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Die jüngste Eskalation der Spannungen in Nahost hat die globalen Finanzmärkte in eine Phase deutlich erhöhter Volatilität geführt. Energiepreise und Risikoanlagen reagieren sensibel auf die Möglichkeit eines länger anhaltenden geopolitischen Konflikts.
Vor diesem Hintergrund analysiert unser Investmentteam die wichtigsten makroökonomischen Risiken, bewertet mögliche Entwicklungen und erläutert, wie unsere Portfolios positioniert sind, um kurzfristige Unsicherheiten zu managen – ohne den Blick auf langfristige Fundamentaldaten zu verlieren.
Wesentliche Erkenntnisse auf einen Blick
- Erhöhte Risikoprämie auf Öl – keine strukturelle Versorgungskrise
Unser Basisszenario geht von einem anhaltend höheren geopolitischen Risikopreis bei Öl aus. Wir erwarten jedoch keine grundlegende Unterbrechung der globalen Energieversorgung. - Regionale Unterschiede bei der Marktreaktion
Die Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen unterscheiden sich deutlich - die USA, als bedeutender Energieexporteur, sind vergleichsweise gut abgesichert. Europa und Teile Asiens hingegen sind stärker von einem längerfristigen Energiepreisschock betroffen. - Fokus auf Stabilität und langfristige Qualität
Unsere Portfoliostrategie bleibt eng an mittel- bis langfristigen Fundamentaldaten orientiert. Wesentliche Elemente sind: breite Diversifikation, disziplinierte Steuerung der Duration und eine selektive Auswahl bei Anleihe- und Aktieninvestments.
Hinweis: Diese Aufzeichnung ist in englischer Sprache
Vom Nachrichtenimpuls zum Marktrisiko
Salman Ahmed, Global Head of Macro and Strategic Asset Allocation
Die Finanzmärkte haben sich rasch von einer reinen Reaktion auf tagesaktuelle Schlagzeilen hin zur Einpreisung eines länger anhaltenden geopolitischen Konflikts entwickelt. Was zunächst wie ein weiteres kurzfristiges Aufflammen der Spannungen im Nahen Osten aussah, hat sich inzwischen zu einer komplexeren Eskalationsphase ausgeweitet.
Energie bleibt der zentrale Faktor
Entscheidend ist nicht nur die Produktion, sondern insbesondere der Transport. Rund 20 % des weltweiten Öl- und Raffinerieproduktvolumens passieren die Straße von Hormus. Obwohl diese nicht offiziell blockiert ist, hat sich der Schiffsverkehr deutlich verlangsamt – was zu einem zusätzlichen geopolitischen Aufschlag im Ölpreis, vor allem bei Brent, geführt hat.
Innerhalb unseres Szenarienrahmens zeigt sich, dass die Märkte nicht mehr von einer kurzen, begrenzten Auseinandersetzung ausgehen, sondern zunehmend eine längerfristige Eskalation einpreisen. Eine vollständige Blockade der Straße von Hormus bleibt ein Extremrisiko, ist jedoch nicht das Basisszenario.
Dauer des Preisanstiegs ist ein entscheidender Faktor
- Erst wenn Ölpreise über drei bis vier Monate hinweg erhöht bleiben, wären spürbare Auswirkungen auf Inflation und Wachstum zu erwarten.
- Ein kurzfristiger Preissprung ist dagegen verkraftbar.
- Ein länger anhaltender Preisdruck würde hingegen Lagerbestände, Unternehmensmargen und die Kaufkraft belasten und damit die finanziellen Bedingungen deutlich verschärfen.
Im Gegensatz zur Situation 2022, die zu einer strukturellen Neuausrichtung europäischer Energiebeziehungen führte, lässt sich das aktuelle Umfeld eher als vorübergehende Störung einordnen. Sobald die Spannungen nachlassen, dürfte der internationale Handel wieder normaler verlaufen.
Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle - die USA, als bedeutender Energieexporteur, verfügen über Instrumente zur Stabilisierung der heimischen Preise. In einem Wahljahr ist das Thema Benzinpreise besonders sensibel, ebenso wie die Entwicklung der Aktienmärkte. Beide Faktoren bilden eine Art politische Grenze – die aktuell jedoch noch nicht erreicht wurde.
