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China: Humanoide Robotik vor dem Praxistest

Reggie Pan

Reggie Pan - Aktienanalyst

Chinas Robotik hat im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte gemacht. Entscheidend wird, wie sich diese Systeme im Alltag integrieren lassen.

In Kürze: 

  • China baut seinen Vorsprung in der humanoiden Robotik durch starke Fertigung, Lieferketten und staatliche Förderung weiter aus.

  • Die größte Hürde liegt in der praktischen Anwendung: Roboter müssen in realen Umgebungen autonom und zuverlässig arbeiten.

  • Zunehmender Wettbewerb sowie Fortschritte bei KI-Modellen dürften Innovation und Marktreife in den kommenden Jahren deutlich beschleunigen.

Viele chinesische Familien verfolgten am Neujahrsabend die Frühlingsfest-Gala im Fernsehen. Über Jahrzehnte hinweg standen dort ausschließlich menschliche Darsteller auf der Bühne. Seit dem vergangenen Jahr rücken jedoch humanoide Roboter in den Mittelpunkt.

Bereits im Jahr 2025 zeigten tanzende Roboter beeindruckende Fortschritte. In diesem Jahr führten Dutzende Maschinen komplexe Bewegungsabläufe aus, darunter Kampfsportsequenzen, Sprünge und mehrere aufeinanderfolgende Rückwärtssaltos. Die Darbietung war deutlich anspruchsvoller als im Vorjahr und verdeutlicht die rasante Entwicklung der humanoiden Robotik in China.

Fertigungskompetenz und staatliche Unterstützung verschaffen China hier einen deutlichen Vorteil. Eine robuste Hardware-Lieferkette – von Sensoren bis zu Batterien –, die maßgeblich durch Forschung und Entwicklung im Elektrofahrzeugsektor entstanden ist, ermöglicht es chinesischen Unternehmen, ihre Technologien schneller weiterzuentwickeln als ihre Wettbewerber im Westen. Laut dem Entwurf des 15. Fünfjahresplans für 2026 bis 2030 priorisiert Peking mehrere Zukunftstechnologien, darunter fortschrittliche Chips, Robotik, Batterien und Brain-Computer-Schnittstellen.

Der entscheidende Schritt in die Praxis

Trotz der beeindruckenden, choreografierten Demonstrationen steht die größte Herausforderung noch bevor: Menschenähnliche Roboter müssen in realen Umgebungen tatsächlich nutzbar werden.

Das ist alles andere als trivial. Die Systeme müssen eigenständig Aufgaben lösen und mit anderen Robotern zusammenarbeiten, ohne dass sie für jede Situation aufwendig programmiert werden müssen. Technische Hürden bestehen insbesondere bei der „Gehirnfunktion“, also der Abstimmung zwischen Software und Hardware sowie beim Mangel an Daten für Bewegungen in der dreidimensionalen realen Welt. Eine breite kommerzielle Nutzung bleibt daher mit erheblichen technischen und kostenseitigen Herausforderungen verbunden. Fehler eines stationären Sprachmodells sind noch tolerierbar – bei einem physisch agierenden Roboter in einer menschlichen Umgebung können die Folgen deutlich gravierender sein.

Einblicke aus der Industrie

Gespräche mit mehr als einem Dutzend chinesischer Robotikhersteller auf dem Festland haben ergeben, dass einige Unternehmen bereits vielseitige Systeme für Anwendungen in Industrie, Logistik, Gastronomie und im Haushalt entwickeln. Dank großer Fortschritte in der Hardware beherrschen die Roboter zunehmend Balance, Bewegungssteuerung und dynamische Fortbewegung.

Nun verlagert sich der Fokus auf die Weiterentwicklung sogenannter Foundation Models: großskalige KI-Systeme, die auf umfangreichen Datensätzen trainiert werden und als „Gehirn“ der Roboter dienen sollen. Sie ermöglichen es den Maschinen, Bewegungen zu planen, miteinander zu kooperieren und sich an neue Situationen anzupassen.

Die meisten Anbieter setzen nach wie vor auf Teleoperation, also die Fernsteuerung von Robotern durch Menschen, sowie auf Videoaufnahmen, um reale Daten zu sammeln und ihre Foundation Models weiterzuentwickeln. Dieser Prozess ist jedoch zeitaufwendig und kostspielig. Fortschritte bei der Generierung synthetischer Daten könnten dabei helfen, das Training zu beschleunigen und den Entwicklungsprozess effizienter zu gestalten.

Wettbewerb als Innovationstreiber

Dank weiterer Fortschritte bei den Foundation Models werden humanoide Roboter voraussichtlich in wenigen Jahren produktiv in Fabriken oder Lagerhäusern eingesetzt werden, beispielsweise für sich wiederholende Aufgaben wie das Tragen oder Sortieren von Waren.

Zugleich ist die Zahl der Robotikunternehmen in China zuletzt stark gestiegen, wodurch sich der Wettbewerb in diesem Sektor verschärfen wird. Dieser Wettbewerbsdruck könnte Innovationen beschleunigen und die Weiterentwicklung der Systeme vorantreiben. Einen Vorgeschmack darauf wird es wohl schon bei den nächsten Vorführungen rund um das Frühlingsfest geben.

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