Riester im Wandel der Zeit. Das Altersvorsorgedepot kommt und steht für eine kapitalmarktorientierte Vorsorgelösung. Welches Modell hat welche Vorteile? Wir schauen zurück, voraus und machen den Vergleich…

Vielleicht erinnern Sie sich noch… es ist der 01. Januar 2002. Riester ist da. Und gilt als ein wichtiger Hebel gegen die wachsende Rentenlücke. Millionen Verträge wurden abgeschlossen.

Wie sieht die Situation heute aus? Einige Riester-Produkte stehen wegen Kostenstrukturen, Garantievorgaben und Renditelimits in der Kritik.

Das könnten Gründe dafür sein, warum der Bestand an Riester-Verträgen in den vergangenen Jahren tendenziell zurückgegangen ist.

1-riester-vergleich

Diese Grafik zeigt den Bestand der kumulierten Anzahl der abgeschlossenen Riester-Verträge in 2024 - knapp 14,9 Millionen. Die Riester-Rente ist eine vom Staat durch Zulagen und Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten geförderte, privat finanzierte Rente in Deutschland.

Und das wirft gleichzeitig die Frage auf: „Passt Riester heute überhaupt noch zu meinem Leben?“

Warum Riester für viele Sparende attraktiv war

Um fair zu bleiben: Die Riester-Rente entstand in einer Zeit mit höheren Garantiezinsen und einem ganz anderen Zinsumfeld. Klassische Vorsorgeprodukte konnten damals leichter stabile Renditen bringen. Das Grundprinzip:

  • staatliche Förderung
  • garantierter Kapitalerhalt
  • lebenslange Zusatzrente
  • steuerliche Vorteile

Besonders Familien mit mehreren Kindern profitier(t)en von den Zulagen. Die Kinderzulage erhalten Eltern für jedes Kind, das kindergeldberechtigt ist und einem Riester-Vertrag zugeordnet wird.1 Die jährlichen Zulagen setzen sich so zusammen:

  • 175 € Grundzulage pro Person
  • 300 € pro Kind, wenn es ab 01.01.2008 geboren ist
  • 185 € pro Kind, wenn es vor 2008 geboren ist

Die staatlichen Zulagen werden dem Vertrag gutgeschrieben und erhöhen das vorhandene Altersvorsorgekapital. Und doch werden einige Punkte kritisch gesehen:

  1. Bürokratische Komplexität

    Förderbedingungen, Zulagenanträge, steuerliche Regeln und unterschiedliche Vertragsarten machen die Orientierung schwerer. Gleichzeitig fehlt die Zeit, sich intensiv mit Details auseinanderzusetzen.
  2. Kosten

    Je nach Tarif, Kostenstruktur und Vertragsgestaltung können Abschluss- und Verwaltungskosten beeinflussen. Auch könne Garantievorgaben die Renditechancen beeinträchtigen.
  3. Begrenzte Flexibilität

    Teilzeitphasen, Elternzeiten, berufliche Wechsel oder geringere Einkommen - solche Situationen gehören für viele Familien heute zum Alltag. Viele klassische Riester-Verträge werden von einigen Sparerinnen und Sparern daher als vergleichsweise unflexibel wahrgenommen:
    1. eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten (je nach Vertragsart)
    2. komplizierte Förderlogik
    3. geringe Transparenz bei späteren Auszahlungen
    4. Garantievorgaben können - insbesondere in Niedrigzinsphasen - die Renditechancen begrenzen.

Die Folge: Einige Verbraucher wünschen sich Lösungen, die unterschiedliche Lebensphasen stärker berücksichtigen. Ist das Altersvorsorgedepot dazu der geeignetere Weg? Vielleicht kann an der Stelle zwecks Überblicks eine Gegenüberstellung helfen…

2-riester-vergleich

Die Grafik zeigt: Vergleich ausgewählter Merkmale von Riester und dem geplanten Altersvorsorgedepot nach aktuellen politischen Eckpunkten. Dargestellt werden unter anderem Garantien, Förderung, Flexibilität der Anlage und mögliche Anlagerisiken. Quelle: Bundesregierung (Stand Juni 2026): Fragen und Antworten: Private Altersvorsorge reformiert | Bundesregierung & Deutsche Rentenversicherung (Stand Mai 2026): Reform der privaten Altersvorsorge: Bundesrat beschließt Riester-Nachfolge

Gut zu wissen: Bestehende Riester-Verträge werden nicht automatisch beendet. Bereits abgeschlossene Verträge können grundsätzlich weitergeführt werden. Heißt für sicherheitsorientierte Vorsorgende: Sie können insbesondere Kapitalgarantie und lebenslange Rentenzahlungen weiterhin nutzen. Welche Option im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Ihren persönlichen Zielen, Kosten, Förderansprüchen und Vertragsbedingungen ab

Das neue Altersvorsorgedepot ermöglicht dagegen höhere Renditechancen durch Kapitalmarktanlagen. Daneben bleiben auch Vorsorgeprodukte mit Garantien verfügbar. Höhere Renditechancen bedeuten aber auch: regelmäßig höhere Risiken, stärkere Kursschwankungen und mögliche Wertverluste während der Ansparphase.

Fazit

Die Riester-Rente - das war der Ansatz, private Altersvorsorge breiter in der Gesellschaft zu tragen. Vor allem für manche Familien hat das über Jahre gut geklappt. Nicht jede, ältere Lösung ist automatisch falsch.
Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, weitere Möglichkeit der finanziellen Absicherung im Alter. Einige Verbraucher stellen sich heute immer öfter die Frage „Wie passt Altersvorsorge zu unserer eigenen Zukunft?“ Welche Form der privaten Altersvorsorge tatsächlich geeignet ist, hängt von Ihren individuellen Zielen, der eigenen Risikobereitschaft und finanziellen Situation ab.

Kontext: Mindesteigenbeitrag-Einzahlung vorausgesetzt - in der Regel 4 % des sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens, maximal jedoch 2.100 € jährlich einschließlich Zulagen.

Mehr Vorsorgewissen

ETF-Plan oder Versicherung - was passt zu Ihrer Vorsorge?

Wer vorsorgt, möchte nicht nur sparen - sondern auch Vorsorge verstehen. ETF-…


Fidelity

Fidelity

Personal Investing

Unter Druck - wie Inflation die Altersvorsorge ausbremst

Steigende Preise belasten viele Haushalte im Alltag. Einkäufe und andere Lebe…


Fidelity

Fidelity

Personal Investing

Rentenlücke real - Vorsorgeplanung vs. Teilzeit & Care-Arbeit

Teilzeit oder Care-Arbeit gehören für viele Familien zum Alltag - und können …


Fidelity

Fidelity

Personal Investing