Die Chancen der Energiewende sind für viele Unternehmen größer als die Risiken. Wo sich das bereits rumgesprochen hat.

Es ist eine Mammutaufgabe, an der kein Industriesektor vorbeikommt: die Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Braunkohle, Erdgas und Erdöl. So schwierig der Wandel auch sein mag, so relevant ist er – für das Überleben der Erde wie für die Unternehmen selbst. Nur jene, denen jetzt die erfolgreiche Energiewende gelingt, werden morgen noch profitabel wirtschaften können. Das bestätigt die exklusive Fidelity ESG Analyst Survey. Die befragten Fidelity Analysten aus der ganzen Welt kennen die Unternehmen ihrer Regionen und Branchen ganz genau. Sie kommen zu dem Schluss: Der Weg zur Netto-Null-Emission bietet für viele Sektoren mehr Gewinnchancen als Bedrohungen. Sie müssen das Ziel nur ehrgeizig genug verfolgen.

Die größten Chancen aus der Energiewende ergeben sich nach Einschätzung unserer Analysten für den Versorgungssektor. Schließlich würden Versorger stark von Investitionen in grüne Energie profitieren, Unternehmensrisiken könnten dadurch sogar sinken. Der Sektor, in dem die Analysten das größte Risikopotenzial erkennen, ist demgegenüber - wenig überraschend - der traditionelle Energiesektor. Diese Unternehmen bleiben durch den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf hohen Vermögenswerten sitzen. Doch kommt Zeit, kommt Rat: Unsere Analysten erwarten, dass sich die Risiken zwischen Energiesektor und Versorgern angleichen, da Versorgungs- und Energieunternehmen durch Fusionen und Übernahmen verschmelzen werden, zu Betreibern sauberer Kraftwerke der Zukunft.

Die Emissionsziele der Unternehmen sind nicht ehrgeizig genug

In Europa und Japan sind Unternehmen auf einem guten Weg zur Netto-Null-Emission. Über die Hälfte der Analysten hält die Anstrengungen der Unternehmen in diesen beiden Regionen für ehrgeizig genug, um tatsächlich bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Global betrachtet ist dagegen die Hälfte der Analysten überzeugt, dass Unternehmen noch mehr tun müssen, um Klimaneutralität zu erreichen. In einigen Ländern dürfte dies wiederum leichter gelingen als anderswo. So hat in China Präsident Xi im vergangenen Jahr angekündigt, dass der Staat bis spätestens 2060 Klimaneutralität erreichen wird. Die Folge: Immer mehr Unternehmen im Land haben nun eigene Null-Emissionsziele definiert und erhöhen durch Investitionen das Tempo beim Umbau. Die Einschätzungen unserer Analysten zeigen, dass dabei noch Luft nach oben ist. 

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