Sie sind noch kein Fidelity Kunde?
Eröffnen Sie zunächst ein FondsdepotPlus. Danach können Sie aus unseren Fonds und ETFs Ihre Favoriten wählen.
Sie sind bereits Fidelity Kunde?
Melden Sie sich in Ihrem Depot an, um Fondsanteile zu ordern oder Ihren Sparplan anzulegen oder anzupassen.
Nahost-Konflikt: Geopolitische Szenarien und ihre Folgen für die Märkte
2. März 2026
Die Eskalation in Nahost erhöht die geopolitische Unsicherheit und beeinflusst Ölpreise, Märkte und Bewertungen. Dieser Überblick zeigt, welche Szenarien möglich sind – und welche Folgen sich für globale Portfolios ergeben könnten.
Der jüngste Konflikt in Nahost hat die globalen Märkte erneut spürbar verunsichert und zu erhöhter Volatilität geführt. Die aktuellen Entwicklungen lassen mehrere geopolitische Szenarien zu, die unterschiedliche Auswirkungen auf zentrale Anlageklassen haben können.
Öl: Im Basisszenario ist weiterhin von einem erhöhten geopolitischen Risikoaufschlag auszugehen, bei dem Brent zwischen 80 und 95 US‑Dollar gehandelt wird, während WTI aufgrund des US‑Exportstatus und der flexibleren heimischen Produktion deutlich weniger stark reagiert. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, ist ein Anstieg des Brent‑Preises auf über 100 US‑Dollar möglich, begleitet von einer stärkeren Spreadausweitung zwischen Brent und WTI.
Aktien: Auch die Aktienmärkte dürften kurzfristig mit erhöhter Unsicherheit reagieren. Eine Phase höherer Volatilität und eine temporäre Neubewertung von Risikoanlagen erscheinen wahrscheinlich. Grundsätzlich bleibt unser Ausblick auf globale Aktien jedoch positiv, sofern es nicht zu anhaltenden oder strukturellen Störungen in der Energieversorgung kommt, die das globale Wachstum oder die Unternehmensmargen beeinträchtigen.
Anleihen: Hier ist weiterhin mit typischen „Flight‑to‑Quality“-Bewegungen zu rechnen, die vor allem hoch bewertete Staatsanleihen – insbesondere im AAA‑Bereich – stützen dürften. Hochwertige asiatische Währungen könnten sich nach dem anfänglichen Marktschock stabilisieren und teilweise erholen. Gleichzeitig führen breitere Kreditspreads zu attraktiven selektiven Einstiegsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich qualitativ hochwertiger Unternehmensanleihen.
Einschätzung der Lage im Iran
Die aktuelle Lage im Iran deutet nicht auf einen grundlegenden Regimewechsel oder eine Auflösung der staatlichen Strukturen hin. Die Machtverhältnisse im Iran sind stark institutionalisiert, weshalb die zentrale Frage jetzt ist, wer die Führung übernimmt.
Sollte ein weiterer Hardliner ernannt werden, könnte dies das Risiko einer längeren Eskalation erhöhen und den Konflikt in eine Art dauerhaften Guerillakrieg überführen, der die gesamte Region destabilisieren würde. Allerdings halten wir dieses Szenario weiterhin für wenig wahrscheinlich, da alle bedeutenden Akteure – darunter auch China – ein großes Interesse daran haben, dass die Straße von Hormus nicht über längere Zeit blockiert wird. Auch aus Sicht des iranischen Regimes steht das eigene Überleben an erster Stelle, was gegen extreme Eskalationsschritte spricht.
Die Ölpreise werden ein entscheidender Indikator dafür sein, wie die Märkte die Lage einordnen. Im Moment befinden wir uns wahrscheinlich zwischen Szenario 1 und Szenario 2, wobei die Wahrscheinlichkeit für eine stärkere Eskalation zuletzt gestiegen ist. Historisch verlaufen Konflikte im Nahen Osten häufig in Episoden, was bedeutet, dass sie zwar intensiv sein können, aber nicht zwangsläufig langfristig. Zudem gibt es mehrere Faktoren, die eine weitere Eskalation begrenzen könnten – etwa die Tatsache, dass ein Einsatz von US‑Bodentruppen ausgeschlossen ist. Die US‑Regierung agiert zudem unter Zeitdruck, und die Tötung Chameneis gilt bereits als ein klarer taktischer Erfolg. Gleichzeitig hat der Iran in der Vergangenheit oft versucht, die Situation frühzeitig zu deeskalieren, sobald sich eine Gelegenheit bot.
