Kontakt MyFidelity Logout
Skip Header

Analystenumfrage 2026: Elektromobilität in der Krise

Andras Karman

Andras Karman - Fidelity International

Nach wie vor investieren europäische Autobauer massiv in Elektromobilität – doch die Nachfrage bleibt zurückhaltend. Gleichzeitig setzen chinesische Hersteller den Markt unter Druck. In Europa wächst die Gefahr einer E-Auto-Blase.

In der europäischen Autoindustrie bahnt sich eine Entwicklung an, über die bislang wenig gesprochen wird: Es droht eine Überhitzung des Marktes für Elektroautos. Wie teuer eine Kursänderung werden kann, zeigt das Beispiel der USA. Dort hat die Rücknahme der Emissionsregeln enorme Kosten verursacht – selbst für Giganten wie Ford oder General Motors. Ein ähnlicher Effekt könnte Europa treffen, wahrscheinlich sogar noch stärker.
Diese Einschätzung ist umstritten, dennoch deutet vieles darauf hin, dass die aktuelle Entwicklung anhält – und dass eine Korrektur früher oder später unvermeidlich sein könnte.

Skepsis bei Verbraucherinnen und Verbrauchern bleibt hoch

Europa investiert weiterhin massiv in Elektromobilität – vor allem aufgrund der strengen EU-Vorgaben zu Emissionen. Die Investitionen gehen jedoch inzwischen weit über das hinaus, was die tatsächliche Nachfrage rechtfertigt. Eigentlich müssten batterieelektrische Fahrzeuge heute rund 25 % der Neuzulassungen ausmachen. Tatsächlich liegt der Anteil aber nur zwischen 15 und 20 %.

Die Gründe sind bekannt: hohe Anschaffungskosten, Unsicherheit bezüglich der Reichweite und der Ladeinfrastruktur. Auch die jüngsten politischen Anpassungen ändern daran wenig. Zwar wurde das CO₂-Ziel für 2035 von 100 % auf 90 % reduziert – doch für die Hersteller bedeutet das kaum Entlastung. Notwendig wären vielmehr stärkere Impulse, etwa für alternative Antriebe wie synthetische Kraftstoffe – und entschlossene Maßnahmen gegen die zunehmende Konkurrenz aus China.

USA zeigen, wie teuer ein Richtungswechsel werden kann

Ein Blick in die USA verdeutlicht, warum die Situation in Europa kritisch ist. Dort mussten Hersteller Milliarden abschreiben, nachdem die Regierung unter Donald Trump die Emissionsauflagen gelockert hatte. Und das, obwohl der Anteil von Elektroautos in den USA viel geringer war – die Fallhöhe war also deutlich kleiner.

In Europa steigt das Risiko jedes Jahr weiter: Je mehr Unternehmen in ihre E-Auto-Modelle investieren, desto teurer würde ein späterer Strategiewechsel ausfallen – selbst wenn dieser nur teilweise umgesetzt würde.

Viele Analystinnen und Analysten halten es deshalb für sinnvoll, den Kurs frühzeitig zu korrigieren. Zwar würde das kurzfristig zu Negativschlagzeilen führen, den Unternehmen könnte es aber langfristig helfen, ihr Portfolio besser auszurichten und profitabler zu werden. Elektroautos würden dadurch nicht vom Markt verschwinden, aber die Produktion könnte besser an die tatsächliche Nachfrage angepasst werden.

Ein zweites mögliches Szenario: Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich doch für E-Autos

Natürlich könnte sich der Markt auch anders entwickeln: Sinkende Preise, technische Fortschritte oder mehr Ladepunkte könnten die Nachfrage deutlich steigern.
Doch auch dieses Szenario birgt Risiken für europäische Hersteller. Gerade dann könnten chinesische Produzenten profitieren. Dank vertikal integrierter Lieferketten und umfangreicher Erfahrung sind die Kosten deutlich geringer. Das verschafft ihnen einen großen Vorteil und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie rasch Marktanteile in Europa gewinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

-

Analystenumfrage 2026: KI, Geopolitik und neue Wachstumsquellen im Fokus

Das globale Analystenteam von Fidelity gibt Einblicke, wie geopolitische Entwicklungen, Preisbewegungen und der Umgang mit künstlicher Intelligenz Unternehmen weltweit beeinflussen – direkt aus der Praxis.

Zu den Ergebnissen der Umfrage

Wichtige Informationen

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Das Research und die Analysen, die in diesem Dokument enthalten sind, wurden von Fidelity International für die eigenen Investmentaktivitäten erstellt. Vervielfältigung und Verbreitung dieses Dokuments sind nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt. Dieses Dokument stellt keine Vermarktung, Angebot oder Aufforderung zur Inanspruchnahme der Investmentmanagement-Dienstleistungen von Fidelity dar und ist auch kein Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentprodukten.
Die Inhalte dieser Unterlagen sind nicht an in den Vereinigten Staaten von Amerika ansässige Personen gerichtet und stellen kein Angebot für diese dar. Sämtliche Personen oder Körperschaften, die auf diese Informationen zugreifen, tun dies aus eigener Initiative, sind für die Einhaltung der geltenden lokalen Gesetze und Regulierungen verantwortlich und sollten sich gegebenenfalls an einen professionellen Anlageberater wenden.
Fidelity International bezeichnet den Unternehmensverbund, der als globale Investmentmanagement-Organisation Informationen zu Produkten und Dienstleistungen in bestimmten Ländern außerhalb Nordamerikas bereitstellt. Anlageempfehlungen erfolgen auf Basis gesondert abgeschlossener Verträge.
Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage des Kundeninformationsdokumentes „Basisinformationsblattes" und des veröffentlichten Verkaufsprospektes, des letzten Geschäftsberichtes und - sofern nachfolgend veröffentlicht - des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Anleger in Deutschland können diese Unterlagen kostenlos bei der FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main, oder über https://www.fidelity.de anfordern. Sollten im Text Unternehmen genannt werden, dienen diese nur der Illustration und sind nicht als Kaufs- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind Markenzeichen von FIL Limited. FIL steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften.

Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2026. MK17492