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Marktausblick

Globales Wachstum mit starkem Endspurt zum Jahresausklang

21. Dezember 2016 – Lesen Sie hier den aktuellen Marktausblick von Anna Stupnytska, Global Economist bei Fidelity Multi Asset.

  • Global

    In diesem Jahr hat der Konjunkturmotor weltweit einen Gang hochgeschaltet. Geholfen haben dabei neben Chinas Stimulusmaßnahmen und den stabileren Rohstoffpreisen auch die weltweit günstigeren Kreditkonditionen. Auch im neuen Jahr dürfte die Weltwirtschaft weiter ansehnlich wachsen, wie unser Frühindikator andeutet, während haushaltspolitische Maßnahmen zur Ankurbelung von Konjunktur und Inflation rund um den Globus Fahrt aufnehmen. Die stärkste Wachstumsdynamik erwarten wir für die USA. Im Euroraum und in Japan wird die Wirtschaft vermutlich mit ähnlichem Tempo wie 2016 wachsen, wobei sich unsere Prognose für die Euro-Länder als zu hoch und für Japan als zu niedrig erweisen könnte. Einen Gang herunter schalten werden aller Voraussicht nach Großbritannien, China und die meisten Schwellenländer. Unter Letzteren dürften Brasilien und Russland endlich die Rezession hinter sich lassen, aber nur mäßig wachsen. Dabei schätzt das Gros der Marktbeobachter das Wachstumspotenzial der Schwellenländer unseres Erachtens zu optimistisch ein. Rohstoffbezogene Basiseffekte werden zwar auch künftig die Gesamtinflation antreiben. Aber von größerer Bedeutung wird die moderate Beschleunigung der Kerninflation sein, angefacht durch Engpässe am Arbeitsmarkt, eine in diversen Industrieländern expansivere Haushaltspolitik, geringeren Deflationsdruck aus China und mögliche Handels- und Einwanderungsbeschränkungen in den USA und in Großbritannien. Auf Letztere könnten einige Länder mit Gegenmaßnahmen antworten.

    Trotz augenscheinlich günstiger Rahmenbedingungen sehen wir zahlreiche negative Faktoren und Risiken, die in der zweiten Jahreshälfte 2017 in den Vordergrund drängen und das Wachstum bremsen könnten. Peking wird bei seinen geld- und fiskalpolitischen Stimulusmaßnahmen zurückrudern, um den überhitzten Immobilienmarkt abzukühlen. Zudem wird man versuchen, der erwarteten Renminbi-Abwertung Einhalt zu gebieten. Darunter dürfte die Konjunkturdynamik leiden, was Wachstumsängsten in China neue Nahrung geben könnte. An den Rohstoffpreisen und den besonders von Chinas Konjunktur abhängigen Ländern wird das nicht spurlos vorübergehen. Wie stark sie beeinträchtigt werden, hängt jedoch davon ab, ob die chinesische Regierung auch künftig den Abbau von Überkapazitäten in Branchen mit Rohstoffbezug fortsetzt. Im nun zu Ende gehenden Jahr hatte sie damit die Rohstoffpreise mächtig nach oben getrieben. Nun, da die US-Notenbank (Fed) ihre Zinserhöhungen wieder aufgenommen und die EZB mit der Drosselung ihrer quantitativen Lockerungen begonnen hat, werden die Finanzierungsbedingungen weltweit nicht mehr ganz so günstig sein. Je nach Umfang und Geschwindigkeit der Zinsstraffungen könnte hiervon merklich Druck auf die Schwellenländer ausgehen, denen die Renditesuche in der Nachkrisenwelt sehr zugutegekommen ist. Angesichts der großen Bandbreite bei den binnenwirtschaftlichen Fundamentaldaten im Universum der Schwellenländer und bei ihrer Abhängigkeit von China und den USA werden sich einige besser, andere weniger gut behaupten. Da sich der Konjunkturausblick für die Schwellenländer zuletzt aber aufgehellt hat, dürften sie etwas straffere Kreditkonditionen relativ gut verkraften. Großbritannien wird die vom BrexitVotum ausgelöste Wachstumsabkühlung zu schaffen machen, was auch der Euroraum als wichtigster Handelspartner zu spüren bekommt. Dort hat der mit wichtigen politischen Terminen gespickte Kalender für 2017 das Potenzial für reichliche Turbulenzen. Dabei gehen die größten Risiken sicher von den Präsidentschaftswahlen in Frankreich aus. Der erste Wahlgang ist für den 23. April terminiert. Zu guter Letzt sind weltweit der Handelsprotektionismus und die allgemeine Verunsicherung über die künftige Innen- wie Außenpolitik in den USA die „bekannten Unbekannten“, die das Wachstum weltweit im nächsten Jahr bremsen könnten.

  • USA

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  • Großbritannien

  • Japan

  • China

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