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Fondsportfolios: Strategien im Rentenalter (Teil 2)

Fidelity

Fidelity - Research team

Wir werden immer älter und bleiben länger aktiv, hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen wie Inflation und rentenpolitische Umbrüche. All das kann im Alter zum Dauerthema werden - und die Anforderungen an Fondsportfolios in der Zeit nach dem Berufsleben verändern. Wir zeigen, welche Anlagestr

Menschen leben länger, steigende Kosten im Alltag bleiben ein Thema - und die gesetzliche Rente deckt oft nicht den kompletten gewünschten Lebensstandard. 
All das hat einen wesentlichen Einfluss auf Ihre Altersvorsorge – und insbesondere auf Ihre Anlageportfolios in der Zeit des Ruhestands.

Um im Alter möglichst lange auf ein finanzielles Sicherheitspolster vertrauen zu können, ist es also sinnvoll, bei den Portfolios auch in der Entnahmephase auf die Rendite zu achten. Und eben das Renditereihenfolge-Risiko zu vermindern, bei dem Auszahlpläne ungewollt temporäre Verluste in vermeidbarem Umfang kapitalisieren können. Wie das gelingt? Im Folgenden zeigen wir Ihnen fünf Strategien mit ihren Vor- & Nachteilen.

Strategie 1 „Nur die natürlichen Erträge eines Portfolios entnehmen“

Eine einfache Idee gleich zu Beginn: Es werden nur Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen genutzt – nicht das eigentliche Kapital. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Der Kapitalstock bleibt grundsätzlich eher unangetastet.

Aber: Diese Erträge schwanken. Außerdem kann das Portfolio einseitig werden, wenn nur Anlagen mit hohen Ausschüttungen bevorzugt werden.

Pros und Cons von „natürlichen Erträgen“

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Darstellung nur zur Illustration ohne Anspruch auf Vollständigkeit. FFB, Januar 2026

Strategie 2 „Entnahme von festgelegten Prozentanteilen“

Mit dieser Strategie lassen Sie sich jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz des aktuellen Depotwerts auszahlen. Ein Effekt: Das Vermögen wird in schwachen Marktphasen automatisch stärker geschont. Allerdings wird die Auszahlung nicht konstant sein. Heißt: In schlechten Jahren fällt sie niedriger aus.
 

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Darstellung nur zur Illustration ohne Anspruch auf Vollständigkeit. FFB, Januar 2026

Strategie 3 „Einrichtung höherer Liquiditätsreserven“ (Cash-Bucket-Strategie)

Bei dieser Variante wird Vermögen auf mehrere Töpfe verteilt – zum Beispiel Bargeld, Anleihen und Aktien. Die Idee: Eine Reserve kann Auszahlungen in schwachen Marktphasen abfedern. Und das hat zur Folge: Kurzfristige Börsenschwächen lassen sich besser überbrücken. Diese Variante ist allerdings kein Selbstgänger: Denn zu viel ausgezahltes Cash etwa kann Rendite kosten. Die  Umsetzung ist komplex. Warum?

Bleiben wir kurz bei der Bargeldreserve - hier gibt es so manches zu bedenken: Werden die Bargeldreserven jedes Jahr aufgefüllt? Falls ja, aus welchen Mitteln geschieht dies? Werden dafür Vermögenswerte verkauft? Das würde sich nachteilig auf den Kapitalstock und das Renditereihenfolge-Risiko auswirken.

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Darstellung nur zur Illustration ohne Anspruch auf Vollständigkeit. FFB, Januar 2026

Strategie 4 „Gleitende Veränderung des Aktienanteils“

Diese Strategie geht auf Michael Kitces und Wade Pfau zurück. Dabei ist die Aktienquote zu Beginn des Ruhestands niedrig und liegt zwischen 20 und 40 Prozent. Von dort ausgehend wird die Quote mit der Zeit schrittweise erhöht, bis sie bei 40 bis 80 Prozent liegt – je nach Ihrer individuellen Bereitschaft etwaige Schwankungsrisiken auszuhalten. Pluspunkt: Das Risiko direkt zu Beginn des Ruhestands kann sinken. Nachteil: In den ersten Jahren können Renditechancen liegen bleiben.

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Darstellung nur zur Illustration ohne Anspruch auf Vollständigkeit. FFB, Januar 2026

Strategie 5 „Guardrails-Strategie“

Diese Strategie wurde vom Finanzplaner Jonathan Guyton gemeinsam mit dem Ökonomen William Klinger entwickelt. Dieses Modell basiert auf dynamischen Entnahmeregeln mit klar definierten, persönlich und individuell festlegbaren Ober- und Untergrenzen (den sog. „Guardrails“).

Das Prinzip ist recht simpel: Läuft das Depot gut, kann etwas mehr entnommen werden. Läuft es schwächer, wird die Auszahlung automatisch begrenzt. Heißt: Im Optimalfall reagiert das System flexibler auf Marktphasen.

Kleines Beispiel: Am Anfang steht eine feste Entnahmerate, etwa 5 Prozent. Aus 1.000.000 Euro werden so 50.000 Euro pro Jahr. Danach wird der Betrag regelmäßig angepasst – je nachdem, wie sich das Depot entwickelt hat.

Nach guten Jahren kann die Auszahlung steigen, solange sie im festgelegten Rahmen bleibt – zum Beispiel bis 120 Prozent des Ausgangswerts. Nach schwächeren Jahren wird sie begrenzt: Wird die 80-Prozent-Schwelle überschritten, sinkt die Entnahme um 10 Prozent. Ziel ist, das Vermögen in schwierigen Marktphasen besser zu schützen. Die Folge ist klar: Das Einkommen bleibt nicht jedes Jahr exakt gleich

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Darstellung nur zur Illustration ohne Anspruch auf Vollständigkeit. FFB, Januar 2026

Fazit

Es gibt nicht die eine perfekte Lösung für die Entnahmephase. Unterschiedliche Strategien können das Renditereihenfolge-Risiko abfedern – aber jede hat ihren Preis. Manche sorgen für mehr Stabilität, andere für mehr Flexibilität, wieder andere für mehr Renditechancen.

Entscheidend ist vor allem, dass eine Strategie auch mit schwächeren Marktphasen umgehen kann, ohne dass Ihr Vermögen unnötig stark unter Druck gerät.

Denn die Kernbotschaften sind klar: Der Ruhestand ist finanziell oft länger als gedacht. Der Start der Auszahlphase ist besonders sensibel. Feste Auszahlungen sind bequem, aber nicht immer ideal. Flexibilität kann ein Vorteil sein. Und, entscheidend für Ihre individuelle Route: Es geht um Balance, nicht um die eine Patentlösung. Sicherheit, Planbarkeit und Renditechancen lassen sich nie gleichzeitig maximieren.

Wichtige Information:

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