Szenario 1: Kontrollierter Schlagabtausch
In diesem Szenario kommt es zu einem fortlaufenden, aber klar begrenzten Hin‑und‑Her zwischen den USA, Israel und Iran. Da die Führung des Regimes weitgehend intakt bleibt, entwickelt sich kein unkontrollierter Großkonflikt, sondern eine Reihe gezielter Vergeltungsaktionen.
Der Iran würde weiterhin Raketen- und Drohnenangriffe auf US‑Stützpunkte in der Region und auf Israel durchführen. Die USA und Israel würden darauf mit präzisen Militärschlägen gegen Einrichtungen der Revolutionsgarden und deren Abschusssysteme reagieren. Zudem bleiben mit Iran verbündete Milizen aktiv, allerdings in kalkuliertem Umfang. Wichtig ist: Die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Ölhandelsrouten der Welt – bleibt geöffnet, und Raffinerien und Energieanlagen im Golf werden weitgehend verschont.
Die Folgen wären eine anhaltende, aber kontrollierte Instabilität in der Region sowie eine allmähliche Belastung der Raketenabwehrsysteme. Die Ölpreise würden steigen, weil ein Risikoaufschlag eingepreist wird. Die tatsächlichen Ölströme wären jedoch nicht unterbrochen. Unter diesen Bedingungen dürfte Brent‑Öl im Bereich von 80 bis 95 US‑Dollar bleiben. Die USA wären weniger stark betroffen, da sie mittlerweile Nettoexporteur sind und Preissteigerungen im Inland besser abfedern können – etwa durch strategische Reserven oder Anpassungen der Exportpolitik.
Für die Inflation in den USA wäre der Effekt deshalb begrenzt. In Europa und Asien wäre die Belastung deutlich stärker, da diese Regionen stärker von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind. Insgesamt handelt es sich um eine überschaubare Eskalation, die intensiver wäre als im Vorjahr, aber keine grundlegende Störung der globalen Energieversorgung verursacht.
Szenario 2: Eskalationsspirale ohne Sturz des Regimes
In diesem Szenario könnte sich der Konflikt spürbar ausweiten, zum Beispiel wenn es zu einem Angriff mit vielen Opfern kommt, der Iran eine wichtige militärische oder wirtschaftliche Infrastruktur erfolgreich trifft oder Israel gezielt führende Vertreter des iranischen Regimes angreift. Eine solche Verschärfung würde vermutlich dazu führen, dass der Iran deutlich größere Raketenangriffe durchführt – etwa auf die US‑Basis Al Udeid in Katar, die Fünfte US‑Flotte in Bahrain oder zentrale Infrastrukturanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gleichzeitig könnte die Hisbollah ihre Angriffe an Israels Nordgrenze intensivieren, während irakische Milizen verstärkt US‑Einrichtungen angreifen. Auch einzelne Energieanlagen im Golf oder vorbeifahrende Öltanker könnten gezielt getroffen werden.
Unter diesen Bedingungen würden die Ölpreise wahrscheinlich spürbar steigen, vermutlich auf 90 bis 110 US‑Dollar, angetrieben vor allem durch den Brent‑Preis. Die Versicherungskosten für Schiffe im Golf würden stark zunehmen, und Risikoaufschläge auf Rohstoffe und Vermögenswerte in der Region würden sich deutlich ausweiten. Auch in dieser verschärften Lage bliebe der US‑Inlandsölmarkt voraussichtlich stabiler als die internationalen Referenzpreise, was die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI weiter vergrößern würde.
