Die betriebliche Altersvorsorge soll für viele Beschäftigte weiter attraktiv und leichter zugänglich sein. Wie das genau aussehen soll - und warum die bAV auch für Ihren Vorsorgeplan wichtig sein kann, erklären wir im Artikel.

Die Idee der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist simpel: Man nehme einen Teil Ihres Bruttogehalts und mache daraus eine Zusatzrente. Arbeitgeber und Staat unterstützen das.

Das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz ist seit Januar 2026 in Kraft. Es tritt schrittweise bis 2027 in Kraft und soll die betriebliche Altersversorge durch angepasste Förderbedingungen und weniger Hürden noch populärer machen.1

Rund die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland (je nach Statistikquelle) verfügt bisher über eine solche Betriebsrente.2

Was bietet Ihnen die bAV?

Die bAV ergänzt private Vorsorge durch Arbeitgeberzuschuss und Steuerersparnis. Sie dockt am Bruttogehalt an, anders als ETF-Sparen oder Riester.

betrieblichen Altersvorsorge

Die Grafik zeigt ein vereinfachtes Rechenbeispiel zur betrieblichen Altersvorsorge: 100 Euro (Beispielbetrag) monatliche Entgeltumwandlung werden durch einen gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent auf 115 Euro erhöht.

Grundsätzlich: Die bAV bietet Ihnen Vorteile, ist aber nicht immer risikofrei.

  • Auszahlungen werden versteuert und können zusätzlich mit Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen belastet werden. Stand 2026 sind Beiträge bis 676 Euro monatlich steuerfrei, bis 338 Euro zusätzlich sozialversicherungsfrei.
  • Das Kapital ist meist bis zur Rente gebunden. Heißt: Die Mitnahme bei Jobwechsel ist oft möglich, aber nicht in jedem Fall vollständig oder automatisch.
  • Ihr bAV-Vorteil hängt stark von Einkommen, Steuersatz & Arbeitgeberzuschuss ab.

Parallel plant die Bundesregierung eine Modernisierung der privaten Altersvorsorge. Und damit rückt das Altersvorsorgedepot in den Fokus.

Das Altersvorsorgedepot - Ihre Ergänzung zur Betriebsrente

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Das Ziel: stärker ETF- und fondsbasierte Lösungen fördern, unabhängig vom Arbeitgeber. Der Unterschied zur bAV im Kurzcheck:

Die bAV punktet vor allem mit:

  • Arbeitgeberzuschüssen
  • Steuer- und Sozialabgabenvorteilen in der Ansparphase

Das Altersvorsorgedepot kann interessant sein für:

  • Selbstständige (je nach Förderberechtigung)
  • Beschäftigte ohne bAV-Angebot
  • ETF-orientierte Sparende
  • Menschen mit häufigen Jobwechseln

Was heißt das konkret für Sie?

Die Betriebsrente bleibt für viele Beschäftigte ein zentraler Vorsorgebaustein - insbesondere dort, wo Arbeitgeber Zuschüsse leisten oder tarifliche Zusatzleistungen bestehen. Im Detail:

  • Groß-Unternehmen: Hier ist die bAV oft der Standard - über Pensionskassen, Direktversicherungen oder andere Wege. Unterschiede zeigen sich bei Zuschuss-Höhe, Kosten und Auszahlungsform.
  • Kleine bis mittelgroße Unternehmen (KMU): Die Verbreitung der bAV liegt deutlich unter dem Niveau großer Betriebe. Neue Regelungen und vereinfachte Modelle sollen die Einführung erleichtern. Sozialpartnermodelle können dabei helfen, sind in der Praxis bislang aber noch wenig verbreitet.
  • Für Geringverdienende gilt: Die steuerliche Förderung wird ausgeweitet. Geplant sind höhere Einkommensgrenzen und höhere geförderte Arbeitgeberbeiträge. Fachpublikationen bzw. Zahlenmodelle nennen für die neue Fördergrenze von rund 2.900 Euro brutto monatlich. Stand 2026 gültig:
    • Einkommensgrenze: 2.575 Euro brutto im Monat
    • maximal geförderter Arbeitgeberbeitrag: 960 Euro / Jahr
    • staatliche Förderquote: 30 Prozent
    • maximaler Förderbetrag: 288 Euro / Jahr
  • Für Selbstständige spielt die betriebliche Altersvorsorge meist eine Nebenrolle. Die bAV ist grundsätzlich an ein Arbeitsverhältnis gekoppelt. Relevant wird sie vor allem
    • wenn sie eine GmbH führen
    • als angestellter Geschäftsführer tätig sind
    • oder eigene Mitarbeitende beschäftigen

Für viele Selbstständige stehen deshalb eher private Vorsorgeformen im Mittelpunkt. Etwa ETF-Sparen, Basisrente oder künftig das geplante Altersvorsorgedepot.

Fazit

Die bAV wandelt Bruttogehalt in zusätzliche Altersvorsorge um - unterstützt von Arbeitgeber und Staat. Dafür werden die Leistungen im Alter nachgelagert versteuert. Zusätzlich können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen.

Für 2026 / 2027 wichtig: Die bAV kann für Sie ein zentraler Baustein der Altersvorsorge in Deutschland sein. Denn: Die Vorsorge-Reformen laufen auf Hochtouren - gesetzliche Rente, private Kapitalmarktvorsorge und Betriebsrente (als ein Baustein) sollen künftig stärker zusammen finden.

Quelle

1  Quellen BMAS (Stand Juni 2026): https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/reform-private-altersvorsorge-2400072 und https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/zweites-gesetz-staerkung-betriebliche-altersversorgung.html 
2 Quelle Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (Stand Juni 2025): https://www.ifd-allensbach.de/awa/startseite.html
Quelle BMAS (Stand Juni 2026): https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/zweites-gesetz-staerkung-betriebliche-altersversorgung.html

Rentenlücke real - Vorsorgeplanung vs. Teilzeit & Care-Arbeit

Teilzeit oder Care-Arbeit gehören für viele Familien zum Alltag - und können …


Fidelity

Fidelity

Personal Investing

Behavioral Finance - die Psyche entscheidet mit

Warum treffen Menschen an der Börse Entscheidungen, die ihnen später schaden?…


Fidelity

Fidelity

Personal Investing

Krisen und Market Timing - selten eine gute Idee

Anlegende verlieren in Krisen oft wertvolle Rendite, weil sie zu früh oder zu…


Fidelity

Fidelity

Personal Investing