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Immer mehr Indexfonds werben damit, das Geld der Anleger besonders nachhaltig zu investieren. Die Anlageentscheidungen trifft am Ende aber kein Mensch, sondern die Maschine – und so erweisen sich die Portfolios vieler ETFs am Ende gar nicht durchgängig als grün. Ein neuer Ansatz kann das ändern.

Der Wunsch nach einem nachhaltigen Leben hat auch die Finanzwelt erreicht. Immer häufiger fragen sich Anleger, ob in ihren Portfolios Aktien von Umweltsündern enthalten sind. Auch bei Exchange Traded Funds (ETF) schauen Investoren inzwischen genau hin, welche Werte darin stecken. Was sie dabei zum Teil entdecken, irritiert und erschreckt: Selbst in einem als nachhaltig beworbenen ETF finden sich beispielsweise Aktien des konventionellen Energieversorgers RWE. Und Computer-Giganten wie Amazon und Apple stecken trotz energieintensiver Geschäfte als größte Einzeltitel in manch einem angeblichen Öko-Indexfonds.

Woran herkömmliche ETFs scheitern

Der Grund liegt in einer mangelhaften Konstruktion vieler passiver Produkte: ETFs bilden stets die Wertentwicklung eines Index nach. Bei nachhaltigen ETFs nehmen Indexanbieter wie MSCI nun in aller Regel einen konventionellen Index aus ihrem Programm als Grundlage und filtern dann nach einem bestimmten System die nachhaltigsten Titel heraus. Beim sogenannten Best-in-Class-Ansatz schaffen es so die Aktien jener Unternehmen in den Index, die zu den saubersten ihrer Branche gehören. Daher kann auch ein Kohlestromproduzent im Portfolio stecken, wenn er bloß einen Tick grüner arbeitet als die Konkurrenz.

Manager aktiver Fonds haben demgegenüber mehr Spielräume. Sie können sich auch einmal bewusst gegen ein Unternehmen entscheiden, und sie können Entscheidungen schnell revidieren, wenn ein Unternehmen sich doch nicht als so grün erweist wie gedacht. Indexanbieter passen ihre Indizes häufig nur einmal im Jahr an – in der Finanzwelt ist das eine sehr lange Zeit.

Neu: Analysen von Profis im passiven Gewand

Nun haben Anleger eine neue Möglichkeit, die beide Ansätze vereint: Die nachhaltigen ETFs der neuen Generation sind so günstig wie herkömmliche Indexfonds und so wählerisch wie die Fonds aktiver Manager.

Zunächst scheinen diese innovativen Fonds kaum anders zu funktionieren als herkömmliche Indexfonds. Auch die aktiven Nachhaltigkeits-ETFs orientieren sich nämlich an einem Index und schließen einzelne Unternehmen nach fest definierten Kriterien aus. Anschließend schränken die Fondsanbieter das Anlageuniversum allerdings noch weiter ein: Dafür greifen sie auf Nachhaltigkeits-Ratings zurück, die sie entweder im eigenen Haus erstellen oder bei auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierten Ratingagenturen einkaufen. Darin liegt der Clou: Es handelt sich hier um genau dieselben Analysen, auf die auch die Manager aktiver Fonds für ihre Entscheidungen setzen.
 

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Das Ziel: Immer in Balance bleiben

Diese Nachhaltigkeitsanalysen dienen auch als Grundlage für das sogenannte Rebalancing. Damit sorgen Fondsanbieter dafür, dass Fonds ihre ursprüngliche Gewichtung beibehalten, selbst wenn ein oder mehrere Titel überproportional im Wert steigen. Bei einer Rally von Tech-Titeln kann es andernfalls passieren, dass plötzlich die Hälfte des Vermögens in US-Aktien steckt – obwohl der Fonds eigentlich weltweit investieren sollte. Im Fall der aktiven Nachhaltigkeits-ETFs sorgt das Rebalancing dafür, dass die Aktien im Fonds auch dann den Vorstellungen von nachhaltiger Geldanlage entsprechen, wenn Unternehmen ihre Haltung zu Umweltthemen ändern. Aktive Nachhaltigkeits-ETFs passen die Werte im Index dazu deutlich öfter an als solche ohne aktive Komponente; in der Regel alle drei Monate statt bloß einmal im Jahr.

Fazit: Das Beste aus zwei Welten

Aktive Nachhaltigkeits-ETFs eignen sich für Anleger, die mit ihrem Vermögen die Welt ein wenig besser machen wollen, und die dabei weder Abstriche bei der Rendite hinnehmen noch aus Versehen in einen Umweltsünder investieren wollen. Die Kosten aktiver Nachhaltigkeits-ETFs liegen dabei deutlich unter jenen aktiver Fonds: In der Regel zahlen Anleger jährlich nicht mehr als 0,25 bis 0,3 Prozent des angelegten Vermögens an laufenden Kosten.

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