Haben Anleger sich für einen Investmentfonds entschieden, geht es an die Umsetzung bzw an den Kauf. Doch was passiert bei einem Fondskauf eigentlich? Und wie lange dauert so etwas? Wie Anleger eine Kauforder erteilen. Und was danach alles passiert.

Ob Sparplan, Einmalkauf oder Verkauf: Wer in einen Investmentfonds investieren will, Anteile verkaufen oder tauschen möchte, setzt damit stets eine sogenannte Orderabwicklung in Gang. So nennen Profis den Prozess, der ausgelöst wird, sobald ein Anleger ein Wertpapier kaufen oder verkaufen will. Der entscheidende Schritt dazu ist die Ordererteilung. Das ist der konkrete Auftrag zum Kauf oder Verkauf. Anleger können mit der Order oft über den Ort der Ausführung entscheiden, bestimmte Limits setzen und Aufträge auch mit einer Gültigkeitsdauer versehen.

Das alles gilt beim Handel mit Wertpapieren wie Aktien.

Beim Kauf von Investmentfonds sieht die Sache etwas anders aus. Die Order, die ein Anleger erteilt, erreicht hier zunächst einmal das Geldinstitut, bei dem er sein Depot führt, also beispielsweise die Fidelity Fondsbank (FFB). Die Order lässt sich online erteilen, aber auch per Post oder sogar per Fax. Ordererteilungen für Investmentfonds wickelt die FFB dann aber nicht über die Börse ab, sondern kauft die Fonds direkt bei den Emittenten, also den Fondsgesellschaften.

Dazu kontaktieren Banken wie die FFB die Abwicklungsstelle der Fondsgesellschaft oder ihre Depotbank. Jeder Fonds wird dort pro Tag genau einmal zu einem festen Preis gehandelt, nicht wie Aktien rund um die Uhr zu variablen Kursen, also schwankenden Preisen. Der Preis, zu dem der Anleger den Fonds am Ende kauft, ist von der sogenannten Orderschlusszeit abhängig: Wer erst am späten Nachmittag ordert, erhält den Fonds daher womöglich zum Preis vom Folgetag, sollte die Orderschlusszeit bereits verstrichen sein.

Hat die Abrechnungsstelle den Fonds eingebucht, bestätigt sie der FFB die Order. Der Tag, an dem diese Bestätigung die FFB erreicht, gilt als der eigentliche Buchungstag. Buchungstag und Tag der Ordererteilung fallen also häufig auseinander. Ein Beispiel: Erteilt ein Anleger am Dienstagnachmittag eine Order für einen Fonds mit einer Orderschlusszeit um 12 Uhr, wird die Abwicklungsstelle den Fonds erst am Mittwoch um 12 Uhr kaufen können. Danach nimmt auch noch der Abrechnungsprozess selbst weitere Zeit in Anspruch. Bestimmte Informationen der Abwicklungsstelle müssen die Bank erreichen und dort verbucht werden. Der Buchungstag ist dann womöglich erst der Donnerstag oder gar Freitag. Schließlich verbucht die Bank am Ende die Order und passt das Depot des Anlegers an. So kann es sein, dass es bis zum folgenden Montag dauert, bis alles erledigt ist.

Sie finden übrigens den Ablauf Ihrer Fondsorder immer transparent in Ihrem Online Bereich dargestellt, indem sie unter Ihren offenen Aufträgen die kleine Lasche "Transaktion verfolgen" anklicken. Dort sehen Sie die einzelnen Schritte von der Ordererfassung bis zur Online Darstellung.

Bei einem Tauschgeschäft kann die gesamte Verbuchung noch etwas länger dauern, da vor dem Kauf zunächst ein Verkauf abgerechnet und verbucht werden muss. Schneller funktioniert so ein Fondstausch über Abwicklungskonten, da dann die Tauschaufträge in zwei Verkaufs- und Kaufaufträge gleicher Betragshöhe aufgesplittet und zur selben Zeit platziert werden.

Und wann kommt es zur Abbuchung oder Gutschrift? Hier folgt die FFB klaren Regeln: Bei einem Einmalkauf gilt für den Lastschrifteinzug der erste Bankarbeitstag nach Ordererteilung. Beim Sparplan erfolgt der Lastschrifteinzug genau am Tag der Ausführung. Und bei einem Verkauf überweist die FFB in der Regel zwei Bankarbeitstage nach Buchung der Transaktion das Geld. Gutschriften auf dem Kundenkonto sind innerhalb der Banklaufzeit üblich.

Je nach Art eines Investmentfonds kann die Abwicklung über die Abwicklungsstelle noch leicht variieren. So sind bei offenen Immobilienfonds beispielsweise bestimmte Haltefristen zu beachten. Die Informationen dazu finden Anleger im jeweiligen Fondsprofil. Außerdem gut zu wissen: Fonds, die nicht in Euro, sondern in einer Fremdwährung gehandelt werden, kauft die FFB immer genau am Buchungstag in der entsprechenden Währung. Für börsennotierte ETFs gelten noch einmal andere Regeln.

Fazit:

Die Orderabwicklung von Investmentfonds ist zwar nicht kompliziert, bindet aber viele beteiligte Stellen ein. Dies dauert länger als das klassische Wertpapierbörsengeschäft, folgt aber klaren Regeln.

 

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