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Künstliche Intelligenz: Warum Maschinen weder denken noch fühlen

Carsten Roemheld

Carsten Roemheld - Kapitalmarktstratege Fidelity International

Spätestens seit dem Siegeszug der Chatbots und KI-Assistenten in den vergangenen Monaten ist eine Debatte um die gegenwärtige Leistungsfähigkeit von KI entbrannt. Es geht um künftige Einsatzfelder, Gefahren, den Nutzen und die Grenzen der Technologie. Im Zentrum steht oft die Angst, Maschinen könnten uns alsbald übertrumpfen oder gar die Herrschaft übernehmen.

Sind solche Überlegungen realistisch? Welche künftigen Entwicklungspfade sind denkbar, welche sollten wir beschreiten, welche meiden? Ralf Otte, Professor für Industrieautomatisierung an der TH Ulm und Berater von Unternehmen und Ministerien, hat dazu im Jahr 2021 das Buch „Maschinenbewusstsein“ geschrieben. Darin erklärt er mögliche Stufen der KI, stellt die Frage, wie weit wir gehen sollten – und an welche physikalisch-technischen Grenzen unterschiedliche Technologien stoßen, wenn es darum geht, ein Bewusstsein zu erzeugen. 

Seine zentrale Botschaft lautet: Stand heute existiert keine KI mit Gefühlen oder einem Wollen, sondern letztlich bloß kluge Mathematik. Die aber reicht allenfalls für Ansätze kreativer Intelligenz, aber nicht mal zum autonomen Autofahren. Wieso solche Fertigkeiten von reiner Software auch künftig nicht zu erwarten sind. Unter welchen Voraussetzungen KI überhaupt so etwas wie ein Bewusstsein erlangen könnte. Und welche biologisch-technischen Grenzen wir Menschen bei der Entwicklung von Maschinen besser nicht überschreiten.

KI zwischen Wunsch und Wirklichkeit:
Warum Menschen gefährlicher sind als Maschinen (Teil I)

Technik nimmt uns schwere körperliche Arbeit ab, das Rechnen und das Schreiben. Dabei reicht die Intelligenz der Maschinen aber nicht viel weiter als die einer Stubenfliege. In wenigen Jahren wird deshalb die große Enttäuschung einsetzen, weil KI keinesfalls so mächtig ist, wie viele sich erhoffen, prophezeit Professor Ralf Otte im Kapitalmarkt Podcast.  Er erforscht seit Jahrzehnten KI-Systeme und sagt: Die größten Gefahren gehen nicht von irgendeiner neuen Technik aus, sondern von Bedienern, die sie missbrauchen. Und von menschlicher Intelligenz sind Maschinen unendlich weit entfernt.

KI zwischen Gefühl und Verstand:
Wieso Computer keine Autos fahren können (Teil II)

Die Idee vom autonomen Fahren lässt sich mit den heutigen Computern nicht realisieren, sagt der KI-Experte Ralf Otte – denn dazu fehlt ihnen eine über Mathematik hinausreichende Intelligenz. Und mit Rechenleistung allein lässt sich die Lücke auch nicht schließen, denn dazu braucht es viel mehr als Nullen und Einsen. Welche Kluft Quantencomputer und sogenannte neuromorphe Systeme überwinden können, und warum biologisch-technische Chimären die eigentliche Gefahr darstellen. 

Transkript zum Podcast
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Ralf Otte

Seit 2015 Professor für Automatisierungstechnik und Künstliche Intelligenz am Institut für Automatisierungssysteme der TH Ulm. Er forscht, entwickelt und wendet seit drei Jahrzehnten KI-Systeme an, ist Autor mehrerer Bücher, unter anderem „Künstliche Intelligenz für Dummies“ und „Maschinenbewusstsein“ und berät heutzutage zahlreiche Unternehmen zu KI-Fragen.

Otte studierte Theoretische Elektrotechnik und Informationstechnik. Nach seinem Abschluss 1992 arbeitete er bis 2004 bei der ABB als Leiter für das Data Mining Center sowie Business Intelligence. In dieser Zeit promovierte er außerdem zum Thema Neuronale Netze. Von 2004 bis 2015 war er Geschäftsführer der schweizerischen tecData AG, die sich auf den Bereich Data Mining spezialisiert hat. Bis heute hat Otte über 100 KI-Projekte umgesetzt bzw. verantwortet.

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Stand: Januar 2024

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