USA zeigen, wie teuer ein Richtungswechsel werden kann
Ein Blick in die USA verdeutlicht, warum die Situation in Europa kritisch ist. Dort mussten Hersteller Milliarden abschreiben, nachdem die Regierung unter Donald Trump die Emissionsauflagen gelockert hatte. Und das, obwohl der Anteil von Elektroautos in den USA viel geringer war – die Fallhöhe war also deutlich kleiner.
In Europa steigt das Risiko jedes Jahr weiter: Je mehr Unternehmen in ihre E-Auto-Modelle investieren, desto teurer würde ein späterer Strategiewechsel ausfallen – selbst wenn dieser nur teilweise umgesetzt würde.
Viele Analystinnen und Analysten halten es deshalb für sinnvoll, den Kurs frühzeitig zu korrigieren. Zwar würde das kurzfristig zu Negativschlagzeilen führen, den Unternehmen könnte es aber langfristig helfen, ihr Portfolio besser auszurichten und profitabler zu werden. Elektroautos würden dadurch nicht vom Markt verschwinden, aber die Produktion könnte besser an die tatsächliche Nachfrage angepasst werden.
Ein zweites mögliches Szenario: Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich doch für E-Autos
Natürlich könnte sich der Markt auch anders entwickeln: Sinkende Preise, technische Fortschritte oder mehr Ladepunkte könnten die Nachfrage deutlich steigern.
Doch auch dieses Szenario birgt Risiken für europäische Hersteller. Gerade dann könnten chinesische Produzenten profitieren. Dank vertikal integrierter Lieferketten und umfangreicher Erfahrung sind die Kosten deutlich geringer. Das verschafft ihnen einen großen Vorteil und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie rasch Marktanteile in Europa gewinnen.