Szenario 3: Störung der Straße von Hormus – Extremrisiko
Dieses Szenario würde eintreten, wenn das iranische Regime sein eigenes Überleben bedroht sieht – etwa durch den Versuch, die Befehlsstrukturen des Landes zu zerschlagen, oder durch eine anhaltende Zerstörung zentraler Infrastruktur. In einer solchen Lage könnte der Iran die Straße von Hormus verminen, Tanker beschlagnahmen oder Raketen- und Drohnenangriffe auf vorbeifahrende Schiffe durchführen. Schon eine teilweise Blockade hätte erhebliche Auswirkungen, da rund 30 Prozent des weltweit per Schiff transportierten Öls durch diese Meerenge fließen.
Die unmittelbare Folge wäre ein drastischer Preissprung – der Ölpreis könnte auf über 120 US‑Dollar steigen. Große Verbrauchernationen würden voraussichtlich umgehend auf ihre strategischen Reserven zurückgreifen. China würde aufgrund seiner hohen Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Golf verstärkt diplomatisch aktiv werden. Die Reaktion der US‑Marine wäre erwartungsgemäß schnell und entschlossen.
Dieses Szenario stellt das maximale Eskalationsinstrument des Iran dar. Es wäre jedoch auch für das Land selbst wirtschaftlich äußerst schädlich und würde das Überleben des Regimes gefährden. Genau deshalb hat der Iran in der Vergangenheit zwar immer wieder mit einer Schließung der Straße von Hormus gedroht, sie aber nie vollständig umgesetzt.
Auswirkungen auf den Ölpreis und die Finanzmärkte
Im Basisszenario bleibt der Ölmarkt von einem erhöhten geopolitischen Risiko geprägt. Das bedeutet, dass Brent‑Öl wahrscheinlich weiter zwischen 80 und 95 US‑Dollar schwankt, während WTI weniger stark ansteigt, weil die USA dank ihres Exportstatus und ihrer flexiblen Ölproduktion Preisspitzen besser abfedern können. Sollte sich der Konflikt jedoch verschärfen, könnte der Brent‑Preis über 100 US‑Dollar klettern, und die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI würde sich weiter vergrößern.
Kommt es zu einer Störung der Straße von Hormus, wäre der Preisanstieg deutlich heftiger. In einem solchen Fall könnte Brent sehr schnell stark steigen und einen globalen Inflationsschub auslösen, der politische Gegenmaßnahmen notwendig macht. Wichtig ist dabei, dass ein solcher Schock vor allem das international gehandelte Öl betrifft – und weniger die Ölversorgung innerhalb der USA. Für die Aktienmärkte wäre das kurzfristig belastend, besonders für Unternehmen und Länder, die stark von Ölimporten abhängig sind oder hohe Energiekosten haben. Für Gold und andere Edelmetalle wäre die Situation hingegen positiv, da sie in einem Angebotsschock als sichere Häfen gelten.
In der Vergangenheit hat der US‑Dollar in geopolitischen Krisen oft profitiert, aber das ist heute nicht mehr so sicher wie früher. Unabhängig vom genauen Verlauf bleibt eine breit diversifizierte Portfolioausrichtung entscheidend – selbst wenn sich die aktuelle Situation am Ende als ein länger anhaltendes, aber dennoch zeitlich begrenztes Ereignis herausstellt.
Fazit
Solange die zentrale Machtstruktur im Iran nicht ernsthaft geschwächt wird, ist am ehesten damit zu rechnen, dass der Konflikt als fortlaufender, aber kontrollierter Schlagabtausch weitergeht – nicht als sofortiger, großflächiger Krieg in der Region. Der Iran hat bereits gezeigt, dass er bereit ist, US‑Stützpunkte im Golf anzugreifen.
Wie sich die Lage weiterentwickelt, hängt vor allem davon ab, wie stark die jeweilige Führung ins Visier genommen wird, welche Verluste die USA und Israel hinzunehmen bereit sind und ob Schifffahrtswege, Energieanlagen oder andere wichtige Infrastrukturen direkt betroffen sind.
Für die Märkte bedeutet dies derzeit, eher von einem anhaltenden geopolitischen Risikoaufschlag auszugehen statt von einem kompletten Zusammenbruch der Ölversorgung. Dabei trägt Brent‑Öl den Großteil des Risikos, während WTI vergleichsweise stabiler bleibt. Die Auswirkungen zeigen sich sowohl über die Ölpreise als auch über das Vertrauen der Marktteilnehmer.
