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Asien ohne Japan, China

China will in den kommenden Jahren in mehreren Technologiefeldern zur weltweiten Führungsmacht aufsteigen. Die Führung in Peking treibt dazu die Digitalisierung strategisch voran – ungebremst von der Coronakrise. Lesen Sie, wie Investoren den ehrgeizigen Plänen profitieren können.

Aufstieg der chinesischen Tech-Branche

Im Jahr 2049 feiert die Volksrepublik China ihren hundertsten Geburtstag. Das ist noch eine Weile hin, doch die Regierung in Peking hat schon jetzt Pläne für das Jubiläum: Bis dahin will China nämlich zur technologischen Supermacht aufgestiegen sein. Das erste Etappenziel zur Weltspitze strebt die Volksrepublik bereits im Jahr 2025 an. Bis dahin soll China global führende Unternehmen in zehn Schlüsseltechnologien hervorgebracht haben.

Der Staat ist auf dem besten Weg, dieses Ziel zu erreichen.

  • In der Mobilfunktechnik ist China bereits globale Spitze. Unternehmen wie Huawei oder ZTE sind führend beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G. 
  • Auch im Online-Handel scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis China das Zepter übernimmt. Etablierte Größen wie der E-Commerce-Riese Alibaba werden in anderen Ländern Asiens sowie in Teilen von Europa und Afrika immer beliebter. 
  • Auch die erst zwei Jahre alte Social-Media-App TikTok, die dem Pekinger Unternehmen ByteDance gehört, hat sich in Rekordzeit den Weg von China bis nach Europa und in die USA gebahnt. Weltweit zählt die App, mit der Nutzer virale Videoclips teilen können, heute schon über als 800 Millionen aktive Nutzer – und befindet sich mit den US-Konkurrenten Facebook und Co. auf Augenhöhe.

Online-Handel boomt in der Coronakrise

Die Coronavirus-Pandemie hat Chinas Digitalunternehmen nochmals einen Schub verpasst. Der Online-Handel zeigt das besonders eindrücklich:

  • Die Zahl der aktiven Nutzer von Lebensmittel-Apps hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nach Daten des chinesischen Datenanalyse-Hauses Quest Mobile während der chinesischen Neujahrsferien vom 24. Januar bis 2. Februar auf rund zehn Millionen nahezu verdoppelt.
  • In den folgenden zwei Wochen schnellte sie dann sogar auf fast zwölf Millionen Nutzer hoch.
  • Hema, die Supermarktkette des E-Commerce-Riesen Alibaba, verzeichnete in den Ferien einen sprunghaften Anstieg seiner Nutzer, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ging es um 128 % bergauf.

" Der Digitalisierungsschub ist in China während der Corona-Pandemie auf unglaublich fruchtbaren Boden gefallen."

Politikwissenschaftler und Sinologe Sebastian Heilmann

Trend zu technologiegetriebenen Online-Plattformen

Gut läuft es auch für die Betreiber elektronischer Lernplattformen. Die Zahl der aktiven Nutzer auf E-Learning-Plattformen stieg während der chinesischen Neujahrsferien laut QuestMobile um 22 % gegenüber dem Vorjahr. „Der Digitalisierungsschub ist in China während der Corona-Pandemie auf unglaublich fruchtbaren Boden gefallen“, sagt der renommierte deutsche Politikwissenschaftler und Sinologe Sebastian Heilmann. „Das gilt über sämtliche Bereich hinweg, von Gaming über Telemedizin bis hin zu Telebildung.“

Heilmann geht davon aus, dass sich die Marktanteile infolge der Virus-Pandemie noch schneller verschieben werden. Im Reich der Mitte geht der Trend verschärft weg vom Offline-Einzelhandel hin zu technologiegetriebenen Online-Plattformen.

Geschäftsmodelle der Zukunft

Anleger können sich jetzt durch kluge Investitionen in aussichtsreiche Branchen und Unternehmen einen frühen Zugang zu den Gewinnern der Digitalisierung in China sichern. Zu den größten Profiteuren des ehrgeizigen Digitalisierungsplans der Regierung zählen neben E-Learning-Plattformen wie TAL Education und Koolearn Technology und den Online-Händlern wie Alibaba, Hema und JD.com auch Unternehmen, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. 

IT-Unternehmen aus dem medizinischen Bereich dürften ebenfalls vom ehrgeizigen Digitalisierungsplan der Führung in Peking profitieren. Bereits jetzt ist die Entwicklung in der Telemedizin bemerkenswert und auch digitale Gesundheitsdienstleister wie die Gesundheitsplattform DXY oder die E-Apotheke Jianke erleben einen Boom.

Aufstieg chinesischer Tech-Branche kaum zu stoppen

Wenn China in den kommenden Jahren seine technologische Infrastruktur weiter stärkt und zudem eigenständige Lieferketten aufbaut, ist ein Aufstieg der chinesischen Tech-Branche kaum noch zu stoppen. Allenfalls Bedenken aus dem Westen gegenüber der Sicherheit und dem Datenschutz stehen dem entgegen. Davon abgesehen ist aber zu erwarten, dass führende Technologien und Geschäftsmodelle der nächsten Generation immer häufiger von einem der kommenden fernöstlichen Technologie-Titanen stammen.

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