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Macht, Märkte & Metalle: Warum Transition-Rohstoffe boomen

James Richards, Oliver Hextall

James Richards, Oliver Hextall - Co-Fondsmanager Fidelity Transition Materials Fund

Strategische Rohstoffreserven aufbauen, die Energieunabhängigkeit sichern: Immer mehr Länder verfolgen diese Ziele. Das schafft gute Aussichten für viele Firmen aus dem Rohstoffsektor – und für Anleger in Transition Materials.

Die wichtigsten Punkte

  • 1. Metalle & Bergbau treiben den Markt – unterstützt durch geopolitische Trends
    Der Metall- und Bergbausektor hat 2025 deutlich stärker performt als der Gesamtmarkt. Langfristige strukturelle Trends wie Energiewende, KI getriebene Nachfrage und geopolitische Unterstützung – insbesondere durch die USA – wirken als starke Treiber.
  • 2. Neue Impulse in Biokraftstoffen – Vorsicht bei Silber
    US Regulierung sorgt für Rückenwind bei Biokraftstoffen und eröffnet potenzielle Chancen in diesem Segment. Silber hat in der jüngsten Rallye stark zugelegt, zeigt aber Anzeichen einer Abschwächung aufgrund potenzieller Substitutionseffekte in industriellen Anwendungen.
  • 3. Rohstoffe bleiben ein vielfältiges, aber komplexes Investmentthema
    Ob Metalle, Energieträger oder Edelmetalle: Das Spektrum wird breiter und politisch volatiler. Insgesamt schafft die geopolitische Lage jedoch ein attraktives Umfeld für Rohstoffproduzenten – ein möglicher Motor eines differenzierten Bullenmarkts.

Rohstoff-Bullenmarkt im vollen Galopp

Rohstoffe erfreuen sich höchster Wertschätzung: Der Sektor Metalle und Bergbau hat den Gesamtmarkt 2025 um Längen hinter sich gelassen (Abbildung 1). Die Liste der Gründe ist lang – anhaltender globalen Wandel, Trend zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft, Aufstieg neuer Industriezentren in Indien und Südostasien, wachsende Nachfrage im Zusammenhang mit KI und Rechenzentren. Auch die Geopolitik wird zu einem immer wichtigeren Treiber dieses Themas. Die Länder konkurrieren um knappe Ressourcen. Die Regierungen versuchen eine aktivere Rolle zu übernehmen, um die Versorgung zu sichern, oder sie setzen ihre Rohstoffressourcen als Verhandlungsinstrument ein.

Abbildung 1: Relative Performance des Sektors Metalle und Bergbau gegenüber globalen Aktien seit Januar 2025 (indexiert auf 100)

Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.

US-Politik treibt die Rohstoffpreise

Die US-Regierung hat Mineralien in den Vordergrund ihres geopolitischen Denkens gestellt. Die aktualisierte Liste der kritischen Mineralien des US Geological Survey umfasst nun 60 verschiedene Materialien. Seltene Erden sind auch im Verhältnis der USA und Chinas ein wichtiger Hebel. Die USA handeln schnell, um ihre Versorgung besser abzusichern. Die US-Regierung hat eine Minderheitsbeteiligung an MP Materials erworben. Das Unternehmen beschleunigt seine Expansion im Bereich der Seltenerdmagnete dramatisch, unterstützt durch die US-Regierung. Diese garantiert einen Mindestpreis für Neodym-Praseodym (NdPr), der fast doppelt so hoch ist wie der aktuelle Spotpreis. 

Die australische Regierung soll ähnliche Maßnahmen in Erwägung ziehen. Betroffen ist auch Japan: Die Beziehungen zwischen Tokio und Peking haben sich in jüngster Zeit verschlechtert, und China hat den Export dieser Mineralien nach Japan stärker beschränkt. Kurzfristig wird die Lieferkette weiterhin von China dominiert bleiben, besonders die Verarbeitung und die Magnetherstellung. Doch mit der Zeit dürfte sich dies ändern, da andere Länder Anreize für neue Produktions- und Verarbeitungsprozesse schaffen.

Abbildung 2: Die Versorgung mit Seltenen Erden ist stark konzentriert

Die US-Regierung beteiligt sich auch an Bergbauunternehmen im Kupfer- und Lithiumbereich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dies durch das Downstream-Geschäft von Cameco auf den Nuklearbereich ausgeweitet. Dort erhält die US-Regierung eine Beteiligung, falls die Aktivitäten ein bestimmtes Niveau überschreiten. Der US-Lagerbestand an Kupfer wächst, und die Händler setzen weiterhin auf Zölle auf Kupferimporte. Der Markt ist daher nach einer positiven langfristigen Entwicklung ungewöhnlich angespannt.

