Kontakt MyFidelity Logout
Skip Header

Juli 2022 – Harte Landung erwartet

Andreas Telschow

Andreas Telschow - Kundenservice

Die großen Zentralbanken gehen mit Zinserhöhungen gegen die Inflation vor. Während diese ihren Peak erreicht haben dürfte, zeichnen sich in Europa und den USA weitere Probleme ab. Hoffnungsschimmer für Anleger bieten einzelne Schwellenländer.

In Kürze:
 

  • Die Schocktherapie der Fed ist in vollem Gange, gleichzeitig wird das Szenario einer harten Landung in den USA immer wahrscheinlicher.
  • Die Inflation hat ihren Höhepunkt erreicht und dürfte im Laufe des Sommers zu sinken beginnen.
  • Ausgewählte Schwellenländer sind im Vergleich der Aktienregionen zurzeit am aussichtsreichsten, die USA fallen wieder zurück.

Inflation scheint Höhepunkt erreicht zu haben - "Harte Landung" ist unser Basisszenario

Die Einschätzung unseres Experten aus der Privatkundenbetreuung Andreas Telschow zu diesem Thema können Sie hier sehen.
(Dauer: 06:54 Minuten)

Die mehr oder minder gute Nachricht lautet zu Beginn dieses Monats: Die Inflation hat in den meisten Regionen ihren Höhepunkt erreicht und dürfte im Laufe des Sommers zu sinken beginnen. Dazu leisten die Zinserhöhungen der großen Notenbanken, allen voran der US-Fed, ihren Beitrag. Doch dieser leicht hoffnungsvolle Ausblick wird von Hiobsbotschaften flankiert. Die restriktive Geldpolitik, der nach wie vor in der Ukraine wütende Krieg und Corona-Effekte sorgen dafür, dass die Märkte auch weiterhin nicht zur Ruhe kommen. Anleger sollten also defensiv bleiben.

Große Unsicherheit in USA und Eurozone

Verdüstert hat sich zum einen der Blick auf mögliche Szenarien in den USA. Inzwischen gehen die Analysten von Fidelity eher von einer harten konjunkturellen Landung aus. Das bedeutet: Mit einer niedrigeren Inflation würde ein stark gebremstes Wachstum oder sogar eine Rezession einhergehen. Dass das Risiko dafür gestiegen ist, hängt mit den überraschend hohen US-Verbraucherpreisindizes und der anschließenden Anhebung der Leitzinsen um 75 Basispunkte im Juni zusammen. Ob der Leitzins bis Ende des Jahres tatsächlich, wie erwartet, auf knapp 3,5 Prozent steigen wird, ist fraglich. Der Markt preist jedenfalls bereits eine Vielzahl von Zinserhöhungen ein. 

In der Eurozone ist die hohe Inflation mit weiteren Sorgen verbunden. Die Europäische Zentralbank stockt die Leitzinsen deshalb bisher nur zögerlich auf. Sie muss sorgfältig Risiken abwägen, um eine Fragmentierung und damit eine neue Eurokrise zu verhindern. Die Diskussion kreist darum, wie es gelingt hochverschuldete Länder wie Spanien und Italien vor einem deutlichen Anstieg der Anleiherenditen zu schützen, sodass die finanzielle Stabilität des Euroraums gewährleistet bleibt. Hinzu kommt in Europa die Furcht vor weiteren Unterbrechungen in der Gasversorgung infolge des Kriegs. Wann die Rezession eintreten und wie stark sie ausfallen wird, hängt vor allem davon ab, wie viel Gas Russland in den kommenden Monaten nach Europa exportieren wird. Dass sie eintritt, betrachten unsere Analysten aber bereits als Basisszenario.

Die Unsicherheit auf beiden Kontinenten bleibt nicht ohne Folgen. Das Verbrauchervertrauen in den großen Volkswirtschaften zeigt nun erste Schwächen, wie die Daten zeigen. Das ist kaum verwunderlich: Die Lebenskosten steigen, während die Reallohnzuwächse zurückgegangen sind. In den USA ist nun ein schwächelnder Immobilienmarkt zu befürchten, denn Käufer könnten die gestiegenen Hypothekenzinsen abschrecken. 

Schwellenländer und Staatsanleihen für ein ausgewogenes Portfolio

Zuletzt konnten chinesische Unternehmen die Erwartungen übertreffen. Hinzu kommt der Übergang von harten Lockdowns hin zu einer etwas flexibleren Handhabung der Covid-Politik, bei der auf verstärktes Testen gesetzt wird. Unsere Analysten sind daher wieder positiver gestimmt. Auch in weiteren Schwellenländern ergeben sich Chancen, auch weil sie weniger finanzpolitischen Gegenwind erfahren. Lateinamerika ist sehr attraktiv bewertet, viele Länder profitieren als Exporteure von den hohen Rohstoffpreisen.  

Um Portfolios abzusichern, kann es aus Sicht unserer Experten weiterhin ratsam sein, Staatsanleihen überzugewichten. Am Anleihenmarkt hat sich auch sonst nicht viel verändert, defensives Verhalten ist weiterhin geboten. Die Spreads von Investment-Grade-Anleihen bleiben im Vergleich zu Hochzinsanleihen attraktiver. Hinzu kommt, dass die Ausfallraten im Falle einer harten Landung ansteigen dürften. 

Fazit

Inflationsbekämpfung und Rohstoffsorgen lassen die großen Märkte weiter wanken. Die Furcht vor einer harten Landung in den USA und Gasknappheit in Europa deuten kaum auf Beruhigung hin. Für Anleger bedeutet das: am besten defensiv bleiben.

-

Andreas Telschow

Kundenbetreuung

Andreas Telschow ist seit 2011 bei Fidelity. Er leitet den Vertrieb im Privatkundengeschäft und ist parallel Ansprechpartner für unsere Kooperationspartner. Als Bankbetriebswirt und Financial Planner verfügt er über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie und in der Vermögensverwaltung. Zuvor war Andreas Telschow bei Allianz Dresdner Global Investors und bei der DWS Investments im Privatkundengeschäft tätig.

Kapitalmarkt-Blog mit Carsten Roemheld

Meinungsstark, auf den Punkt und immer am Puls der Zeit: Einschätzungen und Hintergründe zu allem, was die Kapitalmärkte bewegt.

FWE-Portfolio-Entwicklung

Wie haben sich die Märkte im letzten Monat entwickelt? Und wie konnten sich die Anlagestrategien von Fidelity Wealth Expert behaupten?

Risikohinweise: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://www.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220.
 
MK14259