Aktienmärkte: Bewertungen, Unternehmensgewinne und die Rolle der Energiepreise
Niamh Brodie‑Machura, Chief Investment Officer, Equities
Die Aktienmärkte sind mit überdurchschnittlichen Bewertungsniveaus in das Jahr 2026 gestartet – besonders in den USA. Unterstützt wird dies durch die Erwartung robuster Gewinnzuwächse und anhaltend hoher Investitionen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz.
Die jüngste geopolitische Eskalation erfordert jedoch eine Neubewertung der Risikoprämie an den Aktienmärkten. Historisch betrachtet führen geopolitische Spannungen zwar häufig zu kurzfristig erhöhter Volatilität, beeinträchtigen die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte jedoch meist nicht dauerhaft.
Ein zentraler Faktor bleibt die Dauer eines möglichen Energiepreisanstiegs. Höhere Öl- und Gaspreise wirken sich über verschiedene Wege auf die Wirtschaft aus – unter anderem auf Inflation und Zinspolitik.
In energieintensiven Branchen könnten steigende Kosten die Gewinnmargen belasten, gleichzeitig schmälert die steigende Inflation die Kaufkraft der Verbraucher.
Unterschiedlich regionale Auswirkungen
- Die USA, als Energieexporteur, sind vergleichsweise gut abgesichert.
- Europa und große Teile Asiens hingegen sind Nettoimporteure und damit anfälliger für anhaltend hohe Energiepreise.
Brancheneffekte werden bereits sichtbar
- Fluggesellschaften haben mit höheren Treibstoffkosten und Störungen an zentralen Drehkreuzen im Nahen Osten zu kämpfen.
- Reedereien sehen steigende Frachtpreise.
- Industrieunternehmen stehen verstärkt unter Beobachtung, da viele von ihnen stark von Energie- und Rohstoffpreisen abhängig sind.
Ein weiterer Einflussfaktor bleibt der KI‑Investitionszyklus. Große Technologiekonzerne spüren höhere Energiepreise direkt – insbesondere dort, wo Gas- und Stromkosten die Wettbewerbsfähigkeit von Rechenzentren beeinflussen.
Sollte es nicht zu einer längerfristigen Energieversorgungsstörung kommen, bleibt das Gewinnwachstum voraussichtlich der wichtigste Treiber für Aktienrenditen. Eine breite regionale und sektorale Diversifikation bleibt dabei entscheidend.
Portfolioausrichtung in einem stabilen, aber volatileren Marktumfeld
Matthew Quaife, Global Head of Multi Asset
Die aktuellen geopolitischen Spannungen treffen auf eine Weltwirtschaft, die insgesamt robust wächst – besonders in den USA. Investitionen in Künstliche Intelligenz sorgen weiterhin für Schwung und unterstützen das Wirtschaftswachstum.
Die Märkte waren vor der Eskalation optimistisch gestimmt, und viele Anleger hatten bereits hohe Risiken aufgebaut. Das erklärt, warum die kurzfristigen Marktbewegungen jetzt so deutlich ausfallen.
In unseren Multi‑Asset‑Portfolios bleiben wir grundsätzlich investiert, da die wirtschaftlichen Fundamentaldaten solide sind. Gleichzeitig nutzen wir gezielt Chancen in Bereichen, die durch kurzfristige Marktreaktionen stärker gefallen sind.
Klassische “sichere” Häfen zeigen ein gemischtes Bild
- Gold hat zuletzt etwas an Wert verloren, bleibt aber ein wichtiger Bestandteil zur Stabilisierung von Portfolios. Wir bauen diese Position selektiv weiter aus.
- Der US‑Dollar hat sich im Zuge der Unsicherheit gestärkt.
- Die US‑Anleihemärkte waren zuletzt sehr schwankungsanfällig. Daher suchen wir verstärkt nach alternativen Wegen, um Portfolios defensiv auszurichten.
Eine regionale Betrachtung ist jetzt wichtiger denn je
- Die USA profitieren von ihrer Energieunabhängigkeit und einem starken Wirtschaftswachstum.
