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Fondsportfolios: Strategien im Rentenalter (Teil 1)

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Fidelity - Fidelity Team

Wir werden immer älter und bleiben länger aktiv, hinzu kommen wirtschaftliche Herausforderungen wie Inflation und rentenpolitische Umbrüche. All das kann im Alter zum Dauerthema werden - und die Anforderungen an Fondsportfolios in der Zeit nach dem Berufsleben verändern. Wir geben einen ersten Überblick.

Vor Jahren noch galt: Bricht für Sie die Zeit nach dem Erwerbsleben an, gibt es in der privaten Altersvorsorge eine einfache Faustregel: das Portfoliorisiko vermindern! So bewahren Sie möglichst das Kapital, das Sie aufgebaut haben. Idealerweise sollten Sie auf Ihrem Fondsportfolio on top einen Auszahlplan anlegen - denn der stellt Ihnen Monat für Monat ein zusätzliches Alterseinkommen zur Verfügung. Soweit die Theorie.

Beispiel: Auszahlplan mit Kapitalverzehr

Beispiel

Hypothetisches Rechenbeispiel - passend zur Grafik: 100.000 Euro Kapital bei Renteneintritt, 20 Jahre Entnahme von 650 Euro monatlich, Kapital bleibt investiert mit einer Rendite von konstant fünf Prozent im Jahr. Am Ende dieser Zeit ist das Vermögen aufgebraucht. Quelle: FFB, Januar 2026.

Allerdings: Die Rahmenbedingungen für Ihre finanzielle Vorsorge im Alter haben sich im richtigen Leben geändert. Das hat Gründe:

  • Die staatliche Rente erodiert. Die umlagefinanzierte Rente vom Staat kommt deutlich an ihre Grenzen. Selbst wenn das kommende Standardrentenniveau von 48 % zunächst als gesichert gilt - die Wenigsten von uns erreichen aufgrund der persönlichen Erwerbsbiografie diesen über die Jahre immer weiter absinkenden Satz.1
  • Die Lebenserwartung steigt. Wer 65 Jahre alt ist, hat heute schon statistisch gesehen noch mehr als 20 Lebensjahre vor sich (insbesondere Frauen).2
  • Die Ansprüche an ein langes, aktives und selbstbestimmtes Leben wachsen. Der Supertrend „Longevity“ bedeutet eben nicht nur länger zu leben, sondern auch in höherem Alter noch Pläne zu verwirklichen.
  • Die Inflation ist (noch) viel stärker zu beachten. Über einen langen Lebenszeitraum macht sich der Kaufkraftverlust noch stärker bemerkbar. Die wachsende Staatsverschuldung weltweit begünstigt zudem höhere Inflationsraten als in der Vergangenheit.
  • Pflegekosten können enorm steigen. Je älter wir werden, umso schwieriger wird es, die allgemeinen Kosten für Pflege unter einen Hut zu bekommen.

Die Konsequenz: Mehr Kapital, höhere Renditen – auch im Alter

Wie also geht es weiter? Zwei wesentliche Punkte dazu:

Erstens: Sie benötigen heute mehr Kapital beim Renteneintritt als noch in der Vergangenheit, um sowohl staatliche als auch betriebliche Rente mit Entnahmen aus Ihrem privaten Vorsorgekapital aufzubessern. Heißt: Eine Anlagestrategie beim Kapitalaufbau, die auf Aktien und andere hochrentierliche Anlageklassen setzt, ist für Sie in der Regel unverzichtbar.

Zweitens: Sobald Sie im Rentenalter sind - und damit bei der Entnahmephase angekommen - sollten Sie immer ein Auge auf die Rendite Ihres Portfolios haben. Denn es gilt: Nur wer solide Renditen erzielt - real, nach Inflation! - und damit so lange wie möglich ausreichend Kapital zur Verfügung hat, kann sich später Träume erfüllen oder Kapital für Pflege und Unterkunft aufwenden.

Die Gegenspieler: Sicherheit und Flexibilität richtig einschätzen

Sicherheit im Rentenalter - das ist ein großes Thema. Denn wenn Sie nicht mehr erwerbstätig sind, können Sie finanzielle Herausforderungen schwerer meistern. Es geht nicht allein darum, bis ans Lebensende die monatlichen Aufwendungen für Wohnen, Essen und Gesundheit zuverlässig abzudecken.

Mehr noch: Möchten Sie Ihre Träume verwirklichen, im Alter eine neue Lebensrichtung einschlagen, Ihre Erben absichern oder am Ende die kostenintensive Pflege bezahlen können - dann brauchen Sie flexibel einsetzbares Kapital.

Allerdings: Die Sicherheit regelmäßiger Auszahlung mitsamt Flexibilität kann bei der kapitalgedeckten privaten Vorsorge zu einem Stolperstein werden. Denn garantierte, regelmäßige Erträge - zum Beispiel aus Sofortrenten oder anderen privaten Rentenprodukten - gehen oft mit einer Einschränkung von Rendite und Flexibilität einher.

Komplementär: Garantierte Renten vs. offene Anlageportfolios

Wollen Sie im „Team Flexibilität“ sein, dann ist die private Vorsorge mit einem Fondsportfolio ein wichtiger Baustein. Und der kann in der neuen „Langlebigkeitsgesellschaft“ ein entscheidender Faktor sein.

