Die Rente ist sicher? Die Frage sollte eher lauten: Wie viel Rente bekomme ich später ausgezahlt?
Der Faktor Demografie spielt hier negativ mit rein. Folge: Die Rentenlücke wächst.  

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Wir werden alle älter - und immer weniger Beitragszahlende stehen immer mehr Rentenbeziehenden gegenüber. Prognosen zeichnen ein ernüchterndes Bild: Bis 2050 gibt es vereinfacht gesagt nur noch 1,3 Beitragszahlende je Rentenbeziehende1. In Deutschland basiert die Altersvorsorge auf drei Säulen: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Altersvorsorge.

Genau hier setzt die „Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge“ künftig als starke Vorsorge-Stütze an. Weil wir immer älter werden und weil die gesetzliche Rente an ihre Grenzen stößt.

Der Ansatz der Reform

Auch das Bundesfinanzministerium beschreibt das Ziel klar: Private Altersvorsorge soll renditestärker, kostengünstiger, einfacher und flexibler werden2.

Kern dieser Reform: die staatlich geförderte Vorsorge über den Kapitalmarkt. Ab dem 1. Januar 2027 sollen dann erstmals neue Vorsorge-Modelle angeboten werden. Die unterscheiden sich darin, wie viel Entscheidungsspielraum Sie als Anlegerinnen und Anleger haben – und wie viel Risiko Sie eingehen möchten.

Die drei geplanten Vorsorgemodelle 

Standarddepot

Das Standarddepot ist ein Vorsorgeprodukt für die, die sich nicht selbst um Anlageentscheidungen kümmern möchten. Es ist bei allen Anbietern stark standardisiert, aber nicht vollständig identisch aufgebaut und besteht aus zwei Fonds:

- chancenorientierter Fonds mit höherem Aktienanteil
- sicherheitsorientierter Fonds mit meist festverzinslichen Anlagen.

Die Gewichtung dieser beiden Fonds erfolgt automatisch und altersabhängig nach festgelegtem Lifecycle Prinzip. Heißt: Mit zunehmendem Alter wird das Risiko schrittweise reduziert. Eine Kapitalgarantie gibt es nicht. Die Kosten des Standarddepots sollen gesetzlich auf max. 1,0 % p. a. begrenzt werden.

Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot richtet sich an Sparerinnen und Sparer, die Renditechancen des Kapitalmarkts gezielt nutzen möchten. Im AVD finden sich Wertpapiere wie Aktien, ETFs und Fonds. Die Anlageentscheidung können Sie entweder selbst treffen oder Sie gehen zu Anbietern wie der FFB.

Wichtig: Das Altersvorsorgedepot ist nicht an eine Kapitalgarantie gebunden. Das bedeutet: größere Flexibilität und langfristig höhere Renditechancen - bei entsprechend höheren Werteschwankungen. Details zu Anlagegrenzen und Produktauswahl werden gesetzlich vorgegeben. Die Grundstruktur ist beschlossen, Detailregeln teilweise noch in Ausarbeitung

Garantieprodukt

Für Sicherheitsorientierte bleiben Garantieprodukte Teil der geförderten Altersvorsorge - darunter Produkttypen wie Fondsgebundene Rentenversicherungen mit Beitragsgarantie. Diese Garantieprodukte bieten wahlweise eine Kapitalgarantie von mindestens 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge zu Beginn der Auszahlungsphase. Achtung: Die Renditechancen sind aufgrund der Absicherung deutlich geringer.

Allgemein wichtig zu wissen: Kapitalmarktorientierte Vorsorge bedeutet auch, dass Wertschwankungen und mögliche Verluste immer möglich sind. Ein Restrisiko bleibt - z. B. Verlustrisiken bei ETFs, negative Marktphasen oder Risiken bei der Entnahmephase. Das sollten Sie bei Ihrer Vorsorge-Planung im Hinterkopf behalten.

Das ist die geplante staatliche Förderung

Ein zentrales Element dieser Reform ist die Förderung durch den Staat. Die ist gestaffelt und hängt von der Höhe der Einzahlungen ab (basierend auf dem Gesetzesentwurf):

Ein Rechenbeispiel zur Orientierung

Bloß: Was bedeuten Paragrafen und Prozentzahlen für Ihren Alltag? Angenommen Sie legen monatlich 200 € in einem Altersvorsorge- oder Standarddepot zur Seite. Was das bringen kann sehen Sie in der Grafik:

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Die Grafik zeigt eine Modellrechnung (keine Beratung!), wie sich eigene Beiträge und staatliche Förderung ergänzen können. Bei einer monatlichen Einzahlung von 200 € werden aus insgesamt 2.400 € eigener Einzahlung 2.940 € ohne Kind und 3.240 € mit einem Kind. Wichtig:  Eine mögliche Wertentwicklung ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Zu guter Letzt: So erfolgt die Auszahlung im Alter

Ein zentrales Element der Reform ist die größere Flexibilität in der Auszahlphase, insbesondere beim Altersvorsorgedepot und beim Standarddepot. 

Zum Rentenbeginn können Sie einen flexiblen Auszahlplan wählen, bei dem das angesparte Vermögen schrittweise ausgezahlt wird und weiter am Kapitalmarkt investiert bleiben kann.

Die Einzahlungen werden steuerlich gefördert. Die Besteuerung erfolgt nachgelagert in der Auszahlphase.

Zu Beginn der Auszahlphase gibt es zwei Optionen:

- eine lebenslange Leibrente mit festen monatlichen Zahlungen
- einen befristeten Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr reicht

Welche Variante besser passt, hängt von der persönlichen Situation ab. Stand jetzt bedeutet die Reform für Sie vor allem eines: Sie bekommen mehr Einordnung und haben ein besseres Verständnis darüber, wie sich die private Altersvorsorge verändern wird - und welche Rolle der Kapitalmarkt künftig für Ihre finanzielle Planung spielen kann.

Unser Blick aufs Altersvorsorgedepot

Ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ist eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Vorsorgesystem. Kapitalmarktbasierte Anlagen wie ETFs ermöglichen breite Streuung und langfristige Perspektiven.

Insgesamt stärkt die Reform die Eigenverantwortung in der Altersvorsorge und ergänzt gesetzliche sowie betriebliche Lösungen.

Unser Anspruch ist es, Zusammenhänge verständlich zu machen und Orientierung zu geben. Deshalb bereiten wir uns auf das AVD vor - und bieten Ihnen passgenaue Infos zum Start des Altersvorsorgedepots.
 

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