-2 erweist sich für die Weltwirtschaft zunehmend als Wachstumsbremse. 
  • Die schärfere Regulatorik in China belastet die Schwellenländer.
  • In Summe bleibt das Umfeld für Aktien neutral. Rücksetzer an den Kapitalmärkten sind nicht auszuschließen, eröffnen aber Chancen für einen günstigen Einstieg.

Ist das Sommerloch endlich vorbei? Wo liegen die aktuellen Chancen an den Märkten?


Die Einschätzung unserer Experten aus der Privatkundenbetreuung Andreas Telschow und Maurice Tappe zu diesem Thema können Sie hier sehen:

Die Fußgängerzonen sind voll, die Menschen verreisen, besuchen Restaurants und Konzerte: Nach Monaten des Stillstands läuft das Leben und damit die Wirtschaft in vielen Ländern wieder rund. Doch je näher der Herbst rückt, desto mehr kehren die Sorgen vor erneuten Schließungen und Kontaktbeschränkungen zurück. Besonders die Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante von Sars-CoV-2 bremst die Konsumlaune der Menschen zunehmend aus.

Die USA und Großbritannien vermeldeten im August sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe einen drastischen Rückgang bei der Zahl der Neuaufträge. Und in Neuseeland führte die Regierung wegen eines Delta-Ausbruchs vor Kurzem erneut landesweite Kontaktbeschränkungen ein. Die neuseeländische Notenbank nahm daraufhin Abstand von ihrem Plan, die Zinssätze in den kommenden Monaten wieder anzuheben.

Löhne steigen weiter

Die unsteten Zukunftsaussichten machen sich bereits in der Preisentwicklung bemerkbar. Die vergangenen Monate waren vor allem von einer starken Nachfrage nach Konsumgütern und zyklischen Produkten wie Autos geprägt, die das Angebot zum Teil deutlich übertraf und damit die Preise in vielen Branchen massiv steigen ließ. Mit dem sinkenden Konsum hat sich die Lage nun etwas entspannt: Die Inflation ging zurück, da die Aufholeffekte nach bestimmten Gütern wie Autos nachgelassen haben. Sie bleibt aber im historischen Vergleich hoch. Auch die Löhne stiegen unverändert weiter, da die Zahl der offenen Stellen das Angebot an Arbeitskräften übertraf.

Die US-Notenbank (Fed) sieht daher auch weiterhin keinen Anlass, von ihren Plänen abzusehen, ihre milliardenschweren Anleihekäufe noch in diesem Jahr zurückzufahren. Auf der wichtigsten Jahreskonferenz in Jackson Hole bekräftigte Zentralbankchef Jerome Powell nochmals die Notwendigkeit zu diesem Schritt. Gleichzeitig kündigte er an, den genauen Zeitplan vom weiteren Verlauf der Wirtschaft abhängig zu machen.

Ultralockere Geldpolitik am Zenit angelangt

Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen einmal mehr, vor welchen Herausforderungen Regierungen und Zentralbanken inmitten der Pandemie stehen. Wachstum und Inflation lassen sich kaum mehr auf längere Sicht prognostizieren, wenn Virusmutationen den Takt der Wirtschaft diktieren. Dennoch liefert die Datenlage zumindest starke Indizien dafür, dass sich das Wachstum künftig verlangsamen wird. Es ist auch davon auszugehen, dass die ultralockere Geldpolitik ihren Zenit erreicht hat.

Schließlich sollten Anleger ihren Blick auch auf die Schwellenländer richten. Neben dem langsamen Impffortschritt dämpfen vor allem die jüngsten Regulierungswellen in China den Ausblick für die Region. Präsident Xi Jinping hat dem sozialistischen Ideal des „Wohlstands für Jedermann“ neue Priorität eingeräumt. Was mit Richtlinien gegen einzelne Konzerne begann, hat sich zu einer Flut ausgeweitet, die ganze Geschäftsmodelle obsolet macht. So dürfen Online-Anbieter von Nachhilfeunterricht im Reich der Mitte zum Beispiel seit Juli nur noch gemeinnützig arbeiten. Die Aktienkurse börsennotierter Bildungsunternehmen brachen daraufhin ein.

Aktien weiter attraktiv, aber Rückschläge möglich

Offen bleibt, ob es sich bei Pekings hartem Durchgreifen um einen echten Paradigmenwechsel handelt oder doch nur um eine Momentaufnahme. Das Marktumfeld für China-Aktien sowie Wertpapiere aus Regionen, die stark vom Reich der Mitte abhängig sind, bleibt somit volatil. Gleiches gilt für Aktien aus Ländern, in denen die Impf-Kampagne nur schleppend vorankommt – das betrifft vor allem Schwel¬len¬na¬tio¬nen und solche aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Aktien aus den Industrieländern dürften ihren aktuellen Renditevorsprung vorerst beibehalten.

Auf dem Anleihemarkt eröffnen sich Chancen vor allem im höher verzinsten Bereich. Insgesamt tun Investoren gut daran, bei der Auswahl der Wertpapiere wählerisch zu bleiben und einen Teil ihres Vermögens in Bargeld zu halten. Denn volatile Zeiten sind immer auch eine Gelegenheit, bei kurzfristigen Ausschlägen nach unten günstig einzukaufen.

Fazit

Noch läuft die Wirtschaft rund, doch das Wachstum schwächt sich bereits ab. Die Delta-Variante von Sars-CoV-2 verunsichert Verbraucher, Politiker und Währungshüter gleichermaßen – Prognosen für die Zukunft gestalten sich entsprechend schwierig. Die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte bleibt deshalb auch in den kommenden Monaten schwer vorhersehbar. Anleger sollten vorsichtig bleiben.

Kapitalmarkt-Blog mit Carsten Roemheld

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