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Papierindustrie: Umweltschutz als Renditebringer

Kris Atkinson

Kris Atkinson - Portfolio Manager

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Lange als Umweltsünder geschmäht, engagiert sich die Papier- und Zellstoffindustrie zunehmend für Biodiversität und Klimaschutz. Wir haben den Branchenprimus Suzano auf seinem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet.

Für die Papierproduktion benötigt man große Mengen an Holz. Das bedroht die Natur und fördert das Artensterben massiv. Die Folge: Die Agrarlandschaften gleichen sich an, in Lateinamerika und der Karibik ist die sogenannte Biodiversität seit dem Jahr 1970 um 94 Prozent zurückgegangen. Brasiliens Eukalyptus-Plantagen werden daher bereits als grüne Wüsten bezeichnet.

Doch nun sendet die Branche erste Signale für einen Kurswechsel. So haben einige Papier-hersteller bereits sogenannte Transitionsanleihen emittiert. Das sind Bonds, deren Verzinsung an den Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität geknüpft ist. Und auch im laufenden Geschäft wächst das Bewusstsein für Umwelt und Natur. Beispiel Suzano: Der brasilianische Branchenprimus verfolgt mittlerweile eine Null-Abholzungspolitik und will den Anteil an geschützten Waldflächen in seinem Besitz bei 40 Prozent konstant halten. Wir haben Suzano auf seinem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit begleitet.

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Die Ausgangslage: Niedriges ESG-Rating, wenig ambitionierte CO2-Ziele

Suzano ist uns aufgefallen, weil das brasilianische Unternehmen schon seit vielen Jahren Maßnahmen ergreift, um die Artenvielfalt zu bewahren und seinen CO2-Fußabdruck zu verbessern. So waren die Plantagen des Unternehmens bereits vor unserem Engagement mit verschiedenen Baumsorten durchmischt, auch Chemikalien setzte Suzano mit Augenmaß ein. Mit der Emission der weltweit ersten Transitionsanleihe hatte der Konzern zudem gezeigt, dass er bereit ist, sich an seinen selbst gesteckten Klimazielen messen zu lassen.

Zugleich gab es aber noch viel Luft nach oben. Der Bond erhielt vom US-Finanzdienstleister MSCI lediglich ein niedriges Rating, weil die Analysten die geringe Offenlegung nach der Fusion mit dem Branchenpartner Fibria kritisierten. Das Ziel zur CO2-Reduktion – zwischen 2015 und 2030 sollten die Triebhausgas-Emissionen des Unternehmens um 15 Prozent sinken – war zu niedrig angesetzt, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Auch bei der Ausarbeitung von konkreten Vorgaben zur Förderung der Biodiversität stieß Suzano an seine Grenzen. Die dafür notwendige Zusammenarbeit mit Verwaltungen, Wissenschaft und anderen Konzernen erschien dem Management zu kompliziert, um größere Anstrengungen zu forcieren.

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Unser Engagement: Mit gezielter Beratung Klarheit schaffen

Zunächst konzentrierten wir uns auf das niedrige Rating der Transitionsanleihe. In vielen Gesprächen machten unsere Analysten die Unternehmensführung auf die Schwachstellen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie aufmerksam. Auch bei den Zielen zur Reduktion der CO2-Emissionen haben wir beharrlich nachgehakt. Das Unternehmen argumentierte, dass seine Emissionen durch die pflanzliche Kohlenstoffaufnahme seiner Plantagen mehr als ausgeglichen seien. Doch dies hielten unsere Analysten angesichts der sich verschärfenden Klimaproblematik für nicht ausreichend. Wir drängten auf ehrgeizigere Ziele. 

Die Förderung der Biodiversität gilt gemeinhin als schwieriges Feld, weil viele verschiedene Akteure involviert sein müssen, um Fortschritte zu erzielen. Wir fragten aber genauer nach und erfuhren in den Gesprächen, dass Suzano bereits etliche Maßnahmen zum Schutz des Regenwaldes ergriffen hatte. Dank unserer Beratung konnte sich das Management zunehmend Klarheit darüber verschaffen, was bereits erreicht worden ist.

Das Ergebnis: Begeisterte Analysten, interessierte Investoren

Die zahlreichen Treffen und Gespräche mit unseren Analysten haben das Management dazu ermutigt, höhere Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen sowie zur Förderung der Biodiversität anzustreben. Suzano verfolgt nun eine Null-Abholzungspolitik und will auf seinen Plantagen den Anteil an geschütztem Wald mit 40 Prozent stabil halten. Auch den Einsatz von Chemikalien hat Suzano weiter reduziert. Daneben arbeitet die Unternehmensführung nun intensiv mit Politik, Wissenschaft und Anwohnern zusammen, um seine Biodiversitätsziele zu erreichen.

Ein Resultat war, dass Analysten ihre ESG-Ratings für das Unternehmen angehoben haben. Suzano wurde daraufhin in Nachhaltigkeitsindizes mit Offenlegungsanforderungen aufgenommen. Damit rückt Suzano auch stärker in den Fokus von Investoren, die sich an diesen Indizes orientieren. Denn Nachhaltigkeit wird immer mehr zu einem Erfolgskriterium: für die Umwelt und ebenso für die Rendite.

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Vom Wandel profitieren

Der beginnende Aufbruch macht die Papier- und Zellstoffindustrie interessant für Anleger mit ethischen Ansprüchen. Und Suzano ist kein Einzelfall: Viele Unternehmen aus Schwellenländern haben gerade erst mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement begonnen. Als aktiver Investor wollen wir sie auf diesem Weg unterstützen: So pflegen wir einen engen Dialog mit dem größten chinesischen Paketzusteller ZTO Express, um die Unternehmensführung in Sachen CO2-Reduktion zu beraten. Die Stahlbranche – noch immer einer der größten CO2-Verursacher der Welt – steht ebenfalls im Fokus unseres Einsatzes. Durch unser Engagement haben wir dazu beigetragen, dass viele Hersteller ihren CO2-Ausstoß verringert haben.

Quellen: 1 https://www.wwf.de/living-planet-report 2 https://regenwald-unterrichtsmaterial.oroverde.de/unterrichtseinheiten/papier/4-wie-viel-ist-das-in-baeumen/index.html 
3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167102/umfrage/produktion-von-papier-karton-und-pappe-ausgewaehlter-laender/ 

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