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Klimaversprechen – Glaubwürdigkeits-Check Teil 1: politische Maßnahmen

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Fidelity - Investment Team

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Wie glaubwürdig sind die politischen Zusagen auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Welt? Das hängt vom Fortschritt bei vier Säulen ab: CO2-Bepreisung, politisches Umfeld, politische Anreize und internationale Zusammenarbeit.

Im November letzten Jahres war ein „ungeordneter Übergang“ unserer Analyse zufolge das wahrscheinlichste Szenario auf dem globalen Pfad zur Klimaneutralität. Demnach läge die globale Erderwärmung bis 2050 wahrscheinlich zwischen 1,5 und 2,4°C. Das ist eine gigantische Bandbreite – und wo die Welt landet, hängt stark von den politischen Maßnahmen ab. Doch wie glaubwürdig sind diese? Und wie sind die verschiedenen Netto Null-Zusagen der wichtigsten Länder zu bewerten?

Für unseren Glaubwürdigkeits-Check haben wir dafür einen eigenen Rahmen mit vier Säulen entwickelt. Dabei stehen jeweils einige Leitfragen im Mittelpunkt.
 

  • Ist die CO2-Bepreisung angemessen, um das Netto Null-Ziel bis 2050 zu erreichen? Sei es durch explizite Steuer-/Emissionsgutschriften oder durch andere politische Mittel?
  • Besteht im politischen Umfeld ein breiter Konsens zur Bekämpfung des Klimawandels? Fördern die politischen Rahmenbedingungen der Länder und Regionen den Übergang? 
  • Schaffen die politischen Anreize in den Ländern echte Handlungsimpulse? Seien sie fiskalisch, monetär oder regulatorisch?
  • Wie sieht die internationale Zusammenarbeit aus? Diplomatisch und hinsichtlich umfassenderer internationaler Governance-Regelungen?
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Quelle: Fidelity International, Global Carbon Project (2020), November 2021.

Für die Bewertung gewichten wir diese vier Säulen unterschiedlich: Denn sie tragen unterschiedlich stark zu einer CO2-neutralen Welt bei. Einen starken Einfluss sehen wir beispielweise bei der CO2-Bepreisung und bei Zuschüssen oder anderen Incentives. 

Wo stehen die fünf größten CO₂-Emittenten weltweit?

Zusammengenommen verursachen China, die USA, die EU, Indien und Russland etwas mehr als 53 % der weltweiten CO₂-Emissionen. Darum haben wir diese fünf Akteure herangezogen, um globalere Schlussfolgerungen zu ziehen. Ratings haben wir jeweils für jede einzelne der vier Säulen vergeben. 
Fasst man diese Einzelbewertungen zusammen, ergibt sich ein klares Bild: Die Glaubwürdigkeit der EU stufen wir insgesamt als „hoch“ ein. Nur sie hat derzeit konkrete, glaubwürdige Pläne zum Erreichen des Netto Null-Zieles. China bewerten wir mit „mittel“, die USA als „niedrig bis mittel“ und Indien und Russland als „niedrig“. Wären dies die einzigen fünf Emittenten, würde sich weltweit eine „mittlere“ Bewertung ergeben.

Glaubwürdigkeit des politischen Handelns beim Kampf gegen den Klimawandel

  China USA EU Indien Russland
Anteil an den globalen CO2-Emissionen und jährliche Entwicklung im 10-Jahres-Zeitraum 28,0% 
(2,2% p.a.)
15,1% 
(-1,8% p.a.)
8,8% 
(-2,7% p.a.)
6,3% 
(3,8% p.a.)
4,6% 
(-0,2% p.a.)
Politische Zielsetzung Netto Null bis 2060 Netto Null bis 2050 Netto Null bis 2050 Netto Null bis 2070 Netto Null bis 2060
4 Säulen der Glaubwürdigkeits-Bewertung          
CO2-Bepreisung Mittel Niedrig Hoch Niedrig bis Mittel Niedrig
Politisches Umfeld Hoch Mittel Hoch Niedrig Niedrig
Politische Anreize Mittel Mittel Hoch Niedrig Niedrig
Internationale Zusammenarbeit Niedrig bis Mittel Niedrig bis Mittel Mittel bis Hoch Niedrig Niedrig
Rating insgesamt Mittel Niedrig bis Mittel Hoch Niedrig Niedrig

Quelle: Fidelity International, Global Carbon Project (2020), November 2021.

