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Transparenz und Anlegerrechte auf dem Prüfstand

Die Aktienkultur in China ist noch vergleichsweise jung. So sorgen längst nicht alle Unternehmen dafür, dass die Rechte ihrer Anteilseigner gut geschützt sind. Wer die Stolpersteine kennt, kann dennoch gut geführte und langfristig orientierte Anlageziele finden.

Eine tiefe Kenntnis der Kultur, Historie und Regulierung einer Anlageregion ist für jeden Anleger wertvoll. Doch in kaum einem Fall kann sie den Anlageerfolg so stark beeinflussen wie beim Thema Corporate Governance in China.

Die Aktienkultur ist in China noch jung, die Rechte von Aktionären schwächer als in vielen anderen Anlageregionen. Einige chinesische Unternehmen erkennen zudem gerade erst den Wert darin, sich die Treue der Anteilseigner zu erarbeiten. Dadurch existieren an diesem Markt große Unterschiede, was den Charakter und die Qualität der Unternehmensführung angeht. In diesen sechs Bereichen zeigt sich häufig, wie es um die Governance chinesischer Unternehmen steht:

  • Kontrollgremien: In Deutschland haben Investoren mit dem Aufsichtsrat einen starken und transparenten Kontrollmechanismus für die unternehmerischen Entscheidungen des Vorstands. In China können Anleger jedoch nicht davon ausgehen, dass die Mitglieder des Boards wirklich unabhängig und ausreichend qualifiziert sind. Rechtlich gesehen muss nur ein Drittel des Gremiums von unabhängigen Direktoren besetzt sein, sodass die Mehrheit in der Regel auch im Management des Unternehmens sitzt und dessen Entscheidungen kaum hinterfragt. Selbst die „unabhängigen“ Mitglieder werden häufig von einem Mehrheitseigner oder Gründer handverlesen. Das Kriterium bei der Auswahl der unabhängigen Direktoren ist dadurch nicht immer Kompetenz, sondern Beeinflussbarkeit.
  • Kapitalallokation: Ein Blick darauf, wie ein Unternehmen Kapital einsetzt – heute und in der Vergangenheit – gibt ebenfalls Aufschluss darüber, wie weitsichtig die Führung handelt. Ineffiziente Bilanzen, niedrige Dividenden und Aufwendungen für Zwecke, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben, können auf Probleme hindeuten.
  • Transaktionen: Macht ein Unternehmen Geschäfte mit ihm nahestehenden Unternehmen oder Personen, gilt es genau hinzuschauen. Das können zum Beispiel Transaktionen zwischen dem börsengehandelten Unternehmen und seinem Gründer oder einer anderen vom Gründer gesteuerten Firma sein. Gründer oder Mehrheitsaktionäre nutzen diesen Weg zuweilen, um sich zulasten der anderen Aktionäre zu bereichern.
  • Organisationsstruktur: Eine besonders komplexe oder undurchsichtige Organisationsstruktur kann ein Warnsignal für Anleger sein, da es dadurch schwieriger wird, Bilanzen zu verstehen und zu prüfen.
  • Aktionärsrechte: „Ein Anteil, eine Stimme“ – dieses Prinzip gilt in China nicht überall. Aktionäre müssen also darauf achten, welchen Einfluss sie auf Basis ihres Anteils am Unternehmen haben und welche Schwellen und Hürden bei Aktionärsabstimmungen existieren. Ein positives Beispiel: In Hongkong etwa müssen nur zehn Prozent der unabhängigen Aktionäre dagegen stimmen, um eine Privatisierung zu verhindern. Doch nicht immer haben kleinere Anteilseigner so viel Macht. Auch gilt es zu untersuchen, wie Unternehmen ihre Anteilseigner in der Vergangenheit behandelt haben: Versuchen sie, eine gute Rendite für sie zu erzielen, oder investieren sie lieber in Prestigeprojekte?
  • Staatlicher Einfluss: Die Beziehung zwischen Staat und Wirtschaft ist in China eine besondere. Die Führungsriege von Staatskonzernen hat enge Beziehungen zur Regierung, und oft stehen diese Unternehmen unter Druck, die Interessen des Landes über die der Aktionäre zu stellen. Es gibt jedoch durchaus auch Staatskonzerne, die weitgehend unabhängig und marktorientiert handeln.

Viele der genannten Aspekte können Anleger erst dann richtig bewerten, wenn sie Unternehmen über Jahre hinweg beobachten. So offenbart sich der Charakter eines Unternehmens und seiner Führung und gibt den Blick frei auf spannende Anlagechancen in diesem dynamischen Markt.

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