Aktien
Die jüngste Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran hat das geopolitische Risiko spürbar erhöht. Die Aktienmärkte werden wahrscheinlich zunächst mit mehr Volatilität und einer kurzfristigen Neubewertung von Risikoanlagen reagieren. Grundsätzlich bleiben wir jedoch positiv für globale Aktien, solange die Energieversorgung nicht dauerhaft und schwerwiegend beeinträchtigt wird.
In diese Phase sind die weltweiten Aktienmärkte mit solider Dynamik gestartet. Der MSCI World wird aktuell zu einem hohen Bewertungsniveau gehandelt – etwa dem 23‑Fachen der erwarteten Gewinne für 2025. Anleger akzeptieren diese höhere Bewertung, weil sie weiterhin mit gutem Gewinnwachstum rechnen und Handelsrisiken zuletzt weniger im Fokus standen. Außerdem hatte sich die Marktführerschaft bereits Anfang 2026 breiter verteilt, sowohl über verschiedene Sektoren als auch über unterschiedliche Regionen hinweg. Diese Entwicklung dürfte sich angesichts der aktuellen Unsicherheit sogar noch verstärken.
Für den weiteren Verlauf sind drei Risiken besonders wichtig:
- Beeinträchtigung der Energieversorgung
Eine länger anhaltende Störung der Öllieferungen über die Straße von Hormus könnte die Energie- und Transportkosten weltweit stark erhöhen. Ein kurzer Preisschub wäre verkraftbar, eine nachhaltige Unterbrechung jedoch belastend für Unternehmen und Verbraucher. - Inflation und Geldpolitik
Ein energiegetriebener Inflationsanstieg könnte den Zentralbanken den Spielraum nehmen, die Geldpolitik zu lockern, falls das Wachstum gleichzeitig an Schwung verliert – eine Annahme, die die Finanzmärkte bislang als selbstverständlich betrachten. - Vertrauenseffekte
Eine hohe geopolitische Unsicherheit kann das Vertrauen von Unternehmen und Konsumenten schwächen, selbst wenn es nicht zu einer physischen Unterbrechung von Lieferketten kommt.
Bleiben diese Risikofaktoren jedoch begrenzt, dürfte sich Gewinnwachstum wieder als wichtigster Treiber der Aktienmärkte durchsetzen – und nicht geopolitische Schlagzeilen.
Positionierung in Stressphasen
Geopolitische Schocks führen üblicherweise zu erhöhter Volatilität und stärkerer Streuung, beeinträchtigen die Aktienmärkte jedoch selten dauerhaft. Investiert zu bleiben bleibt entscheidend, um langfristige Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist die Widerstandsfähigkeit des Portfolios wichtig.
Wir bevorzugen weiterhin breit diversifizierte Allokationen über Regionen und Sektoren hinweg. In unsicheren Zeiten ist die Diversifikation über unterschiedliche wirtschaftliche Exponierungen hinweg – statt einer Konzentration auf ein einzelnes Thema, eine Region oder ein politisches Umfeld – besonders wertvoll.
Wir bleiben wachsam: Eine anhaltende Störung der Energieversorgung oder ein politisch ausgelöster Wachstumsschock würden eine Neubewertung erforderlich machen. In der aktuellen Situation erscheint Volatilität jedoch wahrscheinlicher als eine strukturelle Beeinträchtigung der Aktienmärkte.
Anleihen
Die Anleihemärkte dürften kurzfristig schwankungsanfällig bleiben, da die geopolitischen Spannungen zunehmen und der Ausblick für Ölpreise und Inflation unsicherer wird. Eine klassische „Flucht in sichere Anlagen“ könnte weiterhin hoch bewerteten Staatsanleihen zugutekommen. Allerdings zeigt sich seit einiger Zeit, dass internationale Anleger ihre starke Abhängigkeit von US‑Staatsanleihen als wichtigstem “sicheren” Hafen allmählich reduzieren. Dahinter steht sowohl der Wunsch nach geopolitischer Diversifikation als auch die Bereitschaft, vermehrt in hochwertige Staatsanleihen anderer Länder umzuschichten. Sollten die Märkte von einem länger anhaltenden Konflikt ausgehen, könnten die Inflationserwartungen weltweit spürbar nach oben angepasst werden.
