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Seltene Erden: Die Geopolitik der Rohstoffe

Sam Heithersay

Sam Heithersay - Investment Analyst & Co-Portfolio Manager

Seltene Erden sind für Zukunftstechnologien unverzichtbar, doch den Schlüssel dazu hält China fest in seiner Hand. Ein genauer Blick zeigt: Die Abhängigkeit von der Volksrepublik wird so schnell nicht verschwinden, und die Preise könnten hoch bleiben.

In Kürze:

  • Seltene-Erden-Magnete sind zentral für moderne Technologien
  • Einsatz u. a. in erneuerbaren Energien, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung
  • China kontrolliert den Großteil der weltweiten Lieferketten
  • Die Abhängigkeit wird häufig unterschätzt
  • Alternativen außerhalb Chinas aufzubauen ist komplex und langwierig

Preise haben sich im letzten Jahr verdoppelt

An Rohstoffmärkten gilt in der Regel: Steigen die Preise, wird die Produktion ausgeweitet und die Preise fallen wieder. Bei Seltenen Erden funktioniert dieses Prinzip jedoch nur eingeschränkt. Grund dafür sind extrem konzentrierte Lieferketten und eine weltweit zunehmende geopolitische Einflussnahme.

Seit China als Reaktion auf US‑Zölle Exportbeschränkungen eingeführt hat, haben sich die Preise für Seltene Erden innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die USA reagierten darauf, indem sie sich direkt an einem US‑Magnethersteller beteiligten und eine Preisuntergrenze garantierten, um Investitionen zu schützen.

Einige Marktteilnehmer erwarten nun, dass diese hohen und stabilen Preise neue Anbieter in westlichen Ländern anziehen könnten. Gleichzeitig könnte China – wie in der Vergangenheit – kurzfristig Exportbeschränkungen lockern und den Markt mit zusätzlichem Angebot überschwemmen, was die Preise drücken würde.

Analystengespräche wecken Zweifel

Unternehmen entlang der Lieferkette äußern jedoch Zweifel an diesen Annahmen. Ein wichtiger Punkt ist die veränderte Regulierung. So dürfen ab Januar 2027 in den USA keine chinesischen Komponenten mehr in der Verteidigungslieferkette verwendet werden.

Zudem berichten Kundinnen und Kunden am Ende der Wertschöpfungskette, dass sie auch dann verstärkt auf nicht‑chinesische Anbieter setzen würden, wenn China seine Beschränkungen sofort wieder aufheben würde. Die jüngsten Entwicklungen haben Schwachstellen in den Lieferketten offengelegt – und viele Unternehmen möchten ihre Abhängigkeit von China verringern.

Engpass bei der Raffination – nicht beim Abbau

Das eigentliche Nadelöhr ist weniger der Abbau der Rohstoffe, sondern vielmehr ihre Weiterverarbeitung. Insbesondere die Raffination erfordert große Investitionen, spezielles Know-how und ein gewachsenes industrielles Umfeld. China hat dieses Ökosystem seit den 1980er‑Jahren systematisch aufgebaut und verfügt heute über jahrzehntelange Erfahrung. Westliche Anbieter können darauf nicht zurückgreifen.

Diese hohen Markteintrittsbarrieren könnten den Aufbau alternativer Lieferketten trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Motivation deutlich verlangsamen. Entsprechend könnten die Preise länger hoch bleiben, als von vielen Marktteilnehmenden derzeit erwartet. Auch die Aktienkurse von Unternehmen aus dem Seltene‑Erden‑Segment spiegeln diese Risiken bisher kaum wider.

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Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2026. MK17494