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ESG-Regulierung überblicken

Nachhaltiges Investieren wird der neue Standard der Fondsanlage. Die Regulierungsinitiativen der EU bieten dazu den verbindlichen Orientierungsrahmen – eine Übersicht zum Stand der wichtigsten Entwicklungen aus Sicht der Anlageberatung.

Der EU-Aktionsplan für die Finanzierung nachhaltigen Wachstums soll den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsordnung unterstützen. Der Plan nimmt dabei die gesamte Prozesskette der Kapitalanlage in den Blick: vom Unternehmen, in das investiert wird, bis hin zum Anleger. Und er entwickelt ein umfassendes System für mehr Transparenz bezüglich der ESG-Risiken und deren Steuerung.

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Transparenz schaffen

Transparenz schaffen und Kapital von Privatanlegern ohne Zwang und unmittelbare Eingriffe umlenken

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ESG als Kriterium stärken

Nachhaltigkeit bei Anlageentscheidungen zu einem immer wichtigeren Kriterium machen

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Nachhaltige Unternehmen fördern

Kapital vermehrt Unternehmen zugutekommen lassen, die den Klimazielen der EU gerecht werden

Mehr Auswahl für Sie: unsere Fonds und ihre Klassifizierung

Mehr als 50 Fidelity-Fonds sind als nachhaltig eingestuft – nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung.

ESG-Regulierung im Prozess der Kapitalanlage

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Schematische Darstellung zur Illustration – ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Diese fünf Quellen sind wichtig

Transparenz schaffen für einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt für Unternehmen, die nachhaltiger wirtschaften. Das ist eine Idee, die durch ihre Klarheit in der Absicht besticht, im Detail jedoch komplex und aufwendig in der Realisierung ist. Wichtige Regelungen finden sich in fünf Quellen.

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Taxonomie

Ziel: Klassifikationssystem für nachhaltige ökonomische Tätigkeiten

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Offenlegung (SFDR)

Ziel: Klassifikation und Transparenz über Nachhaltigkeitseigenschaften einzelner Finanzprodukte

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Standards, Benchmarks & Labels

Ziel: nachhaltige Fondsprodukte identifizieren und vergleichen

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Ergänzung von MiFID II

Ziel: geeignete Anlagelösungen für Nachhaltigkeitspräferenzen

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Vorschlag Zielmarktklassifikation („Verbändekonzept“)

Ziel: Berücksichtigung anerkannter Branchenstandards, die über die SFDR-Anforderungen hinausgehen

Der Regulierungsfahrplan: Was passiert wann

Verordnungen zu Taxonomie, zu Offenlegung (SFDR) und Ergänzungen zu MiFID II wirken sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf die Anlageberatung aus.

Taxonomie: auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel

Im Kern der Nachhaltigkeitstaxonomie der EU steht eine Liste von Wirtschaftstätigkeiten und relevanten Kriterien, um die Wirkung von Unternehmen auf Klima und Umwelt zu bewerten. Dies hat sich als sehr schwierig erwiesen. Obwohl die EU-Kommission sich zunächst auf den „Green Deal“ mit seinen dringlichen Klimazielen konzentriert und die Dimensionen „S“ und „G“ derzeit noch komplett außen vorlässt, ist der Zeitplan unter Druck geraten.

Da es innerhalb der EU strittige Meinungen zu Energiegewinnung aus Atomkraft und Erdgas gibt, wurden diese nun zunächst aus der EU-Taxonomie ausgeklammert. So kam im April 2021 ein Kompromissvorschlag auf den Tisch, der nun diskutiert wird. Der Fahrplan für das, was eigentlich Herzstück der Regulierung wäre, ist ambitioniert – aber die Taxonomie ist spät dran.

Fahrplan für die Anwendung der Taxonomie

für Klimaziele: ab 1.1.2022
für andere Umweltziele: ab 1.1.2023
für andere ESG-Ziele: danach

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Koordination: Kernherausforderung für Gesetzgeber und Marktteilnehmer

Offenlegung (SFDR): erste Schritte getan

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In Sinne der Offenlegungsverordnung haben Fondsanbieter ihre Fondsprodukte in eine von drei Kategorien eingeordnet. Sie werden nach den Artikeln dieser Verordnung als „Artikel-6-Fonds“, Artikel-8-Fonds“ und „Artikel-9-Fonds“ bezeichnet. Eine komplette Liste aller unser Fonds und ihrer Klassifizierung finden Sie hier.

Die erste Stufe der SFDR gilt seit 10. März 2021. Die zweite Stufe soll Mitte 2022 in Kraft treten, also sechs Monate später als ursprünglich geplant.

Mehr über die SFDR erfahren

Standards, Benchmarks & Labels: Ecolabel der EU für Fonds

Die Offenlegung nach SDFR kann bei der Orientierung über den Nachhaltigkeitsanspruch von Fondsprodukten helfen. Darüber hinaus entwickeln Expertenkommissionen der EU Nachhaltigkeits-Benchmarks für Anlageprodukte. Und auch ein geplantes Ecolabel für Fonds könnte für Orientierung sorgen. Doch auch hier ist das letzte Wort nicht gesprochen. Ein erster Entwurf für Kriterien wurde überarbeitet, weil nur ganze drei von damals schon über 100 Nachhaltigkeitsfonds die Kriterien für die Vergabe des Labels erfüllt hätten.

