Fidelity für institutionelle Anleger
 

Marktausblick

Reflationsthema dürfte weltweit an Dynamik gewinnen

30. Januar 2017 – Lesen Sie hier den aktuellen Marktausblick von Anna Stupnytska, Global Economist bei Fidelity Multi Asset.

  • Global

    Wie von unserem Frühindikator angedeutet, ist die Weltwirtschaft stark ins neue Jahr gestartet. Weltweit dürfte die Reflationierung der Wirtschaft weiter Fahrt aufnehmen. Die stärkste Wachstumsbeschleunigung erwarten wir in den USA. Im Euroraum und in Japan sollte sich die Konjunktur 2017 ähnlich stark wie im letzten Jahr beleben, wobei sich unsere Prognose für die Euro-Länder als zu hoch und für Japan als zu niedrig erweisen könnte. Einen Gang herunter schalten werden aller Voraussicht nach Großbritannien, China und einige andere Schwellenländer. Unter Letzteren dürften Brasilien und Russland endlich die Rezession hinter sich lassen, aber nur mäßig wachsen. Rohstoffbezogene Basiseffekte werden zwar auch künftig die Gesamtinflation antreiben. Aber von größerer Bedeutung werden die moderate Beschleunigung der Kerninflation (angefacht durch Engpässe am Arbeitsmarkt), eine in diversen Industrieländern expansivere Haushaltspolitik, ein geringerer Deflationsdruck aus China und mögliche Einfuhr- und Einwanderungsbeschränkungen in den USA und in Großbritannien sein. Auf Letztere könnten einige Länder mit Gegenmaßnahmen antworten. Insgesamt dürfte sich der langsame Inflationsanstieg fortsetzen, der den wichtigen Zentralbanken im Jahresverlauf einen allmählichen Rückzug aus ihrer extrem entgegenkommenden Geldpolitik erlaubt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Preisauftrieb hinter der aktuellen Prognose zurückbleibt. Eine Unternehmenssteuerreform in den USA mit der nicht zu vernachlässigenden Möglichkeit einer Besteuerung nach dem Herkunftslandprinzip ist eine große Unbekannte. Sie könnte erhebliche Folgen für Wachstum und Inflation in Amerika und im Rest der Welt haben.

    Trotz augenscheinlich günstiger Rahmenbedingungen sehen wir zahlreiche negative Faktoren und Risiken, die in der zweiten Jahreshälfte 2017 in den Vordergrund drängen und das Wachstum bremsen könnten. So wird Peking bei seinen geld- und fiskalpolitischen Stimulusmaßnahmen zurückrudern, um den überhitzten Immobilienmarkt abzukühlen. Ferner wird man versuchen, der erwarteten Renminbi-Abwertung Einhalt zu gebieten. Darunter dürfte die Konjunkturdynamik leiden, was Wachstumsängsten in China neue Nahrung geben könnte. An den Rohstoffpreisen und den besonders von Chinas Konjunktur abhängigen Ländern wird das nicht spurlos vorübergehen. Wie stark sie beeinträchtigt werden, hängt jedoch davon ab, ob die chinesische Regierung auch künftig den Abbau von Überkapazitäten in den Rohstoffbranchen fortsetzt. 2016 hatte sie damit die Rohstoffpreise mächtig nach oben getrieben. Unterdessen hat die US-Notenbank (Fed) ihre Zinserhöhungen wieder aufgenommen und die EZB mit der Drosselung ihrer quantitativen Lockerungen begonnen. Weltweit werden die Finanzierungsbedingungen daher nicht mehr ganz so günstig sein. Je nach Umfang und Geschwindigkeit könnte von den Zinsstraffungen merklich Druck auf die Schwellenländer ausgehen, denen die Renditesuche in der Nachkrisenwelt sehr zugutegekommen ist. Angesichts der großen Unterschiede bei den binnenwirtschaftlichen Fundamentaldaten der Schwellenländer und bei ihrer Abhängigkeit von China und den USA werden sich einige besser, andere weniger gut behaupten. Aber weil sich der Konjunkturausblick für die Schwellenländer zuletzt aufgehellt hat, dürften sie etwas straffere Kreditkonditionen relativ gut verkraften. Großbritannien wird die vom Brexit-Votum ausgelöste Wachstumsabkühlung zu schaffen machen, was auch der Euroraum als wichtigster Handelspartner zu spüren bekommt. Dort hat der mit wichtigen politischen Terminen gespickte Kalender für 2017 das Potenzial für reichliche Turbulenzen. Dabei gehen die größten Risiken sicher von den Präsidentschaftswahlen in Frankreich aus. Zu guter Letzt sind Protektionismus und die allgemeine Verunsicherung über die künftige Innen- und Außenpolitik in den USA die „bekannten Unbekannten“, die das Wachstum weltweit in diesem Jahr bremsen könnten.

  • USA

  • Eurozone

  • Großbritannien

  • Japan

  • China

  • Schwellenländer

Lesen Sie hier die vollständige Ausgabe:

Kontakt

KontaktSie sind interessiert an unserem Angebot für institutionelle Anleger? Kontaktieren Sie uns.

E-Mail-Newsletter

E-Mail-NewsletterAbonnieren Sie hier Institutional News und informieren sich zu aussichtsreichen Investmentansätzen – exklusiv für institutionelle Anleger.