Auch hochwertige asiatische Währungen könnten sich nach dem ersten Schock wieder stabilisieren und erholen. Zugleich führen breitere Kreditspreads zu neuen, selektiven Einstiegsmöglichkeiten – vor allem im Bereich qualitativ hochwertiger Unternehmens- und Staatsanleihen.
Hohe Ölpreisrisiken für Asien bei Störungen in der Straße von Hormus
Das größte Risiko für die Region bleibt ein deutlicher Anstieg der Ölpreise, insbesondere wenn es in der Straße von Hormus zu ernsthaften Störungen kommt. Die großen asiatischen Volkswirtschaften – darunter Indien, China, Japan und Südkorea – sind stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig und könnten gezwungen sein, ihre strategischen Reserven zu nutzen. Bei einer länger anhaltenden Unterbrechung würden Inflation und Kostendruck in diesen Ländern spürbar steigen. Dies könnte sich negativ auf inflationsgebundene Anleihen, auf die breiteren Zinsmärkte und auf kreditabhängige Segmente auswirken, die empfindlich auf makroökonomische Veränderungen reagieren.
GCC-Risikoprämien kehren zurück – Fundamentaldaten bleiben solide
In der Vergangenheit sind Risikoaufschläge in den Märkten des Golf-Kooperationsrats (GCC) in Phasen geopolitischer Spannung regelmäßig wieder angestiegen, was sich besonders auf ölpreisabhängige Emittenten auswirkt. Gleichwohl bleiben die großen nationalen Banken in den GCC‑Ländern sowie israelische Banken insgesamt fundamental solide; wie sie bewertet werden, hängt allerdings stark davon ab, wie die Märkte das Makrorisiko einschätzen.
Widerstandsfähigkeit israelischer Banken trotz geopolitischer Belastungen
Die israelischen Banken stehen derzeit vor einer deutlich kontrollierteren Situation als während des Gaza-Konflikts 2023. Sie haben sich widerstandsfähig gezeigt, sind früh im Jahr an die Kapitalmärkte zurückgekehrt und verfügen über verbesserte Vermögensqualität sowie starke Kapitalpuffer. Ihre Risikokennzahlen entsprechen weiterhin den Stresstests der Bank of Israel. Das Risiko von Ratingherabstufungen hat nachgelassen, auch wenn das israelische Staatsrating von Fitch weiterhin einen negativen Ausblick trägt.
Banken im Nahen Osten – insbesondere in den VAE, Katar, Saudi-Arabien und Kuwait – sehen sich hingegen Herausforderungen durch schwächere Geschäftsstimmung, Handelsstörungen und mögliche Rückgänge bei den Ölexporten gegenüber. Zwar verbessern höhere Ölpreise die Finanzlage der Staaten, doch eine Blockade der Straße von Hormus würde vor allem Kuwait und Katar stark treffen, da sie ihre Ölexporte kaum über alternative Routen umleiten können. Die VAE und Saudi-Arabien sind flexibler, da sie über Ausweichpipelines verfügen. Insgesamt sind die Banken der Region jedoch dank starker Staatsfonds, verbesserten Kreditvergabestandards, diversifizierten Kreditportfolios und verlässlicher staatlicher Unterstützung gut positioniert, um mögliche Belastungen abzufedern.
Multi Asset
Geopolitische Entwicklungen bleiben schwer vorhersehbar, und genau deshalb sollten Portfolios so aufgestellt sein, dass sie mit verschiedenen möglichen Szenarien umgehen können. Neben dem Konflikt im Nahen Osten gibt es mehrere wichtige makroökonomische Faktoren, die ebenfalls eine Rolle spielen. Die Entwicklung der US‑Fiskalpolitik ist besonders wichtig, da hohe Schulden und ein hohes Emissionsniveau die Märkte belasten können. Gleichzeitig steht die US‑Notenbank unter stärkerer politischer Beobachtung, was ihre zukünftige Reaktionsfähigkeit beeinflussen könnte. Ein weiterer entscheidender Faktor ist, wie nachhaltig die KI‑getriebenen Investitionen sind – sowohl für das nominale Wachstum in den USA als auch dafür, wie weit sich Produktivitätsgewinne über den Technologiesektor hinaus ausbreiten.