Aktuell wird der im März 2021 vorgelegte „Technische Report“ des Joint Research Center (JCR) diskutiert, dass im Auftrag der EU-Kommission Vorschläge erarbeiten soll. Der aktuelle Vorschlag reduziert zwar die Anforderungen an den „grünen Portfolioanteil“. „Dennoch sind die Schwellenwerte für den grünen Portfolioanteil nach wie vor sehr ambitioniert und werden wenig Diversifikationsmöglichkeiten zulassen“, so ein Sprecher des deutschen Branchenverbands BVI. Ob damit das Label einen guten Beitrag zum Aufbau eines im Sinne der Anlegerziele sinnvoll diversifizierten Portfolios leisten kann, ist also ungewiss.

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Ergänzung von MiFID II – worauf kann sich die Anlageberatung verlassen?

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Als wichtigster Termin für die Anlageberatung stand der 1. Januar 2021 auf dem Programm. Seitdem sollen nach einer Ergänzung zu MiFID II Nachhaltigkeitspräferenzen von Anlegern im Beratungsgespräch abgefragt, dokumentiert und beim Vorschlag geeigneter Anlagelösungen für den Kunden berücksichtigt werden. Wie das genau geschehen soll, ist allerdings – trotz des längst überschrittenen Termins – immer noch offen.

Die nun seit Ende April 2021 vorliegenden finalen Vorschläge werden gerade diskutiert. Durch die Aspekte, die ein Berater nach derzeitigem Stand abfragen soll, werden die Nachhaltigkeitspräferenzen der Anleger sehr eng eingegrenzt. So eng, dass sich mit der vorliegenden Produktklassifikation nach der SFDR allein kaum nachweisen lässt, ob eine Anlagelösung für die erhobenen Präferenzen geeignet ist.

Die Diskussion um diese Frage geht weiter. Vielfach wird von Branchenkennern hierzulande das sogenannte „Verbändekonzept“ als potenziell richtungsweisender Ansatz hervorgehoben. Es wurde zum Jahresbeginn 2021 vom Fondsverband BVI, dem Deutsche Derivate Verband (DDV) und dem Bankendachverband Deutsche Kreditwirtschaft (DK) vorgestellt und ist stärker operativ orientiert. Es bezieht sich auf Daten, wie sie schon heute von den Fondsanbietern für die Definition des Zielmarkts den Vertrieben elektronisch zur Verfügung gestellt werden und setzt dabei auf eine Erweiterung der vorhandenen Datenfelder.

Vorschlag Zielmarktklassifikation („Verbändekonzept“)

Als nachhaltig sollen nach diesem Konzept nur solche Finanzprodukte gelten, bei denen ein „E“ oder „I“ eingetragen ist. Zusätzlich zur Offenlegungsverordnung (SFDR) für Fonds sieht das Verbändekonzept für „E“-Produkte deutlich weitergehende quantitative Mindestausschlüsse vor.

Damit kann es Fonds geben, die ein Anbieter gemäß Offenlegungsverordnung als nachhaltig eingestuft hat (“Artikel-8-Fonds“), die wegen fehlender Ausschlusskriterien im Zielmarktkonzept der deutschen Verbände aber nur ein „B“ für „Basic“ erhalten. Wenn sich ein Kompromiss zwischen den Anforderungen des „Technischen Reports“ des JCR und der SFDR-Klassifizierung im Sinne des Verbändekonzepts durchsetzt, dürften Produkte, die nur eine B-Kennzeichnung erhalten und die Kriterien für E oder I nicht erfüllen, nicht als nachhaltig in das Portfolio eines Kunden eingehen.

Übersicht der Klassifizierung
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* Produktanbieter sollen anerkannte Branchenstandards berücksichtigen. Die Ausschlüsse gehen über die Anforderungen von SFDR hinaus. Quelle: BVI

Vorausschauende Positionierung: Chancen für die Beratung

Nachhaltigkeit ist kein Modethema. Es ist eng verbunden mit der Welt, in der wir künftig leben wollen und inzwischen fest im Wertekanon der Gesellschaft verankert. Daher wird es eine Anlageberatung, die ESG nicht berücksichtigt, perspektivisch nicht mehr geben, und Investmentansätze von Fondsanbietern werden zunehmend daran gemessen werden, wie sie Nachhaltigkeit und insbesondere die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Klimafreundlichkeit und Kreislaufwirtschaft begleiten und unterstützen. Schon im Jahr 2020 hat die BaFin deshalb ein „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ entwickelt. Es soll Unternehmen, die unter Aufsicht der BaFin stehen, eine erste Orientierung zu „Good Practices“ in Bezug auf Nachhaltigkeit geben und ist daher lesenswert. Allerdings kann es schon aufgrund des Veröffentlichungszeitpunktes keine Hinweis auf die konkrete Ausgestaltung der Regulierung gehen.

Für Berater bedeutet die Ernsthaftigkeit und Vorhersehbarkeit, mit der sich Regulierung und Aufsicht bewegen, vor allen eines: Im Vorteil ist, wer rechtzeitig Nachhaltigkeitsaspekte in seiner Beratung berücksichtigt, und zwar schon, bevor die Ergänzung zu MiFID II dies zum Pflichtthema macht. Wir unterstützen Sie dabei und halten Sie immer aktuell informiert über die weitere Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen.

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