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April 2021 - Kann die Konjunktur schnell und dauerhaft zu ihrem "Normalzustand" zurückkehren?

Tappe & Telschow

Tappe & Telschow - Marktbericht

Wachstum ist ein großes Thema und wird auch durch China und Indien getrieben. Doch kann die Konjunktur schnell und dauerhaft zu ihrem "Normalzustand" zurückkehren?


Die Einschätzung unserer Experten aus der Privatkundenbetreuung Andreas Telschow und Maurice Tappe zu diesem Thema können Sie hier sehen:

Welchen Einfluss nehmen die US-Geldpolitik und Covid-19 Maßnahmen?

Zu Beginn des zweiten Quartals 2021 ist die Erholung der Weltwirtschaft in vollem Gange, während die Länder ihre Corona-Impfprogramme abarbeiten und die Beschränkungen in den wichtigsten Ländern gelockert werden. So beispiellos wie die letzten zwölf Monate waren, ist auch der Verlauf dieser Erholung ohne Beispiel. Die Verbraucher sind weltweit nach wie vor in sehr robuster Verfassung, und die fiskalpolitischen Anreizpakete (insbesondere in den USA) sind in Ausmaß und Anspruch einzigartig. Auf der anderen Seite strafft China seine Politik in mehreren Bereichen, und die Bewertungen erscheinen in vielen Marktsegmenten zunehmend überzogen. 

Aus wirtschaftlicher Sicht liegt der Fokus in diesem Monat auf der sich festigenden globalen Erholung. Diese dürfte sich unserer Meinung nach fortsetzen, wenngleich sie in den kommenden Monaten nicht gefeit vor externen Schocks ist - von Lieferkettenproblemen bis hin zu Rückschlägen bei der Coronavirus-Pandemie (die sich erneut negativ auf Europa auszuwirken beginnen). In diesem Zusammenhang bereitet vor allem die Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik Sorgen, speziell im Fall eines Anstiegs der Realzinsen angesichts der hohen Schuldenlast. Darüber hinaus brodelt es erneut zwischen den USA und China, da Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen unter der neuen US-Regierung schwinden.  

Dieses Umfeld spricht weiterhin für einen risikofreudigen, aber selektiven Ansatz bei der Anlagepolitik. Wir bleiben in Bezug auf Risikoanlagen vorerst zuversichtlich, beobachten jedoch die Realrenditen und politische Schritte genau. Während die allgemeine Stimmung und die quantitativen Signale eine risikofreudige Sicht unterstützen, ist wählerisches Vorgehen insbesondere in den Bereichen angezeigt, auf die sich die Marktnachfrage konzentriert. Unsere Positionierung entspricht im Großen und Ganzen der des Vormonats: Angesichts guter Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Aussichten auf ein verstärktes globales Wachstum bevorzugen wir Aktien und gewichten Staatsanleihen und Liquidität unter.

Kojunkturausblick Die Wirtschaft erholt sich zunehmend...

Die Erholung der entwickelten Volkswirtschaften hat sich beschleunigt, und die Inflationserwartungen an den Finanzmärkten sind gestiegen. Zu den treibenden Kräften gehört die erfolgreiche Einführung von Impfstoffen in Großbritannien und den USA. Starke Nachfrage nach langlebigen Gütern hat den globalen Handel und das Verarbeitende Gewerbe gestützt, während die Beschränkungen im Dienstleistungssektor weiterhin dämpfend wirken. Teilweise kompensiert wird dies durch die jüngste Abschwächung der Stimmung in der chinesischen Industrie, die eventuell durch Reisebeschränkungen, verschärfte Kreditbedingungen sowie Lockdowns in den entwickelten Ländern angesichts erneuter Coronavirus-Infektionen verursacht wurde. 

Eine wichtige Stütze der Konjunktur sind fiskalpolitische Hilfen für Haushalte und Unternehmen, darunter der American Rescue Plan im Volumen von 1,9 Billionen Dollar. In Großbritannien wurden Steuererleichterungen für Unternehmen und Immobilientransaktionen gewährt sowie gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung beschlossen. 

Insbesondere in den USA und in der Eurozone ist die Geldpolitik weiterhin sehr locker, und die Entscheidungsträger erscheinen bereit, die verfügbaren Instrumente einzusetzen, um die Erholung weiter zu unterstützen.

...ist aber nicht vor Schocks gefeit

Störungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stellen weiterhin ein Risiko für die Wirtschaft dar. Obwohl sie vorübergehender Natur sind, dürften die Einschränkungen in den globalen Lieferketten und der Stillstand der Ölförderung in Texas aufgrund schwerer Winterstürme zu höherer Inflation beitragen. In Kombination mit Präsident Bidens 3 Billionen Dollar schwerem Infrastruktur- und Sozialausgabenplan „Build America Back" könnten diese Faktoren die Glaubwürdigkeit der Notenbankpolitik auf die Probe stellen, was zu anhaltendem Aufwärtsdruck bei den Inflationserwartungen führt.

In der EU haben Probleme bei der Impfstoffversorgung und steigende Infektionszahlen dazu geführt, dass in Deutschland einige Lockdown-Maßnahmen wieder eingeführt wurden. Die Impfrate in der EU liegt bei nur 16 %, verglichen mit 50 % in Großbritannien und 43 % in den USA. Eventuell werden bald schwächere Wirtschaftsdaten in der EU veröffentlicht.

Ein weiteres Hemmnis für die globale Erholung könnte von Virusmutationen in Schwellenländern ausgehen, insbesondere wenn auf der Südhalbkugel der Winter beginnt und die Bevölkerung sich in die Häuser zurückzieht. Wir verfolgen die Ausbreitung der neuen Virus-Variante in Indien sowie der brasilianischen und südafrikanischen Varianten. Zu den Risiken gehören eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe, verlängerte Reiseverbote mit entsprechenden Auswirkungen auf vom Tourismus abhängige Schwellenländer und ein vermehrtes Horten von Impfstoffvorräten.

Politik bleibt im Fokus der Märkte

Wir gehen davon aus, dass der Markt die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Notenbank im Blick behält, insbesondere angesichts beispielloser staatlicher Mehrausgaben, die über mehrere Jahre voraussichtlich rund 8,5 Billionen Dollar betragen werden. Der enorme Schuldenüberhang und die damit verbundene Last des Schuldendienstes haben eine Unterordnung der Geldpolitik unter haushaltspolitische Aspekte erforderlich gemacht. Unserer Ansicht nach wird die US-Notenbank irgendwann gezwungen sein, auf absehbare Zeit negative Realzinsen anzustreben.

Während sich die US-Notenbank mit ihrem flexiblen durchschnittlichen Inflationsziel etwas Zeit verschafft hat, bleibt offen, ab welchen Schwellenwerten bei der Teuerungsrate diese Geldpolitik wieder aufgehoben wird. Der Konflikt zwischen höheren Inflationserwartungen und der haushaltspolitischen Notwendigkeit, negative Realzinsen beizubehalten, dürfte an den Staatsanleihemärkten zu verstärkten Kursschwankungen führen. Diese könnten sich auf Staatsanleihen weltweit übertragen. 

Das Verhältnis zwischen den USA und China wird wahrscheinlich von einem gemäßigteren Ton bestimmt, aber die Anspannung wird bleiben - oder sogar zunehmen. Dies ist ein mittelfristiges Thema und könnte sich zu einer unerwarteten Quelle verstärkter Unruhe an den Finanzmärkten entwickeln.

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