Globales Wachstum bleibt stabil – regionale Unterschiede nehmen zu
Global betrachtet bleibt das Wirtschaftswachstum in den wichtigsten Regionen stabil. Vor allem die USA zeigen eine starke Dynamik, gestützt durch staatliche Ausgaben und hohe Investitionen rund um künstliche Intelligenz. Der weltweite Konjunkturzyklus befindet sich weiterhin in einer Expansionsphase, aber die Unterschiede zwischen den Regionen nehmen zu. Gründe dafür sind eine zunehmende geopolitische Fragmentierung sowie neue handelspolitische Spannungen, die Handels- und Kapitalströme verändern.
Wir bleiben mittel- bis langfristig positiv für Aktien, weil Unternehmensgewinne robust sind und die Politik die Konjunktur stützt – auch wenn kurzfristig mehr Volatilität zu erwarten ist. Gleichzeitig bleibt Gold ein wichtiger Bestandteil eines diversifizierten Portfolios, besonders in einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen, Staaten hohe Schulden machen und die traditionelle Beziehung zwischen Anleihen und Aktien weniger stabil geworden ist. Gold behält seine Rolle als Absicherung gegen politische und vertrauensbezogene Schocks.
Marktverwerfungen als Chance statt Rückzugsignal
Grundsätzlich betrachten wir Phasen stärkerer Marktverwerfungen nicht als Signal, Risiken generell abzubauen, sondern eher als Chance, ausgewählt wieder mehr Risiko einzugehen, wenn die Bewertungen attraktiv werden.
Das könnte Sie auch interessieren
Themen & Märkte
Ob kurzfristige Marktbewegung oder langfristiger Anlagetrend – hier teilen unsere Expertenteams ihre Erfahrung und ihr Wissen über Investment- und Kapitalmarktthemen.
Wichtige Informationen
Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Das Research und die Analysen, die in diesem Dokument enthalten sind, wurden von Fidelity International für die eigenen Investmentaktivitäten erstellt. Vervielfältigung und Verbreitung dieses Dokuments sind nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt. Dieses Dokument stellt keine Vermarktung, Angebot oder Aufforderung zur Inanspruchnahme der Investmentmanagement-Dienstleistungen von Fidelity dar und ist auch kein Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentprodukten.
Die Inhalte dieser Unterlagen sind nicht an in den Vereinigten Staaten von Amerika ansässige Personen gerichtet und stellen kein Angebot für diese dar. Sämtliche Personen oder Körperschaften, die auf diese Informationen zugreifen, tun dies aus eigener Initiative, sind für die Einhaltung der geltenden lokalen Gesetze und Regulierungen verantwortlich und sollten sich gegebenenfalls an einen professionellen Anlageberater wenden.
Fidelity International bezeichnet den Unternehmensverbund, der als globale Investmentmanagement-Organisation Informationen zu Produkten und Dienstleistungen in bestimmten Ländern außerhalb Nordamerikas bereitstellt. Anlageempfehlungen erfolgen auf Basis gesondert abgeschlossener Verträge.
Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Fremdwährungsanlagen sind Wechselkursschwankungen unterworfen. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage des Kundeninformationsdokumentes „Basisinformationsblattes" und des veröffentlichten Verkaufsprospektes, des letzten Geschäftsberichtes und - sofern nachfolgend veröffentlicht - des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Anleger in Deutschland können diese Unterlagen kostenlos bei der FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main, oder über https://www.fidelity.de anfordern. Sollten im Text Unternehmen genannt werden, dienen diese nur der Illustration und sind nicht als Kaufs- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind Markenzeichen von FIL Limited. FIL steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften.
Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2026. MK17447