- Europa ist anfälliger, falls Energiepreise über längere Zeit hoch bleiben.
- Japan hat zuletzt deutliche Kursverluste erlebt, bleibt aber mittel- bis langfristig attraktiv.
Insgesamt bleibt unser Fokus darauf gerichtet, Portfolios breit diversifiziert, qualitätsorientiert und flexibel aufzustellen – um Chancen zu nutzen und gleichzeitig Stabilität in einem anspruchsvolleren Marktumfeld zu gewährleisten.
Anleihen und Asien: Disziplin beim Zinsrisiko und selektive Chancen
Lei Zhu, Head of Asian Fixed Income
Die Ölpreise bleiben ein zentrales Thema für die Anleihenmärkte. In den meisten Industrieländern halten wir die Zinsbindungsdauer (Duration) neutral bis leicht untergewichtet, da dauerhaft hohe Ölpreise die Inflationserwartungen wieder anheben könnten. Kurzlaufende Investment‑Grade‑Anleihen dienen in diesem Umfeld als wichtige defensive Bausteine.
Asien zeigt ein heterogenes Marktbild
In Asien zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Einige regionale Währungen haben jüngste Gewinne teilweise wieder abgegeben, während stabilere asiatische Währungen vergleichsweise robust geblieben sind. China nimmt eine Sonderrolle ein: Die Inflation liegt mit 0,2 % weiterhin sehr niedrig, wodurch die Regierung Spielraum für geldpolitische Lockerungsmaßnahmen hat. Chinesische Staatsanleihen entwickeln sich in diesem Umfeld wie ein sicherer Hafen, weshalb wir hier eine höhere Duration als in anderen Märkten halten.
Auch die asiatischen Kreditmärkte bleiben insgesamt geordnet. Die Kreditspreads haben sich moderat ausgeweitet, wobei sich Investment‑Grade‑Anleihen vergleichsweise stabil zeigen und auch der High‑Yield‑Bereich keine übermäßigen Ausschläge verzeichnet. Da es in Asien strukturell weniger hochwertige Emittenten gibt, könnte eine stärkere Spreadausweitung das Interesse von Anlegern erhöhen, die vielfältige Einkommensmöglichkeiten suchen.
Schwellenländerwährungen im Fokus
Schwellenländerwährungen bleiben ein wichtiger Beobachtungspunkt. Sollten Notenbanken gezwungen sein, zur Stabilisierung ihrer Währungen auf Devisenreserven zurückzugreifen, könnte dies wiederum Auswirkungen auf die globalen Anleihemärkte haben. Zugleich ist wichtig zu betonen, dass Schwellenländer keine einheitliche Gruppe bilden. Energieexporteure profitieren häufig von steigenden Ölpreisen, während energieimportierende Länder stärker unter Druck geraten.
Ölpreise und Politik bleiben entscheidende Einflussgrößen
Die weitere Entwicklung des Ölpreises bleibt der wichtigste Indikator für die Markteinschätzung. Während Brent‑Rohöl deutlich von geopolitischen Aufschlägen betroffen ist, bleiben die US‑Ölpreise aufgrund der flexiblen heimischen Produktion stabiler. Ebenso spielen politische Signale, insbesondere aus den USA, eine bedeutende Rolle, da Energiepreise innenpolitisch sehr sensitiv sind. Derzeit gehen die Märkte eher von einer anhaltenden Risikoprämie als von einer umfassenden Versorgungskrise aus. Wie lange die Ölpreise erhöht bleiben und wie sich die Lage in der Straße von Hormus entwickelt, wird darüber entscheiden, ob die wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt bleiben.
Für die Portfolioausrichtung bedeutet dies, weiterhin breit diversifiziert und selektiv investiert zu bleiben, mit einem klaren Fokus auf mittel- bis langfristige Fundamentaldaten. Gleichzeitig bleibt Flexibilität essenziell, um angemessen auf ein Umfeld potenziell länger erhöhten Energiepreisdrucks reagieren zu können.
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Stand, soweit nicht anders angegeben: März 2026. MK17452