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China gibt das Tempo vor

China hat die Covid-19-Krise mit schnellen Schritten bewältigt. Während die Infektionsquoten weiter sinken, steigt das Bruttoinlandsprodukt. Auch die Beschäftigung nimmt zu. Mit diesem Aufschwung steht die Wirtschaftsmacht derzeit weltweit allein da. Im Gespräch mit unseren Analysten sehen chinesische Unternehmer allerdings schon die nächste Herausforderung - und die ist nicht neu.

Die weltweite Krise ist noch nicht vorbei, aber in den Gesprächen mit chinesischen Unternehmen ist von Krisenstimmung nicht mehr viel zu spüren. Schon im Dezember 2020 vernahmen unsere Analysten in dem Land jede Menge Zuversicht. Nach dem Jahreswechsel zeigt das Stimmungsbarometer weiter nach oben. Mehr als die Hälfte der Unternehmen blickt zunehmend optimistisch auf das Jahr 2021. 

Der Grund für die gute Stimmung ist offensichtlich: Die Weltwirtschaft entwickelt sich derzeit unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Diese hatte China zuerst getroffen, nun aber erholt sich die Wirtschaftsmacht auch als erste wieder. Weitere Nachrichten machen den Unternehmen in China Mut: Unter dem neuen US-Präsidenten Joseph Biden dürfte sich der Handelskonflikt der Großmächte entspannen. Gleichzeitig wird das Land im internationalen Vergleich immer konkurrenzfähiger, kann seine Exportzahlen steigern. „China entwickelt immer wettbewerbsfähigere Strukturen und die Nachfrage zieht wieder an“, sagt Jenny Lee, Head of Research Services bei Fidelity International in Hongkong.

So ist der Aufschwung in China bereits weiter fortgeschritten als in anderen Teilen der Welt. Die Befragung der Analysten belegt, wie groß der Vorsprung etwa gegenüber Europa und den USA ist, bei denen der nächste Konjunkturzyklus gerade erst beginnt.

Das Zugpferd aus der Krise

Im globalen Durchschnitt befinden sich Unternehmen in einer Frühphase der Erholung. Hingegen verorten sich die Chinesen mehrheitlich bereits in einer mittleren Phase eines typischen Aufschwungs-Zyklus. Das gibt in der Befragung mehr als ein Drittel der Fidelity-Analysten an. Nur 18 Prozent berichten, dass sich die von ihnen abgedeckten Sektoren erst am Beginn der Erholung befinden. Im globalen Durchschnitt liegt dieser Anteil fast doppelt so hoch.

Die Einschätzung zur Konjunkturentwicklung wird von einer ganzen Reihe von Indikatoren gestützt. So ist das Bruttoinlandsprodukt im Pandemiejahr 2020 nur in einer einzigen großen Volkswirtschaft gestiegen: In China, und zwar um 2,3 Prozent. Überall sonst auf der Welt schrumpfte in der Pandemie die Wirtschaftskraft. Ähnlich positiv ist die Statistik zur Arbeitslosigkeit in China. Bereits im Dezember 2020 war die Quote wieder auf dem Niveau vor der Pandemie angekommen. Und sie dürfte weiter fallen. Unseren Analysten zufolge wollen die Unternehmen ihre Belegschaften im Jahr 2021 nämlich um durchschnittlich sechs Prozent aufstocken.

Die Konjunkturaussichten aus China werden aus anderen Weltregionen genau beäugt – und das keineswegs nur neidvoll. Denn der Binnenkonsum gilt als entscheidender Treiber für den Aufschwung. Endverbraucher wollen also nachholen, worauf sie in den Monaten der Lockdowns und Unsicherheit verzichten mussten. 

Darauf hoffen auch Unternehmen in anderen Teilen der Welt. In Europa bremst freilich das Risiko der nächsten Pandemiewelle die Nachholeffekte aus. Wer also auf den heimischen Markt angewiesen ist, muss sich noch gedulden. Gut, dass wenigstens in Fernost die Verkaufszahlen bereits wieder steigen. Gerade die exportierenden Unternehmen könnten so Umsatzeinbußen im Inland durch Erfolge im Asiengeschäft abfedern.

Nach Corona ist vor Corona

Die Pandemiewelle scheint in China gebrochen. Nun zeichnen sich allerdings schon die nächsten Herausforderungen ab. Und die sind nicht so neu wie das Virus. Nach Corona ist vor Corona, befürchten viele Unternehmer gerade mit Blick auf die Geldpolitik. Diese könnte sich wieder normalisieren, sobald sich der Aufschwung verfestigt. Mit Vergünstigungen und Hilfsgeldern wäre es dann vorbei. „Die Finanzierungskosten waren 2020 besonders niedrig, da staatliche Finanzierungsvehikel benötigt wurden, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen“, sagt ein Analyst, der Industriewerte abdeckt. „Ich erwarte, dass die Kosten Anfang 2021 wieder auf ein normales Niveau zurückkehren und möglicherweise weiter ansteigen, wenn die Geldpolitik gestrafft wird.“

Noch bauen die Notenbanken im Westen auf nahezu unbegrenzte geldpolitische Unterstützung. Ganz andere Signale sendete jüngst die People‘s Bank of China: Sie hatte dem Finanzmarkt zeitweise die Liquidität entzogen. Es war ein erster Hinweis, dass die Befürchtungen der Unternehmer im Gespräch mit unseren Analysten nicht unbegründet sind. Alle Augen richten sich nun auf die nächsten Schritte der Bank. Von allen Regionen fürchtet China die Gefahr eines Teuerungsschubs am meisten. Gut 60 Prozent der Unternehmen in China fürchten einen starken Inflationsdruck – im globalen Durchschnitt sind es nur rund 50 Prozent. 

Fazit:

In China ist nach der weitgehenden Kontrolle der Pandemie bereits der nächste Aufschwung im Gang. Das gibt Unternehmen weltweit Hoffnung, gerade auf deutliche Zuwächse beim Konsum. Zugleich könnte das Land anderen Staaten aber auch einen Eindruck davon vermitteln, welche geldpolitischen Straffungen nach der Krise auf sie warten. 

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Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2021. MK12229