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Juni 2021 - Thema Inflation rückt in den Fokus

Tappe & Telschow

Tappe & Telschow - Marktbericht

Das Zinsniveau bleibt niedrig — gerade Technologiewerte finden Ihre Stärke wieder. Auch Dividenden zeigen ihr Können und sind alles andere als langweilg.

Die Einschätzung unserer Anlagexperten Andreas Telschow und Maurice Tappe zu diesem Thema können Sie hier sehen:

Wird sich die Inflation verfestigen?

Während wir uns der Jahresmitte nähern, hält das Wirtschaftswachstum allgemein an, wenngleich es in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfällt.

Die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften und Unterbrechungen der Lieferketten haben für einen Anstieg der Inflation gesorgt, der unseres Erachtens vorübergehend ist. Wir untersuchen jedoch auch, ob die Lohnentwicklung in den USA und Nachhaltigkeitsaspekte langfristigen Einfluss auf die Teuerung ausüben könnten.

In den entwickelten Ländern bleiben die Stärke der Verbrauchernachfrage, fiskalpolitische Anreize und die lockere Geldpolitik wichtige Stützen der Konjunktur. Fortbestehen dürfte der Wachstumsunterschied zwischen Industrie- und Schwellenländern, insbesondere da sich das Wachstum in China abschwächt. Weiterhin stellen handelsbezogene und geopolitische Spannungen mögliche Risikoquellen dar.

Allgemein haben die Märkte für riskante Anlagen ihren Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Unsere Indikatoren sprechen weiterhin eher für eine risikofreudige Stimmung als dagegen. Allerdings stehen den positiven Fundamentaldaten unter anderem überzogene Bewertungen gegenüber. Vor diesem Hintergrund gehen wir nach wie vor selektiv Risiken in Aktien aus entwickelten Ländern ein, wenn auch etwas vorsichtiger. Gegenüber Schwellenländern bleiben wir neutral positioniert, mit Ausnahme des Devisenmarkts. Bei Staatsanleihen haben wir unsere Untergewichtung neutralisiert, zugleich sind wir auch von der Übergewichtung inflationsindexierter Wertpapiere wieder abgerückt, deren Bewertungen uns recht hoch erscheinen.

Inflationsschub: vorübergehend oder anhaltend?

Globale Wiedereröffnung der Volkswirtschaften

Der rasche Aufschwung in den USA und Großbritannien hat die Stimmung der Unternehmen in den entwickelten Ländern im Mai erneut auf Rekordhöhen getrieben. Geschäftsaktivität und Auftragseingänge haben sich im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor beschleunigt, das Geschäftsvertrauen steigt weiter und der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort. Allerdings ist es zu Lieferengpässen bei zahlreichen Rohstoffen gekommen. Dies hat dazu beigetragen, dass der Kern-Verbraucherpreisindex in den USA im April auf fast 3 % gestiegen ist - ein Wert wie zuletzt Mitte der 1990er Jahre.

In China schwächte sich das Wachstum weiter ab, da die Regierung auf den kontrollierten Schuldenabbau und eine Neuausrichtung der Wirtschaft fokussiert bleibt. Die aufstrebenden Staaten bleiben ein Risikofaktor für die Weltwirtschaft. In den Ländern, die 2020 während der Coronavirus-Pandemie glimpflich davongekommen sind, steigen derzeit die Infektionszahlen. Zudem nimmt der Inflationsdruck in einer Reihe von Schwellenländern zu, was die Möglichkeiten der Notenbanken einschränkt, eine lockere Geldpolitik beizubehalten.

Inflation: steigt vorerst nur vorübergehend...

Die zentrale Frage für die Finanzmärkte ist die, ob die steigende Inflation in den USA vorübergehender Natur oder dauerhaft ist. Wir glauben, dass der derzeitige Teuerungsschub eher vorübergehend ist. Erstens beginnt sich die Angebotsknappheit infolge beeinträchtigter Lieferketten wieder zu legen. Zweitens erwarten wir durch das anstehende Auslaufen der ausgeweiteten Arbeitslosenunterstützung in den USA, dass sich das Arbeitskräfteangebot im zweiten Halbjahr dort wieder normalisiert – dies sollte den Aufwärtsdruck bei den Lohnkosten abmildern.

Drittens schließlich gilt es zu beachten, dass die derzeitige Teuerung am US-Wohnungsmarkt zwar über die Mieten für starken Aufwärtsdruck im Verbraucherpreisindex (CPI) sorgt (siehe Grafik 1), aber sich im Core-PCE-Index weniger bemerkbar macht, der das von der amerikanischen Notenbank bevorzugte Inflationsmaß ist. Auch wenn die aktuell beschleunigte Inflation vorübergehender Natur sein dürfte, schließt das nicht aus, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder steigt.

Inflation: ...kann sich später verfestigen

Verschiebungen bei Angebot und Nachfrage können zwar kurzfristig das Preisniveau verändern, doch ob sich auch auf längere Sicht eine erhöhte Inflation ergibt, hängt stark von den Erwartungen der Wirtschaftssubjekte ab. Die Inkaufnahme einer höheren Inflation ist für die Geld- und Fiskalpolitik in den USA eine politische Entscheidung, die sich aus der sehr hohen Staatsverschuldung ergibt. Darüber hinaus haben wir einige eventuell längerfristige Quellen für anhaltende Inflation identifiziert:

  • Langfristiger Arbeitskostenanstieg in den USA in Niedriglohnbranchen, insbesondere in den Bereichen Einzelhandel und Dienstleistungen. In den USA haben die größten Arbeitgeber und das Gaststättengewerbe ihre Lohnausgaben vor und während der Coronavirus-Pandemie erhöht. Analysten zufolge ist dies ein Trend, der wahrscheinlich weiter anhält. 
  • Verringerung von CO2-Emissionen und Nachhaltigkeitsziele: Solche politischen Ziele könnten über entsprechende Vorschriften das Warenangebot einschränken und damit indirekt verteuern. Weitere Folgen könnten höhere Preise von Rohstoffen sein, die für den Umbau des Energiesektors benötigt werden. Darüber hinaus dürften CO2-Steuern und ihre Weitergabe an Zwischen- und Endprodukte, wie z. B. Beton und Immobilien, die Teuerung verstärken. 
  • Auswirkungen des Klimawandels in bestimmten Regionen, z. B. auf die Produktion in der Land- und Forstwirtschaft. Veränderungen der Artenvielfalt könnten langfristig unabsehbare Auswirkungen auf Angebot und Preise haben; so sehen wir bereits Auswirkungen des Klimawandels auf die Holzpreise in Nordamerika.

Der Wiederaufschwung der Wirtschaft dürfte sich aufgrund der erheblichen fiskalpolitischen Impulse in den USA und des Abbaus erhöhter Ersparnisse der Verbraucher weiter fortsetzen. Allerdings könnte eine dauerhaft erhöhte Inflation aus Anlegersicht ein erhebliches Risiko darstellen und die US-Notenbank zu konkreten geldpolitischen Schritten zwingen. 

Kapitalmarkt-Blog mit Carsten Roemheld

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Risikohinweise: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://www.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220

MK12548

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