Abbildung 3: Spotpreise für Kupfer (RS) und Silber (LS) seit Januar 2025 (USD)

Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.
 

Interessante Chancen bei Biokraftstoffen

Biokraftstoffe gehörten in letzter Zeit nicht zu den Gewinnern. Doch auch hier gibt es politischen Rückenwind aus den USA: Die zuständige Behörde EPA hat eine deutlich höhere Biokraftstoffquote als erwartet beschlossen. Sie gilt für Kraftstoffe, die in den USA für den Straßenverkehr verkauft werden. Andere regulatorische Änderungen begünstigen einheimische Produzenten und verbessern die Energieversorgungssicherheit im Inland.

Die Aktienkurse spiegeln dies noch nicht wider, da die Vorschriften voraussichtlich erst in den nächsten Wochen in finaler Form vorliegen werden. Zu den Profiteuren könnte beispielsweise Darling Ingredients gehören. Das Unternehmen hat sich mit Valero zusammengeschlossen – in einem strukturell attraktiven Markt für CO2-arme Kraftstoffe. Das kombinierte Know-how im Raffineriebereich und bei der Rohstoffbeschaffung ist ein kaum zu übertreffender Wettbewerbsvorteil. 

Dies unterstreicht die Breite des Themas der „Transition Materials“, also der Materialien für die Übergangsphase der Energiewende. Es umfasst Biokraftstoffe ebenso wie Verpackungen, Isolierungen, Düngemittel und Industriegase.

Run auf Edelmetall nimmt manische Züge an

Gold ist kein „Transition Material“, während Silber ein wichtiges Element in der Lieferkette für erneuerbare Energien ist. Silber war im vierten Quartal der Rohstoff mit der besten Performance. Zu den weiteren Aussichten sind wir jedoch vorsichtig. Der Preis ist von unter 40 USD/Unze im letzten Sommer rapide gestiegen. Die industrielle Nachfrage ist noch robust, doch es gibt Anzeichen, dass Silber in industriellen Anwendungen teilweise ersetzt wird. 

Hinzu kommen wie bei Gold eine Reihe von Fragezeichen. Wir wird die Politik der US-Notenbank künftig aussehen? Wie gestaltet sich die US-Außenpolitik, und wie entwickelt sich der Status des US-Dollars als globale Reservewährung? Dies führte zu großen Goldkäufen durch viele Zentralbanken. Zudem sehen viele die Dollarschwäche als von der US-Regierung gewünscht an, um die heimische Reindustrialisierung zu fördern. Diese Einschätzung war ein weiterer Treiber des Rohstoffbooms. Der Beginn des Lockerungszyklus der US-Notenbank Fed könnte dem Bullenmarkt weiteren Auftrieb geben.

Als attraktiven Titel in diesem Bereich sehen wir Coeur Mining. Das Unternehmen hat Vermögenswerte in ganz Nordamerika, speziell in den USA und Mexiko. Im November überraschte es den Markt mit der Ankündigung einer Fusion mit New Gold. Dadurch entstand ein Anbieter mit einer Marktkapitalisierung von rund 16 Mrd. USD. Die Einnahmen stammen größtenteils aus Gold, er verfügt jedoch auch über bedeutende Silber- und einige Kupfervorkommen. Das Potenzial zur Generierung von freiem Cashflow ist sehr attraktiv. Die Bedenken hinsichtlich der Lebensdauer der Minen halten wir dagegen für übertrieben.

Fazit: Rohstoff als Treiber eines facettenreichen Bullenmarkts

Metalle und auch andere Rohstoffe haben in letzter Zeit einen Höhenflug erlebt. Das Anlagethema wird immer facettenreicher und bietet angesichts der oft politisch bedingten Volatilität interessante Chancen – und auch Herausforderungen. Unter dem Strich schafft die geopolitische Lage für Rohstoffproduzenten ein zunehmend attraktives Umfeld. Dies wird unserer Meinung nach zu weiteren Gewinnern bei diesem Thema und in unserer Strategie führen. 

Zum Fund

Ein Fonds mit Fokus auf Unternehmen, die den Übergang zu einer CO₂-ärmeren Wirtschaft voranbringen. Für langfristig orientierte Anleger, die Renditechancen und Nachhaltigkeit verbinden möchten.

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Stand, soweit nicht anders angegeben, März 2026 MK17468