„Ich starte später, wenn mehr übrigbleibt.“ Diesen Gedanken kennen viele, die fürs Alter vorsorgen wollen. Wer Vermögen aufbauen möchte, denkt oft erst an die Höhe der Sparrate. Doch ein ganz anderer Faktor kann entscheidend sein: die Zeit.
Was sind zehn Jahre wert? Beim Vermögensaufbau deutlich mehr, als Sie vielleicht vermuten.
Nehmen wir dazu ein Beispiel mit zwei Personen - Julia und Lars. Beide verfolgen das gleiche Ziel und möchten langfristig Vermögen für die Altersvorsorge aufbauen.
Julia beginnt bereits mit 25 Jahren zu sparen, Lars erst mit 35 Jahren. Beide investieren bis zum Alter von 67 Jahren monatlich 50 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan.
Wie stark sich ein Zeitunterschied von zehn Jahren auswirken kann, zeigt die folgende Beispielrechnung.
Grafik-Info und Quelle: Eigene Berechnung. Beispielrechnung mit einer angenommenen durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 % ausschließlich zu Illustrationszwecken. Die angenommene Rendite stellt keine Prognose dar. Kosten, Steuern und Inflation bleiben unberücksichtigt. Die tatsächliche Wertentwicklung kann davon abweichen.
Der Unterschied ist auffällig: Julia zahlt über die gesamte Laufzeit lediglich 6.000 Euro mehr ein als Lars. Dennoch liegt ihr Vermögen im Beispiel am Ende bei 50.000 Euro - also rund 27.000 Euro höher. Wie geht das?
Der Grund liegt nicht allein in den zusätzlichen Einzahlungen, sondern vor allem im früheren Start. Julias Geldanlage hat zehn Jahre länger Zeit, mögliche Erträge zu erwirtschaften. Bleiben diese Erträge investiert, können sie wiederum weitere Erträge erwirtschaften.
Das ist der Zinseszinseffekt. Und der klappt auch mit einer monatlichen Sparrate von 50 Euro.
Warum kleine Beträge schon ausreichen können
Gerade in den ersten Berufsjahren oder während familiärer Verpflichtungen ist der finanzielle Spielraum oft begrenzt. Deshalb wird Vorsorge häufig verschoben. Motto: „Ich starte später, wenn mehr übrigbleibt...“
Dabei können bereits regelmäßige Sparbeiträge von 25, 50 oder 100 Euro im Monat ein sinnvoller Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau sein.
Neben der Höhe der Sparrate spielt insbesondere der frühe Beginn eine wichtige Rolle. Wer früh startet, gibt seinem Vermögensaufbau mehr Zeit zur Entwicklung. Regelmäßigkeit und ein langer Anlagehorizont können langfristig einen Unterschied machen.
Ein früher Sparstart bietet zudem einen weiteren potenziellen Vorteil, der über den Zinseszinseffekt hinausgeht.
Was frühes Investieren noch möglich macht
Wollen Sie langfristig investieren, kann neben dem möglichen Zinseszinseffekt auch ein längerer Anlagehorizont dabei helfen,
- die Auswirkungen einzelner Kursschwankungen besser einzuordnen
- zwischenzeitliche Rückgänge über längere Zeiträume auszuhalten
- an langfristigen Entwicklungen der Kapitalmärkte teilzuhaben
Natürlich lassen sich Wertentwicklungen nicht vorhersagen. Auch bei langen Anlagezeiträumen bestehen Risiken, bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals.
Ein längerer Anlagehorizont kann Ihnen jedoch mehr zeitlichen Spielraum bieten und dabei helfen, finanzielle Entscheidungen in einen größeren Zusammenhang zu bringen. Gerade bei langfristigen finanziellen Zielen oder Verpflichtungen, etwa rund um Eigenheim, Familie oder Altersvorsorge, kann dieser Aspekt fü Sie von Bedeutung sein.
Drei ganz einfache Schritte für den Einstieg
Der Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau (und damit zur privaten Altersvorsorge) muss nicht kompliziert sein. Drei Ansätze, die Ihnen dabei helfen können...
| 1. Mit einem realistischen Betrag starten | 2. Sparen automatisieren | 3. Anpassungen einplanen |
|---|---|---|
| Wählen Sie eine Sparrate, die zu Ihrem Budget passt und sich dauerhaft umsetzen lässt. Oft ist ein kleiner regelmäßiger Beitrag sinnvoller als gar kein Start. | Ein Sparplan, der direkt nach dem Gehaltseingang ausgeführt wird, kann helfen, den Vermögensaufbau zur Routine werden zu lassen. | Prüfen Sie regelmäßig, ob sich Ihre Sparrate erhöhen lässt, beispielsweise nach einer Gehaltserhöhung oder wenn andere Ausgaben wegfallen. |
Wichtig: Ein längerer Anlagehorizont kann im Idealfall dazu beitragen, kurzfristige Marktbewegungen in einen größeren zeitlichen Zusammenhang einzuordnen. Eine positive Wertentwicklung lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Fazit
Große Beträge sind keine Voraussetzung, um mit dem langfristigen Vermögensaufbau zu beginnen. Neben der Höhe der Sparrate spielt insbesondere der ein Faktor eine wichtige Rolle: die Zeit.
Wer früh startet, schafft damit eine Grundlage für einen längeren Anlagehorizont. Wie sich die Kapitalmärkte künftig entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Was Sie jedoch beeinflussen können, ist der Zeitpunkt, zu dem Sie beginnen. Ihre Geldanlage hat mehr Zeit zu wachsen.
Es ist so einfach wie logisch: Vermögensaufbau klappt kann auch mit kleinen, regelmäßigen Beträgen klappen. Und genau dieser Zeitfaktor wird bei der Altersvorsorge häufig unterschätzt.
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