Planen Sie mit Ihrer Kapitalanlage bzw. der Verwendung des Kapitals fürs Rentenalter, dann sollten Sie unbedingt prüfen, inwieweit anderweitige Vorsorgelösungen den Bedarf an regelmäßigem Einkommen abdecken. Staatliche Renten und auch betriebliche Altersvorsorgelösungen stellen in aller Regel regelmäßige Auszahlungen zur Verfügung. Auch denkbar: private Rentenversicherungen oder Sofortrentenkonzepte.

Wichtig: Beschränken Sie den Umfang der garantierten monatlichen Rentenzahlungen auf ein erforderliches Minimum. Denn die Vorsorgeformen verhalten sich komplementär. Kapital, das für garantierte Rentenlösungen eingesetzt wird, fehlt dann für Wachstumspotenzial und Gestaltungsmöglichkeit im Fondsportfolio. Regelmäßige Entnahmen - etwa über einen Auszahlplan - sind auch hier möglich, sollten aber möglichst wenig der persönlichen „Grundversorgung“ dienen.

Wesentlicher Meilenstein: Das anfängliche Verlustrisiko richtig managen

Die Erfahrung zeigt: Bei einem Fondsportfolio gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen der Phase des Ansparens (des Kapitalaufbaus) und der Entnahmephase. Sie sollten auf folgenden Punkt besonders achten: Zu Beginn der Entnahmephase sind Altersvorsorgeportfolios besonders empfindlich. Denn hier kann das „Renditereihenfolge-Risiko“ deutliche Spuren hinterlassen.

Wenn zu Beginn der Entnahmephase Anlagemärkte nachgeben oder gar einbrechen - und weiterhin planmäßig Kapital entnommen wird, um eine private Rentenzahlung zu ermöglichen - bedeutet das: temporäre Verluste! Deshalb sollten Sie das in der Kapitalaufbauphase vermeiden, weil Sie die Realität schneller einholt als Ihnen lieb ist: Wenn die Märkte nachgeben, wird Kapital entnommen, das bei einer nachfolgenden Erholung nicht mehr als Sockel für Kapitalwachstum zur Verfügung steht. Die Grafik illustriert, wie unterschiedlich bei derselben durchschnittlichen Rendite von 5% p.a. der Portfoliowert am Ende eines Zehn-Jahreszeitraumes sein kann - nämlich dann, wenn Verlustphasen früher oder später in diesem Zeitraum auftreten. Immer werden im Beispiel 4% jährlich als „private Rente“ entnommen.

wesentlicher

Quelle: Fidelity International. Nur zu illustrativen Zwecken, Entnahmen von 4% pro Jahr zugrunde gelegt.

Einfachen Reflexen der Risikoreduktion widerstehen

Was ist der erste Reflex, den viele von uns bei der Kapitalbildungsphase gelernt haben? Antwort: Das Risiko des Anlageportfolios zu reduzieren, um den Einfluss negativer Marktentwicklungen einzuschränken.

Heißt: Oft gehen private Anleger bei diversifizierten Portfolios davon aus, dass diese Investitionen in Anlageklassen enthalten, die schwach sind oder sich in entscheidenden Phasen negativ entwickeln. Über lange Jahre war das bei Aktien und Anleihen der Fall. In entscheidenden Phasen - 2022 und 2025 beispielsweise - bewegten sich Aktien und Anleihen im Gleichlauf nach unten. Was hilft? Diversifikation ist (egal mit welchen Anlageklassen) das wirksamste Mittel, um Schwankungsrisiken zu vermindern. Doch Vorsicht: In der Regel bringt Diversifikation auch eine eingeschränkte Rendite des Portfolios mit sich.

Interessant: In einer Studie aus dem Jahr 2023 konnte nachgewiesen werden, dass nur etwa 25% der Unterschiede in Portfolioerträgen aus dem Renditereihenfolge-Risiko resultierten. Dieselbe Studie zeigte jedoch auch, dass die Kombination aus Risikoreduktion (durch weitere Diversifikation) im Zusammenspiel mit regelmäßigen Kapitalentnahmen diesen Wert auf 45% verschlechtern konnte.3 Der Hintergrund ist klar: Wenn in einer verlustreichen Anfangsphase Kapital entnommen wird - und danach das Portfolio zwar schwankungsärmer, jedoch mit eingeschränktem Wachstumspotenzial versehen ist - wird die Erholung des Kapitalstandes schwächer verlaufen.

Wichtig ist, dass das Anlage-Portfolio Ihrer persönlichen Risikotoleranz entspricht. Das gilt während der Kapitalaufbauphase wie in der Entnahmephase im Alter. Am Ende macht die Studie klar: Ein weiteres Absenken von Risiko und Rendite scheint nicht immer der sinnvollste Weg zu sein, um das Renditereihenfolge-Risiko zu mindern - u. a. deshalb, weil Sie Ihren eigenen Toleranzbereich nicht unnötig strapazieren sollten.
 

Strategien gegen das Renditereihenfolge-Risiko

Möchten Sie sich nicht auf die Risikosenkung durch Diversifikation verlassen, müssen Sie andere Strategien wählen. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen - jede mit den eigenen Vor- und Nachteilen. Je nach persönlicher Ausgangssituation, Lebensplanungen und Zielen.

Lesen Sie im nächsten Newsletter mehr über Strategien für Portfolios im Rentenalter: Welche Wirkung hat etwa die Entnahme von fixen Prozentanteilen, welche Folge hat die Einrichtung höherer Liquiditätsreserven oder die gleitende Veränderung des Aktienanteils?

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PIA-No. 1184