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Februar 2022 — Asien und Europa mit Aufwärtstrend, USA schwächer

Tappe & Telschow

Tappe & Telschow - Marktbericht

In Kürze:

  • Während die Corona-Entwicklung nun in vielen Regionen zumindest für den Moment berechenbarer wird, könnten kommende politische Ereignisse die Märkte erschüttern.
  • Der US-Aktienmarkt hat aufgrund der straffen Zinspolitik der Fed an Attraktivität eingebüßt.
  • Die Risikoaffinität von Bond-Investoren sinkt: Statt Hochzins geht der Trend eher wieder in Richtung Investment Grade, also zu Anleihen guter Bonität.

Inflation — vorübergehend oder bleibend?

Die Einschätzung unserer Experten aus der Privatkundenbetreuung Andreas Telschow und Maurice Tappe zu diesem Thema können Sie hier sehen.
(Dauer: 10:06 Minuten)

Der Februar bringt Bewegung in die Märkte

Das Jahr 2022 ist noch jung. Doch während der kurzen und grauen Wintertage inmitten der Omikron-Krise lichtet sich zumindest an manchen Stellen der Nebel. Dass die Virusvariante mildere Auswirkungen hat als zwischenzeitlich vermutet, versprüht sogar einen Hauch von Optimismus. Auch die vergangenen Quartalszahlen und weitgehend robuste Unternehmensgewinne geben Anlass zur Hoffnung, ebenso der Ausblick auf stabilere Lieferketten. Das Risiko eines Rückfalls in eine globale Rezession schätzen die Analysten von Fidelity angesichts hoher finanzieller Rücklagen der Konsumenten in den Industrieländern und der lockereren Haltung der chinesischen Regierung als gering ein. Entscheidend wird laut den Experten sein, ob die globale Konjunktur robust bleibt, denn sie hat die Rekordgewinnspannen der Unternehmen und eine starke Erholung der Beschäftigung unterstützt.

Ungemach könnte von anderer Seite drohen, wenn im weiteren Jahresverlauf politische Ereignisse in den Fokus rücken: Die grenzüberschreitenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine haben die Ölpreise in schwindelerregende Höhen getrieben und könnten zudem zu einem Eingreifen der NATO führen – und damit zu einer schweren Krise mit ungewissem Ausgang. Ebenfalls auf dem europäischen Radar, wenn auch weniger bedeutungsschwer: die im April anstehenden Wahlen in Frankreich.

USA fallen zurück

In den USA haben die Spaltungen innerhalb der Demokratischen Partei das Infrastrukturpaket „Build Back Better“ ausgebremst. Die Analysten von Fidelity schätzen, dass die Chancen auf dessen tatsächliche Verabschiedung nur noch bei 50 Prozent liegen. Die US-Regierung blickt zudem mit Sorge auf die Zwischenwahlen im November. Bevor die Republikaner im Repräsentantenhaus womöglich die Mehrheit übernehmen, könnten die Demokraten versuchen, die Regulierung der Bereiche Big Tech, Gesundheitswesen und Energie noch stärker voranzutreiben.

Die USA fallen aktuell als Aktienregion zurück, während Europa aufholt. Heißt: Unsere Analysten rücken von ihrer Übergewichtung von US-Aktien ab und gewichten die Region nun sogar unter. Zwar waren die Unternehmensgewinne jenseits des Atlantiks im vierten Quartal 2021 solide. Doch die fiskalische Unterstützung schwindet und die restriktive Zinspolitik der US-Notenbank Fed treibt die Realrenditen in die Höhe. Bei Wachstumswerten könnte das zu Korrekturen führen, weshalb hier zurzeit eher Vorsicht geboten ist.

Europa im Aufwind

Bergauf geht es indessen mit Blick auf europäische Aktien. Die Analysten rücken hier von der bisherigen Untergewichtung ab und stufen Europa (ohne Großbritannien) auf eine neutrale Position herauf. Denn viele EU-Staaten lockern ihre Corona-Restriktionen weiter und dürften somit vom Abflauen der Omikron-Welle profitieren. Für Investments in Konsumgüter- und IT-Unternehmen sehen unsere Analysten dabei europaweit deutlich bessere Chancen als für den Energie- und Rohstoffmarkt. Die Energiekrise ist derweil auch die Hauptursache für die negative Aufwärtsüberraschung bei der Inflation, wobei gestiegene Löhne dazu ebenfalls einen Beitrag leisten. Die Europäische Zentralbank geht davon aus, dass die Inflation Ende des Jahres ihren Höhepunkt erreichen wird. Zinserhöhungen sind aber vorerst – anders als in den USA – im EU-Raum aber nicht in Sicht.

In Großbritannien sieht das anders aus: Die Bank of England hat sich für eine Zinserhöhung entschieden. Dennoch stufen unsere Analysten das Vereinigte Königreich ebenfalls hoch auf „neutral“. Denn trotz der hohen Zahl von Covid-Fällen ist die Sterblichkeitsrate auf der Insel rückläufig und die Quote der Geboosterten vergleichsweise hoch. Daher steht die Politik nun kurz davor, die letzten verbliebenen Beschränkungen aufzuheben.

Japan bleibt interessant

Laut der Analysten von Fidelity bleibt das Industrieland mit den derzeit besten Optionen für Aktienanleger Japan. Die Unternehmensbewertungen sind nach wie vor vergleichsweise niedrig, und die Gewinne konnten teils nach oben korrigiert werden. Eine lockere Geldpolitik und die anhaltende fiskalische Unterstützung bieten weiterhin einen guten Nährboden für Japans Unternehmen. Dass sich die Lieferketten absehbar erholen, dürfte den Aktienmarkt zusätzlich unterstützen.

Auch die Aussichten für Aktieninvestitionen in Emerging Markets werten die Experten als positiv. Das gilt vor allem für die asiatischen Schwellenländer, die sich gut in der Pandemie behaupten. Hinzu kommt: Die bisherigen Engpässe in den Lieferketten scheinen sich zu entspannen – die Halbleiterbestände wachsen wieder und die Frachtkosten stabilisieren sich. Auch die beginnende Lockerung der chinesischen Politik dürfte die Marktstimmung verbessern – zuletzt hatten harte Regulierungen Pekings manche Branchen in immer tiefere Krisen gestürzt. Noch allerdings fährt das Land eine Nulltoleranzstrategie in Sachen Corona – Anleger sollten die damit einhergehende Maßnahmen als potenzielles Risiko im Blick behalten.

Schwächelnder Dollar

Die gestraffte Geldpolitik der Fed bringt nicht nur US-Aktien, sondern in der Folge auch den Dollar unter Druck. Zudem trübt sie die Risikofreude auf dem Anleihenmarkt. Statt wie zuletzt verstärkt auf High Yield zu setzen, bleiben die Experten zurückhaltend. Bedeutet: Gewinne mitnehmen und auf stabilere Zeiten für den Wiedereinstieg warten. Während globale Hochzinsanleihen mit der Abstufung auf „neutral“ also einen Dämpfer erfahren, beenden unsere Analysten die Unterbewertung von Investment-Grade, also Anleihen mit guter Bonität und stufen die Papiere auf neutral herauf.

Fazit

In den vergangenen Monaten bot der US-Aktienmarkt in der Regel bessere Anlagechancen als der europäische und der britische. Doch hier findet nun wegen der zusehends restriktiven US-Geldpolitik eine Art Rochade statt. In puncto Aktienmärkte ist für Privatinvestoren darüber hinaus Japan einen Blick wert. Und auch die asiatischen Schwellenländer bieten teils günstige Gelegenheiten zum Einstieg. Am globalen Anleihenmarkt geht der Trend derweil weg von Hochrisiko-Bonds und eher in Richtung Investment-Grade-Titeln.

Kapitalmarkt-Blog mit Carsten Roemheld

Meinungsstark, auf den Punkt und immer am Puls der Zeit: Einschätzungen und Hintergründe zu allem, was die Kapitalmärkte bewegt.

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