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November 2022 – Die Inflation hält sich hartnäckig

Andreas Telschow

Andreas Telschow - Vertrieb Privatkunden

In Kürze:

  • Angesichts der weiterhin hohen Inflation ist ein Ende der Zinserhöhungen noch nicht in Sicht. 
  • In China könnte die Wachstumspolitik künftig wieder größere Priorität bekommen.
  • Im Vergleich der Aktienmärkte bieten die USA den sichersten Hafen. In Europa bleiben die Gasvorräte ein Schlüsselfaktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Lockerungen bei den Zinserhöhungen nicht in Sicht

Die Einschätzung unseres Experten aus der Privatkundenbetreuung Andreas Telschow zu diesem Thema können Sie hier sehen.

(Dauer: 7:19 Minuten)

Kurz vor den Zwischenwahlen am 8. November zählt für die Menschen in den USA vor allem ein Thema: die Inflation. Denn obwohl die Fed in den Vormonaten den Leitzins dreimal hintereinander um je 75 Basispunkte erhöht hatte, bleibt die Teuerung auf einem hohen Niveau. Die Märkte gehen inzwischen davon aus, dass der Zins im ersten Quartal 2023 die Marke von 4,9 % erreichen wird. Die Verbraucherpreise sind drastischer gestiegen als erwartet, was US-Präsident Joe Biden unter Druck setzen dürfte. Traditionell trauen die US-Bürger den Republikanern größere Wirtschaftsexpertise zu. Biden konnte zwar seine Zustimmungswerte in den vergangenen Monaten verbessern, doch die Demokraten drohen ihre Mehrheit im Kongress zu verlieren.

Wirtschaftspolitik bleibt dominantes Thema

Die Wirtschaftspolitik ist auch im Vereinigten Königreich das dominierende Thema. Nach dem Fall von Liz Truss tritt der neue Premierminister Rishi Sunak ein schwieriges Erbe an. Zwar hat er nach der finanziellen Instabilität, die im September zum Eingreifen der Bank of England in den Gilt-Markt (Markt der britischen Staatsanleihen führte, sogleich eine politische Kehrtwende vollzogen. Doch der Druck auf die Konsumenten angesichts des Anstiegs beim Verbraucherpreisindex von 10,1 % im September und einer geminderten fiskalischen Unterstützung wird zum echten Problem für die britische Wirtschaft. Die Regierung muss zunächst das verlorene Vertrauen zurückgewinnen und sich als glaubwürdig präsentieren. Nur wenn sich der Anleihenmarkt erholt, kann die Bank of England perspektivisch ihre Geldpolitik lockern.

In China stand der Oktober ganz im Zeichen des Parteitags der Kommunisten. Große Überraschungen blieben aus - Staatschef Xi Jinping festigte seine Macht und bekräftigte die Zero-Covid-Politik der Volksrepublik, wobei sich zumindest eine Abkehr von vollständigen Lockdowns mancher Städte abzeichnet. Einige Kommentatoren gehen davon aus, dass in nächster Zeit vor allem soziale Fragen im Fokus von Pekings Politik stehen werden, während Wachstum und Innovation das Nachsehen haben. Die Analysten von Fidelity rechnen jedoch mit einem anderen Szenario. Denn Xi hat die Bedeutung des Wachstums in Bezug auf aufstrebende und strategische Branchen auf dem Parteitag durchaus bekräftigt, darunter etwa Luft- und Raumfahrt, IT und Biopharmazie sowie Infrastruktur und High-End-Produktion. Auch gehen sie davon aus, dass das Land sich weiter um eine Führungsrolle im Bereich der grünen Technologien bemühen wird. Die kurzfristigen Aussichten für China sind allerdings wegen des schwachen Konsumklimas und der bestehenden regulatorischen Unsicherheiten deutlich weniger vielversprechend.

Eine harte Landung steht bevor

Die Auswertungen unserer Analysten deuten darauf hin, dass eine harte Landung der Weltwirtschaft kaum noch abzuwenden ist. Verursacht wird sie von den wahrscheinlich bevorstehenden Rezessionen in Europa – das kurz vor dem Winter in einer Energiekrise steckt –, dem Vereinigten Königreich und den USA sowie dem geschwächten chinesischem Wachstum. Die Rohstoffpreise setzten ihre Talfahrt zudem weiter fort.

Insgesamt ist es in dieser Lage den Analysten von Fidelity zufolge sinnvoll, sich defensiv zu positionieren. Den vergleichsweise sichersten Hafen bieten die USA, wo die Bewertungen die schwächeren Aussichten weitgehend eingepreist haben. Untergewichtet bleibt Europa. Denn hier hat sich das Risiko einer Rezession in Anbetracht der sich verschärfenden Verwerfungen im Rohstoffsektor weiter erhöht. Aus einer Analystenumfrage von Fidelity geht zudem hervor, dass in Europa als einziger Region der Druck auf die Lohnnebenkosten nicht nachlässt. 

Gegenüber dem Vereinigten Königreich, den Schwellenländern und den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten bleiben unsere Experten vorerst neutral eingestellt. Gleiches gilt für Japan, das einen Sonderfall darstellt. Die Wirtschaftsdaten und die Konsumentenstimmung bleiben angesichts des Inflationsdrucks und der Energieknappheit schwach. Doch die Bank of Japan agiert flexibel und der wieder anlaufende Tourismus beschert dem Land perspektivisch Aufwind.

Solide Unternehmensanleihen statt Anleihen mit Non-Investment-Grade-Bewertung 

Am Anleihenmarkt hat sich die Lage gegenüber dem Vormonat ebenfalls kaum verändert. Unsere Analysten geben Anleihen mit Investment-Grade-Bewertung gegenüber Hochzinsanleihen den Vorzug. Zwar bieten Letztere derzeit attraktive Renditen und starke Fundamentaldaten. Doch Ausfallraten und Ratings könnten sich so stark negativ entwickeln, dass dies durch die Spreads nicht kompensiert würde.

Fazit

Die hartnäckig hohe Inflation drängt die Notenbanken dazu, die Zinsen weiter zu erhöhen. Am Aktienmarkt sollten Anleger die Möglichkeit weiterer Abwärtsbewegungen im Blick behalten. Die USA bieten hier noch die besten Perspektiven. 

Risikohinweise: Fidelity veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die von Fidelity International. 

Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Vermögensanlage kann fallen oder steigen. Es kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Bitte beachten Sie hierzu die Risikohinweise auf unserer Website unter https://www.fidelity.de/rechtliche-hinweise. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Tel. 069/77060-220.

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