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Unabhängigkeit von Öl und Gas schafft Auftrieb für erneuerbare Energien

Jenn-Hui Tan

Jenn-Hui Tan - Global Head of Sustainable Investing

In Kürze:

  • Kurzfristige stärkere Nutzung fossiler Brennstoffe unumgänglich, wird aber langfristig die Umstellung auf erneuerbare Energien beschleunigen.
  • Speichertechnologien von Sonne und Wind sind für den Übergang zur Klimaneutralität unumgänglich.
  • Zugang zu kritischen Rohstoffen muss gegeben sein, um Wandel voranzutreiben

Während in der Ukraine ein schrecklicher Krieg tobt und die Sanktionen an Schärfe zunehmen dürften, suchen Europas Regierungen fieberhaft nach Möglichkeiten, unabhängiger von russischem Gas zu werden – etwa durch die Wiederinbetriebnahme oder spätere Stilllegung von Kohlekraftwerken sowie die Suche nach neuen Gaslieferquellen. Zunächst werden daher nicht nur die Emissionen, sondern auch die Energiekosten steigen.

Parallel dazu eruieren Länder und Unternehmen Mittel und Wege, wie sie die Folgen steigender Öl- und Gaspreise abfedern können. Möglich wäre eine Effizienzsteigerung, den verstärkten Einsatz kostengünstigerer Alternativen wie Solar und Windkraft und den Bau neuer Atomkraftwerke.

In der letzten Woche legte die Internationale Energieagentur einen Zehn-Punkte-Plan mit dem Ziel vor, unabhängiger von Putins Gas zu werden. Darin empfiehlt sie den Umstieg auf andere Gaslieferanten, die Erweiterung der Gasspeicherkapazitäten und den beschleunigten Ausbau der Wind- und Solarenergie. Weitere Vorschläge betreffen den maximal möglichen Einsatz von Biogas und Kernenergie sowie eine deutlich schnellere Umrüstung gasbetriebener Heizanlagen auf Wärmepumpen. Am Dienstag stellte zudem die EU-Kommission einen Plan vor, mit dem die Union „deutlich vor 2030“ unabhängig von fossilen Brennstoffen aus Russland werden will. Dabei setzt sie auf die stärkere Nutzung von verflüssigtem Erdgas, auf mehr Gasspeicherung und den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.

Auf lange Sicht erwarten wir daher, dass sich die Energiewende beschleunigen wird.

Kurzfristig ist mit höheren Emissionen zu rechnen

Auf kurze Sicht dürften durch die angestrebte Energieunabhängigkeit die Treibhausgasemissionen wegen des aktuellen Erzeugermix in der EU steigen. Rund 90 Prozent des benötigten Gases muss die Gemeinschaft einführen, 40 Prozent der Gasimporte stammen aus Russland. Bei einem Verzicht auf russisches Gas lässt sich die Versorgungslücke nicht vollständig durch den Wechsel zu alternativen Gaslieferanten schließen, und der Bau von Windkraft- und Solaranlagen braucht Zeit. Man wird also andere fossile Brennstoffe in Betracht ziehen müssen.

Deutschland etwa denkt darüber nach, die geplante Schließung einiger Kohlekraftwerke zu verschieben und sogar die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern. Dem könnten jedoch rechtliche und technische Hürden im Wege stehen. Nach der Katastrophe von Fukushima beschloss Deutschland 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie und machte sich damit noch abhängiger von russischem Gas.

Europas Energieversorger werden wohl ihre Speicherkapazitäten für Gas und erneuerbare Energien ausbauen und verstärkt Gas aus Nordafrika und dem Nahen Osten beziehen.

Ausbau Erneuerbarer forcieren, um energieautark und klimaneutral zu werden

Neben der Suche nach alternativen Quellen für fossile Brennstoffe kündigten einige europäische Länder auch Pläne für einen beschleunigten Netto-Null-Übergang an.

Deutschland, das ursprünglich bis 2040 klimaneutral sein wollte, hat dieses Ziel nun auf 2035 vorgezogen und ist überzeugt, dass bis 2030 80 Prozent des Weges geschafft sein werden. Oliver Krischer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, twitterte, damit wolle man auch der Ukraine zur Seite stehen. Andere europäische Länder haben ähnliche Absichten bekundet, bislang aber hat sich kein weiteres zu einem ambitionierteren Netto-Null-Ziel verpflichtet.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags ließ wenig auf eine Unterbrechung von Öl- und Gaslieferungen nach Europa schließen. Dennoch bereiten sich die Länder auf diese Möglichkeit vor, derweil die Öl- und Gaspreise weiter nur eine Richtung kennen: die nach oben. Auch das erhöht den Anreiz, auf günstigere Stromquellen umzusteigen.

In den letzten Jahren sind die Kosten für Bau und Betrieb von Anlagen für erneuerbare Energien deutlich gesunken, sodass ein Vorziehen von Netto-Null-Zielen auch finanziell machbar wäre. Die Preise für Solarmodule beispielsweise sind in den letzten zehn Jahren um rund 80 Prozent gefallen.

Hürden bleiben

Seltene Metalle, ohne die weder Elektromotoren noch Fotovoltaikzellen oder Batterien auskommen, könnten besonders anfällig für Preisschübe sein, denn sie stammen vor allem aus zwei Ländern: Russland und China. Nur wenn der Zugang zu diesen kritischen Rohstoffen gesichert ist, kann die Umstellung auf die Erneuerbaren gelingen, deren unsichere Verfügbarkeit nach wie vor ein Problem ist. Da der Wind nicht immer bläst und die Sonne nicht immer scheint, sind Fortschritte bei den Speichertechnologien von zentraler Bedeutung, damit sich die regenerativen Energiequellen überall durchsetzen.

Den wachsenden Bedarf preisen die Märkte nach der Invasion der Ukraine nun langsam ein. Zuletzt hatte es deutliche Kursbewegungen bei Aktien von Unternehmen gegeben, die in der Wasserstoff-Elektrolyse tätig sind. Dies lässt darauf schließen, dass einige Anleger diese Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt, als Teil der Lösung in ferner Zukunft sehen.

Mit dem anhaltenden Krieg in der Ukraine treten die Vorteile einer Abkehr von einem Energiesystem, das auf den Import fossiler Brennstoffe angewiesen ist, noch deutlicher zutage. Auch wenn für die Energiewende noch große Herausforderungen zu meistern sind, gibt es Grund zur Hoffnung, dass Europas Energieversorgung in nicht allzu ferner Zukunft sauberer und autarker sein wird.

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Stand: März 2022, MK13853