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Chinesische Aktien – Mehr als nur Alibaba und Tencent

Chinesische Unternehmen halten für Aktionäre große Chancen bereit. Doch in den Portfolien haben sie derzeit eine weit geringere Bedeutung als am Weltmarkt.

Das hat vor allem zwei Gründe. Erstens: Chinesische A-Aktien, also an Festlandbörsen gelistete Papiere, kommen in den wichtigen Aktien-Indizes zu kurz. Das zeigt auch unsere Infografik:

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Wie sich die Aufnahme in einen internationalen Index auf ein chinesisches Unternehmen auswirken kann, zeigt das Beispiel Haitian, der größte Hersteller von Sojasoße in China:

Herausgeber: Am 1. Juli 2019 hat die verantwortliche Geschäftseinheit für institutionelle Anleger in Deutschland gewechselt zu: FIL (Luxembourg) S.A., Zweigniederlassung Deutschland.

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Zweitens hatten ausländische Investoren lange nur einen eingeschränkten Zugang zu diesen Papieren. Dank den Investmentprogrammen Qualified Foreign Institutional Investor (QFII) und Stock Connect können sie inzwischen auch in Aktien investieren, die zuvor dem heimischen Markt vorbehalten waren. Was die beiden Investmentprogramme auszeichnet, sehen Sie in der Tabelle:

Investmentprogramme (R)QFII und Stock Connect auf einen Blick

  Qualified Foreign Institutional Investor (QFII)/Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor (RQFII) Stock Connect
Zulässige Investoren
  • Institutionelle Investoren mit QFII/RQFII-Lizenz
  • Alle ausländischen Einzel- und institutionelle Investoren
Anlageuniversum
  • Primär- und Sekundärmarkt
  • Fast alle börsengehandelten Finanzprodukte, darunter Aktien, Anleihen, Fonds, Futures und Derivate
  • Ausblick: Erweiterung des Anlageuniversums in Prüfung
  • Nur Sekundärmarkt
  • Ausgewählte A-Aktien an den Börsen von Shanghai und Shenzhen
Investmentquoten
  • Individuelle Quoten für Investoren
  • Antrag und Zulassung erforderlich
  • Ausblick: Abschaffung der Quoten geplant
  • Tägliche Quoten auf Marktebene
Währung
  • QFII: US-Dollar und andere Fremdwährungen
  • RQFII: Renminbi
  • Renminbi
Weitere Merkmale
  • Onshore-Mechanismus
  • Behandlung ähnlich wie heimische institutionelle Investoren
  • Zugang zu einer breiten Palette an Produkten
  • Offshore-Mechanismus
  • Relativ flexibel, jedoch begrenzte Verfügbarkeit von Finanzprodukten

Quellen: Shanghai Stock Exchange (http://english.sse.com.cn/access/stockconnect/rules/) und Shenzhen Stock Exchange (http://www.szse.cn/enSzhk/introduction/cscqr/), Stand April 2020

Bedeutung chinesischer A-Aktien

Warum lohnt es sich überhaupt, in A-Aktien zu investieren? Immerhin sind einige chinesische Unternehmen auch an Börsen gelistet, die für ausländische Investoren leichter zugänglich sind, etwa die in Hongkong gelisteten H-Aktien oder die in New York gelisteten N-Aktien.

Zum einen ist das Anlageuniversum der A-Aktien riesig. Es bietet dadurch viele Chancen sowie die Möglichkeit, ein Portfolio zu diversifizieren. An der London Stock Exchange etwa sind 2.498 Unternehmen gelistet, chinesische A-Aktien gibt es von 4.289 Unternehmen1. Nur in den USA gibt es mit über 5.000 mehr börsengehandelte Unternehmen als in China. Außerdem ist China hinter den USA der Aktienmarkt mit der weltweit zweithöchsten Marktkapitalisierung.

Hinzu kommt, dass sich derzeit immer mehr chinesische Firmen – gerade aus dem dynamischen Technologiebereich – gegen einen IPO in den USA entscheiden oder, falls sie schon dort gelistet sind, die US-Börse wieder verlassen. Denn die Börsen von Shanghai, Shenzhen und Hongkong werden zunehmend attraktiver für sie. Der wachsende asiatische Kapitalmarkt, das Investmentprogramm Stock Connect und der Abbau einstiger Hürden durch Reformen machen die heimischen Börsen immer öfter zur ersten Wahl.

Wo Aktionäre Chancen finden

Catherine Yeung, Investmentdirektorin für Aktien bei Fidelity, gibt im Video eine Einschätzung dazu, welche Segmente des chinesischen Aktienmarkts besonders vielversprechend sind.

Catherine Yeung: Versteckte Chancen in China

In unserer globalisierten Welt ist China nach wie vor ein Markt mit vielen Besonderheiten. Wie Fidelity in China gute von schlechten Unternehmen unterscheidet, wie Anleger mit Staatskonzernen umgehen können und wie es mit dem Thema Corporate Governance steht, diskutiert Paras Anand, Head of Asset Management Asien-Pazifik, im Podcast mit Senior Portfolio Managerin Jing Ning und Technologieanalyst Casey McLean.

Nachhaltigkeit und Corporate Governance in China

Das Themenfeld ESG - also Umwelt, Soziales und Governance - ist in China besonders spannungsgeladen. Erst seit wenigen Jahren spielt die Umweltverträglichkeit ihrer Aktivitäten für das Gros der chinesischen Firmen überhaupt eine Rolle. Für China-Anleger gilt es außerdem, die Corporate Governance genau zu beleuchten, denn Unternehmenskultur und der Umgang mit Minderheitseignern etwa unterscheiden sich deutlich von anderen Märkten. Warum China dennoch für ESG-Anleger interessant ist, lesen Sie im Artikel.

Mehr Infos zu A-Aktien und den anderen chinesischen Aktienarten gibt es übrigens  am vierten Tag der E-Mail-Reihe.

Quelle

1Quelle: Bloomberg, September 2018

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