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Glaubwürdigkeits-Check: Beispiel CO₂-Bepreisung

Was steht konkret hinter der Bewertung? Dazu ein beispielhafter Blick auf den Bereich der CO2-Bepreisung.

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China

Mit ‚Mittel‘ bewertet, da es unlängst ein nationales Emissionshandelssystem (ETS) eingeführt hat. Bisher deckt es nur den Energiesektor ab, eine Ausweitung auf sieben weitere Sektoren ist jedoch geplant. China befindet sich zwar erst in einem frühen Stadium der ETS-Entwicklung, wir halten seinen Weg jedoch für ermutigend.

USA

Mit ‚Niedrig‘ bewertet, da kein nationaler Mechanismus zur CO2-Bepreisung geplant ist. Die einzelnen bundesstaatlichen ETS decken nur 8 % der gesamten Treibhausgasemissionen der USA ab. Zudem ist der CO2-Preis durchweg niedriger als in den Systemen der EU.

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EU

Mit ‚Hoch‘ bewertet, da sie bei der CO2-Bepreisung führend ist. Das ETS der EU deckt mehr als 38 % der Treibhausgasemissionen ab, ist supranational und hat einen relativ hohen CO2-Preis. Darüber hinaus gibt es Pläne, es auf die Schifffahrt auszuweiten und ein separates ETS für den Straßenverkehr und für Gebäude einzuführen. Die unter das ETS fallenden Sektoren sollen ihre Emissionen bis 2030 verglichen mit 2005 um 43 % senken.

Indien

Mit ‚Niedrig bis Mittel‘ bewertet. Es gibt zwar kein ETS, aber einen alternativen „Perform, Achieve and Trade (PAT)“-Mechanismus. Bislang zielt dieses Instrument vor allem auf eine höhere Energieeffizienz im Industriesektor und nicht explizit auf eine Emissionsreduzierung. Es ist jedoch die Basis für eine vollständige CO2-Bepreisung, falls Indien diesen Weg künftig gehen möchte.

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Russland

Mit ‚Niedrig‘ bewertet, da keine Maßnahmen ergriffen wurden oder geplant sind, um mit der Bepreisung von Emissionen zu beginnen.

Was bedeutet dies für Anleger?

Zunächst einmal bestätigt uns diese Analyse in unserer allgemeinen Einschätzung, dass ein Netto Null-Ziel bis 2050 mit den umgesetzten und geplanten Maßnahmen nicht erreichbar ist. Selbst wenn alle angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden, würde die Erwärmung wahrscheinlich nur auf 1,8°C begrenzt werden – mit der oben erwähnten Bandbreite von 1,5C bis 2,4°C (Climate Action Tracker, November 2021). Darüber hinaus sind die Gesamtratings regional sehr unterschiedlich. Dies deutet darauf hin, dass die Übergangsrisiken höher sein könnten als bei den Szenarien für einen „geordneten Übergang“. Mehr zu den 6 Szenarien lesen Sie hier

Daher sollten Anleger genau prüfen, ob sie dieses Ergebnis bei ihren Anlageentscheidungen ins Kalkül nehmen möchten. Sie sollten zudem die regional unterschiedliche Glaubwürdigkeit der politischen Maßnahmen und Zusagen berücksichtigen.

Der Glaubwürdigkeits-Check: der Unternehmenssektor

Die Politik setzt die Leitplanken und spielt so eine wichtige Rolle dabei, wie schnell der Weg zu einer CO2-freien Wirtschaft gelingt. Doch „die Wirtschaft“ ist kein Monolith, sondern besteht aus einer Vielzahl unabhängiger Unternehmen. Wie beeinflusst deren Handeln die Entwicklung des Klimawandels?

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Kapitalmarktstratege Fidelity International

Risikohinweise
 

  • Die gesamten Bewertungen - von den Emissionspfaden über die Temperaturprojektion bis hin zu projizierten Produktionsverlusten und Prognosen zu Rendite- und Kurseffekten - beruhen auf einer Reihe von Annahmen, die eine natürliche Quelle der Unsicherheit darstellen.
  • Prognosen und frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Richtwert für zukünftige Erträge. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert.
  • Die hier genannten Anlageklassen und Unternehmen werden zu rein illustrativen Zwecken aufgeführt und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der jeweiligen Werte dar.
  • Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. 
     

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Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2022. MK13881