Auf die Erschütterung durch eine Krise folgen nicht selten neue staatliche, wirtschaftliche und soziale Strukturen. Die globale Finanzkrise etwa hat eine Ära niedriger Zinsen, geringen Wachstums und wiederholter Eingriffe durch die Zentralbanken eingeläutet. Die Covid-19-Pandemie hat nun das Potenzial, ebenfalls langfristige Veränderungen zu verursachen.

Staaten und Zentralbanken stützen die Weltwirtschaft heute in einzigartigem Maße. Doch die großen Herausforderungen dieser Krise – die fallende Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und eine schwere Rezession – könnten eine neue Wirtschaftsordnung herbeiführen, die viele Jahre andauert.

Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft dürften sich in Zukunft häufen, während Zentralbanken weltweit die Grenzen der Geldpolitik austesten und mit unerprobten Lösungen experimentieren – die US-Notenbank Federal Reserve etwa versucht, die Zinskurve zu steuern.

Geldpolitik vor und seit Covid-19

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Quelle: Fidelity International, Bloomberg, Federal Reserve, Weltbank (April 2020).

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Quelle: Fidelity International, Bloomberg, Federal Reserve, Weltbank (April 2020).

Staaten stützen zunehmend Arbeitsmarkt und Unternehmen

Denkbar ist, dass Staaten in Zukunft verstärkt langfristige Kredite an Unternehmen vergeben oder sich direkt an ihnen beteiligen, um etwa die Gefahr einer Insolvenz abzuwenden. So könnte die Luftfahrtbranche teilweise verstaatlicht werden. Im Fall einer tiefen, langfristigen Wirtschaftskrise könnten Regierungen auch in den Bereichen Infrastruktur und Gesundheit eingreifen.

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Quelle: International Bureau of Aviation, International Air Transport Association.

Einzigartige staatliche Konjunkturpakete

Bisher hat der Umfang der staatlichen Konjunkturpakete unsere Erwartungen übertroffen. Die Frage ist nun, wie effizient die aufgewendeten Summen eingesetzt werden. Zentralbanken unterstützen Unternehmen und Regierungen mit Anleihekäufen bei ihren Investitionen. Internationale Organisationen unterstützen Schwellenmärkte während der Gesundheitskrise, aber da ihre Prozesse komplex sind, kommt die Hilfe oft verspätet, was die Rezession in diesen Ländern verschärft. Die Volkswirtschaften von Industrieländern brauchen ehrgeizige Programme, um nach dem Ende der Covid-19-Krise wieder dynamisch wachsen zu können.

Umfang der Konjunkturpakete während der Covid-19-Krise

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Quelle: Fidelity International